Aufgabe 3 – Prosa
Aufgabenstellung
Untersuche diesen Prosatext. Beachte die folgenden Gesichtspunkte
besonders und belege deine Beobachtungen am Text:
Einleitung:
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Einleitungssatz (Autorin, Textsorte, Titel, Thema/Kernaussage)
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Geraffte Darstellung des Inhalts
Hauptteil:
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Atmosphäre im Text
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Mindestens vier wesentliche Merkmale der Kurzgeschichte, belegt an Textbeispielen
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Mindestens zwei sprachliche Mittel und deren Wirkung im Text
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Bedeutung des Titels in Bezug auf den Inhalt: Wofür könnte die Wortneuschöpfung
„Erdbeerkiwikarussell“ stehen?
Schluss:
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mögliche Aussage / mögliche Intention der Autorin
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mögliche Bedeutung für die heutige Zeit oder sich selbst (Transfer)
Formuliere einen zusammenhängenden, gegliederten Text.
Achte dabei auf korrekte Sprache und Rechtschreibung, beides wird bewertet.
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Elisabeth Steinkellner, 2016
Steinkellner, Elisabeth: Die Nacht, der Falter und ich. Wien: Tyrolia, 2016, S. 13-15.
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Die Kurzgeschichte Erdbeerkiwikarussell von Elisabeth Steinkellner aus dem Jahr 2016 thematisiert, dass das Leben spontan und unerwartet schön sein kann, wenn der einzelne Moment bewusst wahrgenommen wird. Dazu gehören zum Beispiel eine Begegnung mit jemandem, die Umgebung, Gerüche, Geräusche oder das Gefühl von Freiheit.
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Die Geschichte zeigt außerdem, dass Lebensfreude und ihr offener Ausdruck andere Menschen mitreißen und ebenfalls glücklich machen können.
Hauptteil
Inhalt
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In der Kurzgeschichte befinden sich zwei Personen auf ihrem täglichen Heimweg. Im Bus ist es heiß und stickig. Trotzdem scheint der oder die Ich-Erzähler/in diese unangenehme Situation auszublenden und sich nur auf angenehme Wahrnehmungen und Empfindungen zu konzentrieren. Die beiden steigen an ihrer gewohnten Haltestelle aus und treten zu Fuß den Heimweg an.
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Dabei empfinden sie den Tag als besonders und genießen ihn. Als sie einer dreifarbigen Katze begegnen, wird ihnen die Besonderheit dieses Tages bewusst. Sie versuchen, diesen Tag zu beschreiben, und erfinden dafür immer neue Worte. Am Ende bringen sie ihre Freude dadurch zum Ausdruck, dass sie sich mit ausgebreiteten Armen schnell drehen, als wären sie in einem Karussell. Schließlich bemerken die Protagonisten, wie ein fremder Mann, der sie zufällig beobachtet hat, ebenfalls anfängt, sich zu drehen.
Hauptteil
Atmosphäre im Text
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Die Beschreibungen von Sonne, Wind und den Gerüchen der Umgebung schaffen eine sommerliche Atmosphäre der Leichtigkeit. Der Text wirkt dadurch warm, sinnlich und unbeschwert.
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Diese Unbeschwertheit wird durch die Interaktion zwischen den beiden Figuren verstärkt. Sie gehen spielerisch miteinander um, verlieren sich in ihrer Fantasie und nehmen ihre Umgebung besonders intensiv wahr. Dadurch entsteht der Eindruck, dass ein eigentlich alltäglicher Heimweg zu einem außergewöhnlichen Glücksmoment wird.
Merkmale der Kurzgeschichte
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Ein erstes Merkmal der Kurzgeschichte ist der knappe Umfang. Geschildert wird lediglich der Moment des Aussteigens aus dem Bus und des beginnenden Heimwegs auf der Dorfstraße. Es geht also nicht um eine lange Handlung, sondern um einen einzelnen erlebten Augenblick.
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Typisch ist außerdem der unmittelbare Beginn. Die Geschichte setzt direkt mit dem Satz „Im Bus ist es stickig.“ (Z. 1) ein. Leserinnen und Leser werden ohne weitere Erklärungen sofort in die Situation eines vollbesetzten Busses, möglicherweise eines Schulbusses, hineingenommen. Dadurch wirkt der Einstieg direkt und gegenwärtig.
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Auch die Situation ist alltäglich, aber zugleich bedeutsam. Besonders deutlich wird dies in der Aussage: „Ich weiß schon“, meinst du dann irgendwann, da sind wir längst an der Katze vorbei. „Ich wünsche mir, dass das ganze Jahr aus lauter Tagen wie heute besteht.“ (Z. 28–29). Beide Protagonisten erleben den Tag als herausragend und einzigartig, können aber selbst nicht genau benennen, warum er so besonders ist.
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Ein weiteres Merkmal sind die wenigen und alltäglichen Figuren. Eine namenlose Hauptfigur erzählt aus der Ich-Perspektive. Dazu kommt ihr/e Freund/Freundin. Die Figuren bleiben namenlos und wirken dadurch allgemein und alltäglich.
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Die Handlung ist außerdem einsträngig. Die Ereignisse und Eindrücke werden linear erzählt und enthalten keine Zeitsprünge. Auch die Handlungsorte sind begrenzt: Die Geschichte spielt im Bus und auf der Dorfstraße. Die erzählte Zeit erstreckt sich nur über einen kurzen Zeitraum und entspricht fast der Erzählzeit.
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Der Höhe- bzw. Wendepunkt liegt darin, dass sich die beiden Protagonisten übermütig mit ausgestreckten Armen wie ein Karussell im Kreis drehen. Ein „wildfremder“ Mann, der dies zufällig beobachtet, macht plötzlich ebenfalls mit. Dadurch wird deutlich, dass die Freude der beiden ansteckend wirkt.
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Typisch für eine Kurzgeschichte ist schließlich das offene Ende. Die Geschichte bricht unmittelbar ab. Leserinnen und Leser erfahren nicht, wie die beiden Protagonisten auf den Mann reagieren, ob sich ein Gespräch mit ihm ergibt oder welche Gründe er hat, dem Beispiel der beiden zu folgen.
Sprachliche Mittel / Stilmittel
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Ein wichtiges sprachliches Mittel sind Gegensätze. Schon zu Beginn stehen sich die stickige Atmosphäre im Bus und der kühle Wind gegenüber: stickig im Bus – kühl durch den Wind (vgl. Z. 1). Auch die Empfindungen der Figuren werden gegensätzlich dargestellt. Einerseits wirkt der oder die Ich-Erzähler/in müde, etwa durch den Kopf an der Scheibe, andererseits entsteht durch das Lachen eine aufgekratzte Stimmung (vgl. Z. 3/4). Die Trägheit wird durch mehrere Formulierungen betont: „die Hitze macht mich träge“ (Z. 3), „Ich (..) mache die Augen zu“ (Z. 4/5), „ich bin ein wenig benommen“ (Z. 7) und „eine ungewohnte Gemächlichkeit“ (Z. 12). Dem steht die Aktivität der anderen Figur gegenüber: „(...) stupst du mir (...) in die Seite, stehst auf und drängst dich (...) vorbei“ (Z. 6/7). Auch das ruhige Dorf und das aktive, aufgekratzte Verhalten der Protagonisten stehen im Gegensatz zueinander (vgl. Z. 12–15). Ein weiterer Gegensatz steckt in der Wortneuschöpfung „rundquergestreift“ (Z. 38), denn hier werden „rund“ und gerade Linien bzw. Streifen miteinander verbunden. Die Wirkung dieser Gegensätze besteht darin, dass die alltägliche Normalität des Tages und die positive Intensität des Erlebens betont und miteinander kontrastiert werden.
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Auch Personifikationen prägen den Text. In der Formulierung „(...) auf der die Sonne liegt und schläft (...)“ (Z. 12/13) wird die Sonne wie eine handelnde Figur dargestellt. Das schafft eine warme, gemütliche Atmosphäre und verstärkt das Gefühl von Sommer und Entspannung. Eine weitere Personifikation findet sich in der Aussage: „Eine Kirchturmuhr wirft uns dumpf zwölf Schläge zu (...)“ (Z. 20/21). Dadurch wird die Vielfalt der Sinneseindrücke unterstrichen. Die Protagonisten erleben ihr Umfeld als lebendig und belebt.
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Hinzu kommen Metaphern. In der Formulierung „über die Häuser, aus deren geöffneten Fenstern leise Radiomusik in unsere Richtung schwangt“ (Z. 13/14) wird die Musik bildhaft mit einer Bewegung verglichen, die an Wasser oder Wellen erinnert. Dadurch wird die Intensität der Sinneseindrücke gesteigert. Es wird deutlich, dass die beiden Protagonisten ihre Umgebung auf der Dorfstraße über alle Sinneskanäle wahrnehmen.
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Eine weitere sprachliche Auffälligkeit ist die Wiederholung „(...) dann wieder du, dann wieder ich“ (Z. 7). Diese Wiederholung betont die Verbundenheit und das Einvernehmen der beiden Protagonisten. Außerdem zeigt sie, dass sie den Moment gemeinsam erleben. Gleichzeitig schafft sie einen rhythmischen Fluss im Text.
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Auch Parallelismus und Anaphern sind zu erkennen, etwa in der Formulierung „und die Fliederbüsche hängen (...)/und uns vor die Nasen. Und wir sind wie benebelt (...)“ (Z. 18–20). Dadurch wird die Fülle und Gleichzeitigkeit der Wahrnehmungen auf allen Sinnesebenen betont. Der Text wirkt dadurch besonders dicht und sinnlich.
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Besonders auffällig sind außerdem die Wortneuschöpfungen, also Neologismen. Dazu gehören „Erdbeerkiwikarussell“ (Z. 40), „rundquergestreift“ (Z. 38) und „zirkuszinnoberrot“ (Z. 38/39). Diese Wörter entstehen durch die Aneinanderreihung angenehmer Dinge, von als schön Empfundenem oder durch die Kombination von Gegensätzen, Ungewöhnlichem und Unerwartetem. Ihre Wirkung besteht darin, Kreativität, Lebensfreude und Genuss zu signalisieren. Außerdem unterstreichen sie die Einzigartigkeit des Tages. Aus einem scheinbar normalen Tag wird etwas Besonderes, das nicht mehr mit „normalen“ Worten beschrieben werden kann.
Bedeutung des Titels in Bezug auf den Inhalt
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Der Titel Erdbeerkiwikarussell ist eine kreative Wortbildung, also ein Kompositum. Er reiht drei positiv besetzte Nomen aneinander und symbolisiert dadurch die Fröhlichkeit und bunte Vielfalt des Lebens. Erdbeeren und Kiwis sind Früchte, die oft mit Sommer, Genuss und Kindheit verbunden werden. Das Karussell steht für Bewegung, Spiel und Freude.
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Im schnellen Drehen hört man auf, rational über die Dinge nachzudenken. Stattdessen ergibt man sich der rauschhaften Freude an der Geschwindigkeit und genießt den Augenblick. Zusammen vermittelt der Titel ein fröhlich-verspieltes Lebensgefühl, das die Protagonisten in ihrem Moment der Freiheit und des Glücks erleben. Wie in ein Karussell, in das mehrere Menschen einsteigen können, wirkt auch dieses Lebensgefühl ansteckend. Das zeigt sich am Ende daran, dass der fremde Mann ebenfalls beginnt, sich zu drehen.
Schluss
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Eine mögliche Aussage des Textes besteht darin, dass die Geschichte den Genuss im Augenblick und das sinnliche Empfinden von Glück feiert. Dieses Glück zeigt sich nicht in außergewöhnlichen Ereignissen, sondern in völlig unspektakulären Wahrnehmungen, Empfindungen und Dingen. Entscheidend ist, wie der einzelne Mensch das Alltägliche wahrnimmt.
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Dies zeigt sich besonders am Ende, als der zunächst völlig unbeteiligte Mann sich von der offen gezeigten Freude der beiden Protagonisten anstecken lässt. Das rauschhafte Drehen steht dabei für das ausschließlich sinnliche Wahrnehmen des Augenblicks. Die Geschichte macht deutlich, dass Schönheit überall wahrgenommen und genossen werden kann, sogar auf einer scheinbar öden Dorfstraße. Man muss nur innehalten und sich dafür öffnen.
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Für die heutige Zeit kann der Text bedeuten, dass Glück nicht immer geplant, gekauft oder durch besondere Ereignisse hergestellt werden muss. Auch ein gewöhnlicher Tag kann besonders werden, wenn man die Umgebung bewusst wahrnimmt und sich auf den Moment einlässt. Die Kurzgeschichte ermutigt dazu, offener für kleine Augenblicke der Freude zu sein und Lebensfreude auch nach außen zu zeigen, weil sie andere Menschen mitreißen kann.