Lerninhalte
Inhaltsverzeichnis

HT 1 — Doppelspaltversuch mit Heliumatomen

Teilaufgabe 1: Die Anfänge der Quantenphysik

a)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die klassischen Vorstellungen von Licht als Welle und dem Elektron als Teilchen fest etabliert. Experimente zum Verhalten von Licht am Doppelspalt und Experimente zum Verhalten von Elektronen in Feldern bestätigten diese Vorstellungen.

  • Beschreibe, wodurch die Welleneigenschaft von Licht bei einem Doppelspaltexperiment deutlich wird.

  • Beschreibe, wodurch die Teilcheneigenschaft von Elektronen in einem elektrischen Feld deutlich wird.

4 BE

b)

Die Teilcheneigenschaft des Lichts wurde im Jahr 1905 von Albert Einstein unter anderem durch die Gleichung Formula: E = h \cdot fFormula: E = h \cdot f beschrieben, wobei Formula: EFormula: E die Photonenenergie, Formula: hFormula: h das Planck’sche Wirkungsquantum und Formula: fFormula: f die Frequenz des Lichts bezeichnen.

  • Erläutere die Gleichung Formula: E = h \cdot fFormula: E = h \cdot f im Zusammenhang mit dem Fotoeffekt.

Fast zeitgleich stellte Albert Einstein die berühmte Gleichung Formula: E = m \cdot c^{2}Formula: E = m \cdot c^{2} auf, wobei Formula: EFormula: E die Energie und Formula: mFormula: m die Masse eines Objekts sowie Formula: cFormula: c die Lichtgeschwindigkeit bezeichnen.

  • Erläutere die fundamentale Bedeutung, die der Gleichung Formula: E = m \cdot c^{2}Formula: E = m \cdot c^{2} zugrunde liegt.

6 BE

c)

Der Physiker Louis de Broglie kombinierte im Jahr 1924 die beiden Gleichungen aus Aufgabenteil b) und erhielt den Zusammenhang Formula: p= \tfrac{h}{\lambda}Formula: p= \tfrac{h}{\lambda} für den Impuls eines Photons, wobei Formula: λFormula: λ die Wellenlänge des Lichts bezeichnet.

  • Leite diesen Zusammenhang ausgehend von den beiden Gleichungen aus Aufgabenteil b) her.

De Broglie stellte die Hypothese auf, dass dieser Zusammenhang auch für Objekte gelten müsse, die bisher klassisch als Teilchen betrachtet wurden.

  • Erläutere die Bedeutung der Gleichung Formula: \lambda = \tfrac{h}{p}Formula: \lambda = \tfrac{h}{p} in Bezug auf das Elektron.

7 BE

Teilaufgabe 2: Interferenz von Heliumatomen am Doppelspalt

Die De-Broglie-Hypothese aus Teilaufgabe 1 wurde bisher in vielen unterschiedlichen Experimenten bestätigt. Ein solches Experiment wurde im Jahr 1991 mit Heliumatomen (Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atomen) durchgeführt. Abbildung 1 zeigt schematisch den entsprechenden Versuchsaufbau.

Doppelspalt-Experiment: Helium-Atomquelle links, Doppelspalt (d = 8,0 µm), Wellenfronten und Detektor (L = 1,95 m)Doppelspalt-Experiment: Helium-Atomquelle links, Doppelspalt (d = 8,0 µm), Wellenfronten und Detektor (L = 1,95 m)

Abbildung 1: Schematische Darstellung des Versuchsaufbaus

(Quelle: Ludwig Bergmann / Clemens Schaefer: Lehrbuch der Experimentalphysik, Band 3 Optik, 2004, S. 1280; verändert)

a)

Bei der Beugung der He-Atome mit der De-Broglie-Wellenlänge Formula: λFormula: λ am Doppelspalt gilt für den Winkel Formula: α_n,Formula: α_n, unter dem sich am Detektor das Interferenzmaximum Formula: nFormula: n-ter Ordnung ausbildet, der folgende Zusammenhang:

Formula: n \cdot \lambda = d \cdot \sin (\alpha_{{n}})Formula: n \cdot \lambda = d \cdot \sin (\alpha_{{n}})

  • Leite diesen Zusammenhang mithilfe einer geeigneten Skizze her.

Für die Herleitung muss der Abstand der Spaltmitten Formula: dFormula: d wesentlich kleiner sein als der Abstand Formula: LFormula: L zwischen Doppelspalt und Detektor.

  • Begründe diese Notwendigkeit für die Herleitung.

8 BE

b)

Abbildung 2 zeigt zwei Verteilungen der am Detektor registrierten Formula: {\text{He-}}Formula: {\text{He-}}Atome bei unterschiedlichen De-Broglie-Wellenlängen.

Versuchsdurchführung (A)

Diagramm: Anzahl registrierter He-Atome gegen Detektorposition in µm, punktierte Kurve mit mehreren PeaksDiagramm: Anzahl registrierter He-Atome gegen Detektorposition in µm, punktierte Kurve mit mehreren Peaks

Versuchsdurchführung (B)

Diagramm: Anzahl registrierter He-Atome vs Detektorposition (µm), schmale Spitzen um 0 µm, Titel "Versuchsdurchführung (B)".Diagramm: Anzahl registrierter He-Atome vs Detektorposition (µm), schmale Spitzen um 0 µm, Titel "Versuchsdurchführung (B)".

Abbildung 2: Verteilungen der Formula: \small{\text{He-}}Formula: \small{\text{He-}}Atome für zwei verschiedene Versuchsdurchführungen (A) und (B)

(Quelle: John S. Townsend: Quantum Physics – A Fundamental Approach to Modern Physics, 2010, S. 54; verändert)

  • Vergleiche die zu den Versuchsdurchführungen (A) und (B) gehörenden Verteilungen miteinander.

Die De-Broglie-Wellenlängen Formula: λ_AFormula: λ_A der verwendeten Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome streuen bei Versuchsdurchführung (A) geringfügig im Intervall Formula: 46\;\mathrm{pm} \leq \lambda_{{A}} \leq 48\;\mathrm{pm}.Formula: 46\;\mathrm{pm} \leq \lambda_{{A}} \leq 48\;\mathrm{pm}. Weitere Daten des Experiments: Abstand der Spaltmitten Formula: d = 8,0\;\mathrm{\mu m},Formula: d = 8,0\;\mathrm{\mu m}, Abstand Doppelspalt/Detektor Formula: L = 1,95\;\mathrm{m}.Formula: L = 1,95\;\mathrm{m}.

  • Weise nach, dass sowohl die untere als auch die obere Grenze des angegebenen Wellenlängenintervalls zur Lage des Maximums 4. Ordnung passen.

Die De-Broglie-Wellenlänge Formula: λ_BFormula: λ_B der verwendeten Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome ist bei der Versuchsdurchführung (B) mit Formula: \lambda_{{B}} = 3\;\mathrm{pm}Formula: \lambda_{{B}} = 3\;\mathrm{pm} angegeben.

  • Interpretiere die in Abbildung 2 dargestellte Verteilung für die Versuchsdurchführung (B).

10 BE

c)

Abbildung 3 zeigt die Verteilung der De-Broglie-Wellenlängen Formula: λFormula: λ der von der Quelle für Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome in Abbildung 1 emittierten Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome.

Graph: registrierte He-Atome vs De-Broglie-Wellenlänge, zwei Peaks bei λ = 3 pm und λ = 47 pmGraph: registrierte He-Atome vs De-Broglie-Wellenlänge, zwei Peaks bei λ = 3 pm und λ = 47 pm

Abbildung 3: Verteilung der De-Broglie-Wellenlängen der Formula: \small{\text{He-}}Formula: \small{\text{He-}}Quelle

(Quelle: T. Pfau / C. Kurtsiefer: Partial reconstruction of the motional Wigner function of an ensemble of helium atoms, Journal of Modern Optics, 1997, 44:11 – 12, S. 2556; verändert)

Die Verteilung zeigt zwei deutliche Maxima, die zu Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atomen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten Formula: vFormula: v gehören.

  • Entscheide begründet, zu welchem der beiden Maxima diejenigen Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome mit der größeren Geschwindigkeit gehören.

Die Masse eines Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atoms beträgt Formula: m_{\mathrm{He}} = 6,6 \cdot 10^{-27}\;\mathrm{kg}.Formula: m_{\mathrm{He}} = 6,6 \cdot 10^{-27}\;\mathrm{kg}.

  • Bestimme nichtrelativistisch die Geschwindigkeit Formula: vFormula: v der zu diesem Maximum gehörenden Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome.

In einer Versuchsdurchführung (C) werden diejenigen Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome aus der Wellenlängenverteilung in Abbildung 3 verwendet, deren De-Broglie-Wellenlängen Formula: λ_CFormula: λ_C in dem Intervall Formula: 30\;\mathrm{pm} < \lambda_{{C}} < 60\;\mathrm{pm}Formula: 30\;\mathrm{pm} < \lambda_{{C}} < 60\;\mathrm{pm} liegen.

  • Erläutere die von dir erwartete Veränderung bei der Beurteilung der am Detektor registrierten Verteilung der Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome im Vergleich zu der Verteilung aus Versuchsdurchführung (A) in Abbildung 2.

9 BE

d)

Um die Verteilung in Abbildung 2 für Versuchsdurchführung (A) zu ermitteln, wurde das in Abbildung 4 dargestellte Muster der Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome ausgewertet.

Muster der detektieren He-AtomeMuster der detektieren He-Atome

Abbildung 4: Muster der detektierten Formula: \small{\text{He-}}Formula: \small{\text{He-}}Atome

(Quelle: T. Pfau / C. Kurtsiefer: Partial reconstruction of the motional Wigner function of an ensemble of helium atoms, Journal of Modern Optics, 1997, 44:11 – 12, S. 2557; verändert)

  • Beschreibe das in Abbildung 4 dargestellte Muster der detektierten Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome.

  • Erläutere anhand von Abbildung 4, dass das Verhalten der Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome am Doppelspalt weder ausschließlich durch ein klassisches Wellenmodell noch ausschließlich durch ein klassisches Teilchenmodell beschrieben werden kann.

6 BE

Teilaufgabe 3: Verändertes Doppelspaltexperiment mit Heliumatomen

In einem weiteren Versuch soll untersucht werden, wie sich die Verteilung der Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome am Detektor verändert, wenn diese vor dem Durchqueren des Doppelspalts angeregt werden und am Ort des Doppelspalts anschließend Photonen emittieren.

a)

Abbildung 5 zeigt ein vereinfachtes Energieniveauschema von Helium.

Energie-Niveauschema (E in eV) mit Ionisationsschwelle 0 und markierten Energieniveaus E3, E2, E1 und E0 (Grundzustand)Energie-Niveauschema (E in eV) mit Ionisationsschwelle 0 und markierten Energieniveaus E3, E2, E1 und E0 (Grundzustand)

Abbildung 5: Vereinfachtes Energieniveauschema von Helium

Die aus der Quelle in Abbildung 1 entweichenden Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome werden unmittelbar nach dem Verlassen der Quelle angeregt.

  • Berechne die Energie Formula: E_{\mathrm{min}},Formula: E_{\mathrm{min}}, die einem Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atom im Grundzustand mindestens zugeführt werden muss, damit es sich in einem angeregten Zustand befindet.

Atome können auf unterschiedliche Weise angeregt werden.

  • Erläutere den Unterschied zwischen Anregung eines Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atoms durch Elektronenstoß und der Anregung durch ein Photon.

Der Aufbau aus Abbildung 1 wird so abgeändert, dass die in den Zustand Formula: E_1Formula: E_1 angeregten Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome unmittelbar vor dem Durchqueren des Doppelspalts mit den Photonen einer monochromatischen Lichtquelle der Wellenlänge Formula: \lambda_{\mathrm{L}} = 1,08\;\mathrm{\mu m}Formula: \lambda_{\mathrm{L}} = 1,08\;\mathrm{\mu m} wechselwirken.

  • Zeige, dass diese Wechselwirkung die Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome auf ein noch höheres Energieniveau anregen kann.

11 BE

b)

Jedes so angeregte Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atom geht unmittelbar nach der weiteren Anregung noch am Ort des Doppelspaltes in den Grundzustand über. In den beiden Spalten befindet sich jeweils ein Messgerät für Photonen (siehe Abbildung 6).

Schematische Darstellung eines Doppelspaltversuchs mit He-Atomquelle, Spaltabstand 8 μm, Photonenmessung und DetektorSchematische Darstellung eines Doppelspaltversuchs mit He-Atomquelle, Spaltabstand 8 μm, Photonenmessung und Detektor

Abbildung 6: Schematische Darstellung des abgeänderten Versuchsaufbaus

(Quelle: Ludwig Bergmann / Clemens Schaefer: Lehrbuch der Experimentalphysik, Band 3 Optik, 2004, S. 1280; verändert)

Werden Formula: \text{He-}Formula: \text{He-}Atome im Wellenlängenbereich Formula: 46\;\mathrm{pm} \leq \lambda \leq 48\;\mathrm{pm}Formula: 46\;\mathrm{pm} \leq \lambda \leq 48\;\mathrm{pm} verwendet, so ergibt sich im Gegensatz zu Abbildung 2 (A) die folgende Verteilung in Abbildung 7.

Kurvendiagramm: registrierte He-Atome vs. Detektorposition (µm), Peak bei 0 µm.Kurvendiagramm: registrierte He-Atome vs. Detektorposition (µm), Peak bei 0 µm.

Abbildung 7: Verteilung der Formula: \small{\text{He-}}Formula: \small{\text{He-}}Atome

  • Begründe die Verteilung der am Detektor registrierten He-Atome.

Hinweis: Gehe davon aus, dass alle von der Quelle emittierten He-Atome durch das Licht der monochromatischen Lichtquelle angeregt werden.

4 BE

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?

SchulLV