Block II – Analyse und Interpretation
Aufgabe mit schriftlichem Schwerpunkt und gestalterischem Anteil
HIER UND JETZT

Maria Marc
(1876–1955)
Mutter mit Kindern, 1913
Öl auf Leinwand

Natalja Sergejewna Gontscharowa
(1881–1962)
Der Radfahrer, 1913
Öl auf Leinwand

Sonia Delaunay-Terk
(1885–1979)
Markt am Minho, 1915
(Fluss/Region in Portugal)
Öl und Wachs auf Leinwand

Gregory Crewdson
(*1962)
Untitled, Winter (Sunday Roast/ Sonntagsbraten), 2005
C-Print auf Kunststoffplatte aufgezogen unter Acrylglas
Beschreibung
Schildere deine ersten Eindrücke zu einem der oben aufgeführten Werke und beschreibe die dargestellte Situation.
Analyse
Analysiere das Werk im Hinblick auf Gegenstand, Komposition, Form, Farbe und Raum.
Belege deine Untersuchungen durch entsprechende Skizzen und Studien.
Präsentiere deine bildnerischen Ergebnisse.
Interpretation
Interpretiere das Werk unter Berücksichtigung der Analyseergebnisse, deiner Sicht auf das Thema HIER UND JETZT sowie einer kunsthistorischen Einordnung.
Materialien und Geräte:
beiliegende Reproduktionen, diverse Mal- und Zeichenpapiere, Transparentpapier, Stifte, Kreiden, Farben, Pinsel, Kopierer, weißes Kopierpapier zum Schreiben (gestempelt).
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Weiter lernen mit SchulLV Plus!
monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Maria Marc: Mutter mit Kindern, 1913
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eine Mutter mit drei Kindern groß in einer Landschaft
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Glück, das durch die starke Farbigkeit leuchtet
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die Komposition betont die Familiensituation und deren Dynamik
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kein Beiwerk lenkt ab
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die Mutter ist eine jüngere Frau in ländlicher Kleidung, die aus drei Teilen besteht: einer Bluse, einem Rock und einer Halbschürze; möglicherweise ist hier auch ein Dirndl stilisiert; das Gesicht ist durch ein Kopftuch gerahmt
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auf ihrem Arm hält sie das jüngste Kind, das in eine Decke gehüllt ist und auf etwas zeigt; der Blick der Mutter ruht liebevoll auf ihm
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am linken Bildrand sind die anderen beiden Kinder zu sehen: ein älteres Mädchen mit langem blonden Haar, das ein Kleinkind mit geröteten Wangen umfasst; auch sie sind deutlich mit der Frau verbunden, indem sie sich an ihren Rock bzw. an die Decke des Säuglings schmiegen
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die Hintergrundlandschaft scheint erhaben und befindet sich womöglich in den Alpen
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kompositorisch offenbart sich eine dynamische Diagonale, die über die beiden älteren Kinder links unten und über das Baby hin zum Gesicht der Mutter nach rechts oben führt; unterstützt wird dies durch den Anstieg der Landschaft hinter den Personen
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die Farbigkeit ist durch lebhafte Komplementärkontraste gekennzeichnet: Rot befindet sich in der Bluse der Mutter sowie in den Gesichtern und findet seine Gegenfarbe in den leuchtenden Grüntönen der Schürze und der Gebirgslandschaft; das Blau der Babydecke und des Himmels steht zu den Orangetönen am unteren linken sowie oberen rechten Bildrand, auch findet sich eine orangefarbene Blume auf der Wiese; das Gelb des Rockes der Frau kehrt etwas schwächer im Haar zweier der drei Kinder wieder und wird komplementär durch den violetten Ärmel des älteren Mädchens ergänzt; neben diesen Ausdrucksfarben existieren aber auch Hell-Dunkel-Kontraste zwischen dem schwarzen Kopftuch der Mutter, der Bordüre auf ihrer Bluse sowie den dunklen Konturen, die sich deutlich vom Weiß der Babykleidung und der einzigen Wolke abheben
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die Formensprache ist ebenso vereinfacht wie die Raumbildung; zwar entsteht etwas Raum durch Überschneidungen sowie das nach vorn strebende Rot der Oberbekleidung der Frau und die Verblauung nach hinten hin, doch sind die Farben in allen Ebenen des Bildes sehr kräftig, was letztere zusammenfließen lässt
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durch Skizzen und Studien zu belegen
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das Glück dieser einfachen Frau erscheint selbstverständlich und im Hier und Jetzt verankert
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Maria Marc, die Ehefrau von Franz Marc, zeigt in diesem Gemälde das innige Gefühl von Nähe und Geborgenheit
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dabei lebte die Künstlerin einen Traum aus: im Umfeld des berühmten Blauen Reiters, einer von Wassily Kandinsky und Franz Marc begründeten Ausstellungs- und Publikationsbewegung, die zwischen 1911 und 1914 im Raum München bestand, malte sie an der Seite ihres Mannes die Motive des ländlichen Bayerns und hatte Kontakte zu den berühmten Vertretern dieser Gruppe
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ihr Stil ist wie der der anderen Maler in dieser Zeit deutlich expressionistisch, was sich in Ausdrucksfarben, Formvereinfachung und Verflächigung zeigt
Natalja Sergejewna Gontscharowa: Der Radfahrer, 1913
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ein Radfahrer verfolgt seinen Weg entlang einer Geschäftsstraße
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seine nach vorn gebeugte Haltung lässt Anstrengung vermuten
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durch multiple Perspektiven verunklarte Szenerie
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die Werbung in den Schaufenstern ist zudem farblich aktiver als der Protagonist, sodass der Blick zuerst auf diese fällt, was die Räumlichkeit ebenfalls beeinträchtigt
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vorwiegend erdige Töne vermitteln den Eindruck einer trüben Witterungssituation, wie sie häufig im Vorfrühling oder Spätherbst zu beobachten ist
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auf einer Straße mit Kopfsteinpflasterung bewegt sich ein Mensch mit seinem Fahrrad; der Kleidung nach, die aus dunklen Schuhen, einer blauen Hose, einer beigebraunen Jacke und einer gleichfarbigen Schirmmütze besteht, mag es sich um einen Mann handeln; auch die gröbere Gestaltung von Gesicht und Händen spricht dafür
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er sitzt auf seinem schwarzen Fahrrad und tritt kräftig in die Pedale, wobei er sich mit ganzer Kraft gegen eine imaginäre Witterungssituation beugen muss
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hinter ihm sind vermutlich Läden und Restaurants zu sehen, die plakativ mit Angeboten zu locken scheinen: so ist links eine Tasse mit einem dampfenden Heißgetränk, über der der ausgestreckte Zeigefinger einer Hand auf etwas verweist, zu erkennen; über dieser Darstellung befindet sich die Angabe „T. 402“; das mittlere Fenster zeigt nur das Wort „Schjolk“, was Seide bedeutet, und ganz rechts ist ein angeschnittener Hut zu sehen, über dem sich die Anfangsbuchstaben „Schlja“ befinden – „Schljapa“ heißt „Filzhut“
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kompositorisch füllt der Mann das Querformat und befindet sich zentral im Bild; Straße und Geschäfte im Hintergrund sind durch den Goldenen Schnitt voneinander getrennt
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die erdige Farbpalette offenbart Hell-Dunkel-Kontraste, die zwischen der Oberbekleidung der Person und der Straße zu den Schuhen, dem Rad sowie den dunklen kyrillischen Buchstaben bestehen; daneben lösen die blauen Passagen in den Hintergrund-Geschäften sowie der Hose jedoch auch einen verhaltenen Komplementärkontrast zu den Braun-Beige-Tönen aus
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die Zersplitterung in Farbfacetten suggeriert mehr Bewegung als Räumlichkeit, wenngleich es noch deutliche Bildebenen und kühle Töne im Hintergrund gibt
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durch Skizzen und Studien zu belegen
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eine Situation, die im Hier und Jetzt verankert sein könnte
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Fahrradwege, Radfahren, Mobilität und Klimaschutz kennzeichnen unseren Alltag
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auch damals ein Bild des Aufbruchs in eine neue Zeit, in der es Freiheit des Individuums und Wohlstand für alle gleichermaßen geben sollte
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ein Traum, der seinerzeit viele junge Anhänger fand, aber doch zerplatzte und nach der Oktoberrevolution und zur Zeit des Stalinismus das bittere Gegenteil fand
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Natalja Gontscharowa, eine russische Malerin und Bühnenbildnerin, entwickelte zusammen mit ihrem Mann im vorrevolutionären Russland den Rayonismus, eine Richtung des Futurismus, der von dem französischen Wort „rayon“ (Strahl) abgeleitet ist
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die Freude an der Darstellung einer Bewegungshaltung, der Technik eines Fahrzeuges sowie die Auflösung des Raumes, Aspekten, die für die Futuristen in der Moderne grundsätzlich interessant waren, dominiert aber auch hier
Sonia Delaunay-Terk: Markt am Minho, 1915
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eine offenbar stark belebte südliche Marktsituation
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Helligkeit
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Hitze
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Farbrausch
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Abstraktion
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inmitten kreisrunder geometrischer Formen, die als Wirbel, Strudel, Lichtbänder die Malerei durchziehen, lassen sich einige gegenständliche Details ausmachen, die das Markttreiben verdeutlichen
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am linken Bildrand scheint ein Mensch in einem zweifarbigen Gewand zu sitzen, der vor sich Körbe und Schalen mit Waren ausgebreitet hat, Gefäße und Früchte sind erahnbar
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rechts daneben befindet sich eine vermutlich weibliche Figur, die eine grüne Kappe, ein gelbes Halstuch, ein rotes Oberteil mit spitzem Ausschnitt und dazu einen langen blauen Rock trägt; unter ihren linken Arm hat sie einen Hasen geklemmt; die Person ist in Bewegung und bildet dabei eine leichte S-Kurve
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schließlich ist rechts im Vordergrund ein Stier mit gewaltigen Hörnern zu sehen, möglicherweise zieht er eine Last
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im Hintergrund von alldem zeigt sich eine Stadtsituation; die obere Gebäudelinie könnte aber auch ein Viadukt nachempfinden
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kompositorisch nimmt die vordere Bildebene ca. zwei und die hintere ein Drittel der Gesamtfläche des Gemäldes ein, da aber alle Formen und Farben ineinander wirbeln, lässt sich die Komposition nicht konkret bestimmen
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dabei offenbart die Malerei alle Komplementärkontraste: Rotes steht zu Grün, Blaues zu Orange und Gelbes zu Violett; Hell-Dunkel-Kontraste bilden sich aus dem Gegensatz dieser übersteigerten Farben an sich, aber auch durch klare weiße und schwarze Akzente
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die Situation zeigt starke Bewegung, aber keine deutliche Räumlichkeit, wenngleich die warmen Farbtöne nach vorn drängen und sich am oberen Bildrand etwas Himmelsblau zeigt
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durch Skizzen und Studien zu belegen
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die Stimmung eines lebhaften Marktes ist gerade durch die Tendenz zur Abstraktion eingefangen: die Vielzahl von Geräuschen, Gerüchen, Waren und Menschen ist wirkungsvoll über Farben und Formen ausgedrückt; hier bewegt sich alles und ist laut
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typische Marksituation, die im Urlaub oder auf regionalen Märkten auch heutzutage wahrnehmbar ist
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die spürbar südliche Hitze verweist ebenso wie der Titel auf einen exotischen Ort des Geschehens: der Minho ist ein Fluss, der Nordportugal von Spanien trennt
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Sonia und Robert Delaunay hielten sich unter anderem im portugiesischen Valença do Minho während des I. Weltkrieges auf
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mit ihrem Mann wendet sich die Künstlerin, die nicht nur Malerin, sondern auch Dekorateurin und Modegestalterin war, dem Orphismus, einer Sonderrichtung des Kubismus, zu
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der Begriff Orphismus geht auf den Namen des antiken Orpheus zurück; der Dichter Guillaume Apollinaire prägt ihn 1913 für eine Kunstrichtung, die sich in Gestalt von kubistischen Formfacetten auf das Zerlegen von Lichteindrücken konzentriert und einen Simultaneffekt von Farbkontrasten auf der Grundlage des Farbprismas erreicht
Gregory Crewdson: Untitled, Winter (Sunday Roast), 2005
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Farbfotografie zeigt eine düstere, inszenierte Szene in einem typisch amerikanischen Esszimmer
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im Zentrum sitzt eine Frau mittleren Alters allein an einem sorgfältig für vier Personen gedeckten Esstisch, der mit einem traditionellen Sonntagsbraten und verschiedenen Beilagen gedeckt ist, neben ihr sitzt ein junger Mann, vermutlich ihr Sohn – es besteht keine erkennbare Interaktion zwischen den beiden
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Frau starrt mit gesenktem Kopf und leerem Blick auf den Tisch, während der junge Mann den Kopf leicht abgewandt hält und in die Ferne schaut, beide scheinen gedankenverloren und in sich gekehrt, was die Stimmung der Szene distanziert und isoliert erscheinen lässt
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Querformat verleiht der Szene eine filmische Weite, der gesamte Raum wird eingefangen, einschließlich der Möbel, der Wanddekorationen und des angrenzenden Raumes im Hintergrund; schafft also eine Umgebung, die den Betrachter in die intime, häusliche Szene eintauchen lässt
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Format lässt den Raum weit und fast leer wirken, wodurch das Gefühl der Einsamkeit und Isolation verstärkt wird
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Beleuchtung ist künstlich und dramatisch, verstärkt den Anschein eines Filmsets, beide Figuren und der Tisch sind stark von einem harten Oberlicht außerhalb des Bildes beleuchtet, während die Ränder des Bildes in Schatten gehüllt sind, dadurch sind die Figuren hervorgehoben und der Raum wirkt zugleich häuslich und unheimlich
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Beleuchtung erzeugt starke Hell-Dunkel-Kontraste und verstärkt die Texturen im Bild, insbesondere die Haut der Frau und die Gegenstände auf dem Tisch
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im Hintergrund ist die Küche komplett gleichmäßig ausgeleuchtet, wirkt dadurch wie ein „fremder“ oder abgetrennter Bereich, der gleichzeitig den Rahmen für die Frau bildet
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Szene ist zentral und symmetrisch komponiert, unterstreicht Gefühl von Ordnung und Routine, typisch für häusliche Umgebung, gleichzeitig wird Starrheit und Unveränderlichkeit vermittelt
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Öffnung, durch die der Betrachter in den Raum schaut, rahmt Szene wie ein Bühnenbild ein und lenkt Blick unmittelbar auf beide Hauptfiguren und den Tisch in der Mitte
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Gefühl von Ruhe bzw. Kühle und Starrheit wird durch horizontale und vertikale Linien der verschiedenen Rahmen und des Mobiliars verstärkt
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Farbpalette ist auffällig kontrastreich: Raum, in dem die Figuren sitzen, hat gedämpfte Gelb- und Brauntöne, während der angrenzende Raum in einem leuchtenden Grün-Türkis gestrichen ist und gelbes Mobiliar enthält
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farbliche Qualitätskontraste erzeugen eine Spannung und verstärken den Eindruck, dass Figuren in unterschiedlichen Welten oder Stimmungen verhaftet sind
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große Tiefenschärfe, jedes Detail im Bild und angrenzender Raum ist klar erkennbar, ermöglicht Betrachter, die Einrichtung und Räumlichkeiten genau zu betrachten und sich in die häusliche Umgebung einzufühlen
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Totale bildet den gesamten Raum mitsamt den Figuren, dem Tisch und der Umgebung ab, Einstellungsgröße vermittelt dem Betrachter ein vollständiges Bild des Esszimmers und schafft zugleich eine Distanz zu den Figuren
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Normalperspektive, leichte Obersicht genutzt, so dass der Betrachter den Raum wie durch eine Art „unsichtbares Fenster“ oder einen Bühnenrahmen sieht
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Kombination aus Totale und leichter Obersicht lässt die Szene wie ein Tableau Vivant erscheinen – eine lebendige, aber eingefrorene Szene; Bild wirkt dadurch statisch und fast wie ein Stillleben
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durch Skizzen und Studien zu belegen
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in seiner inszenierten Fotografie erschafft Crewdson durch seine filmische Ästhetik eine Szene, die Betrachter auffordert, über die Geschichte und die Beziehung der Figuren zu spekulieren
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Szenerie kann als kritischer Kommentar zur amerikanischen Vorstadtidylle interpretiert werden, scheinbare Normalität verbirgt eine tiefere emotionale Leere, wie sie in den distanzierten, nachdenklichen Gesichtern der Figuren zum Ausdruck kommt
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der „Sunday Roast“, eine traditionelle, oft familiäre Mahlzeit, symbolisiert Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit; in Crewdsons Darstellung jedoch wird dieser Symbolismus ins Gegenteil verkehrt – das Fehlen von anderen Personen, die melancholische Stimmung und die isolierte Frau suggerieren eine zerbrochene oder nicht funktionierende Gemeinschaft; der Braten und die anderen Speisen werden zu Symbolen verpasster Gelegenheiten oder enttäuschter Erwartungen
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im Hier und Jetzt spielen familiäre gemeinsame Essen nur noch eine temporäre Rolle; im Alltag greifen viele Menschen zu Fast Food oder anderen schnellen Varianten
Gewichtung