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HT 3

Interferenz von Fullerenen

Fullerene, wie z. B. Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküle, bestehen aus Kohlenstoffatomen und sind relativ massereiche Quantenobjekte. Im Jahr 1999 gelang es einer Forschergruppe, Interferenzerscheinungen auch bei Fullerenen nachzuweisen.

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Im Experiment aus dem Jahre 1999 trifft ein Strahl von Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Molekülen auf eine Interferenzanordnung. In Material 1 ist unter anderem der prinzipielle Aufbau des Experiments dargestellt.

a)

Berechne die mittlere de-Broglie-Wellenlänge der Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküle aus den Versuchsdaten in Material 1.

[Kontrollwert: Formula: \lambda_{\text {deBroglie}}=2,51 \cdot 10^{-12}\; \mathrm{m}Formula: \lambda_{\text {deBroglie}}=2,51 \cdot 10^{-12}\; \mathrm{m}]

b)

Ermittle diese Wellenlänge mithilfe der Messdaten von Abbildung 3 (Material 2).

[Kontrollwert: Formula: \lambda_{\mathrm{Abb} .3} \approx 2,4 \cdot 10^{-12} \;\mathrm{m}Formula: \lambda_{\mathrm{Abb} .3} \approx 2,4 \cdot 10^{-12} \;\mathrm{m}]

c)

Berechne die prozentuale Abweichung deines Ergebnisses aus Teilaufgabe b) von dem aus Teilaufgabe a) und gib eine mögliche Ursache für Abweichungen an.

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a)

Begründe rechnerisch, dass der mittlere Abstand zweier aufeinanderfolgender Moleküle theoretisch ca. Formula: 10Formula: 10 Meter beträgt (Material 1).

b)

Es befindet sich jeweils nur ein einzelnes Molekül zu jedem Zeitpunkt in der Messapparatur und somit trifft jeweils nur ein Molekül zur gleichen Zeit auf das Gitter. Erläutere einen grundlegenden Aspekt der Quantentheorie, der hiermit experimentell bestätigt wurde.

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3

Im Jahr 2003 wurde das Experiment bei prinzipiell gleichem Versuchsaufbau wiederholt. Neben weiteren Verbesserungen des Aufbaus konnte auch die Ofentemperatur variiert werden. Die Größe der Öffnung des Ofens wurde nicht verändert. Die Einflüsse der Ofentemperatur auf den Strahl von Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Molekülen sind in Material 1 aufgeführt.

Erkläre anhand zweier Eigenschaften des Diagramms in Abbildung 4, dass bei der Messung von 2003 eine geringere Ofentemperatur als 1999 (Abbildung 3) verwendet wurde.

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4

Verfasse mithilfe von Material 4 einen Forumsbeitrag, welcher als Gegenposition zu der wissenschaftskritischen Aussage aus Material 3 veröffentlicht werden könnte.

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Material 1: Experiment von 1999

DoppelspaltexperimentDoppelspaltexperiment

Abbildung 1: Vereinfachter schematischer Versuchsaufbau, wobei das Gitter wie ein Doppelspalt betrachtet werden kann

Informationen zum Versuchsaufbau von 1999 mit Formula: \boldsymbol{\color{#287882}{\text{C}_{60}\text{-}}}Formula: \boldsymbol{\color{#287882}{\text{C}_{60}\text{-}}}Molekülen:

Der Ausgangsstoff Graphit zur Erzeugung der Fullerene liegt bei Raumtemperatur als Feststoff vor. Vereinfacht betrachtet wird diesem Feststoff im Ofen Energie zugeführt, wodurch Atome aus dem Atomgitter herausgelöst werden, die sich in Folgeprozessen zu Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Molekülen verbinden. Die Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküle besitzen eine breite Geschwindigkeitsverteilung.

Die mittlere Geschwindigkeit der Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküle steigt mit zunehmender Ofentemperatur. Durch die Öffnung an der Stirnseite des Ofens treten Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküle aus. Mithilfe der Blende entsteht ein Strahl, dessen Intensität ebenfalls mit zunehmender Ofentemperatur steigt. Ein Gitter besteht aus vielen nebeneinander angeordneten Einzelspalten. Das Gitter kann hier wie ein Doppelspalt behandelt werden. Die Maxima und Minima liegen an denselben Stellen. Durch die Verschiebung des Detektors ist eine ortsaufgelöste Messung der Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküle hinter dem Gitter möglich.

Versuchsdaten von 1999:

  • Masse eines Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküls: Formula: m = 1,20 \cdot 10^{-24} \; \mathrm{kg}Formula: m = 1,20 \cdot 10^{-24} \; \mathrm{kg}

  • Durchmesser eines Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküls: Formula: d = 0,7 \;\text{nm}Formula: d = 0,7 \;\text{nm}

  • Ofentemperatur: Formula: \vartheta = 627 \; ^\circ\mathrm{C}Formula: \vartheta = 627 \; ^\circ\mathrm{C}

  • mittlere Geschwindigkeit der Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküle: Formula: v = 220 \; \tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}Formula: v = 220 \; \tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}

  • mittlerer Zeitabstand zweier hintereinander aus dem Ofen austretender Formula: \text{C}_{60}\text{-}Formula: \text{C}_{60}\text{-}Moleküle: Formula: \Delta t = 45 \; \mathrm{ms}Formula: \Delta t = 45 \; \mathrm{ms}

  • Spaltmittenabstand benachbarter Spalte des Doppelspalts (vereinfacht statt eines Gitters): Formula: g = 100 \;\text{nm}Formula: g = 100 \;\text{nm}

  • Abstand Gitter–Detektor: Formula: a = 1,25\;\text{m}Formula: a = 1,25\;\text{m}

Gitterstruktur mit AtomenGitterstruktur mit Atomen

Abbildung 2: Formula: \small\text{C}_{60}\text{-}Formula: \small\text{C}_{60}\text{-}Molekül

Material 2: Interferenzbilder der Experimente von 1999 und 2003

Beide Diagramme geben jeweils die Anzahl der Zählerereignisse des Detektors an einer bestimmten Position während einer festgelegten Zeit an. Die Position des Detektors variiert parallel zur Gitterebene wie in Material 1, Abbildung 1 dargestellt.

Interferenzbild der Messung von 1999

Interferenzbild 1999Interferenzbild 1999

Abbildung 3: Interferenzbild der Messung von 1999

Interferenzbild der Messung von 2003

Interferenzbild 2003Interferenzbild 2003

Abbildung 4: Interferenzbild der Messung von 2003 mit geringerer Ofentemperatur als 1999

Material 3: Möglicher Forumsbeitrag zu „Grenzen der Quantenphysik“

Ein möglicher Beitrag einer wissenschaftskritischen Person zum Thema „Grenzen der Quantenphysik" könnte sein:

„Es wurden in den letzten Jahrzehnten Interferenzversuche mit immer größeren Quantenobjekten durchgeführt, um die Grenzen der Gesetze der Quantenphysik auszuloten. Ich finde, das ganze Geld für die physikalische Grundlagenforschung sollte man sparen oder z. B. in den Ausbau von Schulen stecken, denn davon haben Menschen etwas."

Material 4: Was haben quantenphysikalische Anwendungen mit Grundlagenforschung zu tun?

Alles. Es gibt keine technologische Innovation ohne das Fundament der Grundlagenforschung. Es ist wichtig, dass die Gesellschaft um die Rolle der Grundlagenforschung für Innovationen weiß. Aber es ist auch wichtig, dass wir in der Grundlagenforschung sehen, dass das, was wir tun, eine Wirkung haben kann. Es gibt noch eine Menge zu entdecken. Etwa, wie man ein einzelnes Teilchen nicht nur verstehen, sondern kontrollieren und einsetzen kann. Der Fortschritt geht sehr schnell voran und die wissenschaftlichen Instrumente, die wir jetzt zur Verfügung haben, sind im Vergleich zu vor 30 Jahren erstaunlich.

(Quelle: https://www.oeaw.ac.at/news/keine-innovation-ohne-grundlagenforschung (Zugriff: 20.02.2026))

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