Vorschlag D
Erörterung literarischer Texte
Thema
Jenny Erpenbeck: Heimsuchung (2008)
Aufgabenstellung
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Erörtere, ob bzw. inwiefern der zentrale Handlungsort im Roman Heimsuchung von Jenny Erpenbeck als idyllischer Ort dargestellt wird.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Einleitung / Strittige Frage
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Die strittige Frage bezieht sich darauf, ob der zentrale Handlungsort in Jenny Erpenbecks Roman Heimsuchung als idyllischer Ort verstanden werden kann. Dabei ist der Handlungsort als Grundstück am See zu bestimmen, zu dem die dort kultivierte Natur sowie die errichteten Häuser und Bauten gehören.
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Der Ort erscheint zunächst als friedlich, harmonisch und naturverbunden, weil Haus, Garten, See und Landschaft eine Atmosphäre von Rückzug, Schönheit und Geborgenheit erzeugen. Zugleich stellt sich jedoch die Frage, ob diese Idylle tatsächlich dauerhaft Bestand hat oder ob sie durch Gewalt, Eigentumskonflikte, historische Katastrophen und persönliche Leiderfahrungen immer wieder gebrochen wird.
Eher zustimmende Erörterung
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Für die Deutung des Handlungsortes als idyllisch spricht zunächst das Arrangement eines Hauses mit Garten am See als gezielt eingerichteter Wohlfühl- und Rückzugsort. Der See erscheint als Erholungs- und Ruheraum, der sommerliches Leben in der gestalteten Natur ermöglicht (vgl. S. 40, 68 f.). Dazu passt die Anlage mit gepflegtem Kultur-Garten, Badehaus, Bienenhaus und Wohngebäude. Der Ort ist also nicht einfach eine zufällige Landschaft, sondern ein bewusst gestalteter Lebensraum, der Ruhe, Naturverbundenheit und Privatheit miteinander verbindet.
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Auch die Planung des Hauses unterstützt diesen Eindruck. Das Haus wird individuell auf die Bewohner zugeschnitten und als Heimat- und Wohlfühlort entworfen: „Ein Haus die dritte Haut, nach der Haut aus Fleisch und der Kleidung. Heimstatt. Ein Haus maßschneidern nach den Bedürfnissen seines Herrn“ (S. 38). Das Haus erscheint damit nicht nur als Gebäude, sondern als Erweiterung des Menschen und als schützender Lebensraum. Hinzu kommt die liebevolle, teils magisch anmutende individuelle Gestaltung des Hauses. So heißt es, „ins Ende des Handlaufs hat er selbst Trauben und Weinblätter geschnitzt“ (S. 36), außerdem lassen sich „die Fensterläden im Erdgeschoß [...] mit einer im Innern des Hauses verborgenen Kurbel öffnen und schließen“ (S. 67). Die Formulierung „Wie ein ihr zu Diensten stehender Dämon zauberte er ihr das Haus“ (S. 67) verstärkt den Eindruck eines besonderen, beinahe märchenhaften Ortes.
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Die harmonische Einbindung des Hauses in die Natur ist ebenfalls ein zentrales Argument für die idyllische Wirkung. Das Haus „sollte aussehen, als sei es hier gewachsen, wie etwas Lebendiges“ (S. 42). Dadurch wird es nicht als Fremdkörper in der Landschaft dargestellt, sondern als Teil der Natur. Das Anwesen erscheint außerdem als ein Ort, der positive Erinnerungen prägt und weckt, also als Sehnsuchtsort. Es ist ein Raum kindlicher oder familiärer Unbeschwertheit, Erfahrungen und Spiele (vgl. S. 65, 120 f., 154 f.).
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Besonders deutlich wird die anheimelnde Wirkung des Ortes durch Gegenstände, die als sinnliche Manifestationen positiver Erinnerung erscheinen. Dazu gehören der geschmiedete Vogel am Balkongitter (vgl. S. 67), die farbigen Scheiben der Fenster (vgl. S. 42, 67), die alte Gutshaustür mit Paradiesbild (vgl. S. 37) sowie der von mehreren Figuren über lange Zeit hinweg beschriebene Geruch nach Pfefferminz und Kampfer im Kleiderschrank (vgl. S. 36, 96, 177). Diese Dinge bewahren Erinnerung und erzeugen eine Verbindung zwischen Ort, Vergangenheit und Geborgenheit.
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Der Ort kann zudem als Trost in der Not erscheinen. Für Doris wird er im Versteck vor der Deportation bedeutsam (vgl. S. 79–81) und auch angesichts des Todes (vgl. S. 90 f.). Ebenso fungiert das Grundstück als Zufluchtsort von Menschen bei kriegerischem Eindringen (vgl. S. 73 f.) und als verlässliches Versteck von Wertgegenständen, zum Beispiel dem Meißner Porzellan, den Zinnkrügen und dem Silberbesteck (vgl. S. 35). Dadurch erhält der Ort eine Schutzfunktion, auch wenn diese Schutzfunktion später relativiert wird.
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Ein weiteres zustimmendes Argument liegt in der Figur des Gärtners. Seine Lebensweise ist durch ein harmonisches und nicht entfremdetes Verhältnis zur Natur gekennzeichnet. Er lebt als Einsiedler mit naturverbundenem, einfachem und genügsamem Leben: „weil der Gärtner, der sich hervorragend auf die Imkerei versteht, von da an ohnehin alle Zeit, die er nicht bei der Gartenarbeit zubringt, den Bienen widmet, stellt er sich bald ein behelfsmäßiges Bett im Schleuderraum auf und siedelt schließlich mit Erlaubnis des Hausherrn ganz über“ (S. 77). Die genaue Schilderung seiner Tätigkeit zeigt eine verlässliche, dem landwirtschaftlichen Handwerk verhaftete und im Einklang mit Natur und Jahreszeiten stehende Lebensweise: „Im Herbst harkt er das Laub zusammen, verbrennt es, bedeckt das Rosenbeet und das Blumenbeet vor dem Haus mit Zweigen von Fichte, um die Pflanzen vor Frost zu schützen“ (S. 108). Durch seine Namenlosigkeit und rätselhafte Herkunft wird er zugleich zu einer mythischen Figur und zu einem Symbol für ein scheinbar durch Jahrhunderte hindurch konstantes, weitgehend unbehelligtes und ursprüngliches Landleben (vgl. S. 13).
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Auch die Naturbeschreibung unterstützt den Eindruck eines idyllischen Ortes. Der Fokus liegt häufig auf der Beschreibung einer harmonischen, teils ursprünglich-natürlichen, teils sorgsam kultivierten Naturszenerie. Dies zeigt sich in der reichen Pflanzenauswahl, zum Beispiel Rhododendren, Flieder, Rosen, Walnuss und Blaufichte (vgl. S. 29 f.), sowie in der wiederkehrenden Beschreibung der Erde (vgl. S. 31 f., 62 f.) und des Wassers (vgl. S. 53, 81). Der Ort wird dadurch als lebendige, sinnlich erfahrbare Landschaft gestaltet.
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Die idyllische Wirkung entsteht außerdem durch idealisierende Beschreibungen des Handlungsortes. Dazu gehört die Symbolik des Inneren als Allerheiligstes im Gegensatz zum profanen oder bedrohlichen Außen: „Von außen erscheint das farbige Glas in den Wohnzimmerfenstern, an denen er jetzt vorbeigeht, stumpf und verweigert den Einblick, lebendig wird das Licht erst, wenn man hinter dem Glas sitzt, erst dann wird es eigentlich sichtbar als Licht, dann nämlich, wenn es benutzt wird“ (S. 42). Das Innere des Hauses erscheint damit als geschützter, besonderer Raum.
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Auch die Personifizierung des Hauses trägt zur Idylle bei. Die Formulierung „Sie sollen ihm keinen Knochen zerbrechen“ (S. 37) behandelt das Haus wie ein menschliches Lebewesen. Ebenso wird das Haus durch rituelle Handlungen wie ein belebter Ort behandelt: „Niemals ist der Hausfrieden größer gewesen als an dem Tag, an dem sie ein letztes Mal abstaubt, fegt, wischt und bohnert“ (S. 184). Hinzu kommen verklärende Beschreibungen der Natur (vgl. S. 40) und eine biblische Anspielung durch den Verweis auf den Garten Eden (vgl. S. 37). Dadurch wird der Ort in die Nähe eines paradiesischen Raumes gerückt.
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Schließlich wird der durch Kultivierung und Verfall gekennzeichnete Handlungsort in den natürlichen Lebensrhythmus des Entstehens und Vergehens eingebunden, der sich besonders im Prolog und Epilog widerspiegelt (vgl. S. 9–11, 186–188). Auch dies kann idyllisch wirken, weil der Ort nicht nur als Besitz einzelner Menschen erscheint, sondern als Teil eines größeren natürlichen Kreislaufs. Die erzählerische Gestaltung von Gewalt und Tod bildet dabei eine Folie, vor der die Idylle des Handlungsortes überhaupt erst sichtbar wird: „während die Dunkelheit so groß ist, daß das Mädchen nicht einmal erkennen kann, wo sie aufhört, erscheinen in seinem Kopf Erinnerungen an Tage, an denen das ganze Blickfeld mit Farben ausgefüllt war bis an die Ränder“ (S. 81). Gerade im Kontrast zur Dunkelheit und Bedrohung erscheinen die Erinnerungen an Farbe, Natur und Licht als idyllisch.
Eher kritisch ablehnende oder relativierende Erörterung
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Gegen eine uneingeschränkt idyllische Deutung spricht jedoch die mythisch-dunkle und verhängnisvolle Vorgeschichte des Grundstücks. Bereits die ursprüngliche Besitzerin Klara ist von psychischer Störung und Wahn, Entmündigung und Beraubung betroffen, was schließlich in ihren Suizid mündet (vgl. S. 19–26). Diese Vorgeschichte wirkt wie eine Vorausdeutung späterer Leiderfahrungen und Illusionen. Der Ort ist also nicht von Beginn an nur friedlich und harmonisch, sondern von Verlust, Gewalt und Verhängnis geprägt.
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Auch die Kultivierung des Grundstücks kann kritisch gesehen werden, weil sie als zivilisatorischer Eingriff erscheint, der die Ursprünglichkeit und Funktionsweise der Natur stört. Dazu zählen die Erschließung und Bebauung der Grundstücke (vgl. S. 30 f.), das Anlegen des Gartens (vgl. S. 31), spätere Umgestaltungen (vgl. S. 155), das Ausbleiben von Ertrag und der Verlust der Bienen (vgl. S. 126) sowie Ernteausfall (vgl. S. 124). Die scheinbare Idylle beruht also auch auf Eingriff, Gestaltung und Besitznahme.
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Der Frieden und die Ruhe des Ortes werden außerdem durch einen schuld- und konfliktbehafteten Umgang mit Eigentum untergraben. Besonders deutlich wird dies im antisemitischen Unrecht und in der Selbstsucht bei der Übernahme und beim Kauf des benachbarten Teilgrundstücks durch den Architekten: „verkaufen sie Ludwigs Grundstück [...] für die Hälfte des Verkehrswertes an den benachbarten Architekten. Der Architekt zahlt um des Vorteils willen, den er aus dem Handel hat, ans Finanzamt eine Entjudungsgewinnabgabe in Höhe von 6%“ (S. 60). Auch spätere Eigentumsstreitigkeiten und die erkennbare Durchsetzung gesellschaftspolitischer und wirtschaftlicher Interessen widersprechen der Vorstellung eines harmonischen Ortes: „Klagend: Herausgabe und Räumung des Grundstücks, des Hauses, gegen geleistete Ausgleichszahlung. Widerklagend. Ob Erwerb redlich, ob dingliches Nutzungsrecht gegeben, dabei nicht streiterheblich. Neun acht fünf BGB Anspruchsgrundlage der Kläger“ (S. 172).
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Hinzu kommen Störungen und Bedrohungen der Integrität des Ortes und seiner Bewohner durch das Einbrechen der historischen und machtpolitisch geprägten Außenwelt. Dazu gehören Enteignung, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bewohner sowie die Vernichtung ihres Eigentums während des Nationalsozialismus (vgl. S. 60 f., 90–92). Ebenso wird das Haus am Ende des Zweiten Weltkriegs gewaltvoll durch Rotarmisten besetzt (vgl. S. 73 f., 94 f.). Auch Repressionen und Vertreibung unter dem DDR-Regime brechen in den Ort ein (vgl. S. 41). Der Handlungsort ist also keineswegs dauerhaft geschützt, sondern wird immer wieder von politischen Gewalten erfasst.
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Die Brüchigkeit und Unzuverlässigkeit des Rückzugs- und Schutzraums zeigt sich außerdem an zwischenmenschlichen Konflikten, Gewalt und Traumata, insbesondere an Vergewaltigung (vgl. S. 99–101, 164 f.). Damit wird der Ort als vermeintlicher Schutzraum radikal infrage gestellt. Was äußerlich wie ein idyllischer Rückzugsort erscheint, kann Leid, Gewalt und Traumatisierung nicht verhindern.
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Zudem wird der nur scheinbar paradiesische Ort durch ambivalente und relativierende Wahrnehmungen einzelner Figuren demaskiert. Für manche Figuren beschränkt der Ort Erfahrungen und Lebensziele, wenn er als „angemessenes Gehege“ (S. 68) erscheint. Für die Frau des Architekten führt er zu einem monotonen, langweiligen Leben: „Alles wie eins“ (S. 70). Für den Architekten wird das Festhalten am Grundstück sogar zum Verhängnis: „Wären die Scholle, das Haus und der See nicht seine Heimat, hätte es ihn niemals in der Ostzone gehalten. Jetzt wurde ihm die Heimat zur Falle“ (S. 41). Die Besucherin empfindet Fremdheit: „Es ist nicht leicht, zu Besuch zu sein“ (S. 134). Auch der Sohn der Schriftstellerin begegnet dem naturnahen Anwesen mit Gleichgültigkeit und Ablehnung, weil seine Beziehung zu den Eltern getrübt ist: „Niemals hatte ihrem Vater viel an der Natur gelegen, dieses Wort ,Natur‘ hatte er schon früher nur mit Verachtung ausgesprochen“ (S. 174).
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Die Destruktion einer ursprünglich durch Menschen erschaffenen Idylle zeigt sich besonders darin, dass die Symbolik des Inneren als nur scheinbarer Rückzugsort entlarvt wird. So heißt es: „sie selbst hatte sich mit den letzten Vorräten und etwas Wasser im begehbaren Schrank hinter der doppelten Tür eingerichtet. Und dann war der Russe gekommen“ (S. 73). Auch die vermeintlich paradiesische Dimension wird gebrochen, wenn die Figur „die Kammertür, die, wie sie als Kind immer geglaubt hat, in Wahrheit zum Garten Eden führt“, schließt (S. 185). Der Rückzugsraum schützt also nicht zuverlässig vor Gewalt und Verlust.
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Auch das Verschwinden des Gärtners relativiert die Idylle. Sein Rückzug und Verschwinden (vgl. S. 170 f.) zeigen, dass selbst die Figur, die lange für Naturverbundenheit, Beständigkeit und ursprüngliches Landleben stand, nicht dauerhaft bestehen bleibt. Hinzu kommen Verfall und Abriss des Hauses (vgl. S. 176 f., 186–188). Damit wird die von Menschen erschaffene Idylle letztlich zerstört.
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Die teilweise verklärende Darstellung wird außerdem durch nüchternes Berichten gesellschaftspolitischer Verwerfungen oder durch Bruchstücke behördlicher Dokumentationen gebrochen. Dies zeigt sich besonders in den Kapiteln „Der Tuchfabrikant“ (vgl. S. 48–61) und „Die unberechtigte Eigenbesitzerin“ (vgl. S. 172 f.). Die bürokratische Sprache und die sachliche Darstellung von Unrecht, Besitzfragen und Machtverhältnissen stehen im deutlichen Gegensatz zur poetischen oder idyllisierenden Beschreibung von Haus, Garten und Natur.
Fazit
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Insgesamt lässt sich die strittige Frage nur relativierend beantworten. Der Handlungsort in Heimsuchung besitzt zweifellos idyllische Züge: Haus, Garten, See, kultivierte Natur, positive Erinnerungen, sinnliche Gegenstände und die Figur des Gärtners erzeugen den Eindruck eines friedlichen, harmonischen und naturverbundenen Rückzugsortes.
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Zugleich wird diese Idylle aber immer wieder gebrochen. Die dunkle Vorgeschichte des Grundstücks, Eigentumskonflikte, antisemitisches Unrecht, Krieg, Vertreibung, politische Repression, Gewalt, Vergewaltigung, Verfall und Abriss zeigen, dass der Ort kein dauerhaft geschütztes Paradies ist. Gerade diese Spannung macht den Handlungsort aus: Er erscheint als Sehnsuchtsort, aber auch als Ort der Heimsuchung, an dem sich private, politische und historische Gewalt einschreibt.