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Sprachmittlung

You are applying for an internship at the American magazine Environment – Science and Policy for Sustainable Development. As part of your application you have to hand in an article about a sustainable project in Germany.

Using the information in the text below, write an article in which you present “Karma Classics,” the company’s business concept, and how its product is advertised.

Susanne Romanowski, „Drei Berliner lassen nachhaltige Chucks produzieren“ (2016)

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Jeder kennt die berühmten „Chucks“. In Berlin gibt es nun eine faire Version – ohne
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Plastik.
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Shai Hoffmann will den Großkonzernen nicht mehr hinterherlaufen. Er meint das
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durchaus wörtlich. Seine „Karma Classics“ sollen Sneaker für das gute Gewissen sein:
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nachhaltig, fair, ohne Plastik. Die Produktion geht mittlerweile in die dritte Runde.
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Hoffmann hat das Projekt vom Berliner Architekten Van Bo Le-Mentzel übernommen,
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der sich die Sache mit den „Karma Chakhs“ 2013 ausgedacht hat. Die Schuhe sind
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limitiert auf 1 000 Paar, finanziert wird das Projekt online über Crowdfunding1. Kurz
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vor der Deadline sieht es für Hoffmann gut aus: Bis Freitag haben Unterstützer noch
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Zeit sich zu beteiligen, mehr als 32 000 von den benötigten 34 500 Euro sind schon
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gezahlt. Hoffmann nennt dieses Phänomen „Crowd Love“, die Begeisterung vieler
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Menschen für ein gutes Projekt. Zahlen und Helfen sei da selbstverständlich. […]
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Faire Produktion klingt zunächst gut. Tatsächlich sei das aber ein sehr breiter Be-
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griff, sagt Franziska Kuntze, Inhaberin des nachhaltigen Berliner Schuhgeschäfts Polo-
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lo. Das Wichtigste sei Transparenz. Bei den „Karma Classics“ bemühen sich die Initia-
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toren um eine möglichst genaue Angabe zur Herkunft jedes einzelnen Elements. In den
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früheren Versionen der Karma Chakhs war beispielsweise der Ursprung der Textil-
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farbe nicht bekannt. Für Franziska Kuntze ist die Idee wichtiger: „Es ist nicht schlimm,
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wenn nicht von Anfang an alles fair ist“, sagt sie. „So eine Aufgabe schafft keiner mal
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eben von heute auf morgen.“ Kritisch sieht sie allerdings die limitierte Anzahl der
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Schuhe. „Man muss langfristig schauen, dass die Näherinnen gut beschäftigt sind“,
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sagt Kuntze. Es hätte schließlich niemand etwas davon, „für die zwei, drei Wochen,
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die die Produktion braucht, den Lohn um ein paar Euro zu erhöhen.“
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Neben Shai Hoffmann sind nun auch Amira Jehia und Jakob Listobarth im Team.
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Den Namen der Sneaker haben sie geändert – der „Chakh“ bleibt gewissermaßen trotz-
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dem. Der Name erinnert nicht zufällig an die berühmten Sneaker von Converse. Op-
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tisch sind Original und Adaption kaum voneinander zu unterscheiden. „Wir haben uns
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für diesen Look entschieden, weil jeder den Schuh kennt“, sagt Hoffmann. „Er ist uni-
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versell, ein Klassiker, unisex.“ Aber ist so viel Ähnlichkeit rechtlich überhaupt erlaubt?
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„Bei den Karma Classics haben wir darauf geachtet, auf die beim Original geschützten
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Merkmale zu verzichten, zum Beispiel auf den Stern oder das Sohlenprofil“, erklärt
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Hoffmann. Rechtlich dürfte er damit auf der sicheren Seite sein. Bislang gab es jeden-
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falls keine Probleme.
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Eine weitere Parallele zu den großen Unternehmen: professionelle Werbung. Mehr
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als zweieinhalb Jahre dauerte die Produktion des aktuellen Werbespots. Ein Parkour-
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sportler läuft durch Berlin, überwindet Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen,
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über den Potsdamer Platz, über Brücken und Beton. Alles, was seine Schuhe berühren,
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verwandelt sich in eine blühende Landschaft. „Es geht darum, in einer urbanen Umge-
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bung Impulse zu setzen, das Bewusstsein zu schärfen“, sagt Regisseur Christian Fischer.
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Viele Spezialeffekte, imposante Bilder – der Clip könnte auch von einer großen Sport-
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artikelfirma kommen. So ein Video kostet viel Geld; eine Produktionsfirma schätzt
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den Wert des einminütigen Spots auf 180 000 Euro. Gezahlt haben Hoffmann und seine
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Mitstreiter aber keinen Cent. Alle Beteiligten arbeiteten ehrenamtlich – „Crowd Love“
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eben.
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Der Schuh soll allen zugänglich sein – unabhängig von der finanziellen Lage. Der
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normale Sneaker kostet 69 Euro, für viele ist das zu teuer. Dafür haben die Initiatoren
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zwei weitere Preise: Die, die es sich leisten können, zahlen das Doppelte.
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So kann der Schuh begrenzt auch für sechs Euro angeboten werden. Geprüft wird
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die Bedürftigkeit nicht; Vertrauen ist Teil des Konzepts. Immerhin 45 Unterstützer
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waren bereit, den doppelten Preis zu bezahlen. Bei so viel Idealismus ist offenbar kein
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Platz für Profit. Bislang hatten sie nur Verluste gemacht, sagt Hoffmann, das könne
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auf Dauer natürlich nicht so bleiben.


1 Crowdfunding: Finanzierungsmodell, bei dem die Produktion über Vorfinanzierung der Käufer ermöglicht wird

601 Wörter

Quelle: Susanne Romanowski: „Crowdfunding-Projekt – Drei Berliner lassen nachhaltige Chucks produzieren“, Tagesspiegel vom 01. 04 .2016, https://www.tagesspiegel.de/berlin/crowdfunding-projekt-drei-berliner-lassen-nachhaltige-chucks-produzieren/13376758.html

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