Block 2 – Materialgestütztes Schreiben
Aufgabenstellung
An Deiner Schule findet eine Projektwoche zum Thema „Mobilität gestern – heute – morgen“ statt. Arbeitsgruppen aus verschiedenen Fächern widmen sich dem Thema aus
unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Ergebnisse sollen der Schulgemeinschaft und der interessierten Öffentlichkeit in Form einer Projektzeitung am Tag der offenen Tür präsentiert
werden.
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Verfasse für diese Projektzeitung einen informierenden Beitrag über das Motiv des Automobils in der Literatur um 1900.
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Nutzen Sie dazu die Materialien 1 bis 6 und beziehe deine Kenntnisse zu den Umbrüchen in der deutschsprachigen Literatur um 1900 ein.
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Formuliere eine geeignete Überschrift.
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Verweise auf die Materialien erfolgen unter Angabe des Namens der Autorin bzw. des Autors und ggf. des Titels.
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Dein Beitrag sollte ca. 1200 Wörter umfassen.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Berlin um 1920: Bilder der Stadt im Umbruch (2022)

Berlin um 1920: Bilder der Stadt im Umbruch (30.09.2022) 19.03.2025
Material 2: Dorit Müller: Figuren literarischer Verarbeitung automobiler Erfahrung (2004)
Alle im Text genannten Persönlichkeiten sind um die Jahrhundertwende aktive Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die hier im
Kontext der von ihnen in ihren literarischen Werken thematisierten Aspekte genannt werden.
1 vitalistisch: dem Vitalismus angehörig. Vitalismus bezeichnet die Lehre, dass eine besondere, nicht erklärbare Lebenskraft alle
Lebenserscheinungen entscheidend erhält und beeinflusst.
2 biologistisch: Biologismus bezeichnet die Übertragung biologischer Maßstäbe und Begriffe auf nicht biologische Verhältnisse.
Müller, Dorit: Gefährliche Fahrten. Das Automobil in Literatur und Film um 1900. Würzburg: Verlag
Königshausen & Neumann 2004, S. 269–271.
Dorit Müller (*1969) ist Literatur- und Medienwissenschaftlerin.
Material 3: Filippo Tommaso Marinetti: Manifest1 des Futurismus (1909)
Am 20. Februar 1909 publizierte der junge italienische Jurist und Dichter Filippo Tommaso
Marinetti in der französischen Zeitung „Le Figaro“ sein „Futuristisches Manifest“ und
begründete damit die futuristische Bewegung.
[...]
1 Manifest: öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oft politischer Natur.
2 Salto mortale: (wörtl. Todessprung) besonders gefährlicher Sprung in der Artistik.
3 Nike von Samothrake: kurz nach 190 v. Chr. entstandene griechische Skulptur, die die Siegesgöttin Nike darstellt und sich
heute im Louvre in Paris befindet.
Marinetti, Filippo Tommaso: Manifeste des Futurismus. Berlin: Matthes & Seitz Verlagsgesellschaft
2018, S. 12–14.
Filippo Tommaso Marinetti (1876–1944) war er ein italienischer Schriftsteller und Maler.
Material 4: Dorit Müller: Das Automobil in der frühexpressionistischen Literatur. Zum Verhältnis von Expressionismus und Technik (2004)
Müller, Dorit: Gefährliche Fahrten. Das Automobil in Literatur und Film um 1900. Würzburg: Verlag
Königshausen & Neumann 2004, S. 67 f.
Dorit Müller (*1969) ist Literatur- und Medienwissenschaftlerin.
Material 5: Alfred Lichtenstein: Schwärmerei (1911)
Lichtenstein, Alfred: Dichtungen. Hg. von Klaus Kanzog und Hartmut Vollmer. Zürich: Arche Verlag 1989, S. 17.
Alfred Lichtenstein (1889–1914) war Schriftsteller.
Material 6: Ernst Blass: Autofahrt (1911)
Blass, Ernst: Autofahrt. In: Die Aktion. Jg. 1, Nr. 11 (01.05.1911), Sp. 341.
Ernst Blass (1890–1939) war Schriftsteller.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Das Automobil in der Literatur um 1900 – zwischen Fortschritt, Freiheit und Gefahr
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Um 1900 verändert sich die Lebenswelt der Menschen grundlegend. Neue technische Erfindungen, wachsende Städte und immer schnellere Verkehrsmittel prägen den Alltag. Besonders das Automobil steht für diese Entwicklung. Während Pferdekutschen weiterhin zum Straßenbild gehören, tauchen gleichzeitig die ersten motorisierten Fahrzeuge auf.
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Diese Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen verdeutlicht, dass die Menschen in einer Zeit des Übergangs leben, in der Altes und Neues unmittelbar nebeneinander bestehen (M 1). Auch die Literatur nimmt diese Veränderungen auf. Das Automobil erscheint dabei nicht nur als neues Verkehrsmittel. Es wird zum Symbol für Hoffnungen, Ängste und Spannungen der Moderne und spiegelt soziale, technische und mentale Umbrüche um 1900 wider (M 2, M 3, M 4).
Aufbruch in eine neue Zeit
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Das Vordringen des Automobils wird in der Literatur zunächst ambivalent, also zugleich begeistert und kritisch, aufgenommen (M 3, M 4). Auf der einen Seite verspricht das Auto ein neues Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Menschen können selbst bestimmen, wohin sie fahren, und große räumliche Entfernungen in wesentlich kürzerer Zeit überwinden als zuvor (M 1, M 4, M 5). Die Fahrt wird dadurch zu einem Erlebnis, das sich deutlich von bisherigen Formen des Reisens unterscheidet.
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Mit der neuen Geschwindigkeit verändert sich zugleich die Wahrnehmung der Umgebung. Landschaften werden nicht mehr langsam und ausführlich betrachtet, sondern ziehen innerhalb kurzer Zeit am Reisenden vorbei. Bewegung, Geräusche und wechselnde Eindrücke können dabei zu einem rauschähnlichen körperlichen Geschwindigkeitsgefühl führen (M 2, M 4, M 5). Das Automobil ermöglicht somit Erfahrungen, die für die Menschen vorher kaum denkbar waren.
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Zugleich kann das Auto als Mittel der Selbstverwirklichung erscheinen. Der Mensch gewinnt mithilfe der Maschine neue Möglichkeiten und scheint sich von bisherigen Einschränkungen lösen zu können (M 4). Damit verbindet sich die Vorstellung, sich sogar über die Gesetze der Natur zu erheben und eine neue Qualität des Menschseins zu erreichen (M 2, M 3, M 4).
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Die Autofahrt erhält deshalb häufig eine übertragene Bedeutung. Sie steht für einen Aufbruch in eine neue Zeit, der mit Wagnis, Stärke und teilweise sogar Kriegsbegeisterung verbunden sein kann (M 2, M 3, M 4). Gleichzeitig entstehen Umsturz- und Entfesselungsphantasien: Alte gesellschaftliche Regeln sollen überwunden und neue Formen des Lebens ermöglicht werden (M 2, M 3).
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Diese Vorstellungen passen zu den grundlegenden Umbrüchen der Literatur um 1900. Viele Menschen nehmen ihre Gegenwart als Zeit des Übergangs wahr. Traditionelle Werte verlieren an Bedeutung, während neue gesellschaftliche Ordnungen noch nicht feststehen. Das Bewusstsein vom Verfall tradierter Werte, das beispielsweise für die Décadence prägend ist, gehört ebenso zu dieser Epoche wie der Wunsch nach einem grundlegenden Neuanfang.
Zwischen Technikbegeisterung und Bedrohung
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Besonders deutlich zeigen sich unterschiedliche Bewertungen des Automobils im Futurismus und Expressionismus. Der Futurismus ist von einer radikalen Begeisterung für Maschinen, Geschwindigkeit und technische Neuerungen geprägt. Das Auto verkörpert hier den Bruch mit der Vergangenheit und mit dem bürgerlichen Wertekanon. Technik wird nicht nur als nützliches Hilfsmittel verstanden, sondern als Kraft, mit der eine neue Gesellschaft geschaffen werden soll (M 2, M 3).
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Automobile und andere Maschinen können dabei sogar zu Symbolen notwendiger gewalttätiger Disruptionen werden. Die alte Ordnung soll nicht langsam verändert, sondern geradezu beseitigt werden, damit etwas Neues entstehen kann (M 3). Das Automobil kann in diesem Zusammenhang aggressive Männlichkeit, Stärke und Macht ausdrücken (M 3). Gleichzeitig steht es für Modernität und eine bewusste Abgrenzung von der Vergangenheit – sowohl in der Kunst als auch in gesellschaftlichen und politischen Vorstellungen (M 2, M 3, M 4).
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Dahinter steht die Idee eines Menschen, der sich aus bisherigen kollektiven Zwängen befreit (M 2, M 3). Besonders im Futurismus zeigt sich dabei ein vitalistisch geprägter dichterischer Aufbruch, der teilweise an das Menschenbild Friedrich Nietzsches erinnert: Stärke, Wille, Selbstüberwindung und die Missachtung traditioneller Grenzen erhalten einen hohen Stellenwert.
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Der Expressionismus betrachtet die technische Entwicklung dagegen differenzierter. Auch expressionistische Autoren sind von Geschwindigkeit und neuer Technik fasziniert, berücksichtigen jedoch stärker deren mögliche negative Folgen (M 2, M 4, M 5, M 6). Das Automobil steht deshalb nicht nur für Freiheit und Fortschritt, sondern auch für Unfallgefahr und Tod (M 2, M 4, M 5).
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Die hohe Geschwindigkeit kann außerdem einen Orientierungsverlust hervorrufen. Die Umgebung löst sich in einzelne, rasch wechselnde Eindrücke auf und wird für den Menschen schwieriger zu erfassen (M 2, M 6). Damit spiegelt die Autofahrt eine grundlegende Erfahrung der Moderne wider: Die Welt verändert sich so schnell, dass der Einzelne Schwierigkeiten bekommt, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten.
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Auch ein kulturkritischer Blick auf die Automobilisierung wird sichtbar. Die Vielzahl neuer Eindrücke kann zu Reizüberflutung und kultureller Verflachung führen (M 4, M 6). Das Auto wird damit zum Sinnbild einer Moderne, die zugleich fasziniert, herausfordert und überfordert.
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Gerade darin zeigt sich die Vielgestaltigkeit der literarischen Strömungen um 1900. Während einige Autoren die neue Technik begeistert begrüßen, warnen andere vor ihren Folgen. Das Automobil bündelt damit wie kaum ein anderes Motiv die widersprüchlichen Gefühle gegenüber der modernen Welt.
Das Automobil als Symbol für Entgrenzung und Macht
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Das Motiv des Automobils reicht über die unmittelbare Erfahrung des Fahrens hinaus. Es kann auch gesellschaftliche und kulturgeschichtliche Vorstellungen ausdrücken. Besonders wichtig ist die Idee der Entgrenzung. Die Maschine scheint dem Menschen die Möglichkeit zu geben, bisher bestehende natürliche, räumliche und gesellschaftliche Grenzen zu überwinden (M 2, M 3, M 4).
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Damit verbindet sich teilweise die Vorstellung eines „Neuen Menschen“. Vor allem im Expressionismus wird einerseits die Sehnsucht nach einem gemeinsamen Auf- und Ausbruch sichtbar, andererseits aber auch das Ideal eines Individuums, das sich von kollektiven Zwängen löst. Das Auto unterstützt diese Vorstellung, weil es individuelle Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit verspricht (M 2, M 3).
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Gleichzeitig kann diese Freiheit in eine problematische Form von Macht umschlagen. Automobilität kann als Verabsolutierung der Macht über die Natur, die Maschine und andere Menschen erscheinen (M 2, M 3, M 5). Der Fahrer erlebt sich als jemand, der Geschwindigkeit kontrolliert und natürliche Grenzen überschreitet.
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Die Intensität dieser Erfahrung wird teilweise durch Rausch, Irrationalität und sogar Todesverachtung gesteigert (M 2, M 3, M 5). Gerade solche Grenz- und Entgrenzungserfahrungen zeigen, wie eng technische Begeisterung und Gefahr miteinander verbunden sind. Der Wunsch nach vollständiger Freiheit kann gleichzeitig in Selbstüberschätzung und Kontrollverlust führen.
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Auch die Gewaltförmigkeit technischer und gesellschaftlicher Umbrüche wird dadurch sichtbar (M 2). Fortschritt erscheint nicht ausschließlich als friedliche Verbesserung, sondern kann mit Zerstörung und radikalem Bruch verbunden sein. Das Automobil wird damit zum Ausdruck eines allgemeinen Lebensgefühls der Moderne: Die Vergangenheit soll überwunden werden, ohne dass bereits sicher ist, welche Folgen die neue Welt für den Menschen haben wird.
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Gerade deshalb kristallisieren sich im Automobil zentrale Wünsche und Befürchtungen der Zeit. Es wird zum Faszinosum, weil es neue Möglichkeiten eröffnet, zugleich aber zur Herausforderung und Überforderung, weil die technische Entwicklung bisher vertraute Grenzen infrage stellt.
Neue Erfahrungen brauchen eine neue Sprache
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Die neuartigen Erfahrungen des Autofahrens stellen auch die Literatur vor eine Herausforderung. Herkömmliche Darstellungsweisen reichen häufig nicht aus, um Geschwindigkeit, Rausch und die veränderte Wahrnehmung auszudrücken. Deshalb nutzen Autoren ein vielfältiges Arsenal an teilweise radikalen und ungewöhnlichen Bildern (M 2). Besonders deutlich zeigt sich dies beispielsweise bei Alfred Lichtenstein und Ernst Blass (M 5, M 6).
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Im Mittelpunkt stehen häufig optische Effekte und Bewegungseindrücke während einer Autofahrt. Semantisch eigentlich nicht zusammengehörende Bilder werden miteinander kombiniert, während dynamische Verben und Raummetaphern das Gefühl von Geschwindigkeit vermitteln (M 2). Gerade bei Lichtenstein werden die vorbeiziehende Umgebung und das körperliche Erlebnis der Bewegung sprachlich so gestaltet, dass die Leser die Dynamik der Autofahrt beinahe selbst erfahren können (M 5).
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Teilweise entsteht dabei bewusst eine komische und zugleich gesellschaftskritische Wirkung. Besonders auffällig sind ungewöhnliche Wortneuschöpfungen wie der Neologismus „durchauteln“ oder paradox-groteske Wendungen wie „wir überfahren den Wind“ (M 5). Die Sprache selbst scheint hier traditionelle Grenzen zu überschreiten – genauso wie das Automobil die bisherigen Grenzen von Geschwindigkeit und Raum verändert.
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Damit reagiert die Literatur nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich auf die Herausforderungen der Moderne. Die Schriftsteller versuchen, den technischen und gesellschaftlichen Neuerungen durch neue literarische Darstellungsformen gerecht zu werden. Die Veränderungen der Außenwelt führen somit auch zu Veränderungen innerhalb der Literatur.
Zwischen Faszination und Bedrohung
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Das Automobil ist deshalb in der Literatur um 1900 weit mehr als ein Fortbewegungsmittel. Es wird zu einem zentralen Symbol der modernen Welt. Es steht für Freiheit, Fortschritt, individuelle Selbstverwirklichung und die Hoffnung auf einen grundlegenden gesellschaftlichen Neubeginn (M 1, M 2, M 3, M 4, M 5). Gleichzeitig verbindet es sich mit Unfallgefahr, Tod, Orientierungslosigkeit, Reizüberflutung und der Angst vor einer kaum noch kontrollierbaren technischen Entwicklung (M 2, M 4, M 5, M 6).
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Gerade diese Spannung zwischen Faszination und Bedrohung macht das Automobil zu einem besonders aussagekräftigen literarischen Motiv der Zeit um 1900. In ihm spiegeln sich die unterschiedlichen Kunstkonzepte, Menschen- und Weltbilder der Epoche ebenso wie die ambitionierten Versuche der Literatur, auf die Herausforderungen einer immer schneller und technischer werdenden Moderne zu reagieren.