Block II – Analyse und Interpretation

Caspar David Friedrich
(1774-1840)
Auf dem Segler, 1818
Öl auf Leinwand 71 × 56 cm

Paul Gauguin
(1848-1903)
Nafea faa ipoipo?
Wann heiratest Du?, 1892
Öl auf Leinwand
101,5 × 77,5 cm

Ernst Ludwig Kirchner
(1880-1938)
Davos im Schnee, 1923
Öl auf Leinwand
121 × 150 cm

Reinhold Nägele
(1884-1972)
Times Square / New York, 1953
Tempera auf Karton
57 × 77 cm
Beschreibung
Wähle aus den beiliegenden Reproduktionen ein Werk aus und begründe deine Wahl.
Schilder deinen ersten Eindruck und beschreibe die dargestellte Situation.
Analyse
Analysiere das Werk im Hinblick auf Gegenstand, Komposition, Form, Farbe und Raum.
Unterstütze deine Untersuchungen durch entsprechende Skizzen und Studien.
Präsentiere deine bildnerischen Ergebnisse angemessen.
Interpretation
Interpretiere das Werk und stelle dabei auch deine Sicht auf das Thema SEHNSUCHTSZIELE dar.
Ordne das Werk kunsthistorisch ein und begründe die Zuordnung unter Berücksichtigung deiner Analyseergebnisse.
Materialien und Geräte:
beiliegende Reproduktionen, diverse Mal- und Zeichenpapiere, Transparentpapier, Stifte, Kreiden, Farben, Pinsel, Kopierer, weißes Kopierpapier zum Schreiben (gestempelt)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Eindrücke, Analysiere und Interpretation der Werke
1. Caspar David Friedrich: Auf dem Segler, 1818
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stimmungsvolle Szenerie eines jungen Paares am Bug eines aufgetakelten Segelschiffes sitzend
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der Betrachter sitzt scheinbar im Boot und schaut auf die sich an den Händen haltenden und am Knie berührenden Personen
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sie sind in Rückenansicht dargestellt; nur das angeleuchtete Profil des Gesichts der Dame ist erkennbar
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mit ruhigen Posen, in die Ferne gerichteten Blicken und einander zugewandten Körpern strahlen sie Vertrautheit aus
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hinter der ruhigen Meeresoberfläche erscheint schwach im Dunst eine Stadt mit Kirchtürmen
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das Bild zeigt im warmen Licht eine fast intime Atmosphäre
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ungewöhnliche Bildkomposition durch den schrägliegenden bildteilenden Mast im Vordergrund des Bildes
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das angeschnittene Schiff mit Blickrichtung Horizont lässt ein Dreieck entstehen; die Mastspitze zeigt Richtung Himmel
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der Goldene Schnitt verstärkt die Verbundenheit des Paares: untere Waagerechte in Augenhöhe von Mann und Frau und linke Senkrechte kreuzt die Mitte zwischen den beiden
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zwei Vorsegel und großes Gaffsegel erscheinen aufgebläht in blaugrauen, weißen bis cremefarbenen Nuancen und füllen die rechte Bildseite
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warme braune Farbtöne zeigen sich am Rumpf und in den Leinen des für den Ostseeraum typischen Schiffes
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das Meer erscheint in dunklen, ruhigen Violett- und Rottönen
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im Himmel wird die helle Farbigkeit des Segelstoffes aufgegriffen und durch mehr Leuchtkraft des gelblichen Scheins verstärkt
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die Frau trägt ein rotes Kleid mit Spitzenkragen, der Mann ein dunkelblaues Samtkostüm und ein Barrett auf dem Kopf
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sie sitzen auf dem harten Holzboden des vorderen Schiffsdecks in abgestützter und leicht gedrehter Haltung und bilden einen farbigen Akzent
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durch Skizzen und Studien zu belegen
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windgefüllte Segel erwecken das Gefühl von frischer Brise und ein Vorwärtstreiben in eine zukünftige gemeinsame Lebenszeit
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Caspar David Friedrich stellt sich selbst als Ehemann mit seiner jungen Frau Caroline Bommer auf dem Weg in seine Heimat dar
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die im Dunst liegende Stadt mit Silhouetten aus Dresden, Greifswald und Stralsund zeigt ausschnitthaft Friedrichs heimatliche Orte, die Sinnbild des Lebensglücks sein können
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die Schräglage des Mastes macht das Auf und Ab der Wellen für den Betrachter spürbar und stellt somit das Zurücklegen einer Wegstrecke zum Sehnsuchtsziel dar
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der stark religiös behaftete Friedrich zeigt hier aber nicht nur Eheglück, sondern auch Diesseits und Jenseits, Zeit und Ewigkeit
2. Paul Gauguin: Nafea faa ipoipo? Wann heiratest du?, 1892
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eine Südseelandschaft mit Wiesen, Feldern, Bäumen und Bergen unter dem sonnendurchfluteten Himmel, die zum Träumen einlädt
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im Bildzentrum zwei Polynesierinnen nah beisammen auf dem Boden sitzend
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die Vordere verlagert hockend ihr Körpergewicht auf das angewinkelte rechte Bein, ihr linker Arm berührt die Schulter, mit dem rechten stützt sie sich ab
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sie trägt eine rotgemusterte Beinbekleidung und ein luftiges weißes Oberteil mit weitem Halsausschnitt
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die Hintere sitzt mit ebenfalls angewinkelten Beinen, die in den Mittelgrund des Bildes führen, aufrecht, ihre rechte Hand vor den Körper haltend, auf dem Zeigefinger ist ein kleiner Vogel erkennbar
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bekleidet ist die junge Frau mit einem orangefarbenen Kleid mit weißem, engen Halskragen
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beide tragen Haarschmuck, die langen schwarzen Haare sind mittig gescheitelt
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die Gesichter sind südländisch, exotisch, die braunen Augen mandelförmig, der Blick gerichtet, würdevoll und ausdrucksstark
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die zwei jungen Frauen schweigen, wirken nachdenklich
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das Gemälde zeigt eine sehr ruhige, harmonische Komposition
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die Landschaft ist vom Vorder- zum Hintergrund in flächige Ebenen gegliedert, die farblich klar voneinander abgegrenzt sind
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auf einer grünen Fläche befindet sich am linken unteren Bildrand ein rundes steinartiges Gebilde, dann folgt eine gelbe Fläche, in deren Bereich die zwei Mädchen sitzen
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auf Schulterhöhe der hinteren Frau wächst am rechten Bildrand ein Baum leicht schräg ins Bild, dessen Blattwerk auf der linken oberen Bildhälfte wiederzufinden ist, unter dem Baum ist eine blaugraue Fläche, die als Schatten bezeichnet werden kann
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es folgen im Mittelgrund gelb-orange Felder, auf denen links am Bildrand zwei weitere Gestalten auszumachen sind
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im Hintergrund ist Vegetation erkennbar, außerdem erheben sich Berge, die violett vor dem gelben Himmel erstrahlen
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die Farbgebung ist sehr intensiv und ausdrucksstark, es ergeben sich vielfältige Kontraste, zum Beispiel Komplementärkontraste zwischen roten und grünen Bereichen im Vordergrund und gelb–violetten Gegensätzen im Hintergrund
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der Hell-Dunkel-Kontrast erzeugt Spannung und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Frauen
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insgesamt geht eine sehr warme Farbwirkung von dem Gemälde aus
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der Farbauftrag ist zum Teil flächig, es wird aber auch mit Licht und Schatten modelliert, so dass die Körper und Gesichter beispielsweise plastisch wirken
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Raumtiefe wird durch verschiedene Ebenen suggeriert, es sind Überschneidungen der Bildobjekte nachweisbar, die Gegenstände nehmen in ihrer Größe zum Hintergrund hin ab und dort sind auch eine leichte Unschärfe sowie Verblauung wahrnehmbar
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durch Skizzen und Studien zu belegen
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der erste Aufenthalt Paul Gauguins auf Tahiti zwischen 1891 und 1893 lässt dieses Gemälde neben ca. 90 weiteren entstehen
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die Schönheit der Landschaft und der jungen Frauen wird vom Künstler auf authentische Art eingefangen und im Gemälde festgehalten
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die Südsee als lang ersehntes Reiseziel, als Sehnsuchtsort auf der Suche nach Ursprünglichkeit, Natürlichkeit und unberührter Reinheit
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Gauguin symbolisiert in seinen Gemälden aus dieser Zeit häufig Stadien des Menschenlebens
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er gilt als Wegbereiter der Moderne und wird mit seiner Malerei zum Vorbild für Künstler des frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere die Expressionisten orientieren sich an seiner ausdrucksstarken Farbgebung und Formsprache
3. Ernst Ludwig Kirchner: Davos im Schnee, 1923
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die ausdrucksstarke Malerei erinnert an einen Ausflug in die Berge, an den letzten Winterurlaub, an Weihnachten im Schnee
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ein idyllischer Ort wirkt ruhig am Fuße eines Berges gelegen, schneebedeckte Hänge werden von stolzen Fichten bewachsen, die Weite der Berglandschaft gipfelt in einem expressiv anmutenden Himmel
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der Titel verrät uns den Ort Davos in den Schweizer Alpen und die Jahreszeit, es ist Winter und es liegt Schnee
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die dargestellte Situation weckt den Wunsch nach winterlichen Schneewanderungen, Skiabfahrten, dem Moment des Alpenglühens und anschließendem Aufwärmen am Kamin
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im Vordergrund der querformatigen Malerei erstrecken sich sanfte Hügel und rechts eine Bergkette, in der Bildmitte ist Davos mit seinen Häusern und dem Kirchturm zu sehen, möglicherweise auch der Davoser See
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am linken und rechten Bildrand säumen Nadelbäume die Berghänge, ebenso sind hinter dem Ort Pflanzenbewuchs an den Bergen erkennbar und vereinzelt stehende Gebäude
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Wege schlängeln sich die Berge hinab
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die höchsten Berggipfel erstrecken sich im linken und mittleren Bildteil, rechts erscheint eine weit entfernte Bergformation, alle vor einem imposant wirkenden wolkigen Himmel
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der Betrachter blickt mittels Normalsicht auf das Geschehen, die Horizontlinie liegt oberhalb der Mittelwaagerechten und lässt bezogen auf die Berge eine leichte Untersicht vermuten
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die Komposition ist durch geschwungene Linienverläufe bewegt und dynamisch, aber auch harmonisch und ausgewogen
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zentraler Bildgegenstand ist die Stadt mit ihrem Kirchturm, der durch die senkrechte Ausrichtung knapp rechts neben der Mittelsenkrechten als Blickfang fungiert
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Häuser werden als komprimiert und geballt dargestellt
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Räumlichkeit wird durch Größenabnahme der Bildgegenstände und Überschneidungen erzielt, es wird Tiefe suggeriert, obwohl die Malerei teilweise sehr flächig ist
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Farbflächen erscheinen abgegrenzt und von eckigen geometrischen Grundformen inspiriert
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außergewöhnlich sind die Lichtverhältnisse und die expressive Farbgebung
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es dominieren Blautöne neben dem Gelb, Grün, Orange, Rosa und Violett
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aufgehellte Pastelltöne hinterlassen eine kühle Wirkung, können aber auch wie sonnenbeschienene Berggipfel anmuten, das heißt ein Temperaturkontrast ist nachweisbar
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blaue Flächen an den Bergen stellen die Schattenseite dar
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aufgehellte und getrübte Farbtöne stehen sich konträr gegenüber und bilden ebenfalls einen Hell-Dunkel-Kontrast
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Komplementärkontraste wie Rot-Grün und Gelb-Violett steigern die verwendeten Farben in ihrer Leuchtkraft und verstärken die Ausdruckskraft des Gemäldes
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der Pinselstrich wirkt kraftvoll und dynamisch, aber teilweise auch filigran und exakt
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durch Skizzen und Studien zu belegen
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Ernst Ludwig Kirchner lebte seit 1918 in Davos und malte leidenschaftlich gerne die umliegende Landschaft der Schweizer Alpen
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seine expressive Farbpalette war der Künstlervereinigung „Die Brücke“ verhaftet
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„Die Brücke“ wurde 1905 in Dresden gegründet und im Mai 1913 aufgelöst, brachte aber wichtige Vertreter des Expressionismus hervor, beispielsweise Kirchner
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Exkursionen aufs Land und in die freie Natur blieben für Kirchner wesentlicher Bestandteil seines künstlerischen Schaffens
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das Reisen an bekannte Orte wie Davos ist nicht nur unter Künstlern und Schriftstellern eine beliebte Beschäftigung
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der Aufenthalt in der Natur, der Rückzug in die Berge, das Wahrnehmen und Erleben der natürlichen Elemente Wind, Schnee und Gestein können inspirieren, heilen, bewegen
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Davos als Rückzugsort und Ort der Sehnsucht, Künstler- und Literatentreff
4. Reinhold Nägele: Times Square / New York, 1953
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die realitätsnahe Malerei zeigt laut Titel den Times Square in New York
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ein berühmter, belebter, dynamischer Platz in der Metropole an der Ostküste der USA wirkt durch den enormen Straßenverkehr am Broadway, die Leuchtreklame an den Gebäudefassaden der Wolkenkratzer und die zahlreichen Menschen in den Geschäften, Hotels und Bars lebendig, laut, grell, reizüberflutet, aktiv und niemals müde
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man scheint unter dem Nachthimmel das Hupen der Autos zu hören, Stimmengewirr und Musik wabern in der Luft, Werbeslogans und Markennamen blinken auf und schreien nach Aufmerksamkeit
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die dargestellte Situation imaginiert die Hektik und Schnelllebigkeit der Großstadt, insbesondere des Stadtteils Manhattan, sowie das überbordende Angebot an Unterhaltung, Konsum und Kommerz
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man liebt diesen Überfluss an Möglichkeiten oder fühlt sich verloren im Großstadtdschungel
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der Betrachter blickt mittels einer etwas erhöhten Position auf das Geschehen und die scheinbar direkt auf ihn zukommenden Autos
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die Horizontlinie liegt im unteren Viertel
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bezogen auf die Hochhäuser ergibt sich eine leichte Untersicht
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Zentralperspektive ist deutlich erkennbar
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die Komposition ist durch die Linienverläufe der einzelnen Fahrspuren bewegt und dynamisch, durch die Senkrechten der Hochhäuser aber auch harmonisch, stabil und ausgewogen
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Reihungen und Überschneidungen prägen den Bildaufbau, eine Größenabnahme der Häuser und das Zustreben auf einen Fluchtpunkt suggerieren Räumlichkeit in der Malerei
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zentraler Bildgegenstand ist der Times Square, der Straßenverlauf des Broadways, der durch die senkrechte Ausrichtung der begrenzenden Straßenzüge knapp rechts neben der Mittelsenkrechten als Blickfang fungiert, betont durch die Schräge des auffälligen Laserstrahls
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Gebäude werden als komprimiert und geballt dargestellt, eine Flächengliederung der Fassaden erfolgt sehr subtil
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außergewöhnlich sind die Lichtverhältnisse bei Nacht und die intensive Farbgebung
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es dominieren dunkle Blautöne im Himmelsbereich, konträr dazu das intensive Rot, Gelb, Blau und Weiß der Leuchtreklamen
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aufgehellte Farbtöne bei den Werbefiguren des Bond-Kaufhauses stehen dem Dunkelblau des Nachthimmels gegenüber und bilden einen Qualitäts- und Hell-Dunkel-Kontrast
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hell erleuchtete Fenster bilden ebenfalls einen Hell-Dunkel-Kontrast zu den dunklen Gebäudefassaden, so dass eine kühle Wirkung durch blaue Flächen an den Wolkenkratzern entsteht
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gelbe Scheinwerfer und rote Bremslichter stehen im Bunt-zu-Unbunt-Kontrast mit der schwarzen Fläche der Autos und hinterlassen durch Bewegungslinien eine Wirkung von Lichtreflexion und Spiegelung auf den Fahrspuren
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die Verwendung der Primärfarben steigert die Leuchtkraft der Reklameschilder und verstärkt die Ausdruckskraft des Gemäldes
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der Pinselstrich wirkt fein, fließend, filigran und exakt
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durch Skizzen und Studien zu belegen
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Reinhold Nägele ist deutscher Maler und Grafiker, seine jüdische Frau emigriert mit ihm 1939 zunächst nach England, im September 1940 nach New York in die USA
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erst 1963 nach dem Tod seiner Frau kehrt er in die deutsche Heimat zurück
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von hoher handwerklicher Präzision geprägt wirken seine architektonischen Nachtansichten mit ihren filigranen Lichtverhältnissen subtil, beobachtend, aber auch etwas distanziert
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das Wahrnehmen neuer, unbekannter Orte, wie es für viele Emigranten zwangsläufig zur Notwendigkeit wurde, erscheint bei Nägele als Möglichkeit eines Neubeginns
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Rückzugsorte und Orte der Emigration
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Wahlheimat