Wahlaufgabe 1 –Trainingsgrundlagen im Handball
Handballtraining ist ein planmäßiger Prozess, bei dem verschiedene Bereiche verbessert werden sollen. Nenne vier Bereiche und erläutere ihre Bedeutung beim Handball.
Beschreibe den Begriff Belastung und Beanspruchung im Sport.
Reflektiere ein Beispiel aus dem Handball, bei dem der Unterschied
der beiden Begriffe deutlich wird.
Eine Handballspielerin / ein Handballspieler muss Entscheidungen in sehr kurzer
Zeit treffen.
Beschreibe zwei Übungen, diese Entscheidungsfähigkeit zu trainieren.
Du kannst dies mit oder ohne Abwehrspielerin/Abwehrspieler planen.
Im Mannschaftssport wird immer wieder vom Teamgeist oder Teamspirit gesprochen.
Wie zeigt sich ein guter Teamgeist? Nenne drei Faktoren und beschreibe
dazu je ein Beispiel.
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Konditionstraining (Physische Fähigkeiten): Umfasst die gezielte Entwicklung von Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit.
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Bedeutung im Handball: Ein Spieler benötigt beispielsweise Beinkraft (Schnellkraft) für den Sprungwurf, Antrittsschnelligkeit für den Tempogegenstoß und die nötige Ausdauer, um das hohe Spieltempo über die vollen 60 Minuten aufrechtzuerhalten.
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Techniktraining (Koordinative Fähigkeiten & Fertigkeiten): Beinhaltet das Erlernen, Festigen und Automatisieren von handballspezifischen Bewegungsabläufen.
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Bedeutung im Handball: Das fehlerfreie Passen und Fangen in der vollen Vorwärtsbewegung sowie das Beherrschen verschiedener Wurfvarianten (z. B. Schlagwurf, Unterarmwurf oder Dreher) unter massivem Zeit- und Gegnerdruck.
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Taktiktraining: Das Erlernen und Einüben von planmäßigen Verhaltensweisen für bestimmte Spielsituationen im Angriffs- und Abwehrspiel (individuell, in Kleingruppen oder mit der gesamten Mannschaft).
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Bedeutung im Handball: Das abgestimmte Auslösen von Spielzügen (z. B. Kreuzen, Sperre-Absetzen am Kreis) oder das synchrone Verschieben der Spieler in einer defensiven 6:0-Abwehrformation.
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Psychologisches / Kognitives Training: Die Schulung der mentalen Leistungsfähigkeit, der Konzentration, der Willenskraft sowie der schnellen visuellen Wahrnehmung und Entscheidungsfähigkeit.
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Bedeutung im Handball: In den Schlussminuten eines engen Spiels (Crunchtime) trotz Erschöpfung und lautstarker Hallenatmosphäre den Fokus zu behalten, um einen Siebenmeter nervenstark zu verwandeln.
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(Vier Bereiche korrekt genannt und deren Bedeutung im Handball sinnvoll erläutert. Je Kombination 2 BE)
Belastung und Beanspruchung im Sport
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Belastung (sportliche Belastung): Darunter versteht man die Gesamtheit aller messbaren, objektiven Anforderungen (äußere Reize), die auf den Körper des Sportlers einwirken. Sie wird primär über Belastungsmerkmale wie Intensität, Dauer, Umfang und Dichte gesteuert.
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Beispiel aus dem Handballtraining: Die exakte Vorgabe des Trainers, 10 Sprints über die gesamte Hallenlänge (ca. 40 Meter) mit jeweils genau 30 Sekunden Pause dazwischen zu absolvieren.
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Beanspruchung (sportliche Beanspruchung): Beschreibt die individuelle, subjektive Reaktion des körpereigenen Organismus auf die einwirkende Belastung. Wie stark der Körper beansprucht wird, hängt stark vom aktuellen Trainingszustand, dem Alter, der Genetik und der Tagesform des Sportlers ab.
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Beispiel aus dem Handballtraining: Bei einem topfitten Stammspieler steigt der Puls während der vorgegebenen Sprints auf 150 Schläge pro Minute (moderate Beanspruchung). Ein Mitspieler, der gerade aus einer mehrwöchigen Verletzungspause kommt, erreicht bei exakt derselben Sprintbelastung einen Puls von 185 Schlägen pro Minute und übersäuert stark (hohe Beanspruchung).
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(Definition Belastung 2 BE + Beispiel 1 BE; Definition Beanspruchung 2 BE + Beispiel 1 BE)
Übungen zur Schulung der Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck
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Übung 1: Überzahlsituation im Fluss (Mit Abwehrspieler/Abwehrspielerin)
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Aufbau/Beschreibung: Zwei Angreifer laufen im hohen Tempo auf einen positionierten Abwehrspieler zu. Der Trainer passt den Ball zu einem der beiden Angreifer. Erst in dem Moment, in dem der Pass fliegt, darf der Abwehrspieler agieren: Er muss sich blitzschnell entscheiden, ob er den ballführenden Angreifer offensiv attackiert oder defensiv absinkt, um den Passweg zum zweiten Angreifer zuzustellen.
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Bezug zur Entscheidungsfähigkeit: Der ballführende Spieler kann die Aktion nicht im Vorfeld planen. Er wird gezwungen, die Bewegung des Abwehrspielers in Bruchteilen einer Sekunde zu antizipieren und die richtige Entscheidung zu treffen: Tritt der Abwehrspieler heraus, folgt der Pass zum freien Mitspieler; sinkt der Abwehrspieler ab, bricht der Ballführende selbst im Eins-gegen-Eins durch.
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Übung 2: Visuelle Signal-Wurfschulung (Ohne Abwehrspieler/Abwehrspielerin)
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Aufbau/Beschreibung: Eine Spielerin läuft mit hohem Tempo auf die Neunmeterlinie zu, erhält einen Pass aus dem Rückraum und setzt direkt zum Sprungwurf an. Hinter oder im Tor steht ein Signalgeber (Trainer oder Mitspieler), der erst im Moment des Absprungs eine optische Vorgabe macht – entweder durch das Hochhalten einer Farbkarte (z. B. Grün = Wurf oben rechts, Rot = Wurf unten links) oder durch das schnelle Anzeigen einer Torecke mit dem Arm.
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Bezug zur Entscheidungsfähigkeit: Die Spielerin muss während der kurzen Flugphase (unter extremem Zeitdruck) einen externen visuellen Reiz wahrnehmen, diesen kognitiv verarbeiten, die motorische Entscheidung für die richtige Wurfecke treffen und den Ball präzise dort platzieren.
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(Es werden zwei sinnvolle und praxisnahe Übungsbeschreibungen erwartet, die den Aspekt des Zeitdrucks und der kognitiven Auswahl adäquat abbilden; andere sportwissenschaftlich plausible Übungsformen sind voll zulässig. Je Übung 2 BE)
Faktoren eines guten Teamgeists im Mannschaftssport
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Faktor 1: Gegenseitige Unterstützung und positive Fehlerkultur
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Beschreibung: Ein guter Teamgeist zeichnet sich dadurch aus, dass Fehler einzelner Spieler nicht kritisiert oder bestraft werden, sondern die Mannschaft diese gemeinsam auffängt und sich gegenseitig motiviert.
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Beispiel aus dem Handball: Ein Rückraumspieler leistet sich im Angriff einen technischen Fehler (Fehlpass), der zu einem Tempogegenstoß des Gegners führt. Statt zu meckern, sprinten alle Mitspieler maximal zurück, um den Fehler auszubügeln. Nach der Aktion wird der Spieler mit einem Abklatschen und aufmunternden Worten („Kopf hoch, weiter geht's!“) wieder aufgebaut.
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Faktor 2: Zurückstellen von Egoismen / Gemeinsame Zielorientierung
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Beschreibung: Der Erfolg der Mannschaft steht über den persönlichen Statistiken oder dem Ego des einzelnen Spielers. Jedes Teammitglied akzeptiert seine Rolle – auch auf der Bank – und bringt sich voll für das gemeinsame Ziel ein.
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Beispiel aus dem Handball: Der Top-Torschütze der Mannschaft läuft frei auf das Tor zu, sieht aber im Augenwinkel, dass der Außenspieler in einer noch besseren Wurfposition steht. Er spielt den Ball uneigennützig ab, statt selbst zu werfen, um den sicheren Torerfolg für das Team zu garantieren. Ebenso feuern die Auswechselspieler die Mannschaft von der Bank aus lautstark an.
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Faktor 3: Konstruktive und respektvolle Kommunikation
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Beschreibung: Sowohl in erfolgreichen als auch in schwierigen Phasen (z. B. bei einem hohen Rückstand) bleibt der Ton untereinander sachlich, lösungsorientiert und motivierend, ohne dass Schuldzuweisungen stattfinden.
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Beispiel aus dem Handball: Während einer Auszeit (Team-Timeout) bei einem Fünf-Tore-Rückstand wird nicht gestritten, wer in der Abwehr geschlafen hat. Stattdessen sprechen die Spielerinnen/Spieler ruhig und konkret ab, wie sie das gegnerische Kreisläuferspiel beim nächsten Angriff unterbinden wollen.
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(Es werden drei sinnvolle Faktoren genannt und jeweils mit einem passenden, praxisnahen Beispiel untermauert; andere sportpsychologisch plausible Faktoren und Beispiele sind voll zulässig. Je Kombination 2 BE)