Aufgabe 4 — Anwendung des Potenzialtopfmodells auf Moleküle
Acene sind organische Moleküle. Sie sind beispielsweise für den Einsatz in Bildschirmen interessant und aktuell Gegenstand der Forschung.
Damit Acene (Material 1) für Bildschirme verwendet werden können, müssen sie Photonen mit gewisser Energie aussenden, um bestimmte Farben darzustellen.
Ermittle die Photonenenergie, die einer Wellenlänge von entspricht.
Erkläre mithilfe eines quantenmechanischen Atommodells, dass Atome ein diskretes Emissionsspektrum aufweisen.
In Bildschirmen können Acene (insbesondere
und
siehe Material 1) zur Darstellung gewisser Farben verwendet werden. Interessant sind in diesem Zusammenhang insbesondere die Farben Rot, Blau und Grün. Verwende bei den folgenden Berechnungen stets das Modell des eindimensionalen Potenzialtopfes mit unendlich hohen Wänden.
Begründe rechnerisch, dass bei den folgenden Übergängen in bzw.
Molekülen Photonen emittiert werden, deren Energien den Farben Rot bzw. Blau entsprechen:
nach
nach
Ermittle durch eine Rechnung, ob bei einem Übergang in Molekülen Photonen emittiert werden, deren Energie der Farbe Grün entspricht. Dabei sollen nur Übergänge zwischen benachbarten Niveaus betrachtet werden.
Das Modell des eindimensionalen Potenzialtopfes mit unendlich hohen Wänden liefert eine gute Beschreibung für die Lichtemission von Acenen.
Nenne drei Annahmen, die in Bezug auf ein Acen-Molekül bei der Anwendung des Modells gemacht werden.
Begründe, dass die Modellierung der Acene mittels eines Potenzialtopfes mit unendlich hohen Wänden keine Ionisierung erklären kann.
Eine Erweiterung stellt das Modell des eindimensionalen Potenzialtopfes mit endlich hohen Wänden dar (Material 2).
Interpretiere die für die Wellenfunktion des Elektrons im Potenzialtopf mit endlich hohen Wänden gültige Beziehung
Vor dem Aufkommen von LED-Displays waren Plasma-Displays die beliebteste Wahl bei Flachbildschirmen (Material 3).
Sowohl LEDs als auch die Gasatome in Plasma-Bildschirmen werden elektrisch zum Leuchten gebracht. Zum Betrieb der LEDs ist hierbei eine Spannung von wenigen Volt ausreichend.
Stelle eine Hypothese auf, welcher Spannungsbereich erforderlich ist, um die Gasatome in Plasma-Bildschirmen zum Leuchten anzuregen.
Beurteile die Güte der vom Verkäufer in Material 4 getroffenen Aussagen.
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Acene sind organische Verbindungen, die aus mehreren Benzolringen (regelmäßige Sechsecke) bestehen und verschieden lange Ketten bilden. Je nach Anzahl der Ringe Die Länge des eindimensionalen Potenzialtopfes für ein |
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Abbildung 1: schematische Darstellung eines |
Material 2: Modellerweiterung: Potenzialtopf mit endlich hohen Wänden
Das Modell des eindimensionalen Potenzialtopfes mit unendlich hohen Wänden liefert nicht die korrekten Energieniveaus eines linearen Moleküls. Insbesondere ergäben sich daraus unendlich viele gebundene Zustände mit über alle Grenzen wachsenden Energien. Eine Verfeinerung des Modells ist möglich, wenn die Höhe der Wände des Potenzialtopfes der Realität angepasst wird.
Abbildung 2a zeigt den Verlauf der potenziellen Energie für einen eindimensionalen Potenzialtopf mit endlich hohen Wänden. Somit sind hier nur gebundene Zustände mit Energien kleiner als möglich. Weiterhin ist hier die Ionisierung schematisch dargestellt.
Abbildung 2b zeigt den Graphen der Nachweiswahrscheinlichkeitsdichte eines Elektrons im Grundzustand.
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Abbildung 2: potenzielle Energie und schematische Darstellung der Ionisierung (a) sowie Nachweiswahrscheinlichkeitsdichte eines Elektrons (b) im linearen Potenzialtopf mit endlich hohen Wänden
Material 3: Vergleich von LED- und Plasma-Bildschirmen
Plasma-Bildschirme erzeugen Bilder, indem ein Edelgas durch Stoßanregung mit Elektronen ionisiert wird. Die hierfür notwendige Ionisierungsenergie beträgt etwa Ein Elektron stößt während seiner Bewegung durch das Edelgas je nach Gerät mit etwa
bis
Gasatomen zusammen. Das ionisierte Gas („Plasma“) emittiert ultraviolettes Licht, welches die Phosphorbeschichtung des Bildschirms anregt, wodurch sichtbares Licht entsteht.
Moderne LED-Bildschirme enthalten in jedem Pixel eine Leuchteinheit, die durch das Anlegen einer elektrischen Spannung separat zum Leuchten angeregt wird und Licht in bestimmten Farben emittiert.
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LED-Bildschirm |
Plasma-Bildchirm |
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Elektrische Eingangsleistung |
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Bildwiederholrate (dargestellte Einzelbilder pro Sekunde) |
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Horizontale Bildschirmauflösung |
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Tabelle 1: typische Kennwerte von LED- und Plasma-Bildschirmen gleicher Größe
Material 4: Verkaufsberatung zu LED- und Plasma-Bildschirmen
Im Rahmen eines Verkaufsgesprächs macht ein Verkäufer die folgenden drei Aussagen:
-
LED-Bildschirme sind nachhaltiger, weil sie eine geringere Eingangsleistung aufweisen.
-
LED-Bildschirme sind geeigneter, wenn es auf eine hohe Auflösung ankommt.
-
Plasma-Bildschirme sind besser geeignet, wenn es auf schnelle Bewegungen (z. B. bei schnellen PC-Spielen) ankommt.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Für die Energie eines Photons gilt:
Ein Photon mit der Wellenlänge besitzt die Energie
Atome besitzen diskrete Energieniveaus. Ein Atom in einem angeregten Zustand kehrt in einen energetisch niedrigeren Zustand zurück.
Bei diesem Übergang wird ein Photon emittiert. Seine Energie entspricht der Energiedifferenz zwischen den beiden Niveaus
Da nur bestimmte Energiedifferenzen möglich sind, können auch nur Photonen mit bestimmten Energien und Wellenlängen emittiert werden. Das Emissionsspektrum eines Atoms ist daher diskret.
Für die Energieniveaus eines Moleküls im eindimensionalen Potenzialtopf gilt:
Die Länge des Potenzialtopfes lautet:
Für das Molekül gilt
und damit
Für den Übergang von
nach
ergibt sich:
Die zugehörige Wellenlänge beträgt:
Die Wellenlänge entspricht rotem Licht.
Für das Molekül gilt
und damit
Für den Übergang von
nach
ergibt sich:
Die zugehörige Wellenlänge beträgt:
Die Wellenlänge entspricht blauem Licht.
Für das Molekül gilt
und damit
Bei Übergängen zwischen benachbarten Niveaus liefert der Übergang von nach
die passende Energie:
Damit folgt für die Wellenlänge:
Die Wellenlänge entspricht grünem Licht. Der Übergang liefert somit die gewünschte Farbe.
Bei der Anwendung des eindimensionalen Potenzialtopfmodells auf ein Acen-Molekül werden beispielsweise folgende Annahmen getroffen:
-
Die Acen-Moleküle bilden eine lineare Kette. Die Länge dieser Kette kann als Länge des Potenzialtopfes angenommen werden.
-
Die Ausdehnung der Moleküle in den beiden anderen Raumrichtungen ist vernachlässigbar klein.
-
Das Elektron muss entlang des Moleküls über die Länge des Potenzialtopfes frei bewegbar sein.
-
Wechselwirkungen des Elektrons z.B. mit anderen Elektronen sind ausgeschlossen.
-
Das Elektron kann sich nicht vom Molekül trennen.
Ionisierung bedeutet, dass ein Elektron das Acen-Molekül nach einer Anregung mit ausreichend hoher Energie verlässt.
Im Modell des Potenzialtopfes mit unendlich hohen Wänden wäre dafür eine unendlich hohe Energie erforderlich. Das Elektron könnte den Potenzialtopf folglich nicht verlassen.
Da eine unendlich hohe Energie physikalisch nicht möglich ist, kann dieses Modell die Ionisierung nicht erklären.
Das Integral
beschreibt die Wahrscheinlichkeit, das Elektron bei einer Ortsmessung rechts außerhalb des Potenzialtopfes im Bereich vorzufinden.
Bei einem Potenzialtopf mit endlich hohen Wänden ist diese Wahrscheinlichkeit größer als null. Ein ursprünglich im Molekül gebundenes Elektron kann daher auch außerhalb des Moleküls nachgewiesen werden.
Für die Ionisierung eines Gasatoms ist nach Material 3 eine Energie von etwa erforderlich. Ein Elektron stößt je nach Gerät mit etwa
bis
Gasatomen zusammen.
Damit muss das Elektron mindestens folgende Energie besitzen:
Durch eine Beschleunigungsspannung erhält das Elektron die Energie
Daraus folgt:
Für die Anregung der Gasatome ist somit eine Spannung von einigen Hundert Volt bis etwa plausibel.
-
LED-Bildschirme sind nachhaltiger, weil sie eine geringere Eingangsleistung aufweisen.
Diese Schlussfolgerung ist unvollständig. Für die Nachhaltigkeit spielen neben der Eingangsleistung weitere Aspekte eine Rolle.
-
LED-Bildschirme sind geeigneter, wenn es auf eine hohe Auflösung ankommt.
Diese Schlussfolgerung ist zutreffend. Material 3 nennt für LED-Bildschirme eine horizontale Auflösung von
Pixeln, für Plasma-Bildschirme dagegen
Pixel.
-
Plasma-Bildschirme sind besser geeignet, wenn es auf schnelle Bewegungen ankommt.
Diese Aussage könnte zutreffen, da Plasma-Bildschirme mit
eine höhere Bildwiederholrate als LED-Bildschirme mit
besitzen. Ob dieser Unterschied wahrnehmbar ist, geht aus den Materialien jedoch nicht hervor.


