Aufgabe 1 – BtL-Kraftstoffe mit Zukunft
BtL-Kraftstoffe sind synthetische Kraftstoffe, die durch thermochemische Umwandlung aus Biomasse hergestellt werden. Die Abkürzung BtL steht für englisch biomass to liquid, deutsch Biomasseverflüssigung.
Damit die Biomasse möglichst vollständig umgesetzt werden kann, muss der Kohlenstoffmonoxid-Anteil in diesem Schritt sehr hoch sein.
Erläutere an diesem Beispiel den 1. Hauptsatz der Thermodynamik mithilfe von Berechnungen.
Stelle deine Ergebnisse grafisch dar.
Berechne die Gleichgewichtskonstante für den Prozess der Konvertierung, wenn im Zustand des chemischen Gleichgewichts jeweils Kohlenstoffmonoxid und Wasser und jeweils
Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff vorliegen.
Eine sogenannte Methanisierung kann sich störend auf die Synthesegasherstellung auswirken. Hierbei reagiert der Wasserstoff mit Kohlenstoff zu Methan.
Interpretiere die Abbildung 1 (Material 1).
Erläutere unter Einbeziehung des Prinzips von Le Chatelier und Braun die Reaktionsbedingungen, unter denen die Ausbeute an Methan gering gehalten werden kann.
Diskutiere die Nachhaltigkeit des Verfahrens zur Herstellung von BtL. (Material 1)
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BtL-Kraftstoffe (Biomass to liquid) beschreibt einen Kraftstoff und gleichzeitig eine Prozesskette zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen. Hierbei wird aus fester Biomasse durch thermochemische Vergasung Synthesegas hergestellt. Dieses besteht aus Wasserstoff, Kohlenstoffmonooxid, Kohlenstoffdioxid, Schwefel- und Stickstoffkomponenten und weiteren Verbindungen.
Das Synthesegas wird von den Schwefel- und Stickstoffverbindungen befreit, da diese Katalysatoren in ihrer Funktion beeinflussen.
Anschließend werden durch die Fischer-Tropsch (FT)-Synthese daraus flüssige Kohlenwasserstoffe hergestellt.
z.B.
n + (2n+1)
n
2n+2 + n
Ein Liter BtL kann ca. Dieselkraftstoff ersetzen. Der Jahresertrag pro Hektar beträgt ca.
BtL aus Energiepflanzen.

Abb. 1: Gleichgewichtslage von Methan und Wasserstoff
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Die Änderung der inneren Energie eines Systems ist die Summe aus der Wärmetönung einer chemischen Reaktion und deren Volumenarbeit.
Berechnungen:
Das System gewinnt an Energie, da die molare Reaktionsenthalpie (Wärmetönung) positiv ist (= endotherm) und lediglich Volumenarbeit verrichtet wird.
Grafische Darstellung:

Berechnen:
RGL:
0,7 mol
0,7 mol
2 mol
2 mol
Interpretation:
Im Diagramm ist der Anteil an Methan bzw. Wasserstoff in Abhängigkeit von der Temperatur dargestellt.
Die Kurve beginnt für Methan bei bei
und sinkt auf
bei
. Der Ausgangsstoff Wasserstoff liegt bei
zu
vor und bei
zu
.
Erläuterung:
Die Bildung von Methan muss also ein exothermer Prozess sein. Es wäre also günstig, die Temperaturen hoch zu halten, um weniger Methan im Gemisch zu haben.
Da die Reaktion zur Bildung von Methan unter Volumenabnahme verläuft, sollte der Druck niedriger als der normale Luftdruck sein. Beide Maßnahmen entsprechen dem Prinzip vom kleinsten Zwang, nachdem das System einem Zwang ausweicht in die Richtung, in die der Zwang verringert wird.
Positiv:
z.B.: Schonung fossiler Brennstoffe, wenn BtL
Diesel ersetzen kann
Negativ:
z.B. Anbau von Energiepflanzen auf dem Ackerboden, auf dem sonst Nahrungspflanzen angebaut werden, Auslaugung des Bodens, Welternährungsproblem noch nicht gelöst