Lerninhalte in Französisch
Inhaltsverzeichnis

Partie B

4.
Pour son cours de SES (Sciences économiques et sociales), ta correspondante Leila prépare une présentation sur les
frugalistes en Europe. Elle te demande de bien vouloir lui donner des renseignements sur ce mouvement et sa réputation
en Allemagne. Sur la base de l'article « Willkommen im Schlaraffenland des Frugalismus », tu lui écris un e-mail pour
lui donner les informations demandées.
Rédige cet e-mail.
(médiation) (18 Punkte)

Nadine Oberhuber
Willkommen im Schlaraffenland des "Frugalismus"

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Die Bewegung des „Frugalismus“ liegt im Trend: Junge Leute horten so viel Geld, dass sie
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schon mit 40 Jahren in Rente gehen können. Klingt verlockend – aber das große Sparen hat
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seinen Preis.
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Interessant, auf welche Ideen der Mensch so kommt, um sein Leben besser zu machen. [...]
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Frugalismus heißt der neue Trend. Frugalisten warten, bis ihr Konto so üppige Früchte abwirft,
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dass sie davon leben können – nur von den Erträgen, ganz ohne Arbeit. Bis dahin leben
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sie sparsamst und füttern mit jedem verfügbaren Euro ihr Konto. Die Rente mit 40 ist ihr Ziel.
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Auch das klingt nach Schlaraffenland. Aber ist es das auch?
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Wie es geht, erklären führende Frugalisten so: Es brauche kein Großgehalt, um mit 40 aus-
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gesorgt zu haben, dazu reiche das Normaleinkommen. Jeder könne sehr viel Geld sparen,
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wenn er seine Ausgaben aufs Nötigste beschränke. Also: kleinere Wohnung, Auto abschaf-
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fen, weniger ausgehen, regional Urlaub machen, selber kochen – schon reichen 1500 Euro
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locker zum Leben, heißt es. Der Durchschnittshaushalt könne also jeden Monat 1200 Euro
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sparen. Das Vermögen wachse rasant auf rund 350.000 Euro, wenn man diese Rate 15 Jahre
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lang in einen Fondssparplan stecke. Davon könne man sich dann selbst eine ewige Rente
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von 1676 Euro auszahlen, wenn das Geld im Fondsdepot bleibt.
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Klingt toll, aber nur aus der Ferne. Näher besehen leben Frugalisten zu zweit auf 40 Quadrat-
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metern, besitzen keine Handys und geben 100 Euro monatlich für Lebensmittel aus. Das geht,
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wenn man Reis, Nudeln und Haferflocken mag und extreme partnerschaftliche Nähe liebt,
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aber andere Sozialkontakte scheut. Vielleicht schreiben deshalb so viele Frugalisten Blogs.
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Ob solche Sparfüchse überhaupt das Rentenalter erreichen oder vorher an körperlicher und
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geistiger Mangelernährung eingehen, ist noch nicht erforscht – dafür ist die Frugalfraktion
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zu jung.
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Wenn sie dann mit 40 in Frührente gehen, leben sie genauso spartanisch weiter wie zuvor-
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von 1670 Euro. Tolle Aussicht, oder? Und würden alle so sparsam leben, bisse sich das
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Modell schnell in den Schwanz – denn wie sollen jahrzehntelang Erträge aus Aktienfonds
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sprudeln, wenn niemand konsumiert und die Wirtschaft nicht mehr wächst?
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Trotzdem kann man sich von der Idee etwas abschauen. Lebten wir alle ein wenig frugaler
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und fingen früh damit an, könnten wir später größere Früchte ernten. Wer etwa mit 25 Jahren
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beginnt, 300 Euro monatlich ins Fondsdepot zu legen, der hat nach 33 Jahren so viel beisam-
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men, dass er sich eine Extrarente von 2091 Euro auszahlen kann, bis er 90 ist. Bei 450 Euro
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monatlich kommt man schon nach 27 Jahren auf denselben Betrag und nach 33 Jahren sogar
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auf eine lebenslange Zusatzrente von 2950 Euro. Hinzu kommt dann noch die gesetzliche
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Rente, weil man anders als die Frugalen nicht mit 40 das Arbeiten eingestellt hat.
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Wie klingt das? Fast nach Schlaraffenland, oder?
(447 mots)
Aus: Nadine Oberhuber: Willkommen im Schlaraffenland des "Frugalismus". Capital, 06.11.2019 (Auszug)
https://www.capital.de/geld-versicherungen/willkoommen-im-schlaraffenland-des-frugalismus (Zugriff: 20.03.2020)