Aufgabe 2 — Messung der magnetischen Flussdichte mit dem Smartphone
Zur Messung der magnetischen Flussdichte verwenden Smartphones Sensoren, die auf dem Hall-Effekt basieren.
In Material 1 wird ein Plättchen aus Bismut vorgestellt, das von einem Magnetfeld senkrecht durchsetzt ist.
Erkläre die Entstehung der Hall-Spannung mithilfe einer Skizze. Kennzeichne dabei insbesondere die wirkenden Kräfte.
Leite die Gleichung 1 in Material 1 für die Hall-Spannung her.
Nimm an, durch das Bismutplättchen fließe ein elektrischer Strom der Stärke und es werde von einem magnetischen Feld der Flussdichte
durchsetzt.
Berechne die Driftgeschwindigkeit der Elektronen im Bismutplättchen. Vergleiche dein Ergebnis mit der Driftgeschwindigkeit für Kupfer (Material 2) unter Zuhilfenahme des relativen Verhältnisses.
[Kontrollwert: ]
Interpretiere die unterschiedlichen Ergebnisse der Driftgeschwindigkeiten bei Bismut und Kupferdraht.
Begründe damit die bessere Eignung von Bismut für Hall-Sensoren im Vergleich zu Kupfer.
Eine mögliche Funktionsweise des Kompasses in einem Smartphone wird in Material 3 vorgestellt.
Berechne die magnetische Flussdichte am Standort Kiel (Material 3) und den Winkel
(Material 3, Abbildung 1).
Berechne die maximale Abweichung des Betrags der magnetischen Flussdichte und die maximale Abweichung von der Richtung des Magnetfeldes infolge der Messunsicherheit der einzelnen Sensoren (Material 3).
Die Federkonstante einer Feder kann aus ihrem Schwingungsverhalten erschlossen werden. Dafür wird die Schwingung einer Feder mithilfe des Hall-Sensors eines Smartphones untersucht.
Plane mithilfe der Materialliste (Material 4) ein dafür geeignetes Experiment.
Hinweis: Zu deiner Planung gehören eine beschriftete Skizze des Aufbaus und eine Beschreibung der Durchführung des Experiments.
Skizziere und beschreibe ein mögliches Messergebnis deines Experiments.
Erläutere anhand der Ergebnisse, wie die Federkonstante möglichst genau ermittelt werden kann.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Prinzip des Hall-Effekts bei Hall-Sensoren
In Smartphones werden Hall-Sensoren zur Kompassfunktion genutzt. Diese messen das Erdmagnetfeld und ermöglichen so die Anzeige der Himmelsrichtung. In der Formelsammlung ist die Skizze der Messung der Hall-Spannung abgebildet. Im Folgenden wird ein Plättchen aus Bismut mit der Abmessung und
betrachtet. Es ist von einem homogenen Magnetfeld senkrecht zum Plättchen durchsetzt und bildet das Kernstück eines Hall-Sensors, mit dem die magnetische Flussdichte
gemessen werden kann. Die Funktion des Hall-Sensors basiert auf einer Hall-Spannung im Plättchen, die durch den elektrischen Stromfluss und das Magnetfeld aufgebaut wird. Die Hall-Spannung
kann durch folgende Gleichung berechnet werden:
(1)
wobei die Driftgeschwindigkeit der freien Elektronen ist.
Material 2: Driftgeschwindigkeit von Ladungsträgern
Die Driftgeschwindigkeit der freien Ladungsträger in einem Leiter hängt unter anderem von der elektrischen Stromstärke ab. Beispielsweise haben die Elektronen in einem Kupferdraht mit der Querschnittsfläche von bei einer elektrischen Stromstärke von
eine Driftgeschwindigkeit von ca.
Material 3: Messung der magnetischen Flussdichte der Erde in einem Smartphone
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Damit das Smartphone als Kompass genutzt werden kann, muss es die Richtung und Stärke des Erdmagnetfelds erfassen. Dabei werden oft drei Hall-Sensoren, die allesamt senkrecht zueinanderstehen, verwendet. So werden bzgl. des Smartphones die jeweiligen Komponenten Die |
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Abbildung 1: Lage des Displays parallel zur Erdoberfläche. |
Material 4: Schwingungsverhalten einer Feder
Materialliste:
-
Smartphone inklusive Hall-Sensor und App zur Aufnahme von Messdaten
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1 Schraubenfeder
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1 Magnet
-
1 Tischklemme
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Stativmaterial
-
Befestigungsmaterial
-
Waage
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Zwischen zwei Kontakten des Leiterplättchens fließt ein Elektronenstrom Das Plättchen wird von einem externen homogenen Magnetfeld
senkrecht durchsetzt. Auf die bewegten Elektronen wirkt daher die Lorentzkraft. Abhängig von der Richtung der Driftgeschwindigkeit
und der Magnetfeldrichtung werden die Elektronen zu einer Seite des Plättchens abgelenkt.
Dadurch entsteht beispielsweise am unteren Rand ein Elektronenüberschuss, während am oberen Rand ein Elektronenmangel vorliegt. Die Ladungstrennung erzeugt ein elektrisches Feld dessen elektrische Kraft der Lorentzkraft entgegengerichtet ist. Im Gleichgewicht gilt für die Elektronen
Dadurch ist eine konstante Hall-Spannung messbar.

Im Kräftegleichgewicht sind die Beträge der elektrischen Kraft und der Lorentzkraft gleich groß. Für die senkrechte Anordnung von Driftgeschwindigkeit und Magnetfeld gilt:
Zudem gilt:
Das entspricht der herzuleitenden Gleichung (1).
Berechnen der Driftgeschwindigkeit in Bismut
Es gilt der Formelansatz:
Für die Hall-Spannung wird mit der Hall-Konstante von Bismut gerechnet. Einsetzen der Werte ergibt:
Aus der in Teilaufgabe a2) hergeleiteten Beziehung folgt für die Driftgeschwindigkeit:
Einsetzen der Werte ergibt:
Vergleichen mit der Driftgeschwindigkeit in Kupfer
Als Verhältnis der Driftgeschwindigkeiten ergibt sich:
Die Driftgeschwindigkeit der Elektronen in Kupfer beträgt damit nur etwa der Driftgeschwindigkeit in Bismut.
In Bismut ist die Ladungsträgerdichte aufgrund der größeren Hall-Konstante deutlich geringer als in Kupfer. Um bei gleicher Stromstärke denselben Strom zu transportieren, müssen sich die vorhandenen freien Ladungsträger daher schneller bewegen.
Wegen der größeren Driftgeschwindigkeit entsteht in Bismut eine deutlich größere Hall-Spannung. Diese ist auch bei kleinen Magnetfeldern und geringen Strömen gut messbar. Bismut eignet sich deshalb besser für empfindliche und genaue Hall-Sensoren als Kupfer.
Der Betrag der magnetischen Flussdichte ergibt sich aus den drei senkrecht zueinander stehenden Komponenten:
Für den Winkel des Smartphones zur geografischen Nordrichtung gilt:
Für die größte beziehungsweise kleinste mögliche magnetische Flussdichte werden alle Komponenten an ihren jeweiligen Unsicherheitsgrenzen eingesetzt:
Daraus folgt für den Betrag eine maximale Abweichung von:
Für die Winkelabweichung müssen die Komponenten und
gegenläufig variiert werden:
Bezogen auf den in Teilaufgabe b1) bestimmten Winkel beträgt die maximale Richtungsabweichung damit:
Die Masse des Magneten wird zunächst mit der Waage bestimmt. Anschließend wird die Schraubenfeder mit Tischklemme und Stativmaterial senkrecht befestigt. Der Magnet wird an der Feder aufgehängt; das Smartphone mit Hall-Sensor befindet sich direkt unterhalb des Magneten.
Zu Beginn befindet sich der Magnet in Ruhelage. Der Magnet wird dann aus seiner Ruhelage vertikal ausgelenkt und losgelassen. Gleichzeitig startet die App die Aufzeichnung des Magnetfeldes. Es wird die Zeit für mehrere vollständige Schwingungen gemessen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Magnet nur vertikal schwingt und nicht seitlich pendelt.
Skizze des Aufbaus:

Mögliche Messung der Federschwingung:

Die Messung zeigt eine sinusförmige Schwingung mit einer konstanten Verschiebung gegenüber der Achse.
Zur Verringerung der Messunsicherheit wird die Zeit für mehrere Perioden gemessen. Bei
vollständigen Schwingungen ergibt sich die Schwingungsdauer zu
Mit der bekannten Masse des Magneten gilt für die Feder
Nach der Federkonstante aufgelöst ergibt sich:
Eine noch genauere Bestimmung ist möglich, wenn Messungen mit mehreren unterschiedlichen Massen durchgeführt werden.
