HT 1
Bestimmung des Planck'schen Wirkungsquantums auf zwei verschiedene Arten
Das sogenannte Planck'sche WirkungsquantumIm Folgenden sollen zwei Methoden zur Bestimmung von
Teilaufgabe 1: Wellen- und Teilcheneigenschaften von Licht
Ende des 19. Jahrhunderts war die Beschreibung des Lichts als elektromagnetische Welle vielfach experimentell bestätigt worden und allgemein anerkannt. Anfang des 20. Jahrhunderts führten neue experimentelle Erkenntnisse zu einer Weiterentwicklung der physikalischen Beschreibung von Licht.
a)
- Beschreibe kurz ein Experiment, mit dem man die Welleneigenschaft des Lichts zeigen kann.
- Gib eine Beobachtung in Ihrem Experiment an, die sich durch die Welleneigenschaft von Licht erklären lässt.
b)
- Beschreibe kurz ein Experiment, mit dem man die Teilcheneigenschaft des Lichts zeigen kann.
- Gib eine Beobachtung in Ihrem Experiment an, die sich durch die Teilcheneigenschaft von Licht erklären lässt.
(4 + 4 Punkte)
Teilaufgabe 2:
-Bestimmung mit dem Fotoeffekt
Eine Möglichkeit, das Planck’sche Wirkungsquantum
Abbildung 1: Schematischer Aufbau zur Gegenfeldmethode des Fotoeffekts
a)
Beschreibe den Aufbau des Versuchs zur Gegenfeldmethode des Fotoeffekts.
b)
- Erkläre die Entstehung des Fotostroms
und sein Absinken bei der Erhöhung der Spannung
.
- Erläutere, dass die kinetische Energie
der schnellsten aus der Fotokathode ausgelösten Elektronen mit der Formel
berechnet werden kann.
ist dabei die Elementarladung.
| 578 | 5,19 | 0,99 |
| 546 | 5,49 | 1,13 |
| 436 | 6,88 | 1,72 |
| 405 | 7,41 | 1,90 |
| 366 | 8,20 | 2,26 |
Tabelle 1: Messwerte zum Versuch zur Gegenfeldmethode des Fotoeffekts
c)
- Berechne die Frequenz
des eingestrahlten Lichts mit der Wellenlänge
- Zeige durch eine graphische Auswertung aller Messwerte, dass es zwischen der Frequenz
des eingestrahlten Lichts und der kinetischen Energie
der schnellsten aus der Fotokathode ausgelösten Elektronen einen linearen Zusammenhang gibt.
- Erläutere den Zusammenhang
zwischen der Spannung
und der Frequenz
des eingestrahlten Lichts.
- Begründe (mit der obigen Gleichung), dass eine Intensitätsveränderung des eingestrahlten Lichts keine Änderung der Messwerte aus Tabelle 1 bewirken würde.
- Bestimme unter Verwendung aller Messwerte einen Wert für das Planck'sche Wirkungsquantum
- Bestimme die minimale Frequenz des eingestrahlten Lichts
, bei der in der Fotozelle des Versuchs aus Tabelle 1 gerade Elektronen aus der Fotokathode ausgelöst werden.
(4 + 6 + 19 Punkte)
Teilaufgabe 3:
-Bestimmung mit einer Röntgenröhre
Die Erzeugung von Röntgenstrahlung erfolgt mit einer Röntgenröhre. Der schematische Aufbau einer Röntgenröhre ist in Abbildung 2 dargestellt.
Abbildung 2: Schematischer Aufbau einer Röntgenröhre
a)
Erläutere die Wechselwirkungsprozesse in der Anode der Röntgenröhre, die zur Emission von Röntgenbremsstrahlung und charakteristischer Röntgenstrahlung führen.
Abbildung 3 zeigt den schematischen Aufbau zur genaueren Untersuchung der Röntgenstrahlung mit dem Drehkristallverfahren nach Bragg.
Abbildung 3: Schematischer Aufbau des Drehkristallverfahrens nach Bragg
b)
Erläutere anhand von Abbildung 3 die Entstehung von konstruktiver Interferenz beim Drehkristallverfahren nach Bragg zur Untersuchung von Röntgenstrahlung.
Abbildung 4
c)
Leite mithilfe der in Abbildung 4 vorgegebenen Zeichnung die Bragg-Gleichung
her.
Hierbei meint
den Netzebenenabstand,
die Ordnung des Maximums,
die Wellenlänge der Röntgenstrahlung und
den sogenannten Glanzwinkel, unter dem man konstruktive Interferenz beobachten kann.
In Abbildung 5 sind kontinuierliche Bremsstrahlungsspektren für verschiedene Beschleunigungsspannungen
Abbildung 5: Kontinuierliches Bremsstrahlungsspektrum für verschiedene Beschleunigungsspannungen einer Wolfram-Anode; hier ist die Intensität
der Röntgenstrahlung in relativen Einheiten gegen die Wellenlänge
aufgetragen
d)
Erläutere die Entstehung der kurzwelligen Grenze der Röntgenbremsstrahlung
e)
- Bestimme für die verschiedenen Beschleunigungsspannungen
die kurzwelligen Grenzen der Röntgenbremsstrahlung
aus Abbildung 5.
- Zeige mithilfe der abgelesenen Werte für
aus Abbildung 5, dass die maximale Energie der Röntgenstrahlung
proportional zum Kehrwert der kurzwelligen Grenze der Röntgenbremsstrahlung
ist:
.
- Bestimme mithilfe Ihrer Messwerte aus Abbildung 5 einen Wert für das Planck'sche Wirkungsquantum
(6 + 3 + 5 + 2 + 12 Punkte)
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Teillösung 1
a)
Sämtliche Experimente, die Interferenz aufzeigen, eignen sich.
So beispielsweise auch das Doppelspaltexperiment.
Laserlicht beleutet einen Doppelspalt. Zu beobachten ist ein Streifenmuster aus abwechselnd hellen und dunklen Bereichen. Dies lässt sich durch die Interferenz von Wellen erklären.
b)
Gegenfeldmethode zum Nachweis des Fotoeffektes:
Wenn Licht passender Frequenz auf eine Metalloberfläche trifft, werden Elektronen aus dem festen Metallverbund gelöst und Lichtquanten emittiert.
Licht lässt sich als Strom von Photonen deuten. Ein Photon überträgt seine gesamte Energie auf das Elektron um es aus dem Metallverbund zu lösen.
Die Teilcheneigenschaft des Lichts erklärt den Fotoeffekt: Energie elektromagnetischer Strahlung wird quantisiert.
Teillösung 2
a)
An eine Vakuumfotozelle - bestehend aus einer Ringanode, einer Fotokathode und einer mit Gas gefüllten Röhre - wird eine Gleichspannung
angelegt. Der Minuspol der Spannungsquelle wird mit der Ringanode verbunden.
Messgeräte: Ein Voltmeter zeigt die Spannung in Volt an und ein Amperemeter misst den Fotostrom in Nanoampere.
b)
Entstehung des Fotostroms
Licht geeigneter Frequenz löst Elektronen aus dem Metallverbund, welche sich in Richtung der Anode bewegen. Dadurch wird der Stromkreis geschlossen und der Fotostrom
ist messbar.
Erklärung des Absinkens des Fotostroms bei Erhöhung der Spannung
Durch die Spannung
entsteht ein elektrisches Feld zwischen Fotokathode und Anode. Dieses bremst die Bewegung der Elektronen ab. Um also die Anode zu erreichen, muss die kinetische Energie eines Elektrons groß genug sein um die elektrische Feldenergie zu überwinden.
In Formeln:
Wird die Spannung
erhöht, erhöht sich die elektrische Feldenergie. Ist die elektrische Feldenergie ebenso groß wie die kinetische Energie der Elektronen, schaffen es nur die schnellsten Elektronen zur Anode zu gelangen. Ist die elektrische Feldenergie größer als die kinetische Energie der Elektronen, können die Elektronen die Anode nicht mehr erreichen. Dadurch sinkt der Fotostrom auf null ab.
Maximale kinetische Energie der Elektronen
c)
Frequenz
berechnen
Gegeben:
Gesucht:
Lösung: Es ist
Die Frequenz
ergibt sich durch Einsetzen der Werte:
Linearer Zusammenhang zwischen
und
Gegeben: Werte in Tabelle und
Gesucht:
Lösung: Es ist
Damit kann die Tabelle wie folgt ergänzt werden:
Die Werte aus der Tabelle werden im
-
-Diagramm eingezeichnet.
Im Diagramm wird eine Ausgleichsgerade gezogen. Von dieser Ausgleichsgeraden weichen die Punkte nur minimal ab. Dies zeigt den linearen Zusammenhang.
Zusammenhang
und
Um ein Elektron aus dem Metallverbund lösen zu können, überträgt ein Lichtquant seine gesamte Energie
auf das Elektron.
Das Elektron nutzt die vom Photon übertragene Energie, um sich (mittels Austrittsarbeit
) aus dem Metallverbund zu lösen und sich zur Anode (mittels kinetischer Energie
)zu bewegen.
Es gilt also:
Intensitätsveränderung
Um ein Elektron aus dem Metallverbund lösen zu können, überträgt ein Lichtquant seine gesamte Energie
auf das Elektron. Dabei hängt die Energie des Photons nur von der Frequenz
ab. Da
gilt, hängt die Energie des Photons auch von der Wellenlänge
des eingestrahlten Lichtes ab.
Die Energie des Photons ist unabhängig von der Lichtintensität.
Die Elementarladung
und die Austrittsarbeit
sind konstant. Dadurch hängt die Spannung
ebenfalls nur von der Frequenz
und der Wellenlänge des eingestrahlten Lichtes
ab.
Wenn die Intensität des eingestrahlten Lichts verändert wird, betrifft dies die Anzahl der eintreffenden Photonen pro Zeiteinheit, nicht jedoch ihre Energie. Das bedeutet, dass bei einer Änderung der Intensität zwar mehr oder weniger Elektronen ausgelöst werden können, die Energie jedes einzelnen Elektrons jedoch unverändert bleibt.
Eine Intensitätsänderung nimmt keinen Einfluss auf die Messwerte.
Planck'sches Wirkungsquantum
bestimmen
Die Ausgleichsgerade wird durch die Geradengleichung
beschrieben.
Das Planck'sche Wirkungsquantum
entspricht der Steigung der Geraden. Dazu kann ein Steigungsdreieck in die Abbildung eingezeichnet werden, bzw. ein Wertepaar aus der Tabelle genutzt werden:

Alternativ kann auch mit dem Taschenrechner der Graph der Ausgleichsgeraden dargestellt werden und die Gleichung bestimmt werden.
Minimale Frequenz bestimmen
Alternativ kann die minimale Frequenz auch aus dem Diagramm als Nullstelle der Ausgleichsgeraden abgelesen werden.
| 5,19 | 0,99 | 1,58 |
| 5,49 | 1,13 | 1,81 |
| 6,88 | 1,72 | 2,75 |
| 7,41 | 1,90 | 3,04 |
| 8,2 | 2,26 | 3,62 |
Teillösung 3
a)
Die aus der Glühkathode emittierten Elektronen werden in der Röntgenröhre beschleunigt und treffen auf die Anode. Hier treffen sie auf die Atome der Anode.
Röntgenbremsstrahlung
Der positive Anodentomkern zieht die Elektronen an und lenkt (bremst) sie ab. Die verlorene kinetische Energie wird in Form von Röntgenstrahlung abgestrahlt.
Charakteristische Röntgenstrahlung
Trifft das Elektron auf ein Hüllenelektron des Anodenatoms, kann es dieses bei genügend großer Energie aus der K-Schale stoßen. Es kommt zur Rekombination aus der L-, M-... Schale (Das Elektron überträgt beim Stoßprozess seine Energie auf kernnahem Hüllelektronen, welche in eine höhere Schale springen können. Dadurch entsteht eine Lücke einer innerliegenden Schale. Diese wird durch ein Elektron einer äußerliegenden Schale gefüllt.)
Durch diesen Prozess wird Energie in Form von Licht frei.
Durch diesen Prozess wird Energie in Form von Licht frei.
b)
Ein schmales Röntgenlichtbündel trifft auf den Kristall und wird von diesem reflektiert. Um dies zu verstehen, können werden die Atomrümpfe im Gitter als Ursprungspunkte von Elementarwellen betrachten, die miteinander interferieren.
Konstruktive Interferenz tritt auf, wenn sich Wellenzüge überlagern (also Wellenberge und -täler addieren). Somit ist der Gangunterschied ein Vielfaches der Wellenlänge
ist.
Ein Gangunterschied entsteht, weil sich die Wellen, an unterschiedlichen Gitterebenen reflektieren, dadurch unterschiedlich lange Wege zurücklegen und schließlich überlagern.
Dies passiert nur für bestimmte Winkel
c)
Das Dreieck A,B mit dem Winkel
ist rechtwinklig. Es gilt:
Für den Gangunterschied
der an den beiden Netzebenen reflektieten Wellen gilt:
d)
Die kurzwellige Grenze
der Röntgenbremsstrahlung entsteht, wenn hochenergetische Elektronen auf die Anode treffen und durch die Anziehung der Atomkerne abgebremst werden. Diese Grenze markiert die kürzeste Wellenlänge im Röntgenspektrum, was bedeutet, dass die erzeugten Photonen die größtmögliche Energie haben. Dies geschieht, wenn die gesamte kinetische Energie der Elektronen vollständig in Röntgenstrahlungsenergie umgewandelt wird, gemäß der Gleichung
.
e)
| Beschleunigungsspannung | |
|---|---|
| A | 0,062 |
| B | 0,048 |
| C | 0,041 |
| D | 0,035 |
| E | 0,031 |
| F | 0,025 |