Aufgabe 3.1 – Angepasstheiten von Landpflanzen an den Umweltfaktor Wasser
Landpflanzen sind in der Lage, ihren Wasserhaushalt so zu regulieren, dass er unabhängig vom Wasserangebot weitgehend konstant bleibt. Eine strukturelle Voraussetzung dafür ist die Abgrenzung der Pflanze gegenüber der Atmosphäre durch ein Abschlussgewebe. Dieses kann durch regelbare Spaltöffnungen (Stomata) durchbrochen sein. Dazu kommen stoffwechselphysiologische Angepasstheiten, die dazu beitragen, den Wasserhaushalt von Pflanzen zu regulieren.
Fertige eine beschriftete Skizze vom Querschnitt des Laubblattes einer mesophytischen Landpflanze, wie z. B. der Buche (Fagus sylvatica), an.
Erläutere anhand der beiden Ausgangsstoffe der Fotosynthese die Bedeutung regulierbarer Spaltöffnungen (Material 1).
Vergleiche tabellarisch die Kohlenstoffdioxidfixierung bei - und CAM-Pflanzen anhand von drei Kriterien (Material 2).
Erläutere die stoffwechselphysiologischen Angepasstheiten der CAM-Pflanzen an heiße und trockene Standorte (Material 2).
Berechne auf Grundlage der Abbildungen 2 und 3 die Spaltöffnungsindizes der oberen und unteren Epidermis des Laubblattes von Gasteria (Material 3).
Stelle ein Abzugspräparat der unteren Epidermis des Laubblattes vom Alpenveilchen her (Material 3).
Mikroskopiere das Frischpräparat (Material 3).
Berechne für das Präparat den Spaltöffnungsindex (Material 3).
Das Präparat ist unter dem Mikroskop der Aufsicht führenden Lehrkraft vorzuzeigen.
Sollte dir die Durchführung nicht gelingen oder sollten dir die Ergebnisse unbrauchbar erscheinen, kannst du von der Aufsicht führenden Fachlehrkraft Ersatzergebnisse anfordern. In diesem Fall werden 6 BE nicht erteilt.
Deute die drei berechneten und den gegebenen Wert der Spaltöffnungsindizes in Material 3 in Bezug auf die jeweilige Art der Kohlenstoffdioxidfixierung als Angepasstheiten an die jeweiligen Standorte (Material 1 – Material 3).
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Spaltöffnungen
Spaltöffnungen (Stomata) bestehen aus zwei sogenannten Schließzellen, die meist bohnenförmig um einen Spalt angeordnet und nur an ihren Enden fest miteinander verbunden sind. Der Spalt stellt die Verbindung zwischen der Außenluft und dem Interzellularraum her und ermöglicht der Pflanze die Wasserdampfabgabe und die Kohlenstoffdioxidaufnahme. Der Öffnungsgrad des Spaltes wird durch die Schließzellen reguliert. Dabei spielen die Wasserversorgung, die Konzentration von Kohlenstoffdioxid im Blatt, das Lichtangebot und die Temperatur eine bedeutende Rolle.
Bei vielen Pflanzenarten grenzen daran Nebenzellen an, die indirekt an der Funktion der Schließzellen beteiligt sind. Spalt, Schließzellenpaar und Nebenzellen bilden zusammen den Spaltöffnungsapparat.
Material 2: Kohlenstoffdioxidfixierung bei 
- und CAM-Pflanzen
Die Abkürzung CAM steht für die englische Bezeichnung „Crassulacean Acid Metabolism“ (Crassulaceen-Säurestoffwechsel). Zu den CAM-Pflanzen gehören neben den Dickblattgewächsen (Crassulaceae) auch viele andere wasserspeichernde Pflanzen, so genannte Sukkulenten, wie zum Beispiel alle Arten aus der Gattung Gasteria. Im Gegensatz zu -Pflanzen öffnen CAM-Pflanzen ihre Spaltöffnungen nicht tagsüber, sondern überwiegend in den Nachtstunden.
Abb. 1 vergleicht schematisch die Kohlenstoffdioxidfixierung bei - und CAM-Pflanzen.

Abbildung 1: Vereinfachte schematische Darstellung der Kohlenstoffdioxidfixierung in der Fotosynthese bei - und CAM-Pflanzen
Material 3: Ermittlung der Spaltöffnungsindizes des Alpenveilchens und der Gasteria
Der Spaltöffnungsindex (SI) ist ein Maß für den relativen Anteil der Spaltöffnungen in der Epidermis. Er errechnet sich aus der folgenden Formel und trägt keine Einheit.
Anzahl der Spaltöffnungen einer definierten Blattfläche
Anzahl der Epidermiszellen der gleichen Blattfläche
Hinweis: ist ein Faktor und entspricht nicht der Vergrößerung.
Die Spaltöffnungsindizes vom Alpenveilchen und der Gasteria unterscheiden sich. So ergibt sich zum Beispiel für die obere Epidermis vom Laubblatt des Alpenveilchens ein Wert für den Spaltöffnungsindex von kleiner als Eins ().
Die folgenden Abbildungen zeigen lichtmikroskopische Aufnahmen der oberen (Abb. 2) und unteren (Abb. 3) Epidermis (definierte Blattflächen) vom Laubblatt der Gasteria.

Der Spaltöffnungsindex der unteren Epidermis des Alpenveilchens lässt sich lichtmikroskopisch ermitteln.
Folgende Geräte und Materialien stehen Ihnen zur Verfügung:
Geräte:
-
Lichtmikroskop, Objektträger, Deckgläschen, Präparierbesteck, Pasteurpipette
Materialien:
-
Laubblatt des Alpenveilchens, Leitungswasser
Die Standortbedingungen und der Typ der Kohlenstoffdioxidfixierung sind in der folgenden Tabelle für das Alpenveilchen und die Gasteria angegeben.
Tab. 1: Standortbeschreibung einer - und einer CAM-Pflanze
|
Pflanze |
Standort |
Typ der Kohlenstoffdioxidfixierung |
|---|---|---|
|
Alpenveilchen |
mäßig feucht und schattig in Laubmischwäldern in Mittel- und Südeuropa |
|
|
Gasteria |
trockene, heiße Gebiete im südlichen Afrika |
CAM |
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Erläutern:
-
Wasser und Kohlenstoffdioxid sind die Ausgangsstoffe der Fotosynthese
-
Transpiration über die Stomata ermöglicht den Wassertransport
-
bei steigenden Temperaturen übersteigt diese Wasserdampfabgabe die zur Verfügung stehende Wassermenge
-
für die Pflanze ist es notwendig, die Öffnungsweite der Spaltöffnungen zu regulieren, um den Wasserverlust zu kontrollieren
-
Kohlenstoffdioxid gelangt über die Spaltöffnungen in das Laubblatt
-
dies bedeutet jedoch, dass bei vollständig geschlossenen Spaltöffnungen die Pflanze nicht ausreichend Kohlenstoffdioxid aufnehmen kann
Vergleichen:
|
Kriterium |
|
CAM-Pflanzen |
|---|---|---|
|
Zeitpunkt |
am Tag |
in der Nacht |
|
Zeitpunkt des Calvin-Zyklus |
Der Calvin-Zyklus läuft am Tag ab. |
|
|
Herkunft des |
Aufnahme von |
Freisetzung von |
Erläutern:
-
um Wasserverluste durch Transpiration an heißen und trockenen Standorten zu minimieren, sind die Spaltöffnungen tagsüber geschlossen und in der Nacht geöffnet
-
das in dieser Zeit aufgenommene Kohlenstoffdioxid wird fixiert und als Malat gespeichert
-
am Tag, bei geschlossenen Stomata, wird Malat abgebaut und Kohlenstoffdioxid für den Calvin-Zyklus freigesetzt
Berechnen:
-
Auszählen der Stomata und Epidermiszellen
-
Berechnung der Indizes
-
-
Präparieren:
-
Herstellen des Abzugspräparates der unteren Epidermis eines Laubblattes des Alpenveilchens
Mikroskopieren:
-
sachgerechte Handhabung des Mikroskops
Berechnen:
-
Auszählen der Stomata sowie Epidermiszellen
-
Berechnung des Index
-
Hinweis: Bei Anforderung der Ersatzergebnisse werden 6 BE nicht erteilt.
Deuten:
-
der SI der CAM-Pflanze ist bei oberer und unterer Epidermis nahezu gleich
-
Spaltöffnungen sind in gleicher Dichte auf Blattober- und Blattunterseite vorhanden
-
der SI der C3-Pflanze der Blattoberseite ist sehr viel kleiner als der der Blattunterseite
-
Spaltöffnungen sind fast ausschließlich auf der Blattunterseite vorhanden
-
zur Aufnahme von Kohlenstoffdioxid öffnet die CAM-Pflanze die Stomata an ihrem trockenen Standort überwiegend nachts, die Lage der Stomata auf der Blattoberfläche spielt folglich für Transpirationsverluste keine Rolle
-
zur Aufnahme von Kohlenstoffdioxid öffnet die C3-Pflanze die Stomata tagsüber, die Blattoberseite ist der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt
-
Spaltöffnungen würden hier zu sehr hohen Transpirationsverlusten führen