Aufgabe II — Interferenz, Schwingungen, Elektronen / Magnetfelder
In Aufgabe 1 wird die Intensitätsverteilung im Spektrum einer Leuchtdiode (LED) untersucht. In Aufgabe 2 geht es um die Schwingungen eines Feder-Masse-Pendels und eines horizontalen Federschwingers. Ein Franck-Hertz-Versuch mit Heliumgas ist Gegenstand von Aufgabe 3a, das Magnetfeld einer stromdurchflossenen Spule ist Gegenstand von Aufgabe 3b.
Aufgabenstellung ohne Experimentieren
Das Licht einer LED kann mit der objektiven Methode untersucht werden.
Bei Interferenzexperimenten mit Licht einer LED und einem Doppelspalt entstehen Maxima und Minima auf dem Schirm.
Erläutere deren Entstehung.
Wenn der Abstand zwischen Doppelspalt und Schirm wesentlich größer ist als der Spaltmittenabstand
des Doppelspalts, gilt für die Interferenzmaxima folgende Gleichung:
Ordnung des Maximums;
Wellenlänge;
Abstand zwischen dem Maximum 0. Ordnung und dem Maximum
-ter Ordnung.
Leite diese Gleichung mithilfe einer geeigneten Skizze begründet her.
Anstelle des Doppelspalts wird im folgenden Versuch ein optisches Gitter verwendet. Mit einem Lichtsensor werden die Intensitäten im Bereich des Maximums 1. Ordnung ausgemessen (Material 1a). Die Messwerte sind in Material 1b gegeben.
Stelle die Messwerte aus Material 1b in einem -Diagramm dar.
Ermittle mithilfe des -Diagramms die Wellenlänge
maximaler Intensität des Lichts der grün leuchtenden LED.
Laut Angaben des Herstellers liegt die Wellenlänge maximaler Intensität dieser LED bei
Beurteile die Herstellerangabe unter Einbeziehung der Messunsicherheiten für und
sowie des oben ermittelten Wertes von
Nun sollen die Intensitäten im Bereich der Maxima 1. und 2. Ordnung verglichen werden. Mit einem geeigneten Gitter ergeben sich für das Experiment aus Teilaufgabe 1.2 so kleine Beugungswinkel, dass die folgende Näherungsgleichung gilt:
Hinweis: Diese Gleichung gilt für alle Wellenlängen und insbesondere auch für die kurz- und langwelligen Grenzen der Maxima.
Stelle eine begründete Hypothese auf, wie sich das -Diagramm des Maximums 1. Ordnung vom
-Diagramm des Maximums 2. Ordnung hinsichtlich der Intensitätsverteilung unterscheidet.
In dieser Aufgabe werden die Bewegungen eines Feder-Masse-Pendels (Material 2a) und eines horizontalen Federschwingers (Material 2b) betrachtet.
Hinweis: Reibungseffekte sollen nicht berücksichtigt werden.
Ein Feder-Masse-Pendel wie in Material 2a führt eine harmonische Schwingung aus.
Erläutere am Beispiel des Feder-Masse-Pendels die Begriffe Amplitude, Periodendauer, Frequenz und harmonische Schwingung.
Für die Periodendauer eines Feder-Masse-Pendels gilt:
Plane ein Experiment, mit dem die Abhängigkeit der Periodendauer von der Masse
möglichst genau untersucht werden kann.
Das Feder-Masse-Pendel aus Material 2a wird um nach unten ausgelenkt und losgelassen. Material 2c zeigt das zugehörige Zeit-Auslenkung-Diagramm.
Ermittle die Masse des Feder-Masse-Pendels mit Material 2c.
Nun wird die Masse vervierfacht und das Pendel um
ausgelenkt.
Skizziere einen zugehörigen Graphen in Material 2c.
Im Folgenden wird der horizontale Federschwinger aus Material 2b betrachtet. Er wird nach links ausgelenkt und losgelassen.
Beschreibe den Schwingungsvorgang anhand von Energieumwandlungen.
In einem Experiment wurde die Periodendauer des horizontalen Federschwingers in Abhängigkeit von der Masse
untersucht. Die Tabelle in Material 2d enthält die zugehörigen Messdaten.
Ermittle einen funktionalen Zusammenhang wobei du auch einen Wert für die Konstante
bestimmst und dein Vorgehen in der aus dem Unterricht bekannten Weise dokumentierst.
Die Periodendauer eines horizontalen Federschwingers kann mit der Formel
berechnet werden, wobei eine Konstante des Federschwingers ist.
Stelle eine begründete Hypothese auf, wie die Konstante mit der Federkonstante
der benutzten Federn zusammenhängt.
Anmerkung: Die Aufgabe II gibt es in zwei Varianten II a und II b (Auswahl durch die Lehrkraft), die sich in der dritten Teilaufgabe unterscheiden (hier 3a und 3b).
In dieser Aufgabe geht es um Elektronen in elektrischen Feldern und beim Franck-Hertz-Versuch.
Es wird eine Franck-Hertz-Röhre nach Material 3a a betrachtet. Wechselwirkungen mit den Gasatomen sollen zunächst nicht berücksichtigt werden.
Erläutere die Funktionen der Spannungen
und
(Material 3a a) beim Franck-Hertz-Versuch.
Erläutere die Bewegung eines einzelnen Elektrons in der Röhre für den Fall und
Mit dem Versuchsaufbau in Material 3a a wird ein Franck-Hertz-Versuch durchgeführt. Die Röhre ist mit Heliumgas gefüllt. Die Messdaten sind in Material 3a b dargestellt.
Beschreibe die Versuchsdurchführung zur Aufnahme dieses Graphen.
Deute den Verlauf des Graphen in Material 3a b für Beschleunigungsspannungen zwischen und
Material 3a c zeigt ein vereinfachtes Energieniveauschema eines Heliumatoms.
Werte die Messdaten in Material 3a b unter Einbeziehung des Energieniveauschemas in Material 3a c aus.
Bei höheren Beschleunigungsspannungen ist ein Leuchten in der Röhre zu erkennen. Es kann gezeigt werden, dass dieses Leuchten violette Anteile enthält.
Erkläre unter Berücksichtigung des Energieniveauschemas in Material 3a c das Entstehen dieser Leuchterscheinung.
Hinweis: Gehe davon aus, dass für die Wellenlänge sichtbaren Lichts mit violetter Färbung gilt:
In dieser Aufgabe geht es um Magnetfelder im Inneren von stromdurchflossenen Spulen und deren Untersuchung mit einer Hallsonde.
Material 3b a zeigt eine einzelne Spulenwindung sowie eine aus mehreren Windungen bestehende Spule. Beide sind stromdurchflossen.
Zeichne für die beiden in Material 3b a dargestellten Anordnungen jeweils ein Feldlinienbild in die dargestellte Ebene ein.
In Material 3b b ist der schematische Aufbau einer Hallsonde in einem Magnetfeld dargestellt.
Erläutere anhand der Skizze in Material 3b b die Entstehung der Hallspannung in einer Hallsonde.
Für die Hallspannung gilt die folgende Gleichung:
Driftgeschwindigkeit der Elektronen;
magnetische Flussdichte;
Höhe der Hallsonde.
Hinweis: Die magnetische Flussdichte wird auch magnetische Feldstärke genannt.
Leite diese Gleichung für begründet her.
Wird eine Hallsonde der Höhe in ein Magnetfeld mit der magnetischen Flussdichte
gehalten, lässt sich die Hallspannung
messen.
Berechne die Driftgeschwindigkeit der Elektronen in der Hallsonde.
In einem Experiment wird mit einer Hallsonde im Inneren einer Spule die magnetische Flussdichte in Feldlinienrichtung bei verschiedenen Stromstärken
des Spulenstroms gemessen.
Für schlanke Spulen gilt die Gleichung:
magnetische Feldkonstante;
Anzahl der Spulenwindungen;
Länge der Spule;
Stromstärke des Spulenstroms.
Die relative Messunsicherheit für das mit diesem Experiment ermittelte Ergebnis beträgt
Beurteile mit den Messdaten in Material 3b c, ob unter diesen Bedingungen die Gleichung auch bei dieser Spule gilt.
Diskutiere den Einfluss von Position und Richtung einer Hallsonde in einer schlanken Spule auf die messbare magnetische Flussdichte.
Anhang
Es wurde ein alternativer Aufgabenvorschlag mit Experimentieren angeboten. In diesem Anhang findest du diejenigen Teilaufgaben aus diesem Vorschlag, die vom Aufgabenvorschlag ohne Experimentieren abweichen. Die Teilaufgaben 1.3, 2 und 3 stimmen überein.
Alternative Aufgabenstellung mit Experimentieren – Optik
Das Licht einer LED kann mithilfe der objektiven Methode untersucht werden.
Bei Interferenzexperimenten mit dem Licht einer LED und einem Doppelspalt entstehen Maxima und Minima auf dem Schirm.
Erläutere deren Entstehung.
In einem Experiment soll bei einer grün leuchtenden LED die Abhängigkeit der Intensität vom Ort im Bereich des Maximums 1. Ordnung aufgenommen und ausgewertet werden. Hinweise zum Aufbau und zur Durchführung befinden sich in Material 1.
Führe das Experiment entsprechender Angaben in Material 1 durch, wobei du deine Messdaten in der im Unterricht vereinbarten Form dokumentierst.
Stelle deine Messwerte in einem -Diagramm dar.
Wenn der Abstand zwischen Gitter und Schirm wesentlich größer ist als die Gitterkonstante
gilt für die Interferenzmaxima folgende Gleichung:
Ordnung des Maximums;
Wellenlänge;
Abstand zwischen dem Maximum 0. Ordnung und dem Maximum
ter Ordnung.
Ermittle mithilfe des -Diagramms die Wellenlänge
maximaler Intensität des Lichts der grün leuchtenden LED.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1a: Vereinfachte Darstellung eines Teils des Versuchsaufbaus zum Experiment in 1.2
Zur Messung wird der Lichtsensor senkrecht zur optischen Achse bewegt. Die ausgegebene Spannung des Lichtsensors ist ein Maß für die Lichtintensität.

Material 1b: Messwerte im Maximum 1. Ordnung der grün leuchtenden LED in 1.2
Der Abstand wurde jeweils auf
genau bestimmt. Der Abstand des Doppelspalts zur Sensorebene beträgt
Die Gitterkonstante beträgt
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Abstand |
Spannung |
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Material 2a: Aufbau eines Feder-Masse-Pendels
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Masse Die Masse der Feder kann vernachlässigt werden. Die gestrichelte Linie markiert die Gleichgewichtslage. |
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Material 2b: Aufbau eines horizontalen Federschwingers

Masse variabel, Federkonstante
Die Massen der Federn können vernachlässigt werden. Die gestrichelte Linie markiert die Gleichgewichtslage.
Material 2c: Zeit-Auslenkung-Diagramm eines Feder-Masse-Pendels

Masse unbekannt, Federkonstante
Material 2d: Messdaten für die Periodendauer 
in Abhängigkeit von der Masse 
eines horizontalen Federschwingers mit zwei Federn
Federkonstanten
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Masse |
Periodendauer |
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Material 3a a: Vereinfachter Versuchsaufbau zum Franck-Hertz-Experiment in Aufgabe 3a

Material 3a b: Messdaten zum Franck-Hertz-Experiment in 3a.2

Die Gegenspannung beträgt
Die Stromstärke des Elektronenstroms wird in Skalenteilen angegeben.
Material 3a c: Vereinfachtes Energieniveauschema eines Helium-Atoms
|
Im Grundzustand ist A das höchste besetzte Energieniveau. Zur besseren Ablesbarkeit ist der Bereich zwischen |
![]()
|
Material 3b a: Schematische Darstellungen einer einzelnen Spulenwindung sowie einer schlanken luftgefüllten Spule mit Polung
Das Viereck kennzeichnet jeweils eine mittig positionierte Ebene in der Spulenwindung bzw. der Spule.

Material 3b b: Aufbau einer Hallsonde mit der nötigen Beschaltung im homogenen Magnetfeld

Höhe der Hallsonde;
Hallspannung;
magnetische Flussdichte eines Magnetfelds, das senkrecht zur Hallsonde orientiert ist
Material 3b c: 
-Diagramm der Messung in Aufgabenteil 3b.3

Spulendaten:
Alternative Aufgabenstellung mit Experimentieren – Optik
Material 1: Hinweise zum Aufbau und zur Durchführung des Experiments (Alternative Aufgabenstellung Optik)
Im Rahmen des Experiments soll die Spannung am Lichtsensor als Maß für die Lichtintensität im Bereich eines Maximums 1. Ordnung in Abhängigkeit vom Abstand
zum Maximum 0. Ordnung untersucht werden.

Hinweis: Die Abbildung ist nicht maßstabsgerecht.
-
Baue die abgebildete Messanordnung mit der grün leuchtenden LED und dem Interferenzgitter auf.
-
Bilde das Maximum 1. Ordnung zunächst auf einem Schirm ab, sodass es mindestens
breit ist.
-
Fixiere das Lineal mit Klebefilm.
-
Verwende zur Intensitätsmessung den Lichtsensor bei maximaler Verstärkung.
-
Nimm etwa zehn Messwertpaare auf.
-
Notiere den Abstand zwischen Gitter und Lichtsensor.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Entstehung der Intensitätsmaxima und -minima
Die Entstehung der Intensitätsmaxima und -minima lässt sich mithilfe des Huygensschen Prinzips erklären: Jede der beiden Spaltmitten kann als Ausgangspunkt für eine neue kreisförmige Elementarwelle aufgefasst werden. Diese Wellen breiten sich hinter dem Spalt kreisförmig in der Ebene aus.
Auf dem Schirm überlagern sich diese beiden Wellen. An den Stellen auf dem Schirm, an denen jeweils Wellenberg auf Wellenberg oder Wellental auf Wellental der kreisförmigen Elementarwellen treffen, findet konstruktive Interferenz statt, was zu maximaler Helligkeit (Lichtflecken) führt. Hier beträgt der Gangunterschied beider Elementarwellen ein ganzzahliges Vielfaches der Wellenlänge
In den Bereichen dazwischen, wo Wellenberg auf Wellental trifft, löschen sich die Wellen gegenseitig aus (destruktive Interferenz), wodurch Orte minimaler Helligkeit entstehen. Hier beträgt der Gangunterschied beider Elementarwellen ein Vielfaches der Wellenlänge
plus die Hälfte der Wellenlänge
Herleitung der Beugungsbedingung

Da der Abstand zwischen Spalt und Schirm wesentlich größer als die Spaltbreite
ist (
), verlaufen die Strecken von Spalt 1 und 2 zu einem Punkt auf dem Schirm näherungsweise parallel. Dadurch ist das kleine Dreieck am Spalt rechtwinklig und der Beugungswinkel
tritt sowohl im kleinen Dreieck am Spalt als auch im großen Dreieck zum Schirm auf.
Aus dem kleinen rechtwinkligen Dreieck am Spalt ergibt sich für den Gangunterschied
Für das te Maximum muss der Gangunterschied
betragen. Durch Einsetzen folgt:
Im großen Dreieck zwischen Gitter und Schirm gilt für den Abstand des Maximums
ter Ordnung zum nullten Maximum:
Wird dieser Ausdruck in die nach dem Gangunterschied umgestellte erste Gleichung eingesetzt, ergibt sich die gesuchte Beziehung:
Darstellung der Messwerte im -Diagramm

Ermittlung der Wellenlänge maximaler Intensität
Der höchste Spannungswert und damit die maximale Lichtintensität liegt bei einem Abstand von Da es sich um das Maximum 1. Ordnung handelt, ist
Mit der Gitterkonstanten
und dem Schirmabstand folgt durch Einsetzen in die Beugungsgleichung
Beurteilung der Herstellerangabe
Laut Material 1b betragen die Messunsicherheiten für den Abstand genau
und für den Schirmabstand
genau
Daraus können die obere und die untere Grenze der im Rahmen der Messungenauigkeit liegenden Wellenlängen berechnet werden.
In der Beugungsgleichung steht im Zähler und
im Nenner. Der maximal mögliche Wert für die Wellenlänge ergibt sich folglich bei maximalem
(
) und minimalem
(
)
Der minimal mögliche Wert resultiert aus einem minimalen (
) und maximalem
(
)
Die tatsächliche Wellenlänge muss demnach im Intervall zwischen und
liegen. Die Herstellerangabe von
liegt in diesem Bereich und stimmt somit mit den experimentellen Daten überein.
Gemäß der für kleine Winkel umgestellten Näherungsgleichung wächst der Abstand
mit wachsendem
Das Maximum 2. Ordnung liegt folglich weiter vom Hauptmaximum entfernt als das Maximum 1. Ordnung.
Aufgrund dieses größeren Abstands legen die Lichtwellen einen längeren Weg bis zum Detektor zurück. Da sich die Energie der Welle räumlich auf eine größere Kugeloberfläche verteilt, nimmt die Intensität ab.
Das -Diagramm des Maximums 2. Ordnung entspricht somit der qualitativen Verteilungsform des Diagramms des 1. Maximums, allerdings fallen sämtliche Spannungsmesswerte (Intensitäten) geringer aus.
-
Amplitude: Die Amplitude bezeichnet die maximale Auslenkung eines schwingenden Systems aus der Ruhelage. Beim gezeigten Feder-Masse-Pendel in Material 2a entspricht dies der maximalen Strecke nach oben oder unten, ausgehend von der Gleichgewichtslage.
-
Periodendauer: Die Periodendauer
beschreibt die benötigte Zeit für eine vollständige Schwingung. Nach Ablauf einer Periodendauer befindet sich das schwingende System also wieder im exakt selben Zustand wie zu Beginn (selbe Auslenkung und selbe Bewegungsrichtung). Wenn das Massestück in Material 2a zum Zeitpunkt
losgelassen wird, ist somit eine Periodendauer die Zeit, nach der sich das Massestück nach einer vollständigen Schwingung erstmals wieder unten am Ausgangspunkt befindet.
-
Frequenz: Die Frequenz
gibt die Anzahl der durchlaufenen Schwingungsperioden pro Zeiteinheit an.
-
Harmonische Schwingung: Eine Schwingung wird als harmonisch bezeichnet, wenn die rücktreibende Kraft proportional zur Auslenkung ist und keine Energieverluste (etwa durch Reibung) auftreten. Beim Feder-Masse-Pendel ist diese Bedingung erfüllt, da die Feder dem Hooke'schen Gesetz folgt und Reibungseffekte laut Aufgabenstellung vernachlässigt werden.
Planung des Experiments
Zur genauen Untersuchung der Abhängigkeit der Periodendauer von der Masse
wird das Feder-Masse-Pendel zunächst mit einer bekannten Masse bestückt und nach unten ausgelenkt.
Nach dem Loslassen wird die Zeit für eine größere Anzahl an Schwingungen, beispielsweise bis
Perioden, mit einer Stoppuhr gemessen. Durch Division der gemessenen Gesamtzeit durch die Anzahl der Schwingungen lässt sich die Periodendauer
sehr präzise ermitteln, da auf diese Weise die Reaktionszeit beim Starten und Stoppen der Uhr minimiert wird. Dieser Messvorgang wird anschließend für verschiedene angehängte Massen wiederholt.
Ermittlung der Masse
Aus dem Zeit-Auslenkung-Diagramm (Material 2c) lässt sich die Periodendauer ablesen. Für vier vollständige Perioden vergehen exakt Die Periodendauer beträgt somit:
Mit der vorgegebenen Federkonstanten lässt sich die Masse
über die Formel für die Periodendauer berechnen. Durch Quadrieren und Umstellen der Gleichung
ergibt sich:
Skizzieren des Graphen bei veränderten Bedingungen
Wird die Masse vervierfacht, verdoppelt sich die Periodendauer, da gemäß der Gleichung aus der Aufgabenstellung der Zusammenhang gilt. Die neue Schwingung weist demnach eine Periodendauer von
auf. Da das Pendel zudem nur um
ausgelenkt wird, beträgt die neue Amplitude
Daraus folgt:

Beschreibung der Energieumwandlungen
Während des Schwingungsvorgangs kommt es kontinuierlich zu einer Umwandlung zwischen Federspannenergie und kinetischer Energie (Bewegungsenergie). Reibungseffekte werden nicht berücksichtigt.
Wird der Wagen ausgelenkt, wird durch das Dehnen einer Feder und das Stauchen der anderen Feder Arbeit an den Federn verrichtet. Die aufgewendete Energie ist im System als Federspannenergie gespeichert.
Nach dem Loslassen beschleunigen die Rückstellkräfte den Wagen in Richtung der Ruhelage. Die Spannenergie wandelt sich zunehmend in kinetische Energie um.
Beim Durchgang durch die Ruhelage ist die Federspannenergie null, sie wurde vollständig in kinetische Energie umgewandelt. Die kinetische Energie ist maximal und die gesamte Energie im System ist als kinetische Energie gespeichert.
Anschließend bewegt sich der Wagen über die Ruhelage hinaus, wodurch die Federn entgegengesetzt verformt werden. Die kinetische Energie nimmt ab und wird wieder in Spannenergie umgewandelt.
In den Umkehrpunkten kommt der Wagen kurzzeitig zur Ruhe, die kinetische Energie ist null und die Spannenergie ist wieder maximal.
Dieser Schwingungsvorgang wiederholt sich periodisch.
Ermittlung des funktionalen Zusammenhangs
Die Messreihe legt aufgrund der Verdopplung der Periodendauer bei Vervierfachung der Masse einen Wurzelzusammenhang nahe. Zur Überprüfung und zur Bestimmung der Konstanten
wird für jedes Wertepaar der Quotient
berechnet:
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Die Quotienten sind annähernd konstant.
Die Mittelwertbildung der Quotienten liefert Der gesuchte funktionale Zusammenhang lautet folglich:
Hypothese zum Zusammenhang von und
Für die Periodendauer eines horizontalen Federschwingers gilt die Gleichung aus der Aufgabenstellung:
Wird der theoretische Vorfaktor mit dem zuvor experimentell ermittelten Wert
gleichgesetzt, ergibt sich:
Die gegebene Federkonstante einer einzelnen im Versuch verwendeten Feder beträgt Der Vergleich zeigt, dass
gilt.
Daraus resultiert folgende Hypothese: Bei einem horizontalen Federschwinger, der zwischen zwei identischen Federn eingespannt ist, addieren sich die Federkonstanten, sodass die effektive Gesamtfederkonstante der Summe der beiden Einzelfederkonstanten entspricht.
Erläuterung der verschiedenen Spannungen
-
Die Heizspannung
dient dem Betrieb der Glühkathode. Durch das Anlegen dieser Spannung fließt ein elektrischer Strom durch die Glühkathode, dadurch erhitzt sich diese so stark, dass Elektronen aus der Glühkathode freigesetzt werden (glühelektrischer Effekt).
-
Zwischen der Glühkathode und der Lochanode ist die Beschleunigungsspannung
angelegt, welche die freigesetzten Elektronen in Richtung der Anode beschleunigt und ihnen kinetische Energie zuführt.
-
Die Gitterspannung (oder Gegenspannung)
ist entgegengesetzt zur Beschleunigungsspannung gepolt und bewirkt, dass die Elektronen im Raum zwischen Gitter und Auffangelektrode stark abgebremst werden.
Erläuterung der Elektronenbewegung bei bestimmten Spannungen
Ein Elektron wird mit beschleunigt, gelangt also mit einer kinetischen Energie von
an das Gitter. Im anschließenden Raum wird es durch die betragsmäßig größere Gegenspannung von
abgebremst. Folglich verliert das Elektron bereits vor Erreichen der Auffangelektrode seine gesamte kinetische Energie, kehrt um und gelangt somit nicht zur Elektrode.
Versuchsdurchführung
Die Beschleunigungsspannung wird kontinuierlich von
auf etwa
erhöht, während die resultierende Stromstärke
im Gitterstromkreis gemessen wird. Daraus ergibt sich die abgebildete
Kennlinie. Die Gitterspannung
und die Heizspannung
bleiben während der gesamten Messreihe konstant.
Deutung des Verlaufs des Graphen
Im Bereich von bis
nimmt der Stromfluss kontinuierlich zu. Immer mehr Elektronen besitzen ausreichend Energie, um die Auffangelektrode trotz des Gegenfelds zu erreichen.
Bei erreicht der Strom ein lokales Maximum und bricht danach bis etwa
ein. Dies lässt sich durch eine wachsende Anzahl an inelastischen Stößen mit den Gasatomen erklären. Die Elektronen geben dabei ihre kinetische Energie an die Atome ab und verfügen anschließend nicht mehr über ausreichend Restenergie, um das Gegenfeld überwinden zu können. Ein gewisser Basisstrom verbleibt, da einige Elektronen den Raum ohne Kollisionen passieren.
Zwischen etwa und
steigt die Stromstärke wieder deutlich bis zu einem zweiten Maximum an. Aufgrund der hohen Beschleunigungsspannung wächst die Anzahl der Elektronen, die nach einem ersten inelastischen Stoß auf dem restlichen Weg wieder genug Energie aufnehmen, um die Anode zu erreichen.
Im Bereich von bis
kommt es zu einem erneuten Stromstärkeeinbruch. Das lässt sich durch die wachsende Anzahl an Elektronen erklären, die zwei Mal inelastisch mit den Heliumatomen zusammenstoßen und dadurch nicht mehr genug Energie haben, um die Anode zu erreichen.
Hinweis: Es muss nicht erklärt werden, warum die erste Anregung erst bei und nicht schon bei
erfolgt.
Auswertung der Messdaten
Dem Diagramm aus Material 3a b lässt sich entnehmen, dass sich die Einbrüche des Stromflusses nach einer Differenz von etwa wiederholen. Die Energie, die ein elektrisches Feld bei einer Spannung von
an ein Elektron überträgt, beträgt exakt
Im Energieniveauschema des Heliumatoms (Material 3a c) entspricht dies annähernd der Energiedifferenz des Übergangs vom Grundzustand (Niveau A) in den ersten angeregten Zustand (Niveau B):
Das bestätigt die experimentelle Beobachtung, dass ein Elektron erstmals bei einer Beschleunigungsspannung von circa und ein weiteres Mal bei
seine kinetische Energie von jeweils etwa
durch einen inelastischen Stoß an ein Heliumatom abgibt und dieses dadurch anregt.
Das Leuchten entsteht, wenn Elektronen durch inelastische Stöße die Heliumatome anregen und auf höhere Energieniveaus heben. Das tritt bei höheren Beschleunigungsspannungen aufgrund der größeren zur Verfügung stehenden kinetischen Energie der Elektronen auf. Beim anschließenden Rückfall der Atome in energetisch tiefer liegende Zustände wird die Energiedifferenz der beiden jeweils beteiligten Energieniveaus in Form von Photonen emittiert.
Laut Aufgabenstellung besitzt violettes Licht Wellenlängen im Bereich Daraus lässt sich das Intervall der zugehörigen Photonenenergien über die Gleichung
berechnen:
Im Energieniveauschema des Heliumatoms weisen die Übergänge von Niveau D nach Niveau B sowie von Niveau E nach Niveau C Energiedifferenzen in exakt dieser Größenordnung (zwischen und
) auf. Daher kommen diese beiden Übergänge als Ursache für die violett erscheinende Fluoreszenz infrage.

Entstehung der Hallspannung
Das Hallplättchen wird von einem elektrischen Strom durchflossen, wodurch sich Ladungsträger (Elektronen) senkrecht zum anliegenden Magnetfeld bewegen. Das Magnetfeld übt folglich eine Lorentzkraft auf die bewegten Elektronen aus, die diese senkrecht zu ihrer Bewegungsrichtung ablenkt. Durch diese Ablenkung sammeln sich Elektronen an einer Kante des Plättchens (Elektronenüberschuss, negative Ladung), während an der gegenüberliegenden Kante ein Elektronenmangel entsteht (positive Ladung).
Diese Ladungstrennung erzeugt ein elektrisches Feld im Inneren des Plättchens. Die daraus resultierende elektrische Feldkraft wirkt der Lorentzkraft entgegen. Sobald die elektrische Feldkraft betragsmäßig genauso groß ist wie die Lorentzkraft, stellt sich ein Kräftegleichgewicht ein und die Elektronen bewegen sich wieder geradlinig durch den Leiter. Die im Gleichgewichtszustand zwischen den Rändern des Plättchens messbare Spannung entspricht der konstanten Hallspannung.
Herleitung der Gleichung für die Hallspannung
Im Zustand des Kräftegleichgewichts heben sich die Lorentzkraft und die elektrische Feldkraft gegenseitig auf:
Das elektrisch leitende Plättchen lässt sich in diesem Bereich näherungsweise als Plattenkondensator betrachten. Für die elektrische Feldstärke im homogenen Feld gilt der Zusammenhang Einsetzen in die Kräftegleichung liefert die gesuchte Formel:
Berechnung der Driftgeschwindigkeit
Aus der soeben hergeleiteten Gleichung lässt sich die Driftgeschwindigkeit durch Umstellen nach berechnen:
Mit den gegebenen Werten folgt durch Einsetzen:
Überprüfung der Gleichung für schlanke Spulen
Gemäß der Gleichung aus der Aufgabenstellung für schlanke Spulen ist die magnetische Flussdichte direkt proportional zur Stromstärke
Der erwartete theoretische Proportionalitätsfaktor berechnet sich wie folgt:
Aus dem vorliegenden Messdiagramm (Material 3b c) lässt sich die tatsächliche Steigung der Ursprungsgeraden experimentell ablesen:

Mithilfe eines Steigungsdreiecks (beispielsweise bei
) ergibt sich:
Unter Berücksichtigung der relativen Messunsicherheit von muss der tatsächliche Wert der experimentell bestimmten Steigung im folgenden Intervall liegen:
Also etwa zwischen und
Da der theoretisch erwartete Wert von weit oberhalb dieses Intervalls liegt, gilt die Gleichung für schlanke Spulen bei der hier verwendeten Spule nicht.
Einfluss von Position und Richtung der Hallsonde
-
Einfluss der Richtung: Die Hallsonde misst ausschließlich die Komponente des Magnetfelds, die senkrecht das Hallplättchen durchsetzt. Wird die Sonde am Messort gedreht, verändert sich der Eintrittswinkel der Feldlinien. Dadurch wird nur noch ein Bruchteil der tatsächlichen Flussdichte registriert. Bei einer vollständigen Drehung um
verläuft das Magnetfeld parallel zum Plättchen und die gemessene Hallspannung sinkt auf null.
-
Einfluss der Position: Im Inneren einer idealen, langen Spule herrscht ein weitgehend homogenes Magnetfeld. Eine reine Verschiebung der Sonde entlang der Längsachse im mittleren Spulenbereich beeinflusst den Messwert daher nicht. Wird die Sonde jedoch an die Ränder oder aus der Spule heraus bewegt, wird das Feld stark inhomogen und der Betrag der magnetischen Flussdichte nimmt deutlich ab, sodass die Sonde kleinere Werte als im Zentrum anzeigt.

