Teil B
Textproduktion
(50% der Prüfungsleistung)
Bearbeite Aufgabe B 1 ODER Aufgabe B 2. Nutze die Materialien M1 und M2.
Aufgabe B 1: Mutproben
Aufgabenstellung
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Schreibe einen informierenden Artikel zum Thema „Mutproben“ für die
Schülerzeitung.
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Formuliere eine passende Überschrift und Hinführung zum Thema.
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Erkläre ausgehend von Material M 1 den Begriff Mutprobe.
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Stelle die Studie von Jürgen Raithel und ihre Ergebnisse in Ihrem Text vor.
Werte dafür die beiden Grafiken in M 2 aus.
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Die Grafiken in M 2 beziehen sich auf eine Studie aus dem Jahr 2001. Beurteile,
inwiefern die Ergebnisse heute noch aussagekräftig sind. Nutze zwei
eigene Erfahrungen oder Beobachtungen.
ODER
Aufgabe B 2: Das Freibad-Dilemma
Versetze dich in folgende Situation.
Im Internetforum gutefrage.net äußert sich Gustav (11 Jahre):
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Meine Freunde wollen, dass ich als Mutprobe ins Freibad einbreche, vom 5m-Turm springe und das mitten in der Nacht!!! Ich will das aber gar nicht. Was soll ich machen? |
Aufgabenstellung
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Schreibe deine Antwort für das Forum.
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Stelle zunächst Gustavs Dilemma dar.
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Erläutere anschließend ausgehend von den Materialien drei Beweggründe für
Mutproben.
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Gehe danach auf zwei mögliche Gefahren ein. Nutzen Sie dabei eigene
Beobachtungen oder Erfahrungen.
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Zeige Gustav die Möglichkeit auf, professionelle Hilfe der Beratungsstelle
„Rat auf Draht“ in Anspruch zu nehmen. Erkläre dabei deren Grundsatz.
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Leite abschließend zwei passende Ratschläge für Gustav ab.
Material M 1
Sebastian Hofer: Eine kleine Kulturgeschichte der Mutprobe (2023)
Hofer, Sebastian: Eine kleine Kulturgeschichte der Mutprobe (leicht bearbeitete Fassung) URL:
https://www.profil.at/gesellschaft/eine-kleine-kulturgeschichte-der-mutprobe/402581354. (letzter Zugriff:
17.09.2025).
Material M 2
Ergebnisse der Studie „NRW-Kids 2001“
Es wurden 1.050 Kinder und Jugendliche befragt.


Quelle: Studie „NRW-Kids 2001 von Jürgen Raithel, In: Schweer, M. (Hg.): Perspektiven pädagogisch-
psychologischer Forschung: Das Jugendalter, Leske und Budrich, Opladen, 2003.
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Gustavs Dilemma besteht darin, dass er von seinen Freunden gedrängt wird, eine Mutprobe zu bestehen, indem er von einem 5-Meter-Turm ins Freibad springt, obwohl er das nicht möchte. Dies stellt ihn vor die Entscheidung, entweder den Druck der Clique zu akzeptieren und die Mutprobe zu machen, oder sich zu weigern, was zu Ablehnung durch die Freunde und Isolation führen könnte.
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Es gibt verschiedene Beweggründe, die für oder gegen die Mutprobe sprechen. Zum einen suchen viele Jugendliche wie Gustav Anerkennung und Bestätigung von außen, was häufig ein Hauptmotiv für das Durchführen von Mutproben ist. Ein weiterer Beweggrund könnte der Spaß und die Horizonterweiterung sein, die durch die Teilnahme an solchen Mutproben entstehen. Ebenso spielt die Identitätsstärkung eine Rolle, da die Zugehörigkeit zur Gruppe und das Gefühl, dazu zu gehören, stark motivieren können.
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Allerdings gibt es auch Gefahren, die mit der Mutprobe verbunden sind. Eine der größten Gefahren ist die Lebensgefahr, wenn der Sprung nicht richtig ausgeführt wird oder wenn Gustav sich verletzt. Ein weiteres Risiko ist der Ärger mit den Eltern und der Polizei, besonders wenn Gustav erwischt wird und mit den Konsequenzen seines Handelns konfrontiert wird. Diese Gefahren sollten nicht unterschätzt werden.
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Gustav könnte sich auch an eine Beratungsstelle wenden, wie „Rat auf Draht“, die ihm dabei helfen könnte, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Der Grundsatz dieser Beratungsstelle ist, dass es in solchen Fällen ratsam ist, auf Mutproben zu verzichten, da sie meist nur Ärger und negative Folgen nach sich ziehen. Sie empfehlen, sich nicht zu etwas zu drängen, was man nicht tun möchte, und stattdessen den Mut zu finden, für seine eigenen Entscheidungen einzustehen.
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Zwei mögliche Ratschläge für Gustav könnten sein, sich mit seinen Freunden offen auszutauschen und ihnen zu erklären, warum er die Mutprobe nicht machen möchte. Der zweite Ratschlag wäre, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Gefahren von solchen Herausforderungen besser einschätzen zu können.
Aufgabe B 2
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Mutproben stellen eine Handlung dar, bei der eine Grenze überschritten wird, sei es physisch oder psychisch. Sie dienen der Selbstbestätigung und der Anerkennung von außen, besonders in der Übergangszeit von der Kindheit zur Jugend. Mutproben gehören zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Erwachsenwerden, da Jugendliche ihre eigenen Grenzen ausloten und sich von Erwachsenen abgrenzen. Sie finden meist an der Schwelle von der Kindheit zur Jugend statt.
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Die Grafiken aus Material M 2 verdeutlichen, dass Jungen im Alter von 11 Jahren mit etwa 48% die meisten Mutproben durchführen, während Mädchen im Alter von 17 Jahren mit nur etwa 9% die wenigsten Mutproben machen. Dies zeigt, dass Mutproben besonders in diesem Alter stark ausgeprägt sind und Jungen häufiger als Mädchen an Mutproben teilnehmen.
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In der zweiten Grafik geht es um die Motive hinter den Mutproben. Der größte Anteil (25%) entfällt auf den „Selbstbeweis“, was darauf hinweist, dass viele Jugendliche Mutproben durchführen, um sich selbst zu beweisen. Der kleinste Anteil (6%) entfällt darauf, Mutproben zu machen, „um Freunden zu gefallen“. Diese Ergebnisse zeigen, dass der Drang zur Selbstbestätigung und das Bedürfnis, sich selbst zu beweisen, stärker sind als der Wunsch, anderen zu gefallen.
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Die Ergebnisse der Studie aus dem Jahr 2001 sind immer noch relevant, da sie grundlegende Muster des Verhaltens von Jugendlichen aufzeigen. Der Einfluss des Internets und sozialer Netzwerke hat jedoch die Art und Weise, wie Mutproben verbreitet und durchgeführt werden, verändert. In der heutigen Zeit sind Mutproben in digitalen Medien oft weit verbreitet und gefährlicher geworden.