Lerninhalte in Französisch
Inhaltsverzeichnis

Partie B


4.
Céline, votre correspondance française, est déléguée de classe et participe au conseil des délégués pour la vie lycéenne. La prochaine réunion portera sur le sujet de la prévention de la violonce à l'école. Céline s'intéresse aux mesures prises en Allemagne pour gérer les conflits entre élèves. Tu as lu un article qui pourrait intéresser Céline. Dans un e-mail, tu résumes les informations les plus importantes.
Rédige cet e-mail.
(médiation) (18 Punkte)

Leonie Servatius
Schulmediatoren als Schiedsrichter

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Um Konflikte zwischen Schülern zu schlichten, setzen manche Schulen auf Mediatoren. Die
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speziell ausgebildeten Vermittler haben vor allem eine Aufgabe: Zuhören. Damit schaffen sie
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es erstaunlich gut, wütende Schüler zu beruhigen und Streit zu schlichten.
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Schüler lernen Mathematik, Deutsch oder Geschichte – doch was sie nicht lernen ist, wie
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man mit Konflikten umgeht. Dafür gehen die Schulmediatorinnen Franziska Haas und Tanja
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Schwarz einmal die Woche in mehrere Schulen in München. Bei ihnen können die Kinder und
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Jugendlichen über ihre Sorgen, Nöte, Probleme und Konflikte sprechen. Und dabei bekommen
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sie vor allem eins: Zeit. Zeit, die im Schulalltag sonst zu kurz kommt.
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[…]
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Wer Schuld hat, interessiert hier nicht
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Doch was auch immer den Streit ausgelöst hat: Bei den Mediatoren darf jedes Kind seine
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Sicht der Dinge schildern – und alle anderen am Tisch müssen zuhören. „Allein das ist für
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viele Kinder schon eine echte Herausforderung“, erklärt Haas. „Die Meinung des anderen
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aushalten, sich den Standpunkt des anderen bis zum Ende anzuhören. Viele kommen hier
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an und haben eine lückenlose Beweiskette vorbereitet, aus der hervorgeht, dass der Andere
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schuld ist. Aber bei einer Mediation interessiert uns gar nicht, wer ,schuld‘ ist.“
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Denn in der Mediation zählen alle Blickwinkel: Es gibt nie nur eine Wahrheit. Und das den
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Kindern zu vermitteln, haben sich Haas und Schwarz zur Aufgabe gemacht: „Wenn man den
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beteiligten Parteien klar machen kann, dass man ein Problem von verschiedenen Seiten be-
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trachten kann, dass jeder sein eigenes Stückchen Wahrheit hat – dann rückt eine Lösung in
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greifbare Nähe“, erklärt Haas.
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Mediation stärkt Kompetenzen
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Die Idee, Mediation an Schulen einzusetzen, stammt aus den USA. Dort ist das Konzept be-
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reits weit verbreitet. Unter anderem werden auch Schüler zu „Peer Mediators“ ausgebildet.
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So können sich die Betroffenen mit ihren Problemen an Gleichaltrige wenden.
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Mediation als alternatives Mittel zur Streitbeilegung vermittelt Schülern Problemlösungs-
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und Konfliktlösungsfähigkeiten, die sie für ihr Leben benötigen, um Konflikte produktiv
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und gewaltfrei zu lösen. Sie lernen, was es heißt, effektiv zuzuhören und sich in andere
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einzufühlen.
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Auch die Lehrer profitieren von der Arbeit der Mediatoren. Denn diese entlastet sie von den
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häufigen Unterrichtsstörungen, die durch Konflikte zwischen Schülern entstehen.
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Auch in Deutschland findet Mediation seit den neunziger Jahren immer mehr Beachtung.
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Ausgewählte Institute bilden Mediatoren professionell aus. Aber anders als Schulpsycholo-
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gen oder Sozialarbeiter, agieren Schulmediatoren ehrenamtlich. So ist es auch bei Franziska
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Haas und Tanja Schwarz: Haas ist im Hauptberuf Kommunikationswirtin, Schwarz Betriebs-
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wirtin.
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Besseres Schulklima dank Mediation
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Dabei wird die Arbeit von Mediatoren heute immer wichtiger, findet Juliane Wünschmann,
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Rechtsanwältin und Gründerin der Mediationszentrale München, für die auch Franziska Haas
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und Tanja Schwarz tätig sind. Schulen seien „vielerorts heillos überfordert“, erklärt Wünsch-
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mann. „Das Konfliktpotenzial ist stark gestiegen. Kinder und Jugendliche verbringen deut-
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lich mehr Zeit als früher in der Schule. Und sie bringen unbearbeitete Ängste mit, auch die
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ihrer Eltern und Familien.“
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Wünschmann ist überzeugt: Die Schule ist ein „Spiegel unserer Gesellschaft“: „Je vielfältiger
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und pluralistischer unsere Gesellschaft wird, je mehr Kulturen, Nationalitäten, Religionen
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und Familienmodelle zu dieser Gesellschaft gehören, umso bunter werden auch die Schulen.“
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An dieser Stelle sei Mediation sehr gut geeignet, um dieser Buntheit gerecht zu werden und
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Konflikten zu begegnen.
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Sind Mediatoren regelmäßig an Schulen, fassen die Schüler Vertrauen. Nicht zuletzt auch,
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weil sie keine Lehrer sind und die Schüler nicht bewerten. Die neue Atmosphäre spüren auch
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die Schulleitungen. So sprechen die Leiter der Münchener Schulen, in denen Franziska Haas
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und Tanja Schwarz helfen, von einem „insgesamt besseren Klima“ in den Klassen und auf
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dem Pausenhof.
(567 Wörter)
Aus: Leon Servatius : Schulmediatoren als Streitschlichter. Good Impact, 21.06.2019 (Auszug) https://goodimpact.org/magazin/schulmediatoren-als-streitschlichter (Zugriff: 28.03.2020)