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Inhaltsverzeichnis

Teil C – Experimente

Wahlaufgabe C1: Geneigte Ebene

Seilrutschbahnen sind beliebte Attraktionen auf Kinderspielplätzen (siehe Abbildung). Sie bestehen aus einem zwischen zwei Punkten gespannten Seil, einem auf Rollen gelagerten Wagen (Laufkatze) sowie einem Sitzteller, der über ein kürzeres Seil an der Laufkatze befestigt ist. Die beiden Befestigungspunkte des gespannten Seils liegen auf verschiedener Höhe.
Ein Kind nimmt auf dem Sitzteller in der Nähe des oberen Befestigungspunkts des Seils Platz und bewegt sich die Seilrutschbahn hinab. Erreicht die Laufkatze den unteren Befestigungspunkt des Seils, stoppt diese. Das Kind beginnt zu schwingen.
Seilrutsche
Der Sachverhalt wird modellhaft vereinfacht. Die nachfolgende Abbildung zeigt das Prinzip.
Skizze eines Wagens auf geneigter Schiene mit Hemmschuh, Pendel und markierten Winkeln α, β sowie Strecke s_max
Das gespannte Seil wird durch eine geneigte Ebene und die Laufkatze wird durch einen Experimentierwagen ersetzt.
Das Kind, der Sitzteller und das kürzere Seil bilden ein Fadenpendel der Länge \(\ell.\) Für die Bewegung auf der geneigten Ebene wird angenommen, dass das Fadenpendel lotrecht ist.
Plane das Experiment den folgenden Aufgabenstellungen gemäß.
Die vollständig aufgebaute Experimentieranordnung sowie alle erforderlichen Geräte und Hilfsmittel werden dir von der Aufsicht führenden Fachlehrkraft übergeben.
Das planvolle und systematische Experimentieren sowie die Handhabung der Simulationssoftware werden bewertet.
(2 BE)
1
Gib den Wagen am oberen Ende der geneigten Ebene frei. Beobachte die Bewegung.
Miss die Länge \(\ell\) des Pendels, den Neigungswinkel \(\beta\) der geneigten Ebene sowie den maximalen Rollweg \(s_{\text {max}},\) den der Wagen auf der geneigten Ebene zurücklegt, und die zugehörige Zeit \(t.\)
(3 BE)
2
Von der Aufsicht führenden Fachlehrkraft wird dir ein Computer bereitgestellt, auf dem die von euch im Unterricht genutzte Software zur Modellbildung installiert ist. Es wurde ein numerisches Modell zur Simulation der Bewegung der Laufkatze auf der geneigten Ebene erstellt. Dieses ist in der Tabelle beschrieben und in das Programm eingefügt.
Hinweis: Erfrage bei der Aufsicht führenden Fachlehrkraft, ob in der von dir genutzten Software Winkel im Grad- oder im Bogenmaß einzutragen sind.
\(\color{#ffff}{(1)}\) \(F_{ H }=m_{ ges } \cdot g \cdot \sin \beta\)
\(\color{#ffff}{(2)}\) \(a=\dfrac{F_{H}}{m_{\text {ges}}}\)
\(\color{#ffff}{(3)}\) \(v_{\text {neu}}=v_{\text {alt}}+a \cdot \Delta t\)
\(\color{#ffff}{(4)}\) \(s_{\text {neu}}=s_{\text {alt}}+v_{\text {neu}} \cdot \Delta t\)
\(\color{#ffff}{(5)}\) \(t_{\text {neu}}=t_{\text {alt}}+\Delta t\)
2.1
Simuliere die Bewegung. Übernimm dazu die erforderlichen Messwerte aus Teilaufgabe 1 als Startwerte in das Programm.
Erfrage die Gesamtmasse \(m_{\text {ges}}\) bei der Aufsicht führenden Fachlehrkraft.
Drucke das zugehörige \(s(t)\)-Diagramm aus.
Ermittle unter Nutzung dieses Diagramms die zu \(s_{\max}\) gehörige Zeit.
(2 BE)
Die in den Teilaufgaben 1 und 2.1 ermittelten Zeiten unterscheiden sich.
Eine Ursache dafür ist, dass bei der Erstellung des numerischen Modells die Reibung nicht berücksichtigt wurde.
2.2
Ergänze das numerische Modell so, dass die Reibungskraft berücksichtigt wird. Ermittle die Reibungskraft durch geeignete Simulationen. Beschreibe deine Vorgehensweise.
(3 BE)
Um den Spaßfaktor zu erhöhen, nehmen Kinder entgegen der oben getroffenen Annahme nicht nur einfach auf dem Sitzteller Platz, sondern springen nach einem kurzen Anlauf auf. Infolgedessen schwingen die Kinder am Ende der Bahn weiter aus. Aus Sicherheitsgründen darf dabei ein bestimmter Auslenkwinkel nicht überschritten werden.
3
Der Sachverhalt wird mit der obigen Experimentieranordnung und dem numerischen Modell untersucht.
3.1
Für den Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit des Pendelkörpers \(v\) im tiefsten Punkt der Kreisbahn und dem maximalen Auslenkwinkel \(\alpha\) des Pendelkörpers gilt \(v=\sqrt{2 \cdot g \cdot \ell \cdot(1-\cos \alpha)}.\)
Leite diese Gleichung ausgehend von einem Energieansatz her.
Gib \(v\) für den maximalen Auslenkwinkel \(60^{\circ}\) an.
(3 BE)
3.2
Es wird angenommen, dass der Betrag der Geschwindigkeit des Wagens unmittelbar vor dem Aufprall auf den Hemmschuh der Geschwindigkeit \(v\) entspricht. In dem ergänzten numerischen Modell aus Teilaufgabe 2.2 wird die Anfangsgeschwindigkeit des Wagens durch den Startwert der Geschwindigkeit berücksichtigt.
Simuliere die Bewegung für den Startwert \(v=0.\)
Stelle das Ergebnis in einem \(v(s)\)-Diagramm dar. Drucke dieses aus.
Vergrößere den Startwert für \(v.\) Gib den Startwert an, bei dem sich die in Teilaufgabe 3.1 berechnete Geschwindigkeit bei \(s_{\max}\) einstellt.
(2 BE)

Wahlaufgabe C2: Welleneigenschaften des Lichts

Führe Untersuchungen zur Interferenz von einfarbigem Licht einer Leuchtdiode (LED) durch.
Plane das Experiment der folgenden Aufgabenstellung gemäß.
Die vollständig aufgebaute Experimentieranordnung sowie alle erforderlichen Geräte und Hilfsmittel werden dir übergeben.
Das planvolle und systematische Experimentieren wird bewertet.
(1 BE)
1
Beobachte eine leuchtende LED durch das optische Gitter. Es tritt Interferenz auf. Der Abstand der Beugungsmaxima kann auf dem Millimeterpapier abgelesen werden.
1.1
Stelle den Abstand der LED vom Gitter so ein, dass das erste Beugungsmaximum zu beobachten ist. Miss diesen Abstand \(e\) sowie die Größe \(s_1.\)
Erfrage bei der Aufsicht führenden Fachlehrkraft die Gitterkonstante für das optische Gitter.
Berechne die Wellenlänge des Lichts der LED.
Hinweis: \(\quad\) Es gilt \(\tan \alpha_{ k }=\tfrac{s_{ k }}{e}\) und \(\sin \alpha_{ k }=\tfrac{k \cdot
    \lambda}{b}.\)
(3 BE)
1.2
Der absolute Fehler für \(\alpha_1\) beträgt \(1,0^{\circ}.\) Der Fehler für \(b\) ist vernachlässigbar.
Ermittle den relativen Fehler des Ablenkwinkels für Teilaufgabe 1.1 und den relativen Fehler für \(\lambda.\)
(4 BE)
2
Ersetze das optische Gitter durch eine Textilprobe und beobachte die leuchtende LED durch die Textilprobe.
2.1
Beschreibe deine Beobachtung.
(2 BE)
2.2
Entscheide, ob der Fadenabstand der Textilprobe größer oder kleiner als die Gitterkonstante \(b\) ist. Begründe deine Entscheidung.
(2 BE)
3
Erläutere an einem selbstgewählten Beispiel physikalische Grundlagen zur Interferenz durch Reflexion an dünnen Schichten.
(3 BE)

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