Aufgabe C — Blitzdetektor
Blitze sind gefährliche Naturereignisse. Um Blitze zu detektieren, können Blitzdetektoren verwendet werden. Manche besitzen als zentrales Bauelement einen elektromagnetischen Schwingkreis.
Da die Energie des Blitzes einen Schwingkreis anregen kann, werden zunächst die Energieumwandlungen in einem idealisierten ungedämpften Schwingkreis betrachtet (siehe Material 1).
Beschreibe die während der ersten Viertel-Periodendauer stattfindenden Energieumwandlungen.
Skizziere in Material 1 Abbildung 1 zu den dargestellten Zeitpunkten passende Feldlinien sowohl für die elektrischen als auch für die magnetischen Felder.
Begründe jeweils die Orientierung der von dir eingezeichneten Feldlinien.
Erläutere qualitativ die Veränderung der maximalen Stromstärke im Schwingkreis, falls die anfängliche Aufladung zum Zeitpunkt des Kondensators gleich zu der in Material 1 Abbildung 1 ist, sich jedoch ein Eisenkern in der Spule befindet.
In einem Forum, in dem Blitzdetektoren diskutiert werden, findet sich das in Material 2 dargestellte Diagramm.
Bestimme anhand der Abbildung 2 möglichst genau die Periodendauer der gedämpften Schwingung im Schwingkreis.
[Kontrollwert: ]
Zeige, dass die theoretisch zu erwartende Periodendauer eines ungedämpften Schwingkreises mit den Daten von Material 2 kaum vom Ergebnis in Teilaufgabe a abweicht.
Begründe mit den Beziehungen aus Material 3, ob der Wert aus Teilaufgabe b größer oder kleiner als der Wert von Teilaufgabe a ist.
Erkläre, dass mit dieser Veränderung der Periodendauer der Widerstand dieses Schwingkreises nur sehr ungenau bestimmbar wäre.
Erläutere einem Schüler, der am Tag der Mitschrift (Material 4) krank war, die Schritte (i) und (ii) unter Verwendung von Material 3.
Bestimme auf diesem Weg den Widerstand des Schwingkreises.
Anna unterbreitet in Material 5 einen Vorschlag zur Entfernungsbestimmung von Blitzen und einen Vorschlag zu einer Sicherheitsmaßnahme.
Beurteile die Vorschläge von Anna hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Entfernungsbestimmung und der getroffenen Sicherheitsmaßnahme.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Der elektromagnetische Schwingkreis
Anregung eines Schwingkreises durch einen Blitz
Bei jedem Blitz wird elektromagnetische Strahlung emittiert.
Zur Detektion dieser elektromagnetischen Strahlung kann man einen Schwingkreis verwenden, dessen Kondensator als Folge der elektromagnetischen Strahlung geladen wird.
Modell des ungedämpften elektromagnetischen Schwingkreises
In einem ungedämpften elektromagnetischen Schwingkreis können sowohl der Ohm’sche Widerstand als auch die Abstrahlung von Energie vernachlässigt werden.
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Abbildung 1: ungedämpfter Schwingkreis zu drei Zeitpunkten
Material 2: Messdaten eines Blitzdetektors
Ein einfacher Blitzdetektor besteht nur aus einem Schwingkreis. Dieser wird durch die Energie eines Blitzes zu einer Schwingung angeregt. Abbildung 2 zeigt den zeitlichen Verlauf der Spannung am Kondensator dieses Schwingkreises.
Daten des Schwingkreises:

Abbildung 2: Spannung am Kondensator des Schwingkreises in Abhängigkeit von der Zeit
Material 3: Formeln für den gedämpften harmonischen Schwingkreis
Kreisfrequenz der gedämpften Schwingung:
mit
Für die Dämpfungskonstante gilt:
Material 4: Mitschrift aus dem Unterricht
Auswertung von Abbildung 2 (Material 2):
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(i) |
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(ii) |
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Material 5: Vorschlag von Anna zur Entfernungsbestimmung von Blitzen
Ein Blitzdetektor wie in Material 2, wird um eine Elektronik erweitert. Diese zählt die Schwingungen bis zur dauerhaften Unterschreitung eines fest vorgegeben Schwellenwertes der Spannung am Kondensator. Diese Anzahl wird von der Elektronik angegeben.
Anna formuliert folgende Vorschläge:
Befindet sich der Blitzdetektor nahe des Hauses, so liefert der Zählwert die Entfernung des Blitzes zum Haus.
Wird ein gewisser Zählwert überschritten, so werden automatisiert zum Schutz des Hauses vor Unwetter alle Fenster geschlossen.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Zu Beginn des Schwingungsvorgangs, zum Zeitpunkt ist der Kondensator vollständig aufgeladen und die gesamte Energie ist im elektrischen Feld des Kondensators gespeichert. Sobald der Kondensator über die Spule entladen wird, entsteht durch den Stromfluss in der Spule ein Magnetfeld, was bedeutet, dass ein Teil der zuvor elektrischen Energie in magnetische Energie umgewandelt wird. Die Lenz'sche Regel verhindert dabei den sofortigen Anstieg des Stroms durch die Spule, indem eine Gegenspannung induziert wird, die den Anstieg der Stromstärke hemmt.
Zum Zeitpunkt (mit
als der Periodendauer der Schwingung) ist der Kondensator vollständig entladen und die maximale Stromstärke
fließt durch die Spule. In dieser Phase ist die gesamte Energie im magnetischen Feld der Spule gespeichert.
Skizzieren der Feldlinien
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Magnetisches Feld der Spule |
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Elektrisches Feld des Kondensators |
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Begründung der Feldlinienorientierung
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Magnetisches Feld (mittleres Bild): Die Orientierung der magnetischen Feldlinien innerhalb der Spule ergibt sich aus der Anwendung der Linke-Faust-Regel.
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Elektrisches Feld (rechtes Bild): Die elektrischen Feldlinien zwischen den Kondensatorplatten sind von unten nach oben gerichtet. Diese Ausrichtung resultiert daraus, dass die untere Platte des Kondensators zu diesem Zeitpunkt positiv und die obere Platte negativ geladen ist.
In einem ungedämpften Schwingkreis bleibt die Gesamtenergie des Schwingkreises erhalten. Daher kann die maximale elektrische Energie mit der maximalen magnetischen Energie gleichgesetzt werden:
Diese Gleichung kann nun nach der maximalen Stromstärke umgestellt werden:
Das Einbringen eines Eisenkerns in das Innere der Spule führt zu einer deutlichen Vergrößerung ihrer Induktivität Da sowohl die anfängliche maximale Ladespannung
als auch die Kapazität
des Kondensators konstant bleiben, führt das dazu, dass sich die maximale Stromstärke
im Schwingkreis verkleinert.
Aus der Abbildung 2 lässt sich ablesen, dass die Spannung am Kondensator in einem Zeitintervall von insgesamt
-mal ihren positiven Maximalwert erreicht. Daraus berechnet sich die Periodendauer
des Schwingkreises wie folgt:
Für den idealen ungedämpften Schwingkreis gilt die Thomson'sche Schwingungsgleichung:
Das Einsetzen der gegebenen Werte liefert:
Der theoretisch berechnete Wert für den ungedämpften Schwingkreis stimmt im Rahmen der Ablesegenauigkeit exakt mit dem experimentell bestimmten Wert der gedämpften Schwingung aus Teilaufgabe 2a überein.
Vergleich der Periodendauern:
Gemäß Material 3 berechnet sich die Kreisfrequenz der gedämpften Schwingung über den Zusammenhang Da der Term unter der Wurzel auf Grund der Dämpfungskonstante
verkleinert wird, folgt
Weil die Periodendauer umgekehrt proportional zur Kreisfrequenz ist (), gilt
Die Periodendauer des gedämpften Schwingkreises ist somit größer als die des ungedämpften Schwingkreises.
Begründung zur ungenauen Bestimmung des Widerstands:
Um den genauen Widerstandswert aus dieser Periodenveränderung zu berechnen, müsste die Gleichung für die Kreisfrequenz nach der Dämpfungskonstante
umgestellt werden:
Dann könnte mit der Gleichung der Widerstand berechnet werden.
Da sich die gemessene Kreisfrequenz jedoch nur minimal von
unterscheidet (wie in 2a und 2b gezeigt), wäre eine sehr hohe Messgenauigkeit erforderlich, um die Dämpfungskonstante
zu berechnen. Diese erforderliche Präzision ist bei der Auswertung des Diagramms nicht gegeben. Die berechnete Differenz
und damit die Dämpfungskonstante
würden einen sehr fehlerbehafteten Wert liefern, was zwangsläufig zu einer sehr ungenauen Bestimmung des Widerstands
führen würde.
Erläuterung der Auswertungsschritte:
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Schritt (i): In der Abbildung 2 lässt sich die anfängliche Maximalspannung
ablesen. Nach einer Zeit von
sinkt der Wert der einhüllenden Kurve auf
ab, was exakt einem Drittel der Maximalspannung entspricht (
).
Zu den Zeitpunkten der Spannungsmaxima gilt zudem
Das kann in die gegebene Spannungsgleichung aus Material 3 eingesetzt werden:
-
Schritt (ii): Durch Umstellen ergibt sich:
Bestimmung des Widerstands:
Aus der Formel für die Dämpfungskonstante lässt sich der Widerstand
durch Umstellen direkt berechnen:
Der Widerstand des Schwingkreises beträgt somit gerundet
Beurteilung der Zuverlässigkeit der Entfernungsbestimmung
Der Zählwert der elektrischen Schwingungen bis zum Unterschreiten der vorgegebenen Schwellenspannung liefert keinen verlässlichen Wert für die tatsächliche Entfernung eines Blitzes.
Ein weit entfernter, aber sehr starker Blitz kann dem System mehr Energie zuführen als ein naher, aber schwacher Blitz. Folglich würde der ferne Blitz unter Umständen einen höheren Zählwert erzeugen, während der nahe, schwache Blitz fälschlicherweise als weit entfernt interpretiert werden würde.
Eine zuverlässige Aussage über die Entfernung ist mit dem Schwingkreis daher prinzipiell nicht möglich.
Beurteilung der vorgeschlagenen Sicherheitsmaßnahme
Es wäre ein Fehler, sich beim automatischen Schließen der Fenster auf diese ungenaue Entfernungsbestimmung zu verlassen.
Zudem liefert die vorgestellte Methode ausschließlich Werte als direkte Folge eines bereits aufgetretenen Blitzes. Da Unwetter jedoch auch schon vor dem ersten Blitz auftreten können (abgesehen davon, dass Unwetter auch ohne einen Blitz auftreten), stellt die Maßnahme keinen ausreichenden Schutz für das Haus dar.



