Lerninhalte in Französisch
Inhaltsverzeichnis

Partie B

4.
Ton amie Emma prépare un exposé sur les marchés du logement dans les grandes métropoles européennes et te
demande des informations sur la situation en Allemagne. Sur la base de l'article sur le plafonnement des loyers
et des allocations logement à Berlin, tu lui réponds par e-mail.
Rédige cet e-mail.
(médiation) (18 Punkte)

Marcel Fratzscher
Der Mietendeckel schadet Geringverdienern

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Der Berliner Mietendeckel ist gescheitert, jetzt fordern einige dasselbe für den Bund. Aber
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das wird nicht helfen, um die Wohnungsfrage zu lösen. Es gibt bessere Ansätze.
[...]
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Wohnen hat sich zur sozialen Frage entwickelt
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Zuerst zu den Fakten. Wie sehr das Wohnen zur sozialen Frage für viele Menschen geworden
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ist, lässt sich an den Mieten und Preisentwicklungen ablesen. [...]
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Eine detaillierte Analyse zeigt zudem, dass es vor allem Menschen in größeren Städten sind,
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die einen besonders starken Anstieg ihrer Mietkosten erlebt haben. Heute gilt jeder siebte
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Haushalt in Städten durch die Miete als überlastet, da er mehr als 40 Prozent des monatlichen
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Einkommens dafür aufbringen muss. Eine Studie des DIW Berlin zeigt, dass der Anstieg der
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Mieten das Armutsrisiko erhöht hat. Der Anteil der MieterInnen, die von Armut bedroht sind,
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hat sich seit 1991 fast verdoppelt, von 15 auf 29 Prozent.
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Frust ist in Berlin besonders groß
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[...] oft sind die Mieten stärker und schneller gestiegen als die Einkommen, sodass viele
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letztlich Einschnitte in ihrer Lebensqualität erfahren mussten, obwohl sie mehr und härter
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arbeiten und bessere Löhne erzielen. Zwar gibt das Mietrecht vielen Menschen Schutz gegen
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eine Verdrängung aus ihrer Wohnung und gegen starke Steigerungen der Mietkosten. Schwer
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ist es jedoch für Menschen, die eine Familie gründen wollen und deshalb innerhalb der Stadt
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umziehen müssen und sich trotz höherer Einkommen eine Wohnung im eigenen Kiez nicht
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mehr leisten können. Hart ist es auch für viele Neu-BerlinerInnen, die große Schwierigkeiten
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haben, eine erschwingliche Wohnung zu finden.
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Wohngeld als bester und direktester Weg
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[...] Eine Studie des DIW Berlin zeigt, dass der Mietendeckel zwar einigen geholfen hat,
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weniger Miete zu zahlen. Dabei handelt es sich aber häufig um Besserverdienende. Schlim-
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mer noch, die Studie macht auch deutlich, dass der Mietendeckel zu einer starken Verknap-
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pung des Angebots geführt hat – seit seiner Einführung wurden nur noch halb so viele Woh-
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nungen angeboten. Das zeigt, dass die in den vergangenen Jahren durch die Mietpreissteige-
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rungen am stärksten Betroffenen – vor allem junge Familien, Menschen mit geringen Ein-
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kommen und ZuzüglerInnen – nicht nur nicht vom Mietendeckel profitieren, sondern sogar
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darunter leiden.
[...]
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Es wird viele Jahre dauern, bis ein ausreichendes Angebot an Wohnraum den Druck von den
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Mieten nehmen wird. Für diesen Zeitraum ist eine kluge Regulierung möglich und sinnvoll,
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wie die Erfahrung mit der Mietpreisbremse in Berlin zeigt (auch wenn dies nicht die Patent-
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lösung für alle Probleme sein wird). Der wohl beste und direkteste Weg ist das Wohngeld, um
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vielen Menschen und Familien mit geringen Einkommen die Chancen auf dem Wohnungs-
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markt zu erhöhen.
[...]
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Kurzum: Es gibt keine schnellen und einfachen Lösungen für die Frage, wie die Wohnkos-
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ten für viele wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu ihrem Einkommen gebracht werden
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können. Aber die Lösungen sind vorhanden, sie brauchen Zeit, um umgesetzt zu werden.
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Es ist dringend an der Zeit, dass die Politik sich vor allem auf Bundesebene dieses Themas
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ernsthaft annimmt und die Weichenstellungen für die Zukunft setzt.
(478 mots)
Aus: Marcel Fratzscher: Der Mietendeckel schadet Geringverdienern. ZEIT ONLINE, 30.04.2021 (Auszug)
https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-04/wohnkosten-mietrecht-mietendeckel-enteignung-wohnungsbau-sozialhilfe
(Zugriff: 14.05.2021)

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