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Neues T-Shirt, neue Jeans und – wenn schon dabei – dann vielleicht auch noch eine
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neue Jacke, denn der alten fehlt ja ein Knopf. Damit ist sie praktisch nicht mehr
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tragbar. Regelmäßig wird der heimische Kleiderschrank aussortiert, nur um üppig
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mit Neuem aufgestockt zu werden. Für nur wenig Geld erhält man mit ein paar
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Klicks im Internet einen vollen Warenkorb und wenn das Kleidungsstück nach
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zweimal Tragen nicht mehr gefällt, landet es eben im Müll. Was kann man damit
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schon falsch machen? Eigentlich alles, sagt das Team von Greenpeace Moosburg¹.
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Durchschnittlich kaufen Deutsche im Jahr etwa 60 neue Kleidungsstücke dazu – und
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sortieren sie schnell wieder aus, um etwas Neues zu kaufen. Fast Fashion nennt sich
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dieses Phänomen. Und es boomt.
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Obwohl sie auf den ersten Blick durch ihre billigen Preise lockten, seien solche
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Schnäppchen nicht umsonst, betont Greenpeace. Sie gehen auf Kosten der Arbeiter
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oder der Umwelt: Die Textilindustrie verursacht jährlich 1,2 Millionen Tonnen CO₂.
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Um eine Jeans herzustellen, werden im Schnitt 120 Liter Wasser benötigt – wichtige
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Ressourcen werden somit für den Konsum verbraucht. „Unser Verhalten muss sich
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deutlich ändern“, fordert Hans Forstner von Greenpeace Moosburg.
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Aus diesem Grund wollte die Ortsgruppe Alternativen zum Kleidererwerb aufzeigen,
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erklärt Nanka Elleke. Statt also neue Kleider zu kaufen und damit Ressourcen zu
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verbrauchen, sollten sie am Samstag im Raum der Begegnung getauscht werden.
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Das Prinzip ist einfach: Jeder sortiert seine gut erhaltenen Klamotten aus und bringt
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sie mit. Dafür kann er sich aus den vorhandenen Sachen so viel mitnehmen, wie er
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möchte. Und das ganz umsonst. Eine nachhaltige Möglichkeit also, den
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Kleiderschrank aufzustocken. Was am Ende übrig bleibt, wird in den Laden Tante
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Emma nach Moosburg gebracht, wo es für wenig Geld erworben werden kann.
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Aber Moment. Es gibt da doch auch noch diesen Altkleidercontainer. Seine Kleidung
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jedoch über diesen Weg zu entsorgen, sieht Forstner kritisch. „Weniger als ein
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Prozent der alten Textilien werden dort tatsächlich recycelt“, moniert er. Der
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Großteil werde stattdessen verschifft und nicht selten verbrannt, so Forstner. Zwar
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besagt das Kreislaufwirtschaftsgesetz, dass nur das, was gar nicht anders
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verwertbar ist, zur Wärmegewinnung verbrannt werden darf. Doch die Kleidung
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besteht meistens aus verschiedenen Textilien. Eine einheitliche Kennzeichnung
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über die Zusammensetzung gibt es oftmals nicht. Aus diesem Grund sei das
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tatsächliche Recyceln sehr aufwendig, so Forstner. Deswegen rät er zum
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Kleidertausch – der könne im Übrigen schon in der Nachbarschaft geschehen.
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Vergangenen Samstag jedoch fanden etwa vierzig bis fünfzig Tauschfreudige ihren
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Weg in den Raum der Begegnung nach Freising². Es sei eine gute Gelegenheit,
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Kleidung noch eine zweite Chance zu geben, finden etwa Ulrike und Katrin Essen.
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Selber fündig sind sie auch geworden. Das sei eben das Schöne – etwas abzugeben
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und dafür etwas Neues und sogar Besonderes mitzunehmen. Ob jung oder alt, jeder
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findet etwas an diesem Nachmittag oder bestaunt das breite Angebot an Ware.
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„Diese Jeans hier zum Beispiel“, sagt etwa Isabella Hartl, während sie die Hose
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hochhebt und prüfend betrachtet, „die ist doch noch wie neu! Viel zu schade, um
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Mehr Qualität statt Quantität – das fordern diejenigen, die sich am Samstag zum
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Kleidertausch im Haus der Begegnung eingefunden haben. Und mehr Transparenz,
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um nachverfolgen zu können, woher das Kleidungsstück überhaupt stammt.
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„Niemand braucht jeden Tag neue Kleidung“, sagen viele an diesem Tag. Das
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Problem ist jedoch, dass genau dieses Geschäft boomt. Neue Kleidung für sehr
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wenig Geld erscheint reizvoll, doch die Qualität leide darunter ebenfalls. Gerade die
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Werbung für Fashion-Ketten, die ein wenig nachhaltiges Konzept besitzen, ist vielen
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Anwesenden ein Dorn im Auge. Besonders hartnäckig locke sie mit Billigangeboten
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und sei gerade für jüngere Leute verführerisch. Das müsse sich ändern. Auch im
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analogen Leben: „Auch auf der Straße befindet sich viel Fast Fashion. Nicht nur im
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Internet“, mahnt etwa Besucherin Sofia. Solchen Ketten sollte ihrer Meinung nach
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weniger Platz gewährt werden.