Aufgabe 3.1 – Elektromagnetische Induktion
Nach der Entdeckung Oerstedts (1820), dass stromdurchflossene Leiter ein Magnetfeld erzeugen, untersuchte Michael Faraday die Wechselwirkung zwischen elektrischem Strom und Magnetnadeln. 1831 entdeckte er die elektromagnetische Induktion.
Faraday formulierte seine Erkenntnisse wie folgt:
„Wenn ein Stück Draht magnetische Kraftlinien schneidet, dann entsteht eine Spannung, es fließt Strom. Dabei ist nicht wichtig, ob der Draht am Magneten vorbeigeführt wird oder der Magnet am Draht. Es kommt nur auf die Relativbewegung der beiden zueinander an.“
Quelle: https://www.uni-ulm.de/fileadmin/website_uni_ulm/nawi.inst.251/Didactics/Geschichte_der_Elektrochemie/modern/fara5.html, Zugriff am 10.02.2026
In den Abbildungen des Materials 1 sind drei Experimente dargestellt. Entscheide, in welchen der Experimente eine Spannung induziert wird und begründe unter Nutzung des Induktionsgesetzes.
Im Material 2 ist eine Experimentieranordnung abgebildet und beschrieben.
Ermittle unter Nutzung der Gleichung die relative Permeabilität für den Eisenkern.
An die Spule 1 wird eine Gleichspannung angelegt, die Stromstärke ändert sich innerhalb von von
auf
Berechne unter Nutzung aller Daten die mittlere in Spule 2 induzierte Spannung.
Die Abbildung 4 im Material 3 zeigt eine Nachbildung des historischen Versuchsaufbaus von Faraday.
Begründe unter Nutzung einer kausalen Argumentationskette, dass zwischen den Enden des Drahtes kurzzeitig eine Spannung gemessen werden kann.
Nutze das Induktionsgesetz.
Fachpraktischer Teil
Transformatoren nutzen das Prinzip der elektromagnetischen Induktion. Im Material 4 ist u. a. der Aufbau eines Transformators dargestellt.
Führe Untersuchungen zur Spannungsübersetzung am unbelasteten Transformator durch. Plane das Experiment unter Nutzung des Materials 4.
Alle erforderlichen Geräte und Hilfsmittel sind am Arbeitsplatz bereitgestellt. Erfrage bei der Aufsicht führenden Fachlehrkraft die Spannung und die Windungszahl
Skizziere einen Schaltplan und baue die Schaltung auf.
Messe die Primär- und Sekundärspannung.
Ersetze die Sekundärspule durch eine Spule anderer Windungszahl und wiederhole die Messungen.
Beurteile, ob das Modell idealer Transformator auf die von dir verwendete Anordnung anwendbar ist.
Hinweise:
Sollte dir die Planung oder der Versuchsaufbau nicht gelingen, so kannst du bei der Aufsicht führenden Fachlehrkraft Hilfe anfordern. Den nicht erbrachten Leistungen entsprechend werden bis zu 3 Bewertungseinheiten nicht erteilt.
Grundsätzlich werden Transformatoren belastet. Abbildung 7 in Material 4 zeigt dir den Experimentieraufbau. Verwende für den Transformator das WindungszahIverhältnis
Stelle für beide Schaltungen die Spannung an der Spannungsquelle ein.
Vergleiche die Helligkeit der Lampen und begründe deine Beobachtung.
Die induzierte Spannung soll in der Praxis gleich der Betriebsspannung
der Glühlampe entsprechen. Eine Möglichkeit ist, die Primärspannung anzupassen, ohne das Verhältnis der Windungszahlen zu ändern. Ergänze die Experimentieranordnung durch Messgeräte für
und
Ermittle experimentell die Primärspannung
Material 1: Experimente zum Induktionsgesetz
Experiment 1: Ein Stabmagnet wird in die Spule hinein bewegt.
Experiment 2: Ein Eisenkern wird in die Spule hinein bewegt.
Experiment 3: Eine Spule befindet sich vollständig in einem homogenen zeitlich konstanten Magnetfeld und rotiert.



Abb. 1: Schematische Darstellung der Experimente
Material 2: Experimentieranordnung
Ein Eisenkern wird aus mehreren Eisenstäben gebildet und befindet sich im Inneren zweier Spulen (Abb. 2). Spule 1 hat und Spule 2 hat
Windungen. Querschnittsfläche
und Länge
sind jeweils für beide Spulen gleich. An Spule 1 ist eine Gleichspannung angelegt und die Stromstärke wird gemessen, diese Stromstärke wird im Verlaufe des Experimentes geändert. Spule 1 erzeugt ein Magnetfeld, dieses durchsetzt auch Spule 2.

Abb. 2: Versuchsaufbau
Unter Nutzung einer Hallsonde wird die Flussdichte für dieses Magnetfeld jeweils für den Innenraum der Spulen 1 und 2 gemessen.
Das Diagramm zeigt die mittleren Flussdichten für Spule 1 und für Spule 2 in Abhängigkeit von der Stromstärke
Die Abbildung 3 zeigt das
-Diagramm.

Abb. 3: -Diagramm
Material 3: Nachbildung des historischen Versuchsaufbaus von Faraday
Zwei isolierte Drähte sind auf einen Weicheisenring gewickelt. An den Enden des Drahtes wird eine Gleichspannung angelegt. Zwischen den Enden des Drahtes
kann kurzzeitig eine Spannung nachgewiesen werden.

Abb. 4: Weicheisenring mit den Drähten und
Material 4: Spannungsübersetzung an einem Transformator
Der Ring Faradays (Material 3) kann als erster Transformator angesehen werden. Für verschiedene Geräte werden Spannungen mit unterschiedlichen Beträgen benötigt. Die Umwandlung der Spannungen erfolgt durch den Einsatz von Transformatoren.
Ein Transformator besteht aus zwei Spulen mit geschlossenem Eisenkern. Die Primärspule mit der Windungszahl wird an eine Wechselspannungsquelle der Primärspannung
angeschlossen. An der Sekundärspule mit der Windungszahl
wird die Sekundärspannung
induziert.

Abb. 5: Prinzipieller Aufbau eines Transformators
Für den unbelasteten idealen Transformator gilt für die Spannungsübersetzung
Der ideale Transformator ist ein Modell, bei dem von Energieverlusten abgesehen wird.
Als unbelastet wird ein Transformator bezeichnet, wenn im Sekundärstromkreis kein Strom fließt. Belastet wird ein Transformator genannt, wenn im Sekundärstromkreis Strom fließt, z. B. weil ein elektrisches Gerät angeschlossen ist.


Abb. 6: Unbelasteter Transformator und belasteter Transformator

Abb. 7: Schaltpläne
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Experiment 1: Es wird eine Spannung induziert, da sich durch die Bewegung des Magneten in der Spule der magnetische Fluss vergrößert:
Experiment 2: Es wird keine Spannung induziert, da der Eisenkern kein eigenes Magnetfeld besitzt und sich so der magnetische Fluss nicht ändert.
Experiment 3: Es wird eine Spannung induziert, da sich durch die Drehbewegung die vom Magnetfeld durchsetzte Fläche der Spule ändert:
Aus dem -Diagramm kann für
die magnetische Flussdichte
entnommen werden.
Mit den gegebenen Werten und
ergibt sich mit Hilfe des MMS dann
Es gilt Aus dem
-Diagramm kann für
die Änderung der magnetischen Flussdichte als
entnommen werden. Mit den gegebenen Werten
und
ergibt sich somit
-
Der Gleichstromkreis am Draht
wird geschlossen.
-
Die Stromstärke wächst.
-
Ein Magnetfeld wird in der Umgebung des Drahtes
aufgebaut.
-
Dies durchdringt über den geschlossenen Eisenkern die Wicklungen des Drahtes
-
Zwischen den Enden des Drahtes
wird eine Spannung induziert.
-
Ist die Stromstärke konstant, so ist die Induktionsspannung Null.
Schaltskizze:

Die Versuchsanordnung wird aufgebaut und anschließend die Primärspannung und die Sekundärspannung für unterschiedliche Windungszahlen gemessen.
Es ergibt sich, dass die Verhältnisse der Windungszahlen und Spannungen näherungsweise übereinstimmen, damit ist das Modell idealer Transformator anwendbar.
Die Glühlampe am Transformator ist dunkler, weil ein Teil der zugeführten Energie entwertet wird.
Die Experimentieranordnung wird sachgerecht ergänzt, die Spannung angemessen verändert und dann gemessen.