Aufgabe 1 — Maßnahmen zum Strahlenschutz
Beim Strahlenschutz spielt der Abstand eine zentrale Rolle. Zunächst wird in einem Analog-Experiment mit sichtbarer Strahlung die Abhängigkeit der Intensität vom Abstand zur Quelle untersucht. Die Kenntnisse werden auf den Umgang mit radioaktiven Nukliden in der Nuklearmedizin übertragen.
Das Licht einer Halogenlampe wird zur Untersuchung der Intensität einer Strahlungsquelle in Abhängigkeit vom Abstand genutzt. Das Licht fällt auf eine Solarzelle als Detektor, sodass eine Stromstärke gemessen werden kann. Wenn der Abstand zwischen der Quelle und dem Detektor variiert wird, ändert sich die Stromstärke
die ein Maß für die Intensität der Strahlung ist. Aufbau und Messwerte dazu findest du in Material 1-A.
Zeichne anhand von Material 1-A ein Diagramm inklusive Ausgleichskurve.
Bestätige anhand aller Messwerte in Material 1-A den funktionalen Zusammenhang unter Angabe der Konstanten
wobei du dein Vorgehen in der im Unterricht vereinbarten Form dokumentierst.
Ermittle den Abstand, bei dem die Intensität der Strahlung auf des Wertes bei
gesunken ist.
In der Nuklearmedizin werden radioaktive Marker benutzt (Material 1-B). Ein häufig verwendeter Marker ist das Technetium-Isotop Ein Zerfallsschema findest du in Material 1-B, einen Ausschnitt aus der Nuklidkarte in Material 1-C.
Stelle anhand von Material 1-B und Material 1-C den Zerfall des bis zu einem stabilen Nuklid dar, indem du die Zerfallsreihe in Material 1-B unter Angabe der Zerfallsarten vervollständigst. Beschränke dich auf die am häufigsten vorkommenden Zerfälle.
Werden die Zählraten einer Probe
in Abhängigkeit von der Zeit
gemessen, ergibt sich ein Diagramm wie in Material 1-D.
Ermittle aus Material 1-D die Halbwertszeit dieses Isotops möglichst genau.
In einer Broschüre im Wartezimmer einer radiologischen Praxis ist der Hinweis zu lesen, dass nach einer Untersuchung mit dem radioaktiven Marker dringend empfohlen wird, Kinder in den nächsten
Stunden nicht auf den Schoß zu nehmen.
Begründe aus physikalischer Sicht diese Empfehlung.
Weiter lernen mit SchulLV Plus!
monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1-A: Kurzbeschreibung, Aufbauskizze und Messwerte eines Experiments
Untersucht wird die Intensität einer Lichtquelle in Abhängigkeit vom Abstand
-
Es wurden eine Halogenlampe als Lichtquelle und eine Solarzelle mit angeschlossenem Amperemeter als Detektor verwendet.
-
Der Einfluss des Umgebungslichtes wurde bereits berücksichtigt.
-
Die gemessene Stromstärke ist ein Maß für die Intensität der Strahlung.

|
|
|
|---|---|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Material 1-B: Informationen und Zerfallsreihe zum verwendeten Marker in der Nuklearmedizin
Auch beim Strahlenschutz für Quellen ionisierender Strahlung gilt, dass die Intensität der Strahlung mit größerem Abstand stark abnimmt (Intensität proportional zu ). In der Nuklearmedizin werden radioaktive Marker für Bildaufnahmen zu diagnostischen Zwecken verwendet. Dies sind Stoffe, die sich nach der Einnahme in Tumorgeweben ansammeln. Dabei kommt auch das metastabile radioaktive Nuklid
als Marker zur Anwendung. Das „m“ steht für metastabil und beschreibt kurzzeitig angeregte Kerne, die überschüssige Energie durch Aussenden eines
Quants abgeben. Das Nuklid
ist ein Zerfallsprodukt von Molybdän
und wird vor der Anwendung aus diesem gewonnen. Aufgrund seiner kleinen Halbwertzeit muss dieses jedoch vor Ort aus einem mit dem Mutternuklid
befüllten Behältnis extrahiert werden.

Vereinfachtes Zerfallsschema von Molybdän
Die Angaben in Prozent geben jeweils die Wahrscheinlichkeit des Zerfalls an.

zu vervollständigende Zerfallsreihe
Material 1-C: Vereinfachter Ausschnitt aus der Nuklidkarte
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Unter dem Nuklid sind Halbwertszeiten und zugehörige Zerfallsarten angegeben.
Protonenzahl (vertikal),
Neutronenzahl (horizontal)
Hinweis: Die Angabe einer der Halbwertszeiten für wurde hier ausgelassen.
Material 1-D: Zeit-Zählraten-Diagramm für 


Weiter lernen mit SchulLV Plus!
monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Die zehn Wertepaare aus Material 1-A werden als Messpunkte eingetragen. Durch diese wird dann eine Ausgleichskurve gelegt. Daraus ergibt sich:

Eine Potenzregression mit allen Messwerten liefert:
mit
Damit ergibt sich der geforderte Zusammenhang:
Der Exponent stimmt innerhalb der Messunsicherheit mit
überein. Die Messwerte bestätigen somit den Zusammenhang
mit
Die Einheit von
ergibt sich aus
Bei beträgt die Intensität
Gesucht ist der Abstand, bei dem nur noch
dieser Intensität erreicht werden:
Mit dem in Teilaufgabe b ermittelten Zusammenhang ergibt sich:
Einsetzen ergibt:
Daraus folgt: Bei einem Abstand von etwa beträgt die Intensität noch fünf Prozent des Ausgangswerts.
Die häufigsten Zerfälle bilden folgende Reihe:
Beim ersten und letzten Schritt steigt die Protonenzahl durch einen Zerfall jeweils um eins, während die Massenzahl unverändert bleibt. Beim Übergang von
zu
wird ein
Teilchen abgegeben, es ändert sich weder die Protonenzahl noch die Massenzahl. Das Endnuklid
ist stabil.

Aus dem Diagramm aus Material 1-D wird zunächst die Anfangszählrate abgelesen. Die Hälfte davon beträgt:
Diese Zählrate wird gemäß der Ausgleichskurve nach ungefähr erreicht. Die nächste Halbierung auf etwa
liegt nach ungefähr
vor. Aus der Differenz der abgelesenen Zeiten folgt:
Die Halbwertszeit von beträgt somit etwa
Die von ausgesandte
Strahlung kann Körpergewebe durchdringen und Zellen schädigen. Sitzt ein Kind auf dem Schoß, ist sein Abstand zur Strahlungsquelle im Körper der untersuchten Person klein. Wegen der näherungsweisen Abhängigkeit
ist die Strahlenintensität dann deutlich höher.
Nach sind bei einer Halbwertszeit von
vier Halbwertszeiten vergangen. Die Anzahl der noch nicht zerfallenen Kerne und damit die Aktivität beträgt dann nur noch:
Ein größerer Abstand und die längere Wartezeit verringern deshalb die Strahlenexposition des Kindes. Daher wird empfohlen, Kinder in den folgenden nicht auf den Schoß zu nehmen.