Aufgabe 1 – Eröterung
Bearbeite eine der drei folgenden Aufgaben.
Aufgabenstellung
Soll der Veranstalter (DFL) die Mehrkosten für den Polizeieinsatz bei Hochrisikospielen in
der Bundesliga bezahlen?
Erörtere, was für oder gegen diese Position spricht (jeweils mindestens drei Argumente).
Nutze dazu den Text (T2). Du kannst außerdem den Text und die Informationen aus
dem A1-Teil nutzen (T1).
Nimm anschließend Stellung und begründe deine eigene Meinung.
Gliedere dabei deinen Text in die folgenden Abschnitte und berücksichtige
besonders die genannten Aspekte:
Einleitung:
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kurze einführende Darstellung und Nennung des Themas
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Nennung von Textart, Titel, Quellenangabe und Erscheinungsdatum
des Ausgangstextes
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Überleitung zum Hauptteil (Themenfrage)
Hauptteil:
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Strukturierung in Antithese (Contra) und These (Pro)
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sinnvolle Anordnung der Argumente (Behauptung, Begründung, Beispiel/Beleg),
basierend auf den Textinformationen und ggf. eigenen Überlegungen
Schlussteil:
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Zusammenführung der Argumente / Fazit
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eigene Stellungnahme / Ausblick / Appell
Formuliere einen zusammenhängenden, strukturierten Text.
Achte dabei auf korrekte Sprache und Rechtschreibung, beides wird bewertet.
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Markus Decker
Markus Decker. „Länder dürfen Profiklubs zur Kasse bitten.“ In: Badische Zeitung (BZ). 15.01.2025
(zu Prüfungszwecken bearbeitet)
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Bei Fußballspielen in der Profiliga muss heute häufig mit Ausschreitungen zwischen Fangruppen gerechnet werden. Dadurch werden besonders bei sogenannten Hochrisikospielen oft erhöhte Polizeieinsätze notwendig (vgl. Z. 1–6 bzw. eigenes Weltwissen). Daraus ergibt sich die Frage, wer die dabei entstehenden Mehrkosten übernehmen soll.
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Der vorliegende Sachtext bzw. Zeitungsartikel trägt den Titel Länder dürfen Profiklubs zur Kasse bitten und wurde von Markus Decker verfasst. Er erschien am 15.01.2025 in der Badischen Zeitung.
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Im Folgenden soll daher erörtert werden, ob der Veranstalter, also die DFL bzw. die Profiklubs, die Mehrkosten für den Polizeieinsatz bei Hochrisikospielen in der Bundesliga bezahlen soll.
Hauptteil
Pro
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Ein erstes Argument für die Kostenübernahme durch die DFL ist, dass die Vereine privatwirtschaftliche Unternehmen sind, die mit Fußballspielen Geld verdienen und von diesen Veranstaltungen profitieren. Deshalb kann man sagen, dass sie auch die Mehrkosten für die Sicherheit ihrer Veranstaltung als unternehmerisches Risiko tragen müssen. Die Vereine sind Veranstalter und profitieren von den Gewinnen, die mit Fußballspielen erzielt werden (vgl. T2: Z. 11–12 bzw. Z. 18–20). Die Gesamtheit der Steuerzahler profitiert dagegen nicht direkt von den Fußballspielen und sollte deshalb auch nicht mit den Kosten belastet werden (vgl. T2: Z. 11–13).
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Außerdem gibt es keine gesetzliche Regelung, dass die Dienstleistung der Polizei, die Sicherheit von Veranstaltungen zu gewährleisten, immer kostenfrei für alle Zwecke verfügbar sein muss. Es steht also nirgends im Grundgesetz, dass polizeiliche Gefahrenvorsorge bzw. die Gewährleistung der Sicherheit von Veranstaltungen immer kostenfrei zur Verfügung gestellt werden oder immer mit Steuergeld finanziert werden muss (vgl. T2: Z. 15–17). Daraus folgt, dass eine Beteiligung der Veranstalter an den Kosten grundsätzlich möglich erscheint.
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Ein weiteres Argument ist, dass die Veranstalter, also die Vereine und die Fußballliga, sehr viel Geld mit Fußballspielen verdienen. Sie erzielen über fünf Milliarden Euro Gewinne mit Fußball (vgl. T2: Z. 18–20). Deshalb kann man argumentieren, dass sich die Vereine die Polizeikosten leisten können, zumindest eher als die Allgemeinheit der Steuerzahlenden.
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Hinzu kommt, dass die Vereine als Veranstalter selbst mehr dafür tun müssten, dass Fußballspiele sicherer werden und umfangreiche Polizeieinsätze gar nicht erst notwendig sind. Fußballvereine müssten stärker auf ihre Fans einwirken und den Hooligan-Gruppen unter diesen Fans klare Grenzen und Konsequenzen aufzeigen. Sie müssten ihnen klarmachen, dass sie sich an Regeln halten müssen (vgl. T2: Z. 21–23). Die hohen Polizeikosten entstehen schließlich durch das gewaltbereite Verhalten einzelner Fangruppen, die sich in ihrer Freizeit nicht an Regeln und Gesetze halten. Manche Fans sehen Randale als Freizeitvergnügen und „benutzen“ den Fußball als Vorwand.
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Damit nicht nur einzelne Vereine belastet werden, könnte außerdem ein Fonds gebildet werden, in den alle Fußballvereine und die Bundesliga einzahlen. Aus diesem gemeinsamen „Geldtopf“ könnten die Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen dann anteilig beglichen werden (vgl. T2: Z. 45–47). Eine solche Lösung würde die Kosten solidarisch innerhalb des Profifußballs verteilen.
Contra
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Gegen eine Kostenübernahme durch die DFL spricht zunächst, dass die Garantie der öffentlichen Sicherheit und Ordnung eine Kernaufgabe des Staates ist. Aus Sicht einiger Fans muss diese Aufgabe daher aus Steuergeldern finanziert werden (vgl. T2: Z. 27–29). Außerdem sind auch die Vereine des Profifußballs Steuerzahler und beteiligen sich damit bereits an der Finanzierung von Polizeieinsätzen (vgl. T2: Z. 29–31).
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Ein weiteres Gegenargument lautet, dass aus Fairnessgründen dann alle Veranstalter von Großveranstaltungen die Kosten für verstärkte Polizeieinsätze tragen müssten. Dies beträfe zum Beispiel auch Veranstaltungen wie das Oktoberfest oder den Kölner Karneval (vgl. T2: Z. 31–34). Eine solche Regelung würde vermutlich von der Mehrheit der Gesellschaft nicht gewollt (vgl. T2: Z. 34–35).
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Außerdem könnten kleinere Profivereine aus der 3. Liga durch eine solche Regelung vermutlich in ihrer Existenz bedroht werden. Dadurch bestünde die Gefahr langfristiger Schäden für den Amateurfußball sowie für Kinder- und Jugendabteilungen der Vereine (vgl. T2: Z. 38–41). Fußball könnte dann seine wichtige gesellschaftliche Funktion als Volkssport nicht mehr erfüllen. Dazu gehört, dass Fußball gesellschaftliche Schichten zusammenführt, den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärkt und für Kinder und Jugendliche eine Heimat sein kann (vgl. T2: Z. 41–44).
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Ein weiteres Gegenargument nennt die Vorsitzende des Dachverbandes der Fanhilfen, L. Röttig. Sie meint, die Polizei übertreibe die Sicherheitsprobleme bei Fußballspielen bzw. trage selbst Mitverantwortung daran. Ihrer Ansicht nach trete die Polizei immer aggressiver auf (vgl. T2: Z. 24–26). Wenn die Polizei selbst zur Verschärfung der Lage beiträgt, erscheint es fragwürdig, allein die Vereine für die Kosten verantwortlich zu machen.
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Schließlich könnten deutsche Proficlubs durch die zusätzliche finanzielle Belastung international weniger konkurrenzfähig werden. Es entstünde ein Wettbewerbsnachteil für den „Fußballstandort Deutschland“ (vgl. T2: Z. 49/50). Außerdem hätten die Vereine international möglicherweise nicht mehr genug Geld für Spielerkäufe (vgl. T2: Z. 50–53). Dadurch könnte der deutsche Profifußball im internationalen Vergleich geschwächt werden.
Schluss
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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sowohl gute Gründe für als auch gegen eine Kostenübernahme durch die DFL bzw. die Profiklubs gibt. Für eine Beteiligung der Vereine spricht besonders, dass sie mit Fußballspielen hohe Einnahmen erzielen und von den Veranstaltungen profitieren. Außerdem sollte die Allgemeinheit der Steuerzahlenden nicht allein für Mehrkosten aufkommen müssen, die durch einzelne gewaltbereite Fangruppen entstehen. Gegen eine Kostenübernahme spricht jedoch, dass öffentliche Sicherheit grundsätzlich eine Aufgabe des Staates ist und auch andere Großveranstaltungen betroffen sein könnten. Zudem könnten kleinere Vereine durch zusätzliche Kosten stark belastet werden.
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Meiner Meinung nach sollten die Kosten nicht vollständig auf die Steuerzahlenden abgewälzt werden. Sinnvoll wäre ein gemeinsamer Fonds, in den die Bundesliga und die Vereine einzahlen. So würden die Kosten nicht nur einzelne Vereine treffen, sondern solidarisch verteilt werden. Gleichzeitig müssten die Vereine stärker in die Pflicht genommen werden, auf ihre Fans einzuwirken und Gewalt bei Fußballspielen vorzubeugen. Dadurch könnte langfristig erreicht werden, dass weniger Polizeieinsätze notwendig sind und die Kosten insgesamt sinken.