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HT 2 — Fahrradbeleuchtung

Der Kondensator ist ein Bauteil, welches in vielen elektrischen Schaltungen verwendet wird. Bei dem Standlicht einer Fahrradbeleuchtung kann ein Kondensator verwendet werden.

Rotes Fahrradrücklicht mit Reflektoren am GepäckträgerRotes Fahrradrücklicht mit Reflektoren am Gepäckträger

Abbildung 1: Rückleuchte am Fahrrad

Quelle Zugriff 22.04.2026

Teilaufgabe 1: Das elektrische Feld

In der Physik wird das Konzept des Feldes beispielsweise beim elektrischen Feld und beim Magnetfeld genutzt.

a)
  • Gib jeweils eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied zwischen dem elektrischen Feld und dem Magnetfeld an.

Durch verschiedene Prozesse in der Atmosphäre beträgt in der Nähe des Erdbodens die elektrische Feldstärke Formula: E = 100 \; \tfrac{\mathrm{V}}{\mathrm{m}}.Formula: E = 100 \; \tfrac{\mathrm{V}}{\mathrm{m}}.

  • Berechne die elektrostatische Kraft Formula: F_{\mathrm{el}}Formula: F_{\mathrm{el}} auf ein Elektron in der Nähe des Erdbodens.

  • Vergleiche die elektrostatische Kraft Formula: F_{\mathrm{el}}Formula: F_{\mathrm{el}} auf ein Elektron in der Nähe des Erdbodens mit der auf das Elektron wirkenden Gravitationskraft Formula: F_{\mathrm{G}}.Formula: F_{\mathrm{G}}.

6 BE

b)

In Abbildung 2 sind idealisierte Ausschnitte elektrischer Feldlinienbilder dargestellt.

Zwei senkrechte Platten mit mehreren horizontalen Pfeilen nach rechts, beschriftet E1Zwei senkrechte Platten mit mehreren horizontalen Pfeilen nach rechts, beschriftet E1
Punkt Q in der Mitte mit radialen Pfeilen nach außen.Punkt Q in der Mitte mit radialen Pfeilen nach außen.

Abbildung 2: Idealisierte Darstellung eines (a) homogenen und (b) radialsymmetrischen elektrischen Feldes

Quelle (verändert; Zugriff: 22.04.2026)

  • Ermittle in Abbildung 2a jeweils das Ladungsvorzeichen der Kondensatorplatten.

  • Gib eine Formel an, mit der der Betrag des elektrischen Feldes Formula: E_1Formula: E_1 in Abhängigkeit vom Plattenabstand Formula: dFormula: d der Kondensatorplatten in Abbildung 2a beschrieben werden kann.

  • Ermittle in Abbildung 2b die Polung der Zentralladung Formula: Q.Formula: Q.

  • Gib eine Formel an, mit der der Betrag des radialsymmetrischen elektrischen Feldes Formula: E_2Formula: E_2 in Abhängigkeit vom Abstand Formula: rFormula: r von der Zentralladung Formula: QFormula: Q in Abbildung 2b beschrieben werden kann.

  • Begründe, dass das radialsymmetrische elektrische Feld in Abbildung 2b ein inhomogenes elektrisches Feld ist.

7 BE

Teilaufgabe 2: Der Kondensator

Bei der Fahrradbeleuchtung kann ein Kondensator verwendet werden, um elektrische Energie zu speichern. Die kennzeichnende Größe eines Kondensators ist die Kapazität Formula: C.Formula: C. Die Kapazität hängt von der Spannung Formula: UFormula: U und der Ladung Formula: QFormula: Q wie folgt ab:

Formula: C = \dfrac{Q}{U}Formula: C = \dfrac{Q}{U}

a)

Beschreibe kurz ein Experiment, mit dem für einen Plattenkondensator gezeigt werden kann, dass die Ladung Formula: QFormula: Q des Plattenkondensators proportional zur Ladespannung Formula: UFormula: U des Plattenkondensators ist.

2 BE

b)

Ein üblicher Plattenkondensator aus dem Physikunterricht hat eine Fläche Formula: A = 5,1 \cdot 10^{-2} \; \mathrm{m}^2Formula: A = 5,1 \cdot 10^{-2} \; \mathrm{m}^2 und einen Plattenabstand Formula: d = 2,0 \; \mathrm{cm}.Formula: d = 2,0 \; \mathrm{cm}.

  • Bestimme die Kapazität des Plattenkondensators aus dem Physikunterricht.

Für die Fahrradbeleuchtung werden Kondensatoren benötigt, die eine hohe Kapazität haben und deutlich kleiner gebaut sind als die Plattenkondensatoren aus dem Physikunterricht.

Abbildung 3 zeigt den Aufbau eines Wickelkondensators. Der Wickelkondensator ist in seinen äußeren Abmessungen kleiner als ein Plattenkondensator.

Kreisdiagramm mit mehreren konzentrischen, gestrichelten Ringen und nummerierten Markierungen 1–3Kreisdiagramm mit mehreren konzentrischen, gestrichelten Ringen und nummerierten Markierungen 1–3
Zylindrische Spule in durchsichtigem Gehäuse mit zwei Anschlussdrähten und Beschriftung "Höhe ca. 1 cm"Zylindrische Spule in durchsichtigem Gehäuse mit zwei Anschlussdrähten und Beschriftung "Höhe ca. 1 cm"

Abbildung 3: Aufbau eines Wickelkondensators a) prinzipieller Aufbau: 1 – elektrisch leitender Außenbelag, 2 – elektrisch leitender Innenbelag, 3 – nichtleitendes Material; b) Ausführungsbeispiel

Quelle (verändert; Zugriff 22.04.2026)

  • Nenne zwei Gründe, weshalb die Kapazität eines Wickelkondensators wie in Abbildung 3 einen größeren Wert als ein Plattenkondensator aus dem Physikunterricht haben kann.

4 BE

c)

In einem Versuch wird die Entladung eines Kondensators untersucht. Dazu wird der durch die Spannung Formula: U_0Formula: U_0 geladene Kondensator mit der Kapazität Formula: CFormula: C in Schalterstellung 2 über einem Widerstand Formula: RFormula: R entladen. Dabei wird die Stromstärke Formula: IFormula: I in Abhängigkeit von der Zeit Formula: tFormula: t gemessen. In Abbildung 4 ist die Schaltung dargestellt.

Schaltbild: Batterie U0, Schalter mit Positionen 1/2, Kondensator C, Widerstand R und Strommesser ISchaltbild: Batterie U0, Schalter mit Positionen 1/2, Kondensator C, Widerstand R und Strommesser I

Abbildung 4: Schaltung zur Entladung eines Kondensators

Die aufgenommenen Messwerte sind in der folgenden Tabelle notiert:

Formula: \boldsymbol{T}Formula: \boldsymbol{T} in Formula: \boldsymbol{\mathrm{s}}Formula: \boldsymbol{\mathrm{s}}

Formula: \boldsymbol{I}Formula: \boldsymbol{I} in Formula: \boldsymbol{\mathrm{mA}}Formula: \boldsymbol{\mathrm{mA}}

Formula: 0Formula: 0

Formula: 500Formula: 500

Formula: 1Formula: 1

Formula: 335Formula: 335

Formula: 2Formula: 2

Formula: 225Formula: 225

Formula: 3Formula: 3

Formula: 151Formula: 151

Formula: 4Formula: 4

Formula: 101Formula: 101

Formula: 5Formula: 5

Formula: 68Formula: 68

Formula: 6Formula: 6

Formula: 45Formula: 45

Formula: 7Formula: 7

Formula: 30Formula: 30

Formula: 8Formula: 8

Formula: 20Formula: 20

Tabelle 1: Messwerte des Versuchs zur Entladung eines Kondensators

  • Zeichne ein geeignetes Formula: t\text{-}I\text{-}Formula: t\text{-}I\text{-}Diagramm aller Messwerte.

  • Begründe mithilfe einer grafischen Auswertung aller Messwerte, dass die Stromstärke Formula: IFormula: I exponentiell mit der Zeit Formula: tFormula: t abnimmt.

Für den Zusammenhang zwischen der Stromstärke Formula: IFormula: I und der Zeit Formula: tFormula: t gilt:

Formula: I(t) = I_{\mathrm{0}} \cdot \text{e}^{-\tfrac{1}{R \cdot C}\cdot t}Formula: I(t) = I_{\mathrm{0}} \cdot \text{e}^{-\tfrac{1}{R \cdot C}\cdot t}

  • Bestimme mithilfe aller Messwerte die Kapazität Formula: CFormula: C des verwendeten Kondensators, wenn der Widerstand Formula: R = 2500\;\OmegaFormula: R = 2500\;\Omega groß ist.

8 BE

d)

Wird der Entladevorgang eines Kondensators theoretisch betrachtet, dann ergibt sich folgende Gleichung für die zeitliche Ableitung der Ladung Formula: \dot{Q}_{{C}}Formula: \dot{Q}_{{C}} des Kondensators und der Ladung Formula: Q_{{C}}Formula: Q_{{C}} des Kondensators:

Formula: \dot{Q}_{{C}}(t) = - \left( \dfrac{1}{R \cdot C} \right) \cdot Q_{{C}}(t)Formula: \dot{Q}_{{C}}(t) = - \left( \dfrac{1}{R \cdot C} \right) \cdot Q_{{C}}(t)

  • Leite ausgehend vom Ansatz Formula: U_R +U_C=0Formula: U_R +U_C=0 diesen Zusammenhang her, wenn Formula: U_RFormula: U_R die Spannung am Widerstand und Formula: U_CFormula: U_C die Spannung am Kondensator ist (vgl. Abbildung 4).

  • Beschreibe die physikalische Aussage dieser Gleichung beim Entladen eines Kondensators.

Eine Lösung der oben genannten Gleichung für die zeitliche Ableitung der Ladung Formula: \dot{Q}_{{C}}Formula: \dot{Q}_{{C}} des Kondensators und der Ladung Formula: Q_CFormula: Q_C des Kondensators ist:

Formula: Q_{{C}}(t) = - C \cdot U_{\mathrm{0}} \cdot \text{e}^{-\tfrac{1}{R \cdot C}\cdot t}Formula: Q_{{C}}(t) = - C \cdot U_{\mathrm{0}} \cdot \text{e}^{-\tfrac{1}{R \cdot C}\cdot t}

  • Begründe, dass sich mit dieser Lösung der Gleichung die oben genannte Formel für die Stromstärke Formula: I(t) = I_{\mathrm{0}} \cdot \text{e}^{-\tfrac{1}{R \cdot C}\cdot t}Formula: I(t) = I_{\mathrm{0}} \cdot \text{e}^{-\tfrac{1}{R \cdot C}\cdot t} ergibt.

8 BE

Teilaufgabe 3: Die Fahrradbeleuchtung

Bei der Fahrradbeleuchtung soll das Standlicht besonders lange leuchten, um eine höchstmögliche Sicherheit zu bieten. In einer Messung wurden die Entladestromstärken I von zwei verschiedenen Kondensatoren A und B aufgenommen. Die Kondensatoren haben die Kapazitäten von Formula: C_{\mathrm{1}} = 1\; \mathrm{F}Formula: C_{\mathrm{1}} = 1\; \mathrm{F} bzw. Formula: C_{\mathrm{2}} = 2\; \mathrm{F}.Formula: C_{\mathrm{2}} = 2\; \mathrm{F}. Abbildung 5 zeigt die entsprechenden Diagramme:

Diagramm: Zwei abklingende Kurven über der Zeit; durchgezogene Kurve 'Kondensator A', gestrichelt 'Kondensator B'.Diagramm: Zwei abklingende Kurven über der Zeit; durchgezogene Kurve 'Kondensator A', gestrichelt 'Kondensator B'.

Abbildung 5: Zeitlicher Verlauf der Entladestromstärken von zwei verschiedenen Kondensatoren A und B in willkürlichen Einheiten

a)
  • Begründe, welche der beiden Entladekurven zum Kondensator mit der Kapazität von Formula: C_{\mathrm{1}} = 1\; \mathrm{F}Formula: C_{\mathrm{1}} = 1\; \mathrm{F} bzw. Formula: C_{\mathrm{2}} = 2\; \mathrm{F}Formula: C_{\mathrm{2}} = 2\; \mathrm{F} gehört.

Neben der Kapazität Formula: CFormula: C könnte auch der Widerstand Formula: RFormula: R im Entladestromkreis verändert werden (vgl. Abbildung 4).

  • Erläutere, wie sich der Verlauf der Entladestromstärke von Kondensator A im Diagramm aus Abbildung 5 verändern würde, wenn der Widerstand Formula: RFormula: R im Entladestromkreis verdoppelt würde, die Anfangsstromstärke aber gleich bliebe.

4 BE

b)

Eine übliche Fahrradbeleuchtung wird bei einer Spannung Formula: U_{\mathrm{0}} = 6,0\;\mathrm{V}Formula: U_{\mathrm{0}} = 6,0\;\mathrm{V} betrieben. Eine Fahrradlampe hat eine Leistung von Formula: P_{\mathrm{L}} = 0,60\;\mathrm{W}.Formula: P_{\mathrm{L}} = 0,60\;\mathrm{W}. Die Fahrradlampe leuchtet bis zu einer Spannung von Formula: U = 3,0\;\mathrm{V}.Formula: U = 3,0\;\mathrm{V}.

Im Folgenden wird idealisiert davon ausgegangen, dass der elektrische Widerstand Formula: RFormula: R der Fahrradlampe konstant ist.

  • Zeige ausgehend von dem Zusammenhang Formula: U = R \cdot IFormula: U = R \cdot I und der Definition der elektrischen Leistung Formula: P = U \cdot I,Formula: P = U \cdot I, dass für den Widerstand Formula: RFormula: R der Lampe gilt:

    Formula: R = \dfrac{U_{\mathrm{0}}^2}{P_{\mathrm{L}}}Formula: R = \dfrac{U_{\mathrm{0}}^2}{P_{\mathrm{L}}}

  • Bestimme die Kapazität Formula: CFormula: C eines Kondensators, sodass die Fahrradlampe noch Formula: 2Formula: 2 Minuten im Stand weiter leuchtet.

6 BE

c)

In Abbildung 6 ist der idealisierte zeitliche Verlauf der Leistung beim Entladen des Kondensators einer Fahrradbeleuchtung dargestellt.

Graph: Exponentiell abklingende Kurve P/W gegen t/s, von ~0,6 bei 0 s auf nahe 0 bei 600 s.Graph: Exponentiell abklingende Kurve P/W gegen t/s, von ~0,6 bei 0 s auf nahe 0 bei 600 s.

Abbildung 6: Idealisierter zeitlicher Verlauf der Leistung beim Entladen eines Kondensators

  • Beschreibe das Diagramm in Abbildung 6.

  • Begründe den Verlauf des Diagramms in Abbildung 6.

  • Erläutere, weshalb die Energiespeicherung mit einem Kondensator nicht für die Dauerbeleuchtung eines Fahrrades beim Stehen geeignet ist.

5 BE

d)

Für den Ladevorgang eines Kondensators gilt für die Spannung Formula: U(t)Formula: U(t) am Kondensator die folgende Gleichung:

Formula: U(t) = U_{\mathrm{0}} \cdot (1 - \text{e}^{-\tfrac{1}{R \cdot C}\cdot t})Formula: U(t) = U_{\mathrm{0}} \cdot (1 - \text{e}^{-\tfrac{1}{R \cdot C}\cdot t})

  • Bestimme die Zeit, die benötigt wird, um den ungeladenen Kondensator der Fahrradbeleuchtung so weit zu laden, dass Formula: U(t) = 3,0\;\mathrm{V}Formula: U(t) = 3,0\;\mathrm{V} beträgt, wenn der Widerstand der Lampe Formula: R = 60,0\;\OmegaFormula: R = 60,0\;\Omega und die Kapazität des Kondensators Formula: C = 3,0\;\mathrm{F}Formula: C = 3,0\;\mathrm{F} und Formula: U_{\mathrm{0}} = 6,0\;\mathrm{V}Formula: U_{\mathrm{0}} = 6,0\;\mathrm{V} sind.

  • Bestimme die Energie, die am Ende des obigen Ladeprozesses in dem Kondensator gespeichert ist.

  • Ermittle die Spannung, bei der der Kondensator doppelt so viel Energie gespeichert hat.

6 BE

e)

In Abbildung 7 ist der idealisierte zeitliche Verlauf der aufzubringenden elektrischen Leistung für das Laden des Kondensators der Fahrradbeleuchtung dargestellt.

Diagramm: Kurve P (W) gegen t (s), schneller Anstieg zu ~0,15 W bei ~100 s, dann langsamer Abfall bis 600 s.Diagramm: Kurve P (W) gegen t (s), schneller Anstieg zu ~0,15 W bei ~100 s, dann langsamer Abfall bis 600 s.

Abbildung 7: Idealisierter zeitlicher Verlauf der aufzubringenden elektrischen Leistung zum Laden des Kondensators der Fahrradbeleuchtung

  • Beschreibe den Verlauf des Diagramms in Abbildung 7.

  • Begründe, weshalb die elektrische Leistung beim Laden des Kondensators der Fahrradbeleuchtung einen Maximalwert annimmt.

Ein normaler Mensch kann beim Fahrradfahren über eine längere Strecke eine Leistung von Formula: P_{\mathrm{M}} = 200\;\mathrm{W}Formula: P_{\mathrm{M}} = 200\;\mathrm{W} aufbringen.

  • Beurteile mithilfe von Abbildung 7, ob ein Radfahrer bei der Fahrt durch das Laden der Fahrradbeleuchtung spürbar beeinflusst wird.

9 BE

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