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Aufgabe 1 – Bungee-Jumping

Der Name Bungee-Jumping ist aus den englischen Wörtern „bungee“ für Seil / Gurt und „jump“ für Sprung entstanden und bezeichnet einen Sprung aus großer Höhe, bei dem der Springer durch ein elastisches Seil an den Füßen gesichert ist.

Das Foto (Abbildung 1) zeigt den Sprung aus einer Gondel, die von einem Kran nach oben gezogen wurde.

Person am Bungee-Seil springt von einer Kranplattform vor klarem blauem Himmel.Person am Bungee-Seil springt von einer Kranplattform vor klarem blauem Himmel.

Abb. 1

1

Das elastische Seil (Bungeeseil) wird zunächst, bevor es an der Gondel angehängt wird, einem Belastungstest unterzogen.

Das eine Ende des Formula: 20,0\;\text{m}Formula: 20,0\;\text{m} langen Seiles ist fest eingespannt, an dem anderen greift eine Kraft mit dem Betrag Formula: 100\;\text{N}Formula: 100\;\text{N} an und dehnt das Seil um Formula: 0,40\;\text{m}.Formula: 0,40\;\text{m}. Die Längenänderung entspricht dem Hooke’schen Gesetz.

Berechne die „Federkonstante“ für das Seil.

[Kontrollergebnis: Formula: \small{D = 250\;\text{N}\cdot\text{m}^{-1}}Formula: \small{D = 250\;\text{N}\cdot\text{m}^{-1}}]

2 BE

2

Im Material 1 ist der Ablauf eines Bungeesprungs beschrieben.

Das Bungeeseil ist an der Gondel befestigt. Diese wurde nach oben gezogen. Eine Person steht in der Gondel und lässt sich aus dieser herausfallen.

Beschreibe den Ablauf der Energieumwandlungen für den Zeitraum vom Beginn des Falls bis zum erstmaligen Erreichen des tiefsten Punkts.

5 BE

3

Eine Sportlerin wagt den Bungeesprung. Sie wiegt Formula: 55\;\text{kg}.Formula: 55\;\text{kg}.

Berechne die Höhe, auf die die Gondel mindestens gezogen werden muss, damit die Sportlerin dem Erdboden nicht näher als Formula: 10\;\text{m}Formula: 10\;\text{m} kommt. Es wird das im Belastungstest untersuchte Seil verwendet.

Nenne die Annahmen, die du für deine Rechnung gemacht hast. Erläutere diese.

Weise nach, dass die Absprunghöhe an die Masse der springenden Person angepasst werden muss.

9 BE

4

Das Prinzip des Bungeesprungs wurde experimentell im Schülerlabor untersucht.

Im Material 2 ist das Experiment beschrieben.

Interpretiere das Diagramm (Material 2) und erkläre die charakteristischen Merkmale der Minima und Maxima.

4 BE

5

Der Bungeesprung aus Teilaufgabe 3 wird für die Absprunghöhe Formula: 60\;\text{m}Formula: 60\;\text{m} simuliert. Ein entsprechendes Modell wurde erstellt, jedoch ohne Betrachtung aller Reibungseffekte.

Material 3 zeigt das zugehörige Formula: a(t)Formula: a(t)-, das Formula: v(t)Formula: v(t)- und das Formula: h(t)Formula: h(t)-Diagramm.

a

Ordne den Graphen die Funktionen Formula: a=a(t), v=v(t)Formula: a=a(t), v=v(t) und Formula: h=h(t)Formula: h=h(t) zu.

2 BE

b

Stelle für den Bewegungsablauf kausal begründet Zusammenhänge für die die Bewegung beschreibenden Graphen dar.

5 BE

c

Lies die auf die Springerin zum Zeitpunkt Formula: 2,5\;\text{s}Formula: 2,5\;\text{s} wirkende Beschleunigung ab.

Berechne daraus die Kraft, mit der das Seil gedehnt wird.

Begründe unter Nutzung des Formula: h(t)Formula: h(t)-Diagramms, dass das Seil zum Zeitpunkt Formula: 2,5\;\text{s}Formula: 2,5\;\text{s} um etwa Formula: 9,0\;\text{m}Formula: 9,0\;\text{m} gedehnt ist.

Unter Nutzung des Kontrollergebnisses aus Teilaufgabe 1 beträgt die Kraft Formula: 2,2\cdot10^3\;\text{N}.Formula: 2,2\cdot10^3\;\text{N}.

Erläutere diese Überlegung.

9 BE

d

Das Material 4 enthält Aussagen zur Reaktion des menschlichen Organismus auf große Beschleunigungen.

Nutze das Material 4 und das Diagramm (Material 3) und lege begründet dar, welche Risiken für die Gesundheit mit dem Bungee-Jumping verbunden sind. Formuliere begründete Schlussfolgerungen.

4 BE

Material 1: Bungeesprung

Das Seil wird an den Füßen des Springers befestigt. Zur Sicherheit wird weiteres Gurtzeug angelegt. Mit einer Gondel, die fest mit dem Seil eines Krans verbunden ist, wird der Springer auf die Absprunghöhe gezogen. Nachdem er nochmals eingewiesen wurde, kann der Sprung beginnen. Die deutsche Übersetzung von „jump“ ist dabei ggf. irreführend, da sich die meisten dieser Jumper nur fallen lassen ohne tatsächlich abzuspringen. Zunächst geht es in einem nahezu freien Fall nach unten. Ab dem Moment, zu dem die Gewichtskraft des Springers und die Spannkraft des Seils den gleichen Betrag haben, wird er vom Seil abgebremst und nach dem Durchlaufen des tiefsten Punktes wieder nach oben geschleudert. Natürlich erfolgt diese Umkehr der Bewegung in sicherer Höhe über dem Boden. Dies wiederholt sich eine Weile bis der Springer in einer bestimmten Höhe zum Stillstand kommt und vom Kran wieder auf „sicheren Boden“ befördert wird.

Material 2: Experimentelle Untersuchung im Schülerlabor

Die Abbildungen 2 und 3 zeigen die verwendete Experimentieranordnung.

Metallstativ mit Klemme und herabhängender Messmasse an Faden auf TischMetallstativ mit Klemme und herabhängender Messmasse an Faden auf Tisch

Abb. 2: Experimentieranordnung Gleichgewichtszustand

Hand hält kleines Metallgewicht an Haken unter einer Metallstange mit schwarzer KlemmeHand hält kleines Metallgewicht an Haken unter einer Metallstange mit schwarzer Klemme

Abb. 3: Experimentieranordnung Hakenkörper gehoben

Ein Hakenkörper ist durch einen Gummifaden am Haken eines Kraftsensors befestigt (Abb. 2). Der Hakenkörper wird angehoben und am unteren Ende des Sensors freigegeben (Abb. 3).

Messwerte:

Masse des Hakenkörpers:

Formula: 50\;\text{g}Formula: 50\;\text{g}

Länge des Gummifadens:

Formula: 0,40\;\text{m}Formula: 0,40\;\text{m}

Unter Nutzung eines Messwerterfassungssystems wird das Formula: a(t)Formula: a(t)-Diagramm aufgenommen.

Diagramm: gedämpfte Schwingung der Beschleunigung a (m·s⁻²) über die Zeit t (s)Diagramm: gedämpfte Schwingung der Beschleunigung a (m·s⁻²) über die Zeit t (s)

Abb. 4: Formula: \small{a(t)}Formula: \small{a(t)}-Diagramm

Material 3: Diagramm für das Modell Bungeesprung

Diagramm mit Gitternetz und drei beschrifteten Kurven (1), (2), (3) für h, v, a über die Zeit t in SekundenDiagramm mit Gitternetz und drei beschrifteten Kurven (1), (2), (3) für h, v, a über die Zeit t in Sekunden

Abb. 5: Formula: \small{a(t)}Formula: \small{a(t)}-, Formula: \small{v(t)}Formula: \small{v(t)}- und Formula: \small{h(t)}Formula: \small{h(t)}-Diagramm

Material 4: Beschleunigung und menschlicher Organismus

Dr. Klaus Hannemann (Leiter der Abteilung Raumfahrzeuge im Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR in Göttingen) beantwortet die Frage:

Wieviel Formula: \text{g}Formula: \text{g} kann ein Mensch aushalten?

Antwort:

Diese Frage ist gleichbedeutend mit der nach der maximalen Beschleunigung bzw. der maximalen Kraft, die auf einen menschlichen Organismus wirken kann, ohne ihn zu schädigen. Beschleunigung beschreibt die Änderung der Geschwindigkeit mit der Zeit. Seit Newton wissen wir, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Kraft gibt, die auf einen Körper einwirkt, und der Beschleunigung, die er dadurch erfährt – Kraft ist gleich der Masse des Körpers mal Beschleunigung. Eine Form der Beschleunigung, die unser Leben auf der Erde bestimmt, ist die Erdschwerebeschleunigung, die als „Formula: \text{g}Formula: \text{g}“ bezeichnet wird. Durch sie wird die auf uns wirkende Gravitationskraft bestimmt. In der Nähe der Erdoberfläche ist sie annähernd konstant Formula: (\text{g}=9,81\;\text{m}\cdot\text{s}^{-2}).Formula: (\text{g}=9,81\;\text{m}\cdot\text{s}^{-2}).

Die Erdschwerebeschleunigung – Formula: 1\;\text{g}Formula: 1\;\text{g} – wird als Maß für andere Beschleunigungen verwendet. […] Der Pilot eines Formel-1 Rennwagens erfährt beim Start Formula: 1-1,5\;\text{g}Formula: 1-1,5\;\text{g} und in Kurvenfahrten bis Formula: 5\;\text{g}.Formula: 5\;\text{g}. Die Flugmanöver eines Passagierflugzeuges sind so ausgelegt, dass die Belastung der Fluggäste Formula: 1,5\;\text{g}Formula: 1,5\;\text{g} nicht übersteigt. […] In Achterbahnen können kurzfristig bis zu Formula: 6\;\text{g}Formula: 6\;\text{g} erreicht werden.

Bei der Frage, welche Formula: \text{g}Formula: \text{g}-Belastung ein Mensch aushalten kann, spielt neben der Höhe der Beschleunigung auch der Zeitraum und vor allem die Richtung, in der diese Belastung wirkt, eine große Rolle. […] Insbesondere beeinflussen hohe Formula: \text{g}Formula: \text{g}-Belastungen unseren Blutkreislauf. […]

[…] Beschleunigungen […], bei denen ein Blutfluss zum Kopf hin auftritt, können vom Menschen erheblich schlechter ertragen werden. Belastungen bis Formula: 1\;\text{g},Formula: 1\;\text{g}, die beispielsweise auf eine Person wirken, die auf dem Kopf steht, werden in der Regel von gesunden Menschen ohne Probleme ertragen. Schon kleine Überschreitungen dieser Marke werden allerdings als sehr unangenehm und unter Umständen durch ein Druckgefühl in Kopf und Augen sogar als schmerzhaft empfunden. Bereits bei ca. […] Formula: 3\;\text{g}Formula: 3\;\text{g} kann sich der sogenannte „Redout“-Effekt einstellen. Es handelt sich hierbei um eine Einschränkung des Sehvermögens, die dadurch hervorgerufen wird, dass Blut in den Kopf und somit in die Netzhaut und Blutgefäße des Auges gepresst wird. Hierdurch erfolgt eine Rotfärbung des Blickfeldes. Ab Formula: 5\;\text{g}Formula: 5\;\text{g} kann es ebenfalls zur Bewusstlosigkeit kommen. Ferner besteht bei dieser Belastung bereits nach wenigen Sekunden das Risiko, dass Gefäße platzen und Hirnblutungen einsetzen.

[…]

Quelle: Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation – Archiv 2009; www.ds.mpg.de/131983/18

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