Bock I – Personalisierung und Inszenierung von Herrschaft
Thema: Herrscherbilder im Zeitalter der großen Revolutionen
Aufgaben
Benenne die formalen Merkmale von M 1 und M 2 und beschreibe die jeweils verwendeten Mittel der Darstellung von Herrschaft.
Erschließe unter Beachtung des historischen Kontextes die Intentionen von M 1 und M 2 und weise anhand beider Materialien sowie anderer Herrscherbilder Kontinuität und Wandel in der Inszenierung von Herrschaft nach.
Erörtere anhand weiterer historischer oder aktueller Beispiele, inwieweit Personalisierung und Inszenierung eine Herrschaft sowohl stabilisieren als auch gefährden kann.
Grundlagen
Krönungsporträt des britischen Königs Georg III. von A. Ramsay (1761/62)
Sammlung des Buckingham Palace, London, URL: <https://www.rct.uk/collection/405307/george-iii-1738-1820> (abgerufen am 28.07.2026)
Das so genannte „Lansdowne-Porträt“ des Präsidenten der USA, George Washington, von Gilbert Stuart (1796)
Sammlung der National Portrait Gallery, Washington D. C., URL: <https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gilbert_Stuart_-_George_Washington_(Lansdowne_Portrait)_-_Google_Art_Project.jpg> (abgerufen am 28.07.2026)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1 Krönungsporträt des britischen Königs Georg III. von A. Ramsay (1761/62)

Anmerkungen zu M 1:
Allan Ramsay (1713-1784) war Hofmaler des britischen Königshauses.
Die Regierungszeit Georgs III. erstreckte sich von 1760 bis 1820.
Das vorliegende Porträt entstand nach der Krönung Georgs III., in den folgenden Jahren entstanden in Ramsays Studio noch über 170 Kopien davon. Das Ölbild auf Leinwand hat eine Größe von ca. 250 x 163 cm.
Im Hintergrund rechts auf einem Kissen ist im Anschnitt die Königskrone zu erkennen.
Die Brustkette weist Georg als Mitglied eines Ritterordens aus. Die anhängende Reiterfigur zeigt den heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen. Das Schnallenband am linken Strumpf Georgs trägt die Aufschrift „Honi soit qui mal y pense“ (altfranzösisch, etwa: „Böse ist, wer Böses darüber denkt“) – das Motto des 1348 vom englischen König gegründeten „Hosenbandordens“
M 2 Das so genannte „Lansdowne-Porträt“ des Präsidenten der USA, George Washington, von Gilbert Stuart (1796)

Anmerkungen zu M 2:
Gilbert Stuart (1755-1828) war ein amerikanischer Maler.
George Washington als erster Präsident der USA regierte von 1789 bis 1797.
Das 1796 entstandene Porträt soll Washington in seinem letzten Amtsjahr bei seiner jährlichen Ansprache vor dem Kongress am 7. Dezember 1795 zeigen. Es entstand für den britischen Politiker William Petty, Marquis von Lansdowne, der als Premierminister 1782/83 die Verhandlungen zum Friedensschluss mit den USA geleitet und sich auch schon vorher für deren Anerkennung ausgesprochen hatte.
Gilbert Stuart fertigte von diesem Bild drei weitere Kopien an, weiterhin noch verschiedene Variationen und deren Kopien. Alle dieser Porträts wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts auch noch von anderen Malern zahlreich kopiert. Ein derartiges Kopf-Porträt Washingtons findet sich bis heute auf der amerikanischen Ein-Dollar-Note.
Das vorliegende Bild ist ein Ölgemälde auf Leinwand und hat eine Größe von 248 x 159 cm.
Teilweise lesbare Titel der abgebildeten Bücher: oben „Federalist“ (= Der Föderalist) und „Journal of Congress“ (= Protokolle des Kongresses), unten „General Orders“ (= Allgemeine Anordnungen/Befehle), „American Revolution“ und „Constitution & Laws of the United States“ (= Verfassung und Gesetze der Vereinigten Staaten).
Symbole am Tischbein: Ein Rutenbündel (lat. fasces), war das Symbol staatlicher Autorität im Römischen Reich der Antike. An der Stelle der Beile der römischen Rutenbündel befinden sich im oberen Teil nun (See-)Adler.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1 ist ein großformatiges Ölgemälde, es handelt es sich um ein lebensgroßes Porträt des britischen Königs Georg III., das von dem Hofmaler A. Ramsay aus Anlass der Krönung in vielen Kopien angefertigt wurde. Damit richtete sich dieses Bild sowohl an die königliche Familie und die adlige Oberschicht als auch an staatliche Einrichtungen und die Öffentlichkeit des Britischen Empires.
Auf folgende Mittel kann Bezug genommen werden:
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Bildaufteilung: Person lebensgroß in der Mitte, auf einem teppichbedeckten Podest stehend, im Vordergrund rechts auf einen Tisch mit einer Krone gestützt, mit verschiedenen Attributen ausgestattet, vor einer großen Säule und drapiertem Stoffhintergrund, in einem palastartigen Innenraum
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Farben: Hinter- und Untergrund v. a. Grau- und Rottöne, Person des Königs v. a. gold, blau und weiß
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Körperhaltung: Halbprofil, Blick in den linken Bildvordergrund, leicht angewinkelter Stand, wirkt entspannt und trotzdem resolut, rechter Arm in die Hüfte gestemmt, linker auf einen Tisch gestützt
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Kleidung: prachtvoll, golddurchwirkter langer Rock mit großen Ärmelaufschlägen, passende Kniebundhosen, helle (Seiden-)Strümpfe, Hemd mit Kragen und Ärmeln aus Spitze, weiße Perücke, elegante Schuhe mit goldenen Spangen, mächtiger Übermantel, außen blau (Samt) mit goldener Bordüre, innen gefüttert weiß mit schwarzen Punkten (Hermelinpelz).
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besondere Attribute / Gegenstände: Ordenskette mit Anhänger, Gürtel mit Degen, farbige Kordeln mit Quasten, Schleifen, Strumpfband, Krone im Hintergrund
M 2 ist ebenfalls ein Ölgemälde in lebensgroßem Format, hier geht es um G. Washington, den ersten Präsidenten der USA. Urheber ist der amerikanische Maler G. Stuart, der seine Bilder selbstständig verkaufte. Auch dieses Bild entstand zeitnah, auch hiervon existierten zahlreiche Kopien und Nachahmungen.
Auf folgende Mittel kann Bezug genommen werden:
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Bildaufteilung: Stehende Person in der Mitte auf einem Teppich, zwischen Tisch und Sessel. Im Hintergrund Säulen und drapierter Stoff, die Säulen beginnen aber nicht auf dem Boden, sondern auf einer etwa brusthohen Balustrade und lassen teilweise den Blick nach außen auf den Himmel frei.
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Farben: Dominierend sind Grau-, Braun- und Rottöne, die Person Washingtons hebt sich vorwiegend in schwarz mit weißen Akzenten daraus hervor. Die Ansichten des Himmels zeigen vorwiegend Hellblau, aber auch grau-weiße Wolken und Teil eines Regenbogens
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Körperhaltung: aufrecht auf beiden Beinen, Blick nach vorn links, ausgestreckte Hand in diese Richtung, linke Hand hält einen Degen. Klassische Pose eines Redners vor Publikum, ernsthaft und streng.
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Kleidung: beinahe durchgehend schwarz, so dass Einzelheiten nicht genau zu unterscheiden sind. Lange, schlichte, offenstehende Überjacke bzw. Mantel, darunter eine kürzere Jacke oder Weste, schwarze Strümpfe (daher vermutlich auch Kniebundhosen), schwarze Schnallenschuhe. Weißes Hemd mit Kragen und Spitzen, weiße Perücke. Degen mit goldverziertem Griff, rötliches Schmuck-/ Halteband mit goldfarbener Quaste.
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besondere Attribute/ Gegenstände: gebundene Bücher, silberne Schreibgarnitur mit Feder, gerollte lose Papiere, schwarzer Hut mit Schleife oder Spitze. Tischbein mit Rutenbündel und Adlern, gepolsterter Sessel mit geschnitzten Verzierungen, Medaillon in der Rückenlehne mit „Stars and Stripes“. Stoffbahnen, Kordeln, Quasten, Durchblicke zum Himmel mit Wolken und Regenbogen.
Allgemein lässt sich M 1 in den Kontext des Britischen Empires stellen, die Darstellung des 1761 neuen Königs soll seinen Herrschaftsanspruch über das Mutterland und alle seine Kolonien zeigen. Zeitlich fiel der Regierungsantritt Georgs in den Siebenjährigen Krieg, in dem Großbritannien gegen Frankreich die Vorherrschaft über die Kolonien in Nordamerika und Indien gewann. Im Zuge der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung wurde Georg als König für die Kolonisten zu einer Hassfigur. Seine lange Regierungszeit umfasste auch noch die Französische Revolution und die anschließenden Napoleonischen Kriege.
Gesichtspunkten der Kontinuität lassen sich beispielsweise die folgenden Absichten von M 1 zuordnen:
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Repräsentation des Staates, Proklamation des Herrschaftsanspruchs durch Beauftragung eines Hofmalers, Größe des Gemäldes
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traditionelle adelige bzw. monarchische Selbstdarstellung: prächtige Kleidung mit exklusiven Stoffen und Farben, erhöhte Stellung auf einem Podest, Waffe, Krone, Verweise auf die ritterliche Abstammung, prächtiges Interieur
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Darstellung von Eigenschaften mit symbolischen Gegenständen: Reichtum (Gold, Pelz), Autorität, Macht (Krone, Waffe), Stabilität (Säule, Stoffgewölbe)
Als Aspekte des Wandels lassen sich diese Merkmale erkennen:
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Verzicht auf einige der traditionellen Herrschaftssymbole: kein Zepter, Krone an der Seite, eher lässige Körperhaltung – Georg III. als „moderner“ König
Die 1776 vollzogene Unabhängigkeit der 13 britischen Kolonien als „Vereinigte Staaten von Amerika“ brachte die erste neuzeitliche Demokratie hervor. George Washington als Oberbefehlshaber der Armee im Unabhängigkeitskrieg, Gründervater und erster Präsident der USA wurde für den jungen Staat zu einer anhaltenden Integrations- und Identifikationsfigur.
M 2 zeigt in seinen Intentionen viele Aspekte von Kontinuität mit vorangegangenen monarchischen Herrscherbildern:
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Auch der junge Staat USA hat das Bedürfnis, den oder die Inhaber der Herrschaftsgewalt öffentlich bekannt zu machen.
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Auch dieses lebensgroße Porträt soll repräsentativen Zwecken dienen und den Herrschaftsanspruch des Präsidenten vermitteln.
In den symbolhaften Beifügungen folgt der Maler einerseits hergebrachten Stilmitteln des Herrscherbildes (z. B. Säule/Palast, Thronsessel, Teppich, Himmelsgewölbe, Waffe). Andererseits wird aber auch deutlich ein Wandel betont, indem sichtbare Bezüge zu republikanischen, bürgerlichen und aufklärerischen Vorstellungen hergestellt werden. Dies lässt sich aus verschiedenen Bildelementen ableiten:
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Rednerpose: erinnert an antike Darstellungen, verdeutlicht die Überzeugungskraft des Wortes in einer Versammlung
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Fascesbündel: Symbol staatlicher Macht in der Tradition der römischen Republik
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schlichte Kleidung: schwarz bevorzugende, bürgerliche Mode, signalisiert sachliche Autorität und Bescheidenheit
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Degen: Symbol der Staatsmacht oder des Feldherrn
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Bücher, Schreibzeug und Papier: geistige Arbeit, Vernunft und Recht als Ideale der Aufklärung
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Thronsessel: ohne Wappen einer Herrscherdynastie, sondern mit US-Flagge
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Regenbogen: Symbol für Hoffnung und Frieden nach einer stürmischen Zeit
Wesentliche Absichten des Bildes sind also neben der Repräsentation staatlicher Autorität die Legitimation der neuen demokratischen Republik, in der Herrschaft vor allem auf der Grundlage von Vernunft und Recht beruht
Mögliche Aspekte einer Erörterung könnten z. B. folgende sein:
Die Fokussierung auf eine Führungspersönlichkeit („Personalisierung“) und die bewusst arrangierte Darstellung ihrer Herrschaft nach außen und innen („Inszenierung“) scheint weltgeschichtlich gesehen mehr oder weniger der Normalfall zu sein. Selbstverständlicher erscheint dies für alle Formen von monarchischen, diktatorischen oder autoritären Systemen, weniger augenfällig wird es bei republikanischen oder demokratischen Systemen.
Als Belege bieten sich einmal Beispiele verschiedener antiker oder mittelalterlicher Herrscher an, in der jüngeren Geschichte dann z. B. die Herrschaft Napoleons, die Inszenierung der deutschen Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II. seit 1871, der Personenkult um Lenin und Stalin, der Führerkult A. Hitlers, die Verehrung Ulbrichts und Honeckers in der DDR.
Inszenierung der Herrschaft lässt sich aber auch z. B. in der Römischen Republik („SPQR“), der Französischen Revolution (Jakobinerzeit) oder der Sowjetmacht finden. Auch bleibt der Aspekt der Personalisierung unter Umständen erhalten (z. B. Caesar, Cicero, Danton, Robespierre oder Lenin als hervorgehobene Führungspersönlichkeiten).
Wesentlich für jede Inszenierung sind Gegenstände und Rituale mit symbolischen Bedeutungen wie z. B. Wappen, Standarten, Flaggen, Grußformeln u. a.
Neben der Lenkung des Blicks auf Personen kann Inszenierung auch andere Formen annehmen, z. B. Massenaufmärsche, Paraden, Siegesfeiern oder die Anlage bzw. Gestaltung von monumentalen Bauwerken, Feiertagen oder Verhaltensregeln.
Auch die modernen Demokratien inszenieren bewusst ein Bild ihrer Herrschaft und heben Führungspersonen heraus. Beispielhaft lässt sich dies etwa an den deutschen Demokratien des 20. Jahrhunderts nachweisen. In der Weimarer Republik fanden sich z. B. Staatssymbole wie Schwarz-Rot-Gold als Flaggenfarben, der Reichspräsident als „Ersatzkaiser“, der „Verfassungstag“ als Feier der Republik. Die alte und auch gegenwärtige Bundesrepublik Deutschland zeigten bzw. zeigen z. B. einen Nationalfeiertag (17.6. bzw. 3.10.), bestimmte Staatssymbole (Flagge, Bundesadler), den Bundeskanzler als prägende Person einer jeweiligen „Ära“, den Bundespräsidenten als Staatsoberhaupt.
Im Zeitalter der Massenmedien erreichen die Fokussierung auf eine Führungspersönlichkeit und die bewusst arrangierte Darstellung ihrer Herrschaft nach außen und innen eine neue Qualität. Sofern die Medien nicht unmittelbar lenkbar sind, erfordert die Selbstdarstellung eine geschickte Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) mit unterschiedlichsten Methoden.
Durch die sozialen Medien des 21. Jahrhunderts haben sich die Möglichkeiten der Selbstdarstellung von Herrschaft noch einmal erweitert. Das „Image“ einer Regierung oder Herrscherperson wird heute auch durch ihren Auftritt in den weltweiten Netzen bestimmt.
Auf Grundlage dieser oder weiterführender Aspekte lassen sich einige grundsätzliche und gewichtige Argumente entwickeln, die dafür sprechen, dass Personalisierung und Inszenierung eine Herrschaft stabilisieren kann:
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Personalisierung und Inszenierung fördern Identifikation und emotionale Verbundenheit der Beherrschten mit den Herrschern.
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Sie können eine stärkere Mobilisierung der Massen bewirken, deren Zustimmung erhöhen und die Legitimierung der jeweiligen Herrschaft verstärken.
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Sie vereinfachen komplexe Zusammenhänge und machen sie damit für eine breite Masse verständlicher.
Argumente, die hervorheben, dass Personalisierung und Inszenierung eine Herrschaft auch gefährden können, sind weniger offensichtlich, aber durchaus zu finden, z. B. die folgenden:
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Gefahren für die Stabilität einer politischen Herrschaft drohen insbesondere dann, wenn im Fall eines Wechsels die Fokussierung auf eine Person nicht mehr gewährleistet ist, z. B. durch Tod, Krankheit oder Niederlage in einem Konflikt (Beispiele: Abdankung Napoleons, Wilhelms II., Entstalinisierung in der UdSSR, Rücktritt Honeckers in der DDR).
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Ebenso kann eine Diskreditierung der Herrscherpersönlichkeit gegenüber den Beherrschten zu einem Vertrauensverlust führen, der das gesamte Herrschaftssystem gefährdet. (z. B. die Sicht der nordamerikanischen Kolonisten auf Georg III. als „Tyrann“, die Verspottung des geisteskranken Königs in Großbritannien im Alter).
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Der Missbrauch personalisierter Macht der Führungspersönlichkeit ist eine immerwährende Gefahr in jedem Herrschaftssystem (Bsp.: Nero, Robespierre, Stalin).
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Die übrigen staatlichen Institutionen werden gegenüber der Herrscherpersönlichkeit geschwächt, auch dies kann zu einer Erosion des gesamten Herrschaftssystems beitragen (z. B. „Persönliches Regiment“ Wilhelms II., Donald Trump als autoritärer „Dealmaker“).
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Eine politische Herrschaft, deren Selbstinszenierung in krassem Widerspruch zur offensichtlichen Realität steht, verliert ihre Glaubwürdigkeit gegenüber den Beherrschten und kann damit selbst zum Niedergang dieser Herrschaft beitragen (Bsp.: Propaganda des NS in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, Spätphase der DDR ab 1985).