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Aufgabe 3.2 – Near Field Communication

Die Abkürzung NFC steht für Near Field Communication, also „Kommunikation im Nahfeld“. Es handelt sich hierbei um eine Technologie, bei der mithilfe von elektromagnetischen Feldern Energie und Daten zwischen nah beieinander befindlichen Geräten ausgetauscht werden. Diese weit verbreitete Technologie wird beispielsweise beim berührungslosen Bezahlen mit NFC-fähigen Geldkarten angewendet.

Hinweis: Die Betrachtung von Wechselstromwiderständen wird nicht erwartet.

1

Fachpraktischer Teil

Elektrische Geräte, die die NFC-Technologie nutzen, enthalten als wesentliche Bauelemente Spulen. Das folgende Experiment veranschaulicht die Wechselwirkung der magnetischen Felder zweier stromdurchflossener Spulen. Das dabei zu beobachtende Phänomen wird auch bei NFC-Geräten ausgenutzt.

a

Baue die Schaltung aus Abbildung 1 des Materials 1 auf. Dabei sollen die beiden Spulen mit einem gemeinsamen Eisenkern verbunden sein, der vollständig geschlossen ist.

4 BE

b

Erfasse die Stromstärken Formula: I_1Formula: I_1 und Formula: I_2Formula: I_2 für die folgenden beiden Fälle in einer Messtabelle:

  • Schalter Formula: S_1Formula: S_1 ist geschlossen. Schalter Formula: S_2Formula: S_2 ist offen.

  • Schalter Formula: S_1Formula: S_1 und Formula: S_2Formula: S_2 sind geschlossen.

Hinweis:

Solltest du keine verwertbaren Messergebnisse aufnehmen können, kannst du Ersatzmesswerte anfordern. In diesem Fall werden 4 BE nicht erteilt.

4 BE

2

Auswertung des fachpraktischen Teils

a

Erkläre das Zustandekommen des Stromes Formula: I_2.Formula: I_2. Beginne die Darstellung mit dem Schließen von Schalter Formula: S_1Formula: S_1 bei bereits geschlossenem Schalter Formula: S_2.Formula: S_2.

6 BE

b

Erkläre die Beobachtung hinsichtlich der Stromstärke Formula: I_1,Formula: I_1, wenn der Schalter Formula: S_2Formula: S_2 geschlossen wird.

3 BE

3

Bei der im Material 2 beschriebenen Kommunikation zwischen dem Lesegerät und der NFC-fähigen Geldkarte muss die elektronische Schaltung der Geldkarte mit Energie versorgt werden. Dazu dient der Kondensator Formula: C_S.Formula: C_S.

a

Erkläre mithilfe des Materials 2, dass der Kondensator Formula: C_SFormula: C_S aufgeladen wird. Beziehe dabei ein, dass die Diode eine notwendige Komponente der Schaltung in der Abbildung 2 des Materials 2 ist. Gehe davon aus, dass der Schalter Formula: SFormula: S offen ist.

6 BE

b

Der auf die Spannung Formula: 4,5\;\text{V}Formula: 4,5\;\text{V} aufgeladene Kondensator Formula: C_SFormula: C_S entlädt sich über den Ohm‘schen Widerstand der elektronischen Schaltung.

Berechne mithilfe des Materials 2 diejenige Zeitdauer, in der die elektronische Schaltung nach Beginn der Entladung funktionsfähig ist, wobei ihr Ohm’scher Widerstand Formula: 500\;\text{k}\OmegaFormula: 500\;\text{k}\Omega beträgt.

4 BE

c

Im praktischen Einsatz der NFC-fähigen Geldkarte kann in manchen Betriebszuständen der Ohm’sche Widerstand auch kleiner als Formula: 500\;\text{k}\OmegaFormula: 500\;\text{k}\Omega sein.

Erläutere den Einfluss dieses Sachverhaltes auf die Zeitdauer, in der die Karte betriebsbereit ist.

3 BE

4

Der Kondensator Formula: C_SFormula: C_S muss so kleine Abmessungen besitzen, dass er in die weniger als Formula: 1\;\text{mm}Formula: 1\;\text{mm} dicke NFC-fähige Geldkarte integriert werden kann. Um derart kleine Kondensatoren mit der Kapazität Formula: 5,0\;\text{mF}Formula: 5,0\;\text{mF} bauen zu können, ist ein Material mit einer möglichst großen Dielektrizitätszahl Formula: \varepsilon_rFormula: \varepsilon_r zu verwenden.

Beschreibe zwei weitere Möglichkeiten, die Kapazität eines Kondensators zu erhöhen.

2 BE

5

Der in der Abbildung 2 des Materials 2 dargestellte Schwingkreis der Geldkarte, bestehend aus Kondensator Formula: CFormula: C und Spule Formula: (B),Formula: (B), schwingt mit der Eigenfrequenz Formula: 13,56\text{MHz}.Formula: 13,56\text{MHz}.

Berechne die Kapazität Formula: CFormula: C des Kondensators im Schwingkreis, wenn die Induktivität der Spule Formula: 4,10\;\mu\text{H}Formula: 4,10\;\mu\text{H} beträgt.

3 BE

6

Ein Jugendlicher möchte ein von ihm unbemerktes, illegales Auslesen der Daten seiner NFC-fähigen Geldkarte vermeiden und überlegt sich, welcher der beiden Aufbewahrungsorte für seine Geldkarte der sichere ist:

  • die Jackentasche oder

  • die Geldbörse mit eisenhaltigen Münzen.

Vergleiche beide Optionen hinsichtlich der Sicherheit und formuliere eine begründete Empfehlung.

5 BE

Material 1: Versuchsaufbau für das Experiment in Aufgabe 1

Geräte und Materialien:

  • Spule 1

  • Spule 2

  • eine Glühlampe oder LED mit Vorwiderstand

  • eine Wechselspannungsquelle

  • Kabelmaterial

  • zwei Schalter

  • Eisenkern

  • zwei Wechselstrommessgeräte

Die Spannung der Wechselspannungsquelle wird während des Versuchs nicht verändert.

Einfaches Schaltbild: Transformator mit Primär- und Sekundärspule, zwei Schaltern, Amperemeter und Lampe.Einfaches Schaltbild: Transformator mit Primär- und Sekundärspule, zwei Schaltern, Amperemeter und Lampe.

Abb. 1: Experimentelle Untersuchung von Vorgängen in gekoppelten Spulen

Material 2: Near Field Communication (NFC)

In Abbildung 2 sind die wesentlichen Komponenten dargestellt, die für eine NFC-Verbindung erforderlich sind.

Ein aktives Gerät, das sogenannte Lesegerät (Bezahlterminal an einer Supermarktkasse) und ein passives Gerät (NFC-fähige Geldkarte) tauschen mithilfe elektromagnetischer Felder Informationen aus, z. B. Kontodaten. Dieser Datenaustausch ist nur dann möglich, wenn die NFC-fähige Geldkarte so über dem Lesegerät positioniert wird, dass sich die Spule Formula: (B)Formula: (B) direkt über der Spule Formula: (A)Formula: (A) befindet und ihr Abstand voneinander weniger als Formula: 10\;\text{cm}Formula: 10\;\text{cm} beträgt. Dabei besteht keine Verbindung über elektrische Kontakte zwischen Lesegerät und NFC-fähiger Geldkarte.

Schematische Darstellung: kontaktlose Energieübertragung zwischen Lesegerät und passiver Geldkarte mit Spulen, Diode und Kondensator.Schematische Darstellung: kontaktlose Energieübertragung zwischen Lesegerät und passiver Geldkarte mit Spulen, Diode und Kondensator.

Abb. 2: NFC-Übertragung zwischen Lesegerät und NFC-fähiger Geldkarte (vereinfachte Darstellung des Prinzips)

Im Lesegerät wird eine Wechselspannung der Frequenz Formula: 13,56\;\text{MHz}Formula: 13,56\;\text{MHz} an die Spule Formula: (A)Formula: (A) angelegt. In der NFC-fähigen Geldkarte sind die Spule Formula: (B)Formula: (B) und eine elektronische Schaltung integriert. Sie speichert wichtige Daten und steuert außerdem den Datenaustausch mit dem Lesegerät.

Die markierte Fläche in Abbildung 2 umfasst den von der Steuereinheit kontrollierten elektronischen Schalter Formula: S,Formula: S, die Spule Formula: (B)Formula: (B) und den Kondensator Formula: C.Formula: C. Bei geschlossenem Schalter Formula: SFormula: S bilden die Spule Formula: (B)Formula: (B) und der Kondensator Formula: CFormula: C einen elektromagnetischen Schwingkreis. Mit diesem Schwingkreis wird die Kommunikation zwischen Lesegerät und NFC-fähiger Karte realisiert. Es wird vereinfachend angenommen, dass der Kondensator Formula: C_SFormula: C_S keinen Einfluss auf den Schwingkreis besitzt.

Der Kondensator Formula: C_SFormula: C_S mit der Kapazität Formula: 5,0\;\text{mF}Formula: 5,0\;\text{mF} kann als Plattenkondensator aufgefasst werden. Er versorgt die elektronische Schaltung der NFC-fähigen Geldkarte mit Energie, solange die Spannung am Kondensator den Wert Formula: 3,3\;\text{V}Formula: 3,3\;\text{V} nicht unterschreitet.

Die Halbleiterdiode Formula: DFormula: D hat die Eigenschaft, dass der elektrische Strom durch sie nur in eine Richtung fließen kann.

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