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Sprachmittlung

Students at your American partner school are doing a project on volunteer work in elementary schools. Your exchange partner has asked you about examples from Germany. You have come across the article below about reading mentors.

Write him / her an email, presenting the reasons for this initiative and its impact on students and mentors.

Katja Borowski, „Wenn Grundschülern die Worte fehlen“ (2017)


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„Wenn ich weiß, dass die meisten Kinder nur noch einen Grundwortschatz von 2 000
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bis 3 000 Wörtern haben, wenn sie eingeschult werden, obwohl 5 000 Wörter normal
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wären, und wenn ich außerdem weiß, dass es in jeder Klasse mindestens zwei Kinder
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gibt, die nicht richtig lesen, schreiben oder sprechen können, dann muss ich sagen:
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Eigentlich hätte jede Grundschulklasse einen Lesepaten bitter nötig“, sagt Petra Köster.
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Seit November 2012 baut Köster für den bundesweit agierenden Verein „Mentor – Die
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Leselernhelfer“ ein flächendeckendes Netz an ehrenamtlichen Lesepaten in Darmstadt
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und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg auf. […]
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Obwohl es in der Region inzwischen 135 ehrenamtliche Mentoren beziehungsweise
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Lesepaten gibt, aus allen gesellschaftlichen Schichten, von der Hausfrau über Studen-
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ten und Berufstätige bis hin zu Rentnern, und Köster eigentlich stolz auf ihre Arbeit
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sein könnte, sieht sie auch Defizite. Es mache sie traurig, dass manche Schulen eine
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Zusammenarbeit ablehnten, weil sie meinten, sie hätten es nicht nötig. Oder weil sie
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befürchteten, die Lehrer noch mehr zu belasten. […]
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Alle Lesepaten steckten viel Herzblut und noch mehr Zeit in ihr Ehrenamt. Die
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Berufstätigen unter ihnen opferten häufig sogar ihre Mittagspause, um ihren Schütz-
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lingen vorzulesen und sie behutsam beim eigenen Lesen, Schreiben und Sprechen zu
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korrigieren. Das habe positive Auswirkungen auf den Deutschunterricht, berichtet
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Köster, aber auch auf andere Fächer – beispielsweise bei Textaufgaben in Mathematik.
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„Viel wichtiger als das Lesen ist aber, dass die Paten mit den Kindern erzählen und
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lachen und sich ihrer Nöte annehmen“, sagt Köster.
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Marion Aufleger kann ihr da nur zustimmen. Die Direktorin der Darmstädter Schil-
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lerschule arbeitet schon lange mit Lesepaten zusammen. Sie sagt: „Bildung und Er-
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ziehung funktioniert nun einmal über ‚Beziehung‘. Das Wichtigste ist, dass jemand
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einfach für die Kinder da ist, weil ihnen im Alltag die Großeltern und andere Bezugs-
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personen fehlen. Alles andere ergibt sich dann meist von allein.“ Aufleger und Köster
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wissen, dass in den meisten Familien kaum noch vorgelesen, geschweige denn über
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Bücher gesprochen wird. Dabei brauchen selbst Kinder, die schon etwas lesen können,
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immer noch regelmäßig einen Ansprechpartner, um das Gelesene zu reflektieren und
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zusammenhänge sowie unbekannte Wörter nachzufragen. „Ein Computer kann mir da
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in der Regel nicht weiterhelfen“, sagt Köster.
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Neue Mitstreiter, sowohl bei den Schulen als auch bei den Lesepaten, findet Köster
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normalerweise über Mundpropaganda, Aushänge an Schulen, die bundesweite Inter-
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netseite „Ehrenamtsuche“ und Zeitungsberichte.
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So fand auch Brigitte Alberti zum Verein. Die ehemalige Chefsekretärin wollte ihr
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Rentnerdasein nicht nur mit Kochen, Lesen und Rückenschule verbringen. Eines Tages
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las sie in der Zeitung über die Lesepaten. Sie kontaktierte den Verein und fragte, ob es
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auch in ihrer Nähe eine Schule gebe, an der sie aktiv werden könne. „Und so kam ich
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zur heutigen Klasse 4 a der Andersenschule in Darmstadt-Eberstadt. Die betreue ich
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seit dem ersten Schuljahr“, sagt Alberti. Einmal wöchentlich übt sie mit Kindern das
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Lesen, Vorlesen und Verstehen von Texten. Und zwar einzeln oder in Gruppen. Nicht
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nur die unruhigen und lernschwächeren Schüler kämen dran, sondern auch die guten,
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„damit die sich nicht langweilen, wenn die anderen mal länger an einer Aufgabe kno-
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beln“.
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Bei aller Wertschätzung weiß Alberti aber auch um ihren Vorteil gegenüber Eltern
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und Lehrern: Sie muss keine Autorität sein, und sie muss keine Noten vergeben. Klas-
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senlehrerin Anke Thiem schätzt sie „als herzensgute, verständnisvolle Ersatz-Omi, wie
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sie sich jedes Kind wünscht“. Sie sei eine große Entlastung für die Lehrer im Unterricht
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und bei kleineren Ausflügen, auf die sie die Klasse hin und wieder begleite. Zudem
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kenne sie die Geburtstage aller Kinder und bringe ihnen manchmal sogar kleine Ge-
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schenke aus dem Urlaub mit.

572 Wörter

Quelle: Katja Borowski: Lesepaten für Kinder: Wenn Grundschülern die Worte fehlen, FAZ vom 24. 08. 2017, https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/lesepaten-fuer-kinder-wenn-grundschuelern-die-worte-fehlen-15165325.html © Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv

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