HT 3
Entstehung und Analyse von Strahlung
In den Teilaufgaben werden Aspekte der Strahlungsemission und -absorption behandelt, insbesondere im Zusammenhang mit Sternen wie z.B. der Sonne. Teilaufgabe 1: Lichtemission von Wasserstoff
a)
Abbildung 1 zeigt das Energieniveauschema eines Wasserstoffatoms unter Angabe der Quantenzahl
Abbildung 1: Energieniveauschema eines Wasserstoffatoms
- Erläutere allgemein die Bedeutung eines Energieniveauschemas im Rahmen eines Atommodells, das die Energiequantelung berücksichtigt.
- Erkläre die Begriffe Grundzustand und angeregter Zustand.
- Beschreibe den Aufbau der Atomhülle eines Wasserstoffatoms anhand der konkreten Angaben in Abbildung 1.
- Erkläre die Bedeutung des Energieniveaus
in Abbildung 1.
b)
Für die Emission von Licht durch Wasserstoff gilt die Gleichung
. Hierbei sind die ganzen Zahlen
und
Quantenzahlen von zwei verschiedenen Zuständen des Wasserstoffs.
einen positiven Wert an.
- Erläutere die Bedeutung von
im Zusammenhang mit der Lichtemission.
- Ermittle, welche der beiden Quantenzahlen
und
dem energiereicheren und welche dem energieärmeren Zustand zuzuordnen ist.
c)
Die Wellenlänge der roten Wasserstoff-Spektrallinie beträgt
Teilaufgabe 2: Sternspektren
In spektroskopischen Aufnahmen des Sonnenlichts findet man die sogenannten Fraunhoferlinien (siehe Abbildung 2).
- Berechne die zugehörige Photonenenergie
in der Einheit Joule und in der Einheit Elektronenvolt.
- Ermittle mithilfe von Abbildung 1 den Übergang im Wasserstoffatom für die rote Spektrallinie.
(8 + 4 + 6 Punkte)
Abbildung 2: Fraunhoferlinien im Sonnenspektrum
a)
- Erläutere allgemein den Unterschied in der Entstehung von Linienspektren in Emission bzw. Absorption.
- Gib an, ob es sich bei dem Spektrum in Abbildung 2 im Hinblick auf die Fraunhoferlinien um Spektrallinien in Emission oder Absorption handelt.
b)
Fraunhofers „C-Linie“ entspricht der roten Spektrallinie des Wasserstoffs aus Aufgabenteil 1c). Die sichtbaren Spektrallinien des Wasserstoffs gehören alle zur sogenannten Balmer-Serie (Übergang nach
).
Zeige mithilfe von Abbildung 1, dass die „E-Linie“
bzw.
keine Spektrallinie des Wasserstoffs ist.
c)
Bei bestimmten Sternen außerhalb des Sonnensystems konnte man das Vorhandensein von sogenannten Exoplaneten nachweisen, die diese Sterne umkreisen. Abbildung 3 zeigt schematisch die Helligkeit des beobachteten Lichts in Abhängigkeit von der Zeit, während der Exoplanet vom Beobachter aus gesehen vor dem Stern entlangläuft.
Als Transit bezeichnet man die Phase, in der der Exoplanet den Stern teilweise verdeckt (siehe Abbildung 4).
Wie die Sonne hat auch der Stern eines Exoplaneten ein charakteristisches Spektrum.
Teilaufgabe 3: Leuchtkraft der Sonne
In unserer Sonne ist die sogenannte Proton-Proton-Reaktion bzw. kurz p-p-Reaktion für mehr als
Abbildung 3: Schematische Darstellung der Helligkeit während des Umlaufs des Exoplaneten
Abbildung 4: Schematische Darstellung des Transits
- Erläutere, wie sich ein vom Beobachter gemessenes Spektrum des Sterns verändert, wenn ein Planet mit Atmosphäre, wie in Abbildung 4 dargestellt, einen Transit durchläuft.
- Vergleiche dies mit dem Fall, in dem der Exoplanet keine Atmosphäre hat, also nur aus dem lichtundurchlässigen Teil in Abbildung 4 besteht.
(5 + 2 + 5 Punkte)
a)
Der erste Schritt der p-p-Reaktion wird durch die folgende Reaktionsgleichung beschrieben:
Beschreibe den Kernumwandlungsprozess anhand der Reaktionsgleichung und unter Zuhilfenahme von Abbildung 5.
Abbildung 5: Erster Schritt der p-p-Reaktion
b)
Bei dem Kernumwandlungsprozess in Aufgabenteil a) ändern sich die Quarks in den Nukleonen.
Abbildung 6 zeigt schematisch die aus drei Teilprozessen bestehende, vollständige p-p-Reaktion (hier mit „- Beschreibe die Zusammensetzung von Proton
und Neutron
aus Quarks.
- Gib die elektrischen Ladungen der Quarks sowie daraus resultierend die Ladungen der Nukleonen
und
an.
- Erläutere unter Berücksichtigung des Austauschteilchens (bzw. des Wechselwirkungsteilchens) die Veränderung der Nukleonen auf der Ebene der Quarks.
Abbildung 6: Schematischer Ablauf der Heliumproduktion in der Sonne
c)
Beschreibe den Ablauf der Heliumproduktion anhand der Kernumwandlungsprozesse
und
in Abbildung 6.
d)
Die Teilchenbilanz bei der p-p-Reaktion lässt sich gemäß Abbildung 6 folgendermaßen zusammenfassen:
Die Masse des entstehenden
-Kerns ist zusammen mit den Massen der weiteren entstehenden Teilchen um
geringer als die Masse der ursprünglichen vier Wasserstoffkerne
zusammen. Diese weisen jeweils eine Masse von
auf.
Der Wert für die atomare Masseneinheit ist
freigesetzt.
- Begründe die geringere Masse.
- Berechne den Wert für
in der Einheit
mit einer Genauigkeit von einer Nachkommastelle.
(3 + 7 + 4 + 6 Punkte)
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?
Teillösung 1: Lichtemission von Wasserstoff
a)
Bedeutung eines Energieniveauschemas
Gebundene Elektronen in der Atomhülle können nur diskrete, feste Werte für die Gesamtenergie
annehmen. Die Gesamtenergie ist die Summe aus potentieller und kinetischer Energie. In einem Energieniveauschema werden die möglichen Energiewerte grafisch dargestellt.
Erklärung des Grundzustandes und des angeregten Zustandes
Als Grundzustand bezeichnet man den Zustand eines Elektrons der Atomhülle mit der niedrigsten (Gesamt-)Energie, alle anderen Zustände sind angeregte Zustände mit höherer Energie.
Beschreibung des Aufbaus der Atomhülle eines Wassrstoffatoms
Das Wasserstoffatom besitzt genau ein Elektron in der Atomhülle, das im Grundzustand mit der Quantenzahl
eine Energie
besitzt. In den angeregten Zuständen mit
hat ein Wasserstoffatom die Energien
mit den angegebenen Werten.
Erklärung des Energieniveaus
Das Energieniveau
beschreibt den Zustand, in dem das Elektron nicht mehr an den Atomkern gebunden ist.
b)
Erläuterung der Bedeutung von
im Zusammenhang mit der Lichtemission
beschreibt die Differenz der Energien der beiden Zustände, zwischen denen das Elektron wechselt. In Emission erfolgt der Übergang vom energetisch höheren zum niedrigeren Niveau, sodass ein Photon mit der Energie
ausgesendet wird.
Ermittlung der Quantenzahl des energiereicheren und der Quantenzahl des energieärmeren Zustandes Da
gelten soll, folgt für
und
die Bedinung:
Der Übergang des Elektrons erfolgt bei Emission also von einem energiereicheren Zustand mit der Quantenzahl
in einen energieärmeren Zustand mit der Quantenzahl
.
c)
Berechnung der Photonenenergie
Aus der Formelsammlung lässt sich
entnehmen. Die Photonenenergie lässt sich damit berechnen durch:
Aus der Fomelsammlung lassen sich die Werte für die Konstanten
und
entnehmen:
Einsetzen der Werte in die Formel liefert:
Ermittlung des Übergangs im Wasserstoffatom für die rote Spektrallinie
Gemäß Abbildung 1 passt diese Photonenenergie am besten zur Energiedifferenz
=
=
Das entspricht ungefähr dem errechneten Wert für
Demnach handelt es sich um den Übergang
Teillösung 2: Sternspektren
a)
Erläuterung des Unterschiedes in der Entstehung von Linienspektren in Emmision bzw. Absorbtion
Emissionslinienspektren ergeben sich dadurch, dass Atome Photonen aussenden, wenn Hüllenelektronen auf niedrigere Energieniveaus übergehen. Da die diskreten Energieniveaus und damit auch die Energiedifferenzen spezifisch für eine Atomsorte sind, entsteht eine für die jeweilige Atomsorte charakteristische Verteilung von Spektrallinien. Bei Absorptionslinienspektren werden Photonen aus einem in der Regel zuvor kontinuierlichen Spektrum absorbiert. Dies geschieht dann, wenn ein Photon auf ein Atom trifft und dabei ein Hüllenelektron anregt, sodass dieses auf ein energetisch höher gelegenes (nicht vollständig besetztes) Niveau wechselt. Hierbei entspricht die Photonenenergie genau der Differenz zweier Energieniveaus des Atoms. Dies äußert sich durch dunkle Linien (fehlende Photonen) im Spektrum.
Spektrallinien des Spektrums in Abbildung 2
Bei den in Abbildung 2 dargestellten Fraunhoferlinien handelt es sich um Absorptionslinien (in einem Emissionsspektrum).
b)
Die „E-Linie" ist keine Spektrallinie des Wasserstoffs, da es keinen Übergang von
auf ein passendes höheres Niveau gibt. Dieses höhere Niveau müsste im Energieniveauschema bei folgender Energie liegen:
Dieser Energiewert liegt zwischen den Energieniveaus von
und
c)
Erklärung der Änderung des Spektrums des Sternes, wenn der Exoplanet eine Atmosphäre hat
Durchläuft das Licht des Sterns die Atmosphäre des Exoplaneten, dann erscheinen im Spektrum, das der Beobachter misst, zusätzliche Absorptionslinien, da davon auszugehen ist, dass in der Atmosphäre des Exoplaneten weitere Absorptionsvorgänge stattfinden, wobei die Wellenlängen charakteristisch für die in der Atmosphäre des Exoplaneten enthaltenen Elemente sind. Im gemessenen Spektrum müssten also beim Transit die Intensitäten bei bestimmten Wellenlängen ein wenig schwächer werden.
Erklärung der Änderung des Spektrums des Sternes, wenn der Exoplanet keine Atmosphäre hat
Im Fall einer fehlenden Atmosphäre sind keine weiteren Absorptionslinien im Spektrum zu erwarten, lediglich die Abnahme der Intensität insgesamt ist zu beobachten.
Teillösung 3: Leuchtkraft der Sonne
a)
Aus zwei Protonen werden ein Deuteriumkern, ein
-Kern, der aus einem Proton und einem Neutron besteht, sowie ein Positron und ein (Elektron-)Neutrino gebildet. Dabei werden
als Bewegungsenergie der Teilchen frei.
b)
Beschreibung der Zusammensetzung von Proton und Nuetron aus Quarks
Ein Proton und ein Neutron bestehen jeweils aus genau drei Quarks. Im Fall des Protons sind es zwei Up-Quarks und ein Down-Quark, während das Neutron aus zwei Down-Quarks und einem Up-Quark besteht.
Angabe der elektrischen Ladungen der Quarks und der Nukleonen
Das Proton ist einfach positiv geladen, da ein Up-Quark die Ladung
und ein Down-Quark die Ladung
trägt:
Das Neutron ist elektrisch neutral:
Erläuterung der Veränderung der Nukleonen auf der Ebene der Quarks
Bei dem beschriebenen Prozess wandelt sich in einem Proton eines der Up-Quarks in ein Down-Quark um. Dabei ist ein
-Boson als Austauschteilchen (Feldquant) beteiligt, welches anschließend in das Positron und das Neutrino zerfällt.
c)
Im Teilprozess II fusioniert ein im Teilprozess I entstandener
-Kern mit einem weiteren Proton, wobei diesmal ein
-Kern entsteht und ein Gammaquant emittiert wird. Abschließend entsteht im Teilprozess III aus zwei so entstandenen
-Kernen durch Fusion ein
-Kern. Dabei werden zwei Protonen freigesetzt. Diese stehen dann für weitere Fusionsprozesse in I bzw. II wieder zur Verfügung.
d)
Begründung der geringeren Masse
Bei der p-p-Reaktion handelt es sich um einen (exothermen) Prozess, bei dem die Reaktionsprodukte kinetische Energie besitzen und Strahlungsenergie in Form von Gammaquanten freigesetzt wird. Diese Energie stammt gemäß der Energie-Masse-Äquivalenz aus der Masse der ursprünglichen Wasserstoffkerne.
Berechnung des Wertes für
Aus der Fomelsammlung lassen sich die Werte für die Konstante
entnehmen:
Freigesetzt wird die Energie: