Aufgabe 3 — Hochenergie-Astronomie mit dem Teleskop COMPTEL
Eine praktische Anwendung des Compton-Effekts findet in der Astronomie bei der Beobachtung von hochenergetischer elektromagnetischer Strahlung statt.
In Material 1 ist die Compton-Streuung beschrieben.
Berechne den Wellenlängenbereich der in Material 1 genannten, einfallenden Compton-Photonen.
Berechne außerdem die zugehörigen Wellenlängen der gestreuten Photonen bei einem Streuwinkel von
Ordne die Diagramme in Abbildung 2 (Material 2) den verschiedenen Positionen A bis E zu. Begründe deine Zuordnung.
Ein Schüler behauptet, dass es möglich wäre, durch Compton-Streuung aus blauem Licht rotes Licht zu erhalten. Analysiere diese Aussage.
In Material 3 wird das Messprinzip eines Compton-Teleskops erläutert.
Zeige, dass die Flugzeit eines gestreuten Photons durch das Teleskop nur Werte zwischen
und
annehmen kann.
Bestimme mithilfe der Werte aus b1), wie groß die maximale Anzahl an Photonen in einer Sekunde sein darf, wenn sich höchstens ein Photon zurzeit im Teleskop zwischen und
befinden soll.
Leite mit die Gleichung (1) aus Material 4 her.
Das Ziel des COMPTEL ist die Verortung von hochenergetischen astronomischen Quellen im Weltraum.
Berechne aus den Beispielwerten in Material 4 den Streuwinkel des Photons.
Erläutere anhand der Abbildung 5a aus Material 5, dass eine eindeutige Richtungsbestimmung des einfallenden Photons anhand der Messwerte eines Ereignisses nicht möglich ist. Zeichne hierzu geeignete Hilfslinien in Abbildung 5a ein, die deine Argumentation verdeutlichen.
Analysiere die Möglichkeit der Ortung, wenn zwei Ereignisse von derselben astronomischen Quelle beobachtet werden (Abbildung 5b, Material 5).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Compton-Streuung
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Die im Jahre 1922 von Arthur COMPTON entdeckte Streuung von hochenergetischen Photonen war eine wichtige Entdeckung zur Quantenphysik. Photonen können auf verschiedene Weise mit Materie wechselwirken. Bei Energien der einfallenden Photonen zwischen ca. |
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Abbildung 1: Grundprinzip der Compton-Streuung |
Material 2: Wellenlängenverschiebung bei der Compton-Streuung
Ein Detektor wird nacheinander an verschiedenen Positionen (A bis E) aufgestellt und die veränderte Wellenlänge gegenüber der ursprünglichen Wellenlänge
gemessen (1 bis 5).

Abbildung 2: Wellenlängenverschiebung bei unterschiedlichen Streuwinkeln: Einfallende und ausfallende Photonenspektren wurden überlagert. Die horizontale Skala ist in allen Abbildungen gleich.
Material 3: Das Compton-Teleskop (COMPTEL)
COMPTEL ist ein Weltraumteleskop zur Lokalisierung von hochenergetischer Strahlung, die astronomische Objekte aussenden. Wesentlich für das Funktionsprinzip ist die Messung eines einfallenden Photons, das im Teleskop Compton-Streuung erfährt.
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Vereinfacht wird das ganze Teleskop zweidimensional betrachtet. Auf den gegenüberliegende Seiten eines Quadrats mit der Kantenlänge Ein Photon fliegt von oben in das Teleskop, wo es im Detektor
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Abbildung 3: Beispiel eines Ereignisses im COMPTEL |
In Abbildung 3 ist ein Beispiel eines Ereignisses im COMPTEL mit und
zu sehen.
Material 4: Bestimmung des Streuwinkels
Für die Lokalisierung der Quelle wird der Streuwinkel benötigt. Für die Abhängigkeit des Streuwinkels
der Compton-Streuung von den gemessenen Größen gilt
(1)
wobei die Masse eines Elektrons ist.
Material 5: Richtungsbestimmung beim COMPTEL

Abbildung 5a: Nicht-Eindeutigkeit der Richtungsbestimmung bei einem Ereignis

Abbildung 5b: Beobachtung zweier Ereignisse von derselben astronomischen Quelle
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Berechnen des Wellenlängenbereichs der Compton-Photonen
Für die Wellenlänge eines Photons gilt:
Einsetzen der minimalen und maximalen Energie (Material 1) ergibt:
Berechnen der Wellenlängen der gestreuten Photonen
Für die Wellenlängenverschiebung bei der Compton-Streuung gilt:
Außerdem gilt
Gleichsetzen und Auflösen nach ergibt:
Mit ergibt sich:
Bei Vorwärtsstreuung an Position A ist die Wellenlängenverschiebung null. Die Peaks der einfallenden und der gestreuten Photonen fallen deshalb zusammen. Dies entspricht Spektrum 3.
Bei Rückwärtsstreuung an Position E ist die Wellenlängenverschiebung mit maximal. Dies entspricht Spektrum 4.
Zwischen diesen Extremfällen nimmt die Wellenlängenverschiebung mit dem Streuwinkel monoton zu. Daraus folgt die Zuordnung:
-
A – 3
-
B – 5
-
C – 1
-
D – 2
-
E – 4
Blaues Licht hat etwa eine Wellenlänge von rotes Licht etwa eine Wellenlänge von
Für die behauptete Farbänderung wäre folgende Wellenlängenverschiebung nötig:
Die größte Wellenlängenverschiebung bei der Compton-Streuung tritt bei Rückwärtsstreuung auf:
Die maximale Wellenlängenverschiebung ist um etwa den Faktor kleiner als erforderlich. Durch Compton-Streuung kann blaues Licht daher nicht in rotes Licht übergehen.
Die kürzeste Flugzeit ergibt sich, wenn sich das gestreute Photon senkrecht zum Detektor bewegt:
Die längste Flugzeit ergibt sich, wenn das gestreute Photon entlang einer Diagonalen des Quadrats fliegt:
Die Flugzeit liegt somit zwischen und
Damit sich höchstens ein Photon gleichzeitig zwischen und
befindet, müssen zwei Streuereignisse mindestens um
voneinander getrennt sein.
Die maximale Ereignisrate beträgt daher:
Es dürfen somit maximal etwa Photonen pro Sekunde in das Teleskop eintreffen.
Aus der Gleichung für die Compton-Verschiebung folgt:
Mit ergibt sich:
Mit und
folgt:
Aus der Energieerhaltung folgt Damit lautet die gesuchte Gleichung:
Mit
und
ergibt sich aus Gleichung (1):
Daraus folgt:
Der Streuwinkel beträgt somit
Mögliche Hilfslinien in der Skizze:

Durch die Gleichung (1) ergibt sich der Winkel zwischen einfallendem Photon und dem ausgehendem Photon. Dies ist derselbe wie zwischen der Verbindungslinie der Ereignisse in
und
(siehe Abbildung). Wie in den Abbildungen zu sehen ist, gibt es aber zwei Möglichkeiten, woher das ursprüngliche Photon gekommen sein kann. Beide liefern denselben Wert von
Eine Lokalisierung ist somit nicht eindeutig möglich, da z.B. hier in der Abbildung das ursprüngliche Photon von links oder rechts gekommen sein kann.
Bei jedem Ereignis gibt es zunächst zwei mögliche Einfallsrichtungen. Werden zwei Ereignisse von derselben astronomischen Quelle beobachtet, muss bei beiden Ereignissen jeweils eine der möglichen Einfallsrichtungen übereinstimmen (siehe Abbildung 5b).
Die übereinstimmenden Richtungen markieren die gemeinsame Quelle der hochenergetischen Photonen. Die übrigen Kombinationen können nicht von derselben Quelle stammen.
Mit mehreren Ereignissen ist daher eine eindeutige Lokalisierung der Quelle möglich.

