Lerninhalte
Inhaltsverzeichnis

Aufgabe 2

Thema

Materialgestütztes Verfassen informierender Texte

Umbrüche in der deutschsprachigen Literatur um 1900

Das Automobil in der Literatur um 1900

Aufgabenstellung

  • An deiner Schule findet eine Projektwoche zum Thema „Mobilität gestern – heute – morgen“ statt. Arbeitsgruppen aus verschiedenen Fächern widmen sich dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Ergebnisse sollen der Schulgemeinschaft und der interessierten Öffentlichkeit in Form einer Projektzeitung am Tag der offenen Tür präsentiert werden.

  • Verfasse für diese Projektzeitung einen informierenden Beitrag über das Motiv des Automobils in der Literatur um 1900.

  • Nutze dazu die folgenden Materialien 1 bis 6 und beziehe Kenntnisse zu den Umbrüchen in der deutschsprachigen Literatur um 1900 ein.

  • Formuliere eine geeignete Überschrift.

  • Verweise auf die Materialien erfolgen unter Angabe des Namens der Autorin bzw. des Autors und ggf. des Titels.

  • Der Beitrag sollte ca. 1200 Wörter umfassen.

Material

M1

Berlin um 1920 (2022)

Historische Schwarzweißaufnahme vom Potsdamer Platz in Berlin mit Straßenbahn, Autos und PassantenHistorische Schwarzweißaufnahme vom Potsdamer Platz in Berlin mit Straßenbahn, Autos und Passanten

Berlin vor 100 Jahren: Viel los auf dem Potsdamer Platz um 1920

Quelle: Berlin um 1920: Bilder der Stadt im Umbruch (30.09.2022). URL: https://www.tip-berlin.de/stadtleben/geschichte/berlin-um-1920-historische-fotos/?fbclid=IwAR0h97Gy2T6a4JlR65eUxTNvjASAY1h9FI1VQTCudM5reFXCdUDeoHDxFqw (Stand: 19.03.2025).

M2

Figuren literarischer Verarbeitung automobiler Erfahrung (2004)

Dorit Müller

Die literarische Gestaltung „automobiler“ Erfahrungen, die jenseits pragmatischer Orientierung und weithin unabhängig von expliziten Erwartungen geschah, lässt sich am ehesten mit dem Begriff der Ästhetisierung erfassen. Werden hier einerseits Strukturen literarischer Technikrezeption der Wilhelminischen Ära, soziale Konfliktfelder, virulente Ängste, Wünsche und Spannungen der Zeit sichtbar, so lassen sich andererseits Bemühungen finden, automobile Bewegungsformen sprachlich innovativ zu fixieren. Als zentral für die literarische Autorezeption kristallisierten sich drei miteinander korrelierende Bedeutungsfelder – Geschwindigkeit, Gewalt und Leben – heraus.

Geschwindigkeit als Sinnbild kultureller Erneuerung: Das gerade erfundene, in der breiten bildungsbürgerlichen Öffentlichkeit aufgrund seiner gewaltförmigen Geschwindigkeit distanziert beobachtete oder bekämpfte Automobil erschien vielen Literaten als willkommenes Symbol für den Bruch mit traditionellen Werten und überkommenen Vorstellungen. Es verkörperte emanzipatorische Kraft gegenüber den Naturkräften (Otto Julius Bierbaum, Oskar Kanehl) oder wurde zum Signum einer technisch modernisierten Staatsform, die mit veralteten Riten brach (Thomas Mann). Gleichermaßen tauchte es als Sinnbild radikaler Abrechnung mit dem Wertekanon der bürgerlichen Welt in futuristischen Manifesten auf (Filippo T. Marinetti). Das Auto symbolisierte Tod und Schrecken für alles „Althergebrachte“, und zugleich gab es das Signal zum Aufbruch in eine neue Zeit, die durch „Liebe zur Gefahr“, Dynamik, kämpferische Kraft und Kriegsbegeisterung geprägt sein sollte (Marinetti). In der Geschwindigkeit der modernen Verkehrsmittel Auto und Flugzeug sah Marinetti auch die Umwälzung künstlerischer Verfahren begründet. „Verkürzte Ansichten“ und „optische Synthesen“ provozierten – so der Futurist in seinen programmatischen Entwürfen – die Sprengung syntaktischer Ordnung. Mit Analogiebildungen, Aneinanderreihung von Nomina und dem Verzicht auf Adjektive und Adverbien zielte er auf eine Dynamisierung der Sprache. Wenngleich nicht so umfassend und radikal, so inspirierte die Erfahrung der Automobilität auch expressionistische Schriftsteller zu Umsturz-Phantasien. Automobile Geschwindigkeit wurde als Befreiung des Individuums aus kollektiven Zwängen, als Überwindung überkommener Denkweisen und Wahrnehmungsgewohnheiten gefeiert (Marie Holzer). Vielfache Gestaltung erfuhren die durch das Fahrterlebnis erzeugten optischen Effekte. Durch Kombination semantisch disparater Bildfelder, durch Aneinanderreihung dynamischer Verben und eine Häufung von Raum-Metaphern, die dem Wandel des Landschaftsbildes Rechnung trugen, versuchten Lyriker wie Alfred Lichtenstein, Oskar Kanehl, Martina Wied, Lola Landau oder Hanns Johst die Bewegungseindrücke während der Autofahrt ästhetisch umzusetzen.

Gewaltförmigkeit automobiler Geschwindigkeit: Bereits in den Jahren um 1900 – vor allem im Umfeld der gesellschaftskritischen Satire in der Wochenschrift Jugend – wurde die Autofahrt auf vielfältige Weise als Akt des Tötens imaginiert: Menschen wurden „zermalmt“, durch Abgase „vergiftet“, „in Stücke“ gerissen, „ausgerottet“ oder „enthauptet“. Diese in ihrer Überspitzung als Gewaltkritik zu verstehende Polemik fand auch Eingang in künstlerisch ambitionierte Texte. Hier konnte sie – ähnlich wie in der Publizistik – Reaktion auf die Unfallgefahr sein (Kanehl) oder als Verunsicherung des überforderten Verkehrsteilnehmers interpretiert werden (Ernst Blass, Franz Werfel). Andererseits griffen expressionistische Autoren in ihren Autodarstellungen auf Motive der Angst, des Wahnsinns, des Obszönen und der tödlichen Gewalt zurück, um sie als Elemente einer Provokationsästhetik gegen die bürgerliche Wertewelt einzusetzen. […]

Automobile Bewegung als vitalistische1 Grundfigur: In den Autofahrt-Darstellungen dominieren Momente der durch die Dynamik der Fortbewegung ausgelösten körperlichen Entgrenzung, des Rauschhaften, Irrationalen und der Todesangst als einer Intensivierung vitaler Kräfte. Das Fahrterlebnis entfachte gesteigerte Lebensfreude (Emmy Hennings, Kurt Erich Meurer), die sich in intensivierter Sinnlichkeit und sexueller Stimulation (René Schickele, Gabriele d’Annunzio), aber auch in Allmachtgefühlen (Marinetti, Kanehl, Lichtenstein) oder in Tollkühnheit und Tatenrausch (Einstein) ausdrücken konnte. Die in solchen Textpassagen verwendete Metaphorik umfasste ein vielfältiges Arsenal an Bildern, die im Kontext einer um 1900 verbreiteten, durch ihre Komplexität und Reichweite nur vage bestimmbaren, aber für die Literatur der Jahrhundertwende einflussreichen vitalistischen Strömung standen. […] Literarisch wurde ein solches Lebens-Konzept durch Metaphern des Organischen, des Fließens und Wachsens, der Ekstase und Entgrenzung, aber auch der Revolte und der Vernichtung getragen. In den Auto-Texten lassen sich solche Bilder vielfach auffinden: Es ist vom „Lebensrhythmus“ des Viertaktmotors (Bierbaum) die Rede, von der urweltlichen Kraft „brüllender Autobus-Herden“ (Goll) und der „Wollust der Motore“, die „dunkle Gewalten“ entfesseln (Johst). Die Autofahrt provoziert den „nackten Kampf der Leiber“ (d’Annunzio), versetzt die Protagonisten in ekstatischen Taumel (Schickele) und steigert sich zum berauschenden Flug in die Sterne (Marinetti). Das Auto konnte aber auch in den Abgrund führen und zerstörerische, „geheimnisvolle Kräfte“ entfalten (Robert R. Schmidt). Allen diesen Beispielen – sei der Vitalismus über den Kult der Sinne, über biologistische2 und antirationalistische Züge oder metaphysische Grenzerfahrungen vermittelt – war zumindest eines gemeinsam: automobile Geschwindigkeit als technische Potenzierung menschlicher Kräfte erschien als Ausdruck einer ersehnten Verlebendigung und Entfesselung erstarrter Formen.

Anmerkung zur Autorin: Dorit Müller: Die Verfasserin (*1969) ist Literatur- und Medienwissenschaftlerin.

1 vitalistisch: dem Vitalismus angehörig. Vitalismus bezeichnet die Lehre, dass eine besondere, nicht erklärbare Lebenskraft alle Lebenserscheinungen entscheidend erhält und beeinflusst.

2 biologistisch: Biologismus bezeichnet die Übertragung biologischer Maßstäbe und Begriffe auf nicht biologische Verhältnisse.

Alle im Text genannten Persönlichkeiten sind um die Jahrhundertwende aktive Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die hier im Kontext der von ihnen in ihren literarischen Werken thematisierten Aspekte genannt werden.

Quelle: Müller, Dorit: Gefährliche Fahrten. Das Automobil in Literatur und Film um 1900. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2004, S. 269 – 271.

M3

Manifest1 des Futurismus (1909)

Filippo Tommaso Marinetti

Am 20. Februar 1909 publizierte der junge italienische Jurist und Dichter Filippo Tommaso Marinetti in der französischen Zeitung „Le Figaro“ sein „Futuristisches Manifest“ und begründete damit die futuristische Bewegung.

[…]

1. Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die Vertrautheit mit Energie und Verwegenheit.

2. Mut, Kühnheit und Auflehnung werden die wesentlichen Elemente unserer Dichtung sein.

3. Bis heute hat die Literatur die nachdenkliche Unbeweglichkeit, die Ekstase und den Schlaf gepriesen. Wir wollen die angriffslustige Beweglichkeit, die fiebrige Schlaflosigkeit, den Laufschritt, den Salto mortale2, die Ohrfeige und den Faustschlag preisen.

4. Wir erklären, dass die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert worden ist: die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen, dessen Karosserie große Rohre zieren, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen ... ein aufheulendes Automobil, das auf Feuersalven dahinzugleiten scheint, ist schöner als die Nike von Samothrake3.

5. Wir wollen jenen Mann besingen, der am Steuer sitzt, dessen ideale Achse die Erde durchquert, die selbst auf ihrer eigenen Bahn dahinjagt.

6. Der Dichter muss bereit sein, sich selbst glühend, glanzvoll und freigebig zu verschwenden, um die leidenschaftliche Inbrunst der Urelemente zu vermehren.

7. Schönheit kann es nur noch im Kampf geben. Ein Werk ohne aggressiven Charakter kann kein Meisterwerk sein. Dichtung muss als gewaltiger Angriff auf die unbekannten Kräfte aufgefasst werden, die nur dazu bestimmt sind, sich vor dem Menschen zu beugen.

8. Wir stehen auf dem äußersten Vorgebirge der Jahrhunderte! … Weshalb sollten wir zurückblicken, wenn wir die geheimnisvollen Tore des Unmöglichen aufbrechen wollen? Zeit und Raum sind gestern gestorben. Wir leben bereits im Absoluten, haben wir doch die ewige, allgegenwärtige Geschwindigkeit längst erschaffen. […]

11. Wir werden die Menschenaufläufe besingen, welche die Arbeit, das Vergnügen oder der Aufruhr in Erregung versetzt; besingen werden wir die vielfarbige, vielstimmige Flut der Revolutionen in den modernen Hauptstädten; besingen werden wir die nächtliche, vibrierende Glut der von grellen elektrischen Monden erleuchteten Arsenale und Werften; die gefräßigen, rauchende Schlangen verschlingenden Bahnhöfe; die an den Wolken hängenden Fabriken mit ihren sich in die Höhe windenden Rauchfäden; die in der Sonne wie Messer aufblitzenden Brücken, die wie gigantische Athleten Flüsse überspannen; die abenteuerlustigen Dampfer, die den Horizont wittern; die breitbrüstigen Lokomotiven, die auf den Schienen wie riesige, mit Rohren gezäumte Stahlrosse stampfen, und den gleitenden Flug der Flugzeuge, deren Propeller wie eine Fahne im Winde knattert und dabei zusammen mit der begeisterten Menge Beifall zu klatschen scheint. […]

Anmerkung zum Autor: Filippo Tommaso Marinetti: Der Verfasser (1876 – 1944) ist eine bis heute umstrittene Person. Der italienische Schriftsteller und Maler gilt als Gründer des Futurismus, der ersten künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts in Italien. Ab 1914 war er dem späteren italienischen Diktator Benito Mussolini eng verbunden und entwickelte sich im Laufe seines Lebens zu einem faschistischen Ideologen und Politiker.

1 Manifest: öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oft politischer Natur.

2 Salto mortale: (wörtl. Todessprung) besonders gefährlicher Sprung in der Artistik.

3 Nike von Samothrake: kurz nach 190 v. Chr. entstandene griechische Skulptur, die die Siegesgöttin Nike darstellt und sich heute im Louvre in Paris befindet.

Marinetti, Filippo Tommaso: Manifeste des Futurismus. Berlin: Matthes & Seitz Verlagsgesellschaft 2018, S. 12 – 14.

M4

Das Automobil in der frühexpressionistischen Literatur. Zum Verhältnis von Expressionismus und Technik (2004)

Dorit Müller

Im Unterschied zum Futurismus finden sich im literarischen Expressionismus keine programmatischen Legitimationsversuche, bei denen technische Veränderungen als Ausgangspunkt weltanschaulicher und ästhetischer Umbrüche herangezogen werden. Die Reaktionen auf technische Phänomene, die sich in literarischen Texten niederschlugen, waren zudem so vielfältig und zum Teil auch widersprüchlich, dass von einer bestimmten Technikeinstellung der Expressionisten gar keine Rede sein kann.

[…] Ungeachtet der heterogenen Erfahrungen, weltanschaulichen Positionen und ästhetischen Ansprüche, die die Dichtung der meist jungen, um 1885 geborenen Autoren bestimmten, lassen sich zumindest zwei wesentliche Tendenzen erkennen: eine expressiv vorgetragene Aufbruchsstimmung und die Suche nach alternativen Lebensformen. Dass diese Suche auf unterschiedlichsten Wegen beschritten wurde – teils in messianischer Verkündungspose, teils in zynisch abgeklärter, provozierender Sprache – macht die Vielschichtigkeit des literarischen Expressionismus aus, dessen Verhältnis zur modernen Technik nur an konkreten Fällen beschreibbar ist. Während Herwarth Walden, Herausgeber der expressionistischen Zeitschrift Der Sturm, 1912 beginnt, die futuristischen Manifeste und Gedichte Marinettis zu drucken und in Deutschland bekannt zu machen, warnt Franz Pfemfert, Verleger des publizistischen Konkurrenzunternehmens – der Aktion – schon 1911 vor einer militärischen Vereinnahmung technischer Erfindungen und beklagt eine Trivialisierung der Kultur:

„[…] Die Technik befindet sich im Schöpfungsrausche. Der Menschengeist hat sich die Naturkräfte in unerhörter Großartigkeit abgerichtet. Die gezähmte und dressierte Elektrizität leistet uns Sklavendienste. Der Weg zu den Höhen der Kultur wäre frei, wenn nicht das Siebenmeilenstiefeltum der Trivialität jedem kulturellen Fortschritt entgegenstehen würde.“

Kritischen Einwänden gegen eine angeblich durch Tempo und Informationsüberfluss erzeugte Geistlosigkeit und allgemeine Oberflächlichkeit standen in der Aktion wiederum literarische Texte gegenüber, die in den modernen Fortbewegungsmitteln das Symbol für eine dynamische und vitalistische Lebensauffassung erblickten und diese als Projektionsfläche emanzipatorischer und utopistischer Ideen benutzten. Um nur ein Beispiel herauszugreifen: Während der Beitrag einer Autorin das Automobil als dynamisches, aus Zwängen befreiendes, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung ermöglichendes Gefährt preist, verwahrt sich ein anderer Autor gegen „die Schnelligkeit des Verkehrs“, die zur „Verunstaltung des Landschaftsbildes“ führe und es unmöglich mache, die „Naturschönheiten“ zu „verdauen“. Wir haben es also mit einer kontroversen, auf unterschiedlichen Ebenen stattfindenden Technikaneignung der Expressionisten zu tun, die in erster Linie durch die Spannung zwischen einer kulturpessimistischen Beurteilung des technischen Fortschritts und der offensichtlichen Faszinationskraft von Schnelligkeit und körperlich erfahrbarer Intensität technischer Phänomene gekennzeichnet war.

[…]

Anmerkung zur Autorin: Dorit Müller: Die Verfasserin (*1969) ist Literatur- und Medienwissenschaftlerin.

Quelle: Müller, Dorit: Gefährliche Fahrten. Das Automobil in Literatur und Film um 1900. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2004, S. 67 f.

M5

Schwärmerei (1911)

Alfred Lichtenstein

1
Ach, wer doch ewig Auto fahren könnte –

2
Wir bohren uns durch hochgestielte Wälder.
3
Wir überholen Flächen, die sich endlos schienen.
4
Wir überfahren den Wind und überfallen die Dörfer, die flinken.
5
Aber verhaßt sind uns die Gerüche der langsamen Städte –

6
Hei, wie wir fliegen! Immer den Tod entlang …
7
Wie wir ihn höhnen und ihn verspotten, der uns am Leben sitzt!
8
Der uns die Gräben legt und alle Straßen krümmt – ha, wir verlachen ihn!
9
Und die Wege, die überwundenen, vergehen vor uns –

10
So werden wir die ganze Welt durchauteln …
11
Bis wir einmal an einem heitern Abend
12
An einem starken Baum ein kräftges Ende finden.

Anmerkung zum Autor: Alfred Lichtenstein: Der Verfasser (1889 – 1914) war Schriftsteller.

Quelle: Lichtenstein, Alfred: Dichtungen. Hg. von Klaus Kanzog und Hartmut Vollmer. Zürich: Arche Verlag 1989, S. 17.

M6

Autofahrt (1911)

Ernst Blass

1
... rast weiter über menschenlosen Platz,
2
Gelb, keuchend, zwischen Träumen und Erwachen.
3
Rings Nebel, die Gebüsche blinder machen.
4
Das Auto dreht ... in einem Satz.

5
Ich liege nur, mein Herz ward ausgerenkt.
6
Bin ich hier nicht am Brandenburger Tor?
7
Rechts steigt der Himmel dunstig schief empor,
8
Wo klein der Mond, ein weißer Tropfen, hängt.

Anmerkung zum Autor: Ernst Blass: Der Verfasser (1890 – 1939) war Schriftsteller.

Quelle: Blass, Ernst: Autofahrt. In: Die Aktion. Jg. 1, Nr. 11 (01.05.1911), Sp. 341.

Sofern nicht anders angegeben, entsprechen Rechtschreibung und Zeichensetzung in allen Materialien der jeweiligen Textquelle.

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?

SchulLV