Lerninhalte in Französisch
Inhaltsverzeichnis

Partie B

4.
Le père de ton/ta correspondant/e français/e qui est enseignant dans une école primaire prépare pour ses élèves un projet intitulé « D’où viennent les aliments ? ». Comme il sait qu’il existe de telles activités pédagogiques en Allemagne, ton correspondant/e te demande de rechercher des informations à ce sujet.
En te basant sur l’article ci-dessous, tu lui écris un e-mail dans lequel tu expliques l’idée d’Ulrike Päffgen, les activités réalisées lors de son projet et comment les écoles sont soutenues.
Rédige cet e-mail.
(médiation) (18 Punkte)

Ulrike Päffgen

Eine Generation, die weiß, was sie isst (2020)

1
Nur selten haben Kinder und Jugendliche heutzutage die Möglichkeit, Natur und die natür-
2
liche Produktion von Lebensmitteln zu erkunden, zu erleben und vor allem zu verstehen.
3
Naturerfahrungsräume verschwinden aus dem Lebensumfeld und landwirtschaftliche Pro-
4
zesse werden zunehmend industrialisiert. Durch die Beschleunigung und Leistungsorientie-
5
rung des gesellschaftlichen Lebens und die voranschreitende Urbanisierung verlieren Kinder
6
und Jugendliche zunehmend den Zugang zur Natur, der natürlichen Lebensmittelproduktion
7
und deren Zusammenhängen. Es gibt immer weniger landwirtschaftliche Betriebe in der direk-
8
ten Umgebung und auch der Gemüsegarten hinterm Haus bei den Großeltern verschwindet.
9
Eine entscheidende Antwort auf das gesellschaftliche Problem der Lebensmittelverschwen-
10
dung liegt in Bildungsprozessen. Mit diesem Hintergrund habe ich gemeinsam mit meinem
11
Bruder Dr. Christoph Schmitz im Jahr 2013 die GemüseAckerdemie, ein ganzjähriges Bil-
12
dungsprogramm für Schulen und Kitas, gegründet.
13
Während des Bildungsprogramms durchlaufen die Schüler ein gesamtes Ackerjahr mit Boden-
14
pflege und -vorbereitung, Gemüseanbau und -pflege sowie Ernte und Vermarktung. Unter-
15
stützt werden die Schulen durch organisatorische Maßnahmen wie Anbau-Fruchtfolgepla-
16
nung, Bestellung von Saatgut und Jungpflanzen, persönliche Betreuung der Lehrperson mit
17
Ackerinfos, Vor-Ort-Besuchen und Beratung sowie einem Curriculum mit 20 ausgearbeiteten
18
Bildungsbausteinen und Lehrerfortbildungen. Zusätzlich wird organisationale Unterstützung
19
bei der Vermarktung des Gemüses, der Ferienbetreuung und Beantragung von Finanzmitteln
20
angeboten.
21
Zwei Anekdoten aus den Ackerstunden spiegeln Erfahrungen wider, die die Jugendlichen bei
22
der GemüseAckerdemie gemacht haben. Ein Mädchen aus der 5. Klasse kam während der
23
Tomatenernte zu mir und sagte begeistert: „Ich habe noch nie Tomaten gegessen, die sind
24
ja super lecker.“ Ich antwortete: „Ach, du hast sicher schon einmal Tomaten gegessen. Als
25
Soße auf den Nudeln oder auf der Pizza oder, oder, oder.“ Woraufhin sie antwortete: „Ja, aber
26
noch nie die Runden!“ Ein weiteres schönes Beispiel ist eine Klasse, die nach ihrer Ernte auf
27
dem Acker in einem Supermarkt war. Die Jugendlichen sollten zuvor ihrem Gemüse einen
28
Preis geben. Nachdem sie die Preise im Supermarkt gesehen haben, waren sie entsetzt und
29
aufgebracht. Sie sagten zu der Lehrerin, dass das Gemüse doch unverschämt billig wäre. Die
30
Arbeit, die man reinsteckt und die lange Zeit, die es zum Wachsen benötigt – da würde man
31
ja gar nichts verdienen.
32
Auch wenn die Landwirtschaft ein weites Feld ist, haben die teilnehmenden Schüler das
33
Wichtigste verstanden, nämlich dass es viel Arbeit und Zeit kostet, Lebensmittel (Gemüse)
34
anzubauen, diese dann zu pflegen und zu ernten und anschließend zu vermarkten. Die Wert-
35
schätzung gegenüber der Arbeit und den Lebensmitteln ist der größte Erfolg!
36
Die Lehrer berichten immer wieder, dass sie selber stark von der GemüseAckerdemie profitie-
37
ren und genau wie die Schüler dazulernen. Jeder motivierte Lehrer kann an diesem Programm
38
teilnehmen. Es werden keine Vorkenntnisse benötigt und man muss auch kein Biologielehrer
39
dafür sein. Die Lehrer werden von dem Team der GemüseAckerdemie so ausreichend und
40
individuell informiert und betreut, dass sie sich nicht zusätzlich fortbilden müssen.
41
Wie gut dieses Programm angenommen wird, zeigen die steigenden Zahlen der teilnehmen-
42
den Lernorte. Seit dem Pilotjahr 2013 haben mehr als 35.000 Jugendliche und Kinder an der
43
GemüseAckerdemie teilgenommen. Aktuell ackern rund 20.000 Kinder und Jugendliche an
44
475 Lernorten. Die Wirkung des nachhaltigen Bildungsprogramms wird jedes Jahr erneut in
45
einem Wirkungsbericht analysiert und festgehalten. Dafür erntete die GemüseAckerdemie
46
bereits viel Anerkennung im öffentlichen und privaten Sektor in Form von Preisen, Auszeich-
47
nungen und persönlichen Ehrungen.
48
Unsere Vision ist eine Integration der gesamten Thematik in die Lehrpläne sämtlicher Bil-
49
dungseinrichtungen, um langfristige Erfolge zu erzielen und eine höhere Wertschätzung für
50
Lebensmittel zu erreichen. Für eine Generation, die weiß, was sie isst!
(552 mots)
Aus: Ulrike Päffgen: Eine Generation, die weiß, was sie isst. DLG, 19.02.2020

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?