Aufgabe 3 — Energie und Rotation
Am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching wird die elektrische Energie für das Fusionsexperiment ASDEX Upgrade zur Versorgung seiner Magnetfeldspulen von großen Schwungradenergiespeicheranlagen geliefert. Das Schwungrad wird mit Elektromotoren angetrieben, anschließend gibt das Schwungrad seine Energie innerhalb von Sekunden an den Fusionsreaktor wieder ab.

Abbildung 4: Skizze zum Fusionsexperiment ASDEX Upgrade
Das Schwungrad hat eine Masse von eine Länge von
und einen Durchmesser von
Vereinfacht wird das Rad als ein Vollzylinder mit homogener Massenverteilung betrachtet.
Das Rad läuft mit Umdrehungen pro Minute.
Berechne die Bahngeschwindigkeit eines Punktes auf der Außenwand und vergleiche diese mit der Schallgeschwindigkeit.
Die Energieabgabe erfolgt dann innerhalb von Dabei wird das Schwungrad von
auf
Umdrehungen pro Minute abgebremst.
Berechne das Trägheitsmoment des Schwungrades mit der Formel für den Vollzylinder und die innerhalb von
abgegebene Energie.
Das Trägheitsmoment eines Schwungrades wird in der Schule experimentell bestimmt. Dazu wird die folgende Anordnung verwendet. Auf einer nahezu reibungsfrei gelagerten Achse befinden sich zentriert das Schwungrad und eine Rolle mit Schnur und einem daran befestigten Hakenkörper der Masse Das Schwungrad wird durch Herabsinken des Hakenkörpers aus dem Stillstand in Rotation versetzt. Das Band und die Rolle seien masselos, der Radius der Rolle beträgt
Die Trägheitsmomente der Rolle und der Achse können vernachlässigt werden.

Abbildung 5: Versuchsanordnung
Beschreibe die auftretenden Energieumwandlungen. Stelle eine Energiebilanzgleichung auf.
Leite die Gleichung zur Bestimmung des Trägheitsmoments des Schwungrades her.
Die Winkelgeschwindigkeit kann leicht durch die Zeit für eine Umdrehung bestimmt werden. Die Masse des Hakenkörpers beträgt die Absinkhöhe
und der Radius der Antriebsrolle
Die Anordnung führt nach Herabsinken des Hakenkörpers
Umdrehungen pro Sekunde aus.
Berechne das Trägheitsmoment des Schwungrades.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Das Rad dreht sich mit Umdrehungen pro Minute. Zunächst wird dies in die Frequenz
(Umdrehungen pro Sekunde) umgerechnet:
Die Bahngeschwindigkeit am Rand des Schwungrades berechnet sich mit der Formel für die Kreisbewegung:
Durch Einsetzen der Werte ergibt sich:
Die Bahngeschwindigkeit von etwa ist deutlich kleiner als die Schallgeschwindigkeit in Luft (welche bei ca.
liegt).
In die in der Aufgabenstellung gegebene Formel können die gegebenen Werte eingesetzt werden:
Damit kann die innerhalb von abgegebene Energie berechnet werden.
Das Schwungrad wird von auf
abgebremst. Die abgegebene Energie
entspricht der Differenz der Rotationsenergien vorher und nachher.
Zunächst werden die Winkelgeschwindigkeiten und
berechnet:
Anfangszustand:
Endzustand: Frequenz
Nun wird die Rotationsenergie für beide Zustände ermittelt:
Die Energiedifferenz (und damit die ans System abgegebene Energie) beträgt folglich:
Beschreiben der Energieumwandlungen
Zu Beginn des Experiments (im Stillstand) besitzt der Hakenkörper in der Höhe ausschließlich potenzielle Energie. Die kinetische Energie des Hakenkörpers und die Rotationsenergie des Schwungrades sind zu diesem Zeitpunkt null. Bewegt sich der Hakenkörper nach unten, verringert sich seine Höhe, wodurch seine potenzielle Energie abnimmt. Diese Energie wandelt sich zeitgleich in zwei andere Energieformen um. Zum einen in die kinetische Energie des sich nun abwärts bewegenden Hakenkörpers (Translationsenergie) und zum anderen in die Rotationsenergie des sich drehenden Schwungrades.
Energiebilanzgleichung
Aus dem Energieerhaltungssatz ergibt sich damit der folgende Ansatz für den Moment, in dem der Hakenkörper die Höhe durchfallen hat:
In die aufgestellte Bilanzgleichung können die physikalischen Formeln eingesetzt werden:
Da das Band masselos ist und am Rand der Rolle mit dem Radius abrollt, entspricht die Fallgeschwindigkeit
des Hakenkörpers der Bahngeschwindigkeit am Rand der Rolle (
):
Zuerst wird die Winkelgeschwindigkeit berechnet:
Nun können alle Werte in die in 3.2.2 hergeleitete Formel eingesetzt werden: