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Aufgabe 1 – Elektronen

Elektronen existieren im freien Zustand z. B. im Weltall und im gebundenen Zustand z. B. im Atom. Sie können durch verschiedene Effekte freigesetzt werden z. B. durch das Auftreffen von Licht auf Körper.

Im medizinischen Bereich ermöglichen sie sowohl diagnostische als auch therapeutische Anwendungen.

1

Die Forschungen des Dresdner Hochschulprofessors Wilhelm Hallwachs Ende des 19. Jahrhunderts zur Wechselwirkung von Licht mit Metalloberflächen legten den Grundstein für unser Verständnis des äußeren lichtelektrischen Effekts (Fotoeffekt). Diese Entdeckungen wiederum sind von großer Bedeutung für die moderne Solartechnik und tragen maßgeblich zur heutigen Stromerzeugung bei. Im Material 1 ist ein Experiment nach Hallwachs dargestellt und beschrieben.

Erkläre unter Nutzung von Einsteins Lichtquantenhypothese die beschriebenen Beobachtungen.

6 BE

2

Unter Nutzung einer Vakuumfotozelle (Material 2) kann die maximale kinetische Energie der Fotoelektronen in Abhängigkeit der Frequenz des einfallenden Lichts ermittelt werden.

a

Beschreibe das Prinzip der Gegenfeldmethode.

3 BE

b

Ermittle unter Nutzung aller Messwerte das Planck'sche Wirkungsquantum und die Austrittsarbeit.

4 BE

3

Die Metallschicht einer weiteren Vakuumfotozelle besteht aus Silber (Austrittsarbeit Formula: 4,32\;\mathrm{eV}Formula: 4,32\;\mathrm{eV}).

a

Weise nach, dass sichtbares Licht ungeeignet ist, den Fotoeffekt auszulösen.

3 BE

b

Die Silberschicht wird mit Laserlicht der Wellenlänge Formula: 248\;\text{nm}Formula: 248\;\text{nm} bestrahlt. Berechne die maximale Austrittsgeschwindigkeit der Fotoelektronen.

3 BE

4

In der Medizin werden Elektronenbeschleuniger für therapeutische Zwecke in der Strahlentherapie verwendet (Material 3).

a

Ein Elektron bewegt sich im Innenraum des modellhaft angenommenen Plattenkondensators parallel zu den Feldlinien des elektrischen Feldes.

Weise rechnerisch nach, dass die Gewichtskraft des Elektrons gegenüber der elektrischen Kraft vernachlässigbar ist (Abb. 6).

5 BE

b

Skizziere in den Abbildungen aus Material 4 für die Orte Formula: AFormula: A und Formula: BFormula: B je einen Vektorpfeil für die elektrische Feldstärke und je einen Vektorpfeil für die Geschwindigkeit des Elektrons.

3 BE

c

Durch den Linearbeschleuniger sollen Elektronen auf Formula: 10\,\%Formula: 10\,\% der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden.

Berechne unter Nutzung des Energieerhaltungssatzes die Anzahl der beschriebenen elektrischen Felder (Material 3), die dazu mindestens von den Elektronen durchlaufen werden müssen. Die Anfangsgeschwindigkeit, mit der die Elektronen in die erste Drifttöhre eintreten, darf in der Rechnung vernachlässigt werden. Eine relativistische Rechnung ist nicht erforderlich.

3 BE

Material 1: Experimentieraufbau nach Hallwachs

Eine negativ geladene Zinkplatte ist leitend mit einem Elektroskop verbunden.

Experiment

Die Platte wird mit rotem Licht und anschließend mit ultraviolettem Licht bestrahlt.

Nur bei Bestrahlung mit ultraviolettem Licht entlädt sich die Zinkplatte und dadurch geht der Zeigerausschlag zurück.

Das Experiment wird mit dem ultravioletten Licht aber höherer Intensität wiederholt. Der Zeigerausschlag am Elektroskop geht schneller zurück.

Schematische Darstellung: Lichtquelle strahlt auf Zinkplatte, verbundenes Elektroskop zeigt Ausschlag.Schematische Darstellung: Lichtquelle strahlt auf Zinkplatte, verbundenes Elektroskop zeigt Ausschlag.

Abb. 1: Experimentieraufbau nach Hallwachs

Material 2: Vakuumfotozelle

Beim Experimentieraufbau nach Hallwachs können verschiedene Wechselwirkungen das Ergebnis beeinflussen. Deshalb wird zur Untersuchung des äußeren lichtelektrischen Effekts eine Vakuumfotozelle verwendet. Sie besteht aus einer Glaskammer, im Inneren befinden sich zwei Elektroden, von denen eine als Metallring und eine andere als Metallschicht ausgeführt ist. Fällt ultraviolettes Licht auf die Metallschicht, so werden Elektronen herausgelöst und es wird eine Stromstärke gemessen. Die herausgelösten Elektronen nennt man Fotoelektronen.

Skizze: Glaskammer mit Vakuum, Metallschicht und Metallring, Lichtstrahlen und angeschlossener Stromkreis mit Amperemeter.Skizze: Glaskammer mit Vakuum, Metallschicht und Metallring, Lichtstrahlen und angeschlossener Stromkreis mit Amperemeter.

Abb. 2: Vakuumfotozelle

Schaltplan mit einstellbarer Spannung, großem Kreis, Schalter, Amperemeter (A) und Voltmeter (V).Schaltplan mit einstellbarer Spannung, großem Kreis, Schalter, Amperemeter (A) und Voltmeter (V).

Abb. 3: Schaltplan zur Ermittlung der kinetischen Energie der schnellsten Fotoelektronen

Das Experiment wurde mit Licht verschiedener Frequenzen durchgeführt.

Es wurden folgende Messwerte aufgenommen:

Formula: fFormula: f in Formula: 10^{14}\;\text{Hz}Formula: 10^{14}\;\text{Hz}

Formula: 6,4Formula: 6,4

Formula: 6,9Formula: 6,9

Formula: 7,4Formula: 7,4

Formula: 7,7Formula: 7,7

Formula: E_\text{kin}Formula: E_\text{kin} in Formula: \text{eV}Formula: \text{eV}

Formula: 0,14Formula: 0,14

Formula: 0,34Formula: 0,34

Formula: 0,53Formula: 0,53

Formula: 0,66Formula: 0,66

Material 3: Elektronenbeschleuniger

In der Medizin werden Tumore mit Elektronen hoher Energie z. B. mit Formula: 10\;\text{MeV}Formula: 10\;\text{MeV} bestrahlt. Dafür müssen die Elektronen mehrfach beschleunigt werden. Eine Anlage, die dies ermöglicht, nennt man Linearbeschleuniger. Sie besteht aus mehreren Driftröhren im Vakuum, die mit einer Wechselspannungsquelle verbunden sind. Zwischen den Driftröhren werden die Elektronen beschleunigt. Das Innere dieser Driftröhren ist feldfrei, dort erfolgt keine Beschleunigung.

Schematische Darstellung einer Elektronenquelle links und einer Reihe zylindrischer Driftröhren rechts.Schematische Darstellung einer Elektronenquelle links und einer Reihe zylindrischer Driftröhren rechts.

Abb. 4: Linearbeschleuniger für den Zeitpunkt Formula: \small{t_1}Formula: \small{t_1}

Während die Elektronen die Driftröhren durchlaufen, werden die Driftröhren umgepolt. Dadurch werden die Elektronen im nächsten elektrischen Feld wieder in gleicher Richtung beschleunigt. Die Driftröhren haben unterschiedliche Längen und gleiche Abstände.

Reihe grauer Zylinder in unterschiedlichen Größen, verbunden durch Leitungen mit Plus- und Minus-SymbolenReihe grauer Zylinder in unterschiedlichen Größen, verbunden durch Leitungen mit Plus- und Minus-Symbolen

Abb. 5: Linearbeschleuniger für den Zeitpunkt Formula: \small{t_2}Formula: \small{t_2}

Die Abbildung 6 zeigt den Raum zwischen zwei benachbarten Driftröhren. Die Spannung an dem modellhaft angenommenen Plattenkondensator mit dem Plattenabstand Formula: d = 1,0\;\text{cm}Formula: d = 1,0\;\text{cm} beträgt Formula: 300\;\text{V}.Formula: 300\;\text{V}.

Schematische Darstellung zweier paralleler Leiter mit Pfeil „d“ für Abstand, gestricheltem Rahmen und grauen RandbereichenSchematische Darstellung zweier paralleler Leiter mit Pfeil „d“ für Abstand, gestricheltem Rahmen und grauen Randbereichen

Abb. 6: Plattenkondensator

Material 4

Ein Elektron wird beschleunigt, es passiert den Ort Formula: AFormula: A zum Zeitpunkt Formula: t_1Formula: t_1 und zu einem späteren Zeitpunkt Formula: t_2Formula: t_2 den Ort Formula: B.Formula: B.

Die Abbildung zeigt vereinfacht den Raum zwischen der ersten und der zweiten Driftröhre für den Zeitpunkt Formula: t_1Formula: t_1 bzw. den Raum zwischen der zweiten und dritten Driftröhre für den späteren Zeitpunkt Formula: t_2Formula: t_2 für ein und denselben Linearbeschleuniger.

Die Spannung ist zu beiden Zeitpunkten betragsgleich.

Schematische Darstellung zweier Plattenkondensatoren mit Abstand d und markierten Punkten A und BSchematische Darstellung zweier Plattenkondensatoren mit Abstand d und markierten Punkten A und B

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