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Inhaltsverzeichnis

HT 4

Radioaktivität und Kernspaltung

Die Kernphysik beschäftigt sich unter anderem mit dem Phänomen der Radioaktivität sowie mit Kernumwandlungen, etwa in Form von Kernspaltungsprozessen.

1
a)

Gib für genau einen der drei in Material 1 dargestellten Zerfälle eine geeignete Reaktionsgleichung an.

b)

Vergleiche die ionisierende Strahlung, die bei diesen drei Zerfällen entsteht, hinsichtlich der emittierten Quanten, hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Materie bzw. Abschirmungen zu durchdringen, und hinsichtlich der Frage, wie leicht diese Quanten durch magnetische Felder abgelenkt werden können.

7 BE

2
a)

Gib mithilfe deiner Nuklidkarte für das Isotop Uran-233 die drei nächsten Schritte der Zerfallsreihe an, eingeschlossen die jeweilige Zerfallsart wie auch das jeweilige Zerfallsprodukt.

b)

Erläutere, wie mittels der Nuklidkarte das Zerfallsprodukt eines Formula: \alphaFormula: \alpha-, Formula: \beta^{-}Formula: \beta^{-}-bzw. Formula: \beta^{+}Formula: \beta^{+}-Zerfalls gefunden werden kann (ausgehend vom jeweiligen Ausgangsnuklid).

6 BE

3
a)

Beschreibe den Ablauf einer Kernspaltung anhand von Abbildung 4 (in Material 2).

b)

Erkläre anhand von Abbildung 4 die Stabilität eines Kerns mit der Überlagerung zweier fundamentaler Kräfte und gib insbesondere an, welche Kraft Phase Formula: CFormula: C der Spaltung dominiert.

7 BE

4
a)

Erläutere den in Abbildung 5 (in Material 2) dargestellten Prozess hinsichtlich der Absicht, im Dauerbetrieb eines Spaltungsreaktors kontinuierlich Energie freizusetzen.

b)

Begründe, warum durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen ist, dass im Dauerbetrieb eines Spaltungsreaktors die durchschnittliche Zahl der neue Spaltungen auslösenden Neutronen pro Kernspaltung gleich \(1\) ist.

4 BE

5
a)

Erläutere qualitativ anhand der Spaltung des Deuterons (dem Kern des Isotops H-2) den Begriff „Massendefekt“ und seine Bedeutung für die bei einer Kernreaktion freigesetzte Energie.

b)

Berechne die bei der vollständigen Spaltung von einem Kilogramm Uran-235 freigesetzte Energie unter der Annahme, dass der Massenverlust bei der Spaltung näherungsweise ein Prozent beträgt.

6 BE

Material 1

Die folgende Abbildung zeigt die Entstehung von Formula: \alphaFormula: \alpha-Strahlung im Falle von Radium-226:

Schematische Darstellung eines Alpha‑Zerfalls: 226Ra → 222Rn + 4HeSchematische Darstellung eines Alpha‑Zerfalls: 226Ra → 222Rn + 4He

Abbildung 1: Entstehung von Formula: \small\alphaFormula: \small\alpha-Strahlung

(Quelle: Martin Volkmer: Kernenergie Basiswissen, Berlin: Deutsches Atomforum e. V. 2013, S. 17)

Die folgende Abbildung zeigt die Entstehung von Formula: β^{-}Formula: β^{-}-Strahlung im Falle von Cäsium-137:

Illustration des Beta-Minus-Zerfalls: Cs-137 wird zu Ba-137, ein Elektron wird ausgesendet.Illustration des Beta-Minus-Zerfalls: Cs-137 wird zu Ba-137, ein Elektron wird ausgesendet.

Abbildung 2: Entstehung von Formula: \small\beta^{-}Formula: \small\beta^{-}-Strahlung

(Quelle: Martin Volkmer: Kernenergie Basiswissen, Berlin: Deutsches Atomforum e. V. 2013, S. 18)

Die folgende Abbildung zeigt die Entstehung von Formula: \beta^{+}Formula: \beta^{+}-Strahlung im Falle von Natrium-22:

Schematische Darstellung von Beta+-Zerfall: 22Na → 22Ne, Emission eines Positrons (e+) und Umwandlung eines Protons in ein Neutron.Schematische Darstellung von Beta+-Zerfall: 22Na → 22Ne, Emission eines Positrons (e+) und Umwandlung eines Protons in ein Neutron.

Abbildung 3: Entstehung von Formula: \small\beta^{+}Formula: \small\beta^{+}-Strahlung

(Quelle: Martin Volkmer: Kernenergie Basiswissen, Berlin: Deutsches Atomforum e. V. 2013, S. 18)

Material 2

Die folgende Abbildung zeigt ein sogenanntes „4-Phasen-Modell der Kernspaltung“. Die dargestellte Entwicklung tritt in etwa sechs von sieben Fällen auf.

Simplifiziertes Schema: Kernspaltung von Uran durch Neutronen, Entstehung von Krypton, Barium und freien Neutronen.Simplifiziertes Schema: Kernspaltung von Uran durch Neutronen, Entstehung von Krypton, Barium und freien Neutronen.

Abbildung 4: 4-Phasen-Modell der Kernspaltung

(Quelle: Martin Volkmer: Kernenergie Basiswissen, Berlin: Deutsches Atomforum e. V. 2013

S. 33)

Die unten folgende Abbildung zeigt für das Isotop Uran-235 den Verlauf einer Kettenreaktion, bei der es zu einer sukzessive anwachsenden Zahl von Kernspaltungen kommt. (Zugunsten der Übersichtlichkeit werden nur zwei freie Neutronen pro Spaltung dargestellt.)

In einem Spaltungsreaktor, der großtechnisch etwa zur kontinuierlichen Energieerzeugung genutzt werden kann, werden viele der freigesetzten Neutronen absorbiert (beispielsweise durch im Reaktor befindliche flüssige Borverbindungen oder sogenannte „Steuerstäbe“), bevor sie neue Spaltprozesse auslösen können.

Schematische Darstellung der Kernspaltung: Atomkern spaltet sich in zwei kleinere Kerne, dabei werden Neutronen freigesetzt.Schematische Darstellung der Kernspaltung: Atomkern spaltet sich in zwei kleinere Kerne, dabei werden Neutronen freigesetzt.

Abbildung 5: Kettenreaktion bei Uran-235

(Quelle: Martin Volkmer: Kernenergie Basiswissen, Berlin: Deutsches Atomforum e. V. 2013

S. 36; verändert)

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