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Am Anfang stand nur eine kühne Idee in einer kalten Gewitternacht: Heranwachsende hinaus
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aus den Großstädten bringen und ihnen auf lebendige Art und Weise die Natur und all ihre
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Wunder vermitteln, abseits des strengen Schulalltags – und zwar auch über mehrere Tage
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und mit sicheren Übernachtungsmöglichkeiten. Nachdem der Lehrer Richard Schirrmann mit
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seinen Schülern im Rahmen einer längeren Wanderung in ein Unwetter geriet und nur mit
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Glück notdürftigen Unterschlupf in einem leerstehenden Schulgebäude fand, erdachte der
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Pädagoge am 26. August 1909 den Begriff, mit dem so viele Menschen heute persönliche
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Erinnerungen verbinden: Jugendherberge. […]
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Hätte sich Richard Schirrmann nach der offiziellen Eröffnung der ersten Jugendherberge auf
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der Burg Altena im Sommer 1914 einmal vorstellen können, welchen weltumspannenden
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Gedanken er da ins Leben gerufen hatte? So überwand die Jugendherbergsidee schnell die
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Grenzen ihres Geburtslandes und begeistert heute Menschen in aller Welt: 2020 gibt es über
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4000 Jugendherbergen in über 90 Ländern. […]
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In den Anfangsjahren erklärte sich die Anreise zu einer Jugendherberge quasi von selbst, denn
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schließlich hat die Jugendherbergsidee ihre Wurzeln in der Wanderbewegung. Deshalb hieß
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es deutschlandweit jahrzehntelang: Ab in die Stiefel, Rucksack packen und los geht’s! Bis
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Ende der 1950er Jahre war bei der Anreise die eigene Muskelkraft gefragt: per pedes1, mit
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dem Fahrrad oder (bei Jugendherbergen, die am Wasser lagen) mit dem Boot. „Motorisierte
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Wanderer“ waren hingegen überhaupt nicht gerne gesehen. Im Laufe der Jahre, natürlich auch
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vor dem Hintergrund der zunehmenden Motorisierung, spielte der Reisebus eine immer
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größere Rolle bei Klassenfahrten oder Gruppenausflügen in eine Jugendherberge. Viele Gäste
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fragen heute nach Parkmöglichkeiten für ihren PKW – diese Frage wird oft verneint, denn das
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DJH möchte seine Gäste weiter dazu motivieren, die Anreise möglichst klimafreundlich zu
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gestalten: So erhalten DJH-Mitglieder beispielsweise vergünstigte Bahnfahrkarten. Natürlich
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ist für größere Gruppen, wie etwa Schulklassen, aber natürlich die Anreise mit dem Bus immer
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möglich – wenn auch vielleicht nicht immer direkt vor die Eingangstür der Herberge.
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Gut und einfach: So lässt sich die Jugendherbergsküche in vergangenen Zeiten wohl sehr
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treffend beschreiben. Ganz normal war es in der Gründungszeit auch, dass die Speisen mit
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den Gästen gemeinsam zubereitet wurden beziehungsweise in der Küche kräftig mit
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angepackt werden musste, damit es eine warme Mahlzeit auf den Teller oder in den
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Henkelmann2 gab – auch, um den Gemeinschaftssinn zu fördern. Deshalb räumen die Gäste
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in Jugendherbergen ihr Geschirr nach der Mahlzeit auch noch immer selbst ab oder beziehen
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eigenständig ihre Betten. In puncto Verpflegung muss heute aber natürlich kein Gast mehr
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selbst Kartoffeln schälen oder Zwiebeln schneiden und auch die Auswahl auf der Speisekarte
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hat nichts mehr mit vergangenen Zeiten zu tun: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei und
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auch auf Allergien, Unverträglichkeiten und Verpflegungswünsche wird gerne eingegangen.
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[…] Übrigens: Den Hagebuttentee gibt es natürlich noch immer, aber daneben auch unzählige
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andere Sorten – sowie Bars und Bistros, zum Beispiel mit ausgefallenen Kaffeevariationen
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[…] Ein Ziel der Schirrmann'schen Idee der Jugendherberge war es, jungen Menschen
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einerseits eine einfache und günstige Übernachtungsmöglichkeit zu ermöglichen, wenn diese
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auf dem Weg durch Wald und Flur waren – und andererseits eben genau diese Umgebung
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auch zu erklären sowie ein Bewusstsein zu schaffen für die Natur, die Tiere und die Pflanzen.
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Diesen Bildungsauftrag nehmen die Jugendherbergen, genauso wie die übrigen Leitideen
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Toleranz, Völkerverständigung und Weltoffenheit, auch 111 Jahre später noch sehr ernst.
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Heute haben die rund 450 Häuser des Deutschen Jugendherbergswerkes aber natürlich viel
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mehr Aktivitäten anzubieten, als die klassische Umweltbildung. Über 2000 verschiedene
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Programme und Angebote können Gäste heute in Jugendherbergen erleben – egal ob im
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Bereich Kultur, Sport, Umwelt, Ernährung oder Musik. So gibt es zum Beispiel
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Jugendherbergen mit einer eigenen Segelschule, einem Tonstudio, einem Zirkuszelt oder
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einem Baumwipfelpfad. Heute haben sich Jugendherbergen zudem auf ganz unterschiedliche
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Schwerpunkte spezialisiert, darunter Familien, Sportgruppen, Chöre oder internationale
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Backpacker: und natürlich ist auch 2020 immer noch jede DJH-Jugendherberge für
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Klassenfahrten und Kinder- und Jugendfreizeiten geeignet.