Block 2
Religion und Gesellschaft
Stelle den Gedankengang von Hans-Joachim Höhn dar.
Ordne den religiös motivierten Konflikt um die Mohammed-Karikaturen in den Zusammenhang von Säkularisierung, Postmoderne und der These von der „Wiederkehr der Religion“ ein.
Erörtere an mindestens zwei Beispielen Konflikte im Spannungsfeld von Säkularisierung und dem Wiedererstarken der Religionen.
Diskutiere folgendes Zitat des Religions- und Kultursoziologen Detlef Pollack4 als Ergänzung zu den Textthesen und nimm begründet Stellung.
„Wie es mit den Religionen in den globalisierten kapitalistischen Gesellschaften steht oder gar weitergeht, ist in den einschlägigen Wissenschaften ziemlich umstritten. Lange dominierte die Säkularisierungsthese, die behauptet, dass gesellschaftliche Modernisierung langfristig die Stabilität und Vitalität von Religionsgemeinschaften, religiösen Praktiken und Überzeugungen schwächt. In den letzten Jahrzehnten kamen alternative Deutungsmodelle auf, die davon ausgehen, dass nicht ein Abbau, vielmehr ein Umbau des religiösen Systems stattfindet. Es gibt auch Ansätze, die eine „postsäkulare“ Bedeutsamkeit der Religionen behaupten. Manche sprechen gar von einer ‚Wiederkehr der Religion.“
4 Detlef Pollack ist ein deutscher Religions- und Kultursoziologe. Er forscht unter anderem über das Verhältnis von Religion und Moderne.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1 Hans-Joachim Höhn: Verletzte Gefühle – Religionen im Kampf um Anerkennung
Hans-Joachim Höhn ist ein katholischer Theologe. Seit 1991 ist er Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln.
Quellen:
M 1: Höhn, Hans-Joachim: Verletzte Gefühle – Religion im Kampf um Anerkennung, in: Orientierung 70 (2006), S. 52-53, für Prüfungszwecke bearbeitet und gekürzt.
Zitat: Pollack, D: Religion and Modernity: An International Comparison. Oxford: Oxford University Press, 2017, 155, für Prüfungszwecke bearbeitet und gekürzt.
5 Die zunächst in Dänemark, später auch in Norwegen, Deutschland, Frankreich und Ägypten veröffentlichten 12 Karikaturen zeigen den Propheten Mohammed, dem Empfinden muslimischer Menschen nach, in abwertender und verletzender Weise und führten zu Empörung und gewalttätigen weltweiten Protesten. 139 Menschen starben weltweit bei diesen Ausschreitungen.
6 Postsäkular: Bezeichnung einer Gesellschaft, in der die Religion inmitten und trotz fortwährender Säkularisationsprozesse fortbesteht.
7 Kontingenz: Bezeichnung von Ereignissen, die nicht notwendig sind, wie sie sind, die auch anders sein könnten; hier als „Zufälligkeit“ im Gegensatz zu „schicksalhafter Notwendigkeit“ lesbar.
8 Indisponibel: nicht zur Verfügung stehend.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Gedankengang des Textes
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Muslime empfinden die 2006 erschienenen „Mohammed-Karikaturen“ als Provokation und als Verletzung ihrer religiösen Gefühle
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Weltweite Protestaktionen in der arabischen Welt
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Gedankengang des Autors postuliert bei den gewaltsamen Protesten in der arabischen Welt auch Medienwirksamkeit, ökonomische Folgen und politische Dimensionen
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Diskussion fokussiert einerseits die Verletzung religiöser Gefühle und problematisiert die westliche Pressefreiheit, andererseits steht mit der Presse- und Meinungsfreiheit ein Grundrecht und damit eine Errungenschaft der Aufklärung auf dem Spiel
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Islamisches Bilderverbot müsste stärker Berücksichtigung finden
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Diskussion über die Verletzung religiöser Gefühle und Tabuisierung
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Religiöse Gefühle berühren Menschsein im Innersten
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Kriterien der Auseinandersetzung: juristische, ethische und ästhetische Aspekte überschneiden sich und müssen abgewogen werden
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In der Mediengesellschaft zeigt sich die Macht der Bilder, dies zieht eine große Verantwortung nach sich
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Frage nach einem Geltungsanspruch in der Gesellschaft müsste stärker berücksichtigt werden
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Karikaturen ironisieren unfreiwillig, um Missstände und Fehlhaltungen aufzuzeigen
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Appell zur Versachlichung der Auseinandersetzung
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für die emotionalen Wirkungen einer Bildästhetik sensibilisieren
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Alternative der Zustimmung oder Ablehnung eines Grundrechts wie Medienfreiheit
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Mitglieder der Gesellschaft haben zuerkannte Ansprüche, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen
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Debatte erforderlich, wie gläubige und nicht gläubige Bürger miteinander umgehen sollten
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Die nicht gläubige säkulare Seite anerkennt nur die Unantastbarkeit menschlicher Würde
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H.-J. Höhn fordert mehr als „oberflächliche Toleranz“
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besteht auf Sensibilität und Respekt gegenüber religiösen Gefühlen und Erfahrungen mit Religion und ihren Symbolen
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Forderung an Vertreter säkularen Denkens dies nicht unter Fundamentalismusverdacht zu stellen
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Forderung an Vertreter religiösen Denkens, sich von argumentativer Vernunft leiten zu lassen, nicht nur von Gefühlen
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Kompromiss um Ausgewogenheit und die Vernunft der Gefühle
Einordnung in den Zusammenhang und Erörterung
Einordnung:
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Die heutige globalisierte (postmoderne) Gesellschaft ist einerseits stark säkularisiert und andererseits religiös geprägt
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Religiöse Vielfalt ist eine Herausforderung für alle in einer Gesellschaft
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Der Streit um die Mohammed-Karikaturen verdeutlicht dies
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Auf der einen Seite befinden sich Vertreter einer Gesellschaft, die auf Meinungs- und Pressfreiheit pochen und diese als hohes Gut aufklärerischer Entwicklung verteidigen
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Auf der anderen Seite befinden sich Befürworter religiöser Traditionen, die Respekt und Anerkennung für ihre Gefühle fordern
Säkularisierungsthese:
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Bis in die 1980er Jahre galt das Konzept der Säkularisierung uneingeschränkt Entzauberung der Welt (M. Weber)
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Herleitung auch möglich von: F. Nietzsche „Gott ist tot“
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betrifft Protestantismus und Katholizismus vor allem in Europa
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Bedeutungsrückgang von Religion und Kirche
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Relevanzverlust des Religiösen auf der gesellschaftlich-institutionellen Ebene
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Entkirchlichung, also die Distanzierung der Menschen von den religiösen Lehren und Riten der Kirchen
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Dies zeigt sich auch in der steigenden Zahl der Kirchenaustritte und der sinkenden Beteiligung am kirchlichen Leben
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Religion wird als umfassende Lebensführungsmacht abgelöst von anderen Systemen wie:
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der Wirtschaft/Konsum (Kapitalismus)
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der Politik (Demokratie)
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der Wissenschaft (Wissen statt Glauben)
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einer säkularen Bildung und Erziehung
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Kultur überhaupt (Individualismus, der nicht religiös, sondern weltlich begründet ist)
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Außerkirchliche Formen der Religiosität (wie neureligiöse Gemeinschaften) und Spiritualität (Magie, Okkultismus, Esoterik, Tarot-Karten-Legen, Zen-Meditation, Bachblütentherapie, Astrologie u.a.) haben Zulauf
These vom Wiedererstarken der Religionen:
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Gegenbewegung zur Säkularisierung seit der Jahrtausendwende
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man spricht von einer Renaissance der Religionen, von De-Säkularisierung, von der Rückkehr der Religionen
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J. Habermas prägte den Begriff des „Post-Säkularismus“
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Annahme, dass Religion auch unter modernen Bedingungen eine hohe Prägekraft besitzt, mit der Moderne kompatibel ist und selbst zu einer Quelle von Modernität zu werden vermag
Mögliche Beispiele:
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Kirchliche Massenevents wie die evangelischen Kirchentage
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der Weltjugendtag oder der Katholikentag
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Steigendes Interesse an religiöser Praxis z. B. Pilgern, Einkehrwochen, Fasten
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ein boomendes Interesse an Esoterik, Spiritualität und Okkultismus
Neue mediale Präsenz religiöser Themen wie beispielsweise:
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TV-Bibel-Kanal
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TV-Vatikanexperten
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TV-Gottesdienste (besonders in der Corona-Krise)
Globale Trends eines religiösen Aufschwungs:
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starke Rolle der orthodoxen Kirche in Osteuropa
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der charismatische Aufbruch in Lateinamerika
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Kirchenwachstum in Südkorea
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die religiöse Vitalität in den USA
Postmoderne:
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Terminus „Postmoderne“ ist ein nicht klar definierter Begriff
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da das Wort „post“ als solches „hinter“ oder „nach“ bedeutet, was eine erkennbare Abgrenzung zur Moderne andeutet
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geht von einer pluralistischen Gesellschaft und damit einer Vielzahl von religiösen Gruppierungen und anderen Interessenvereinigungen aus
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starke Individualisierung in allen Lebensbereichen
Beispiele für Konfliktfelder:
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die sogenannte „Kopftuchdebatte“
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die Diskussion um koedukativen Unterricht
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die Beachtung von religiösen Speisevorschriften in Kantinen
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die Kreationismus-Debatte
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Tanzverbot an stillen Feiertagen
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Bereitstellung von Gebetsräumen in Schulen
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die Beschneidung von Jungen
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Proteste gegen das Glockenläuten in Städten
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die Tierschutz-Kritik an den Vorschriften das Schächten betreffend
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Initiativen von Kritikern zur Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichts
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religiös motivierter Terrorismus (11. September 2001, Syrien, Afghanistan)
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wachsender Fundamentalismus (islamischer Fundamentalismus bzw. evangelikale Bewegungen in den USA)
Diskussion
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Ausgehend von der Forderung H.-J. Höhns nach Sensibilität und Respekt gegenüber religiösen Gefühlen in einer aufgeklärten und säkularisierten Gesellschaft stellt D. Pollack die grundsätzliche Frage nach der Zukunft von Religionen in der postsäkularen Gesellschaft
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H.-J. Höhn nimmt das Zusammenleben von religiösen und nichtreligiösen Menschen und deren Teilhabe am öffentlichen Leben in den Blick und fordert eine Neujustierung der Umgangsformen gläubiger und ungläubiger Bürger
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In diesem Zusammenhang könnte der Prüfling in seinem persönlichen Umfeld feststellen, dass es in der Gesellschaft ein Zusammenleben verschiedener Religionen mit Menschen atheistischer oder religionskritischer Grundhaltung gibt
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Entgegen H.-J. Höhn stellt D. Pollack der Säkularisationstheorie andere Deutungsmodelle gegenüber
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Die These einer fortschreitenden Säkularisierung ist nach Pollack möglicherweise ebenso strittig wie die Gegenthese einer Wiederkehr der Religion
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Der Prüfling kann dabei die gängige Säkularisierungsthese bestätigen oder eher für eine Rückkehr der Religionen plädieren
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Der Prüfling sollte beide Auffassungen möglichst differenziert abwägen: welche Erklärungskraft beide Auffassungen heute besitzen, was sie überhaupt besagen, welche Argumente gegen sie und welche für sie sprechen sowie welche Alternativen zur Deutung der gegenwärtig ablaufenden religiösen Wandlungsprozesse zur Verfügung stehen
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Sollte der Prüfling unter den angedeuteten alternativen Deutungsmodellen konkrete Theorien, wie beispielsweise die Individualisierungsthese benennen können, dann wäre dies aufwertend zu berücksichtigen