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Vorschlag A1 — Charakteristische Röntgenstrahlung und Anwendungen in der Archäologie

In der Archäologie ist es oft interessant, die chemische Zusammensetzung eines Fundstücks zu bestimmen. Eine zerstörungsfreie Methode ist die Röntgenfluoreszenzanalyse. Dabei wird Röntgenstrahlung auf die zu untersuchende Probe gestrahlt (primäre Röntgenstrahlung) und das Probenmaterial dadurch selbst zur Emission von charakteristischer Röntgenstrahlung angeregt (Röntgenfluoreszenz). Das Spektrum dieser sogenannten sekundären Strahlung lässt Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Probenmaterials zu.

1

Zunächst soll die Entstehung von Röntgenstrahlung allgemein betrachtet werden.

1.1

Skizziere und beschrifte den Aufbau einer Röntgenröhre mit elektrischer Schaltung.

Beschreibe die Funktionen der angelegten Spannungen

7 BE

1.2

Skizziere in Material 1 qualitativ ein typisches Spektrum der Strahlung aus einer Röntgenröhre (Röntgenspektrum).

Beschrifte darin die kurzwellige Grenze des Röntgenspektrums Formula: \lambda_\text{g},Formula: \lambda_\text{g}, das kontinuierliche und das charakteristische Spektrum.

5 BE

1.3

Erläutere die Entstehung des kontinuierlichen Spektrums, der kurzwelligen Grenze und des charakteristischen Spektrums.

Erläutere den Einfluss des Anodenmaterials auf das charakteristische Spektrum.

7 BE

1.4

Zeige unter Vernachlässigung der Geschwindigkeit der Elektronen beim Austreten aus der Kathode, dass sich die kurzwellige Grenze des Röntgenspektrums mit der Formel

Formula: \lambda_{\mathrm{g}}=\frac{h \cdot c}{e \cdot U_{\mathrm{A}}}Formula: \lambda_{\mathrm{g}}=\frac{h \cdot c}{e \cdot U_{\mathrm{A}}} berechnen lässt.

Erläutere anhand dieser Formel den Einfluss der Beschleunigungsspannung Formula:  U_{\mathrm{A}}Formula:  U_{\mathrm{A}} auf die kurzwellige Grenze.

6 BE

1.5

Für eine Anwendung der Röntgenfluoreszenzanalyse wird eine primäre Röntgenstrahlung benötigt, deren kurzwellige Grenze höchstens Formula: 25 \; \text{pm}Formula: 25 \; \text{pm} beträgt.

Berechne die dazu mindestens notwendige Beschleunigungsspannung Formula:  U_{\mathrm{A}}.Formula:  U_{\mathrm{A}}.

3 BE

1.6

Die Heizspannung wird bei gleicher Beschleunigungsspannung erhöht und ein Röntgenspektrum aufgezeichnet.

Vergleiche unter Vernachlässigung der Geschwindigkeit der Elektronen beim Austreten aus der Kathode die Röntgenspektren bei niedrigerer und höherer Heizspannung.

Beurteile, ob in diesem Fall eine kurzwelligere Röntgenstrahlung erzeugt werden kann.

6 BE

2

Mithilfe der Röntgenfluoreszenzanalyse soll geklärt werden, ob Metallspuren an einer vorgeschichtlichen Statue Eisen oder Bronze enthalten. Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Dabei soll angenommen werden, dass die primäre Röntgenstrahlung Elektronen aus der K-Schale löst. In Material 2 sind für die Elemente Eisen und Kupfer vereinfachte Termschemata dargestellt.

Bestimme für die Elemente Eisen und Kupfer mithilfe der in Material 2 angegebenen Energieniveaus jeweils die Energien sowie die Wellenlängen der Formula: \text{K}_\alphaFormula: \text{K}_\alpha-Linie und der Formula: \text{K}_\betaFormula: \text{K}_\beta-Linie.

Entscheide und begründe mithilfe des in Material 3 dargestellten Spektrums der sekundären Strahlung, welche der beiden Metalle in den Metallspuren nachgewiesen werden können.

8 BE

3

Wird nach einer Ionisation durch die primäre Röntgenstrahlung der auf der K-Schale entstandene freie Zustand durch ein Elektron einer äußeren Schale besetzt, kann die Energiedifferenz nicht nur in Form von Röntgenstrahlung aus dem Atom abgegeben werden. Stattdessen kann die Energie auf ein anderes Hüllenelektron übertragen werden, das dann mit einer charakteristischen kinetischen Energie das Atom verlässt. Pierre Auger beobachtete als einer der Ersten dieses Phänomen. Daher heißen die Elektronen, die das Atom verlassen, Auger-Elektronen.

In Material 4 ist ein Vorgang zur Emission eines Auger-Elektrons anhand eines vereinfachten Termschemas dargestellt und in drei Schritten beschrieben.

Begründe, dass das Auger-Elektron in dem beschriebenen Vorgang eine kinetische Energie Formula: E_{\mathrm{kin}}=7964,35 \; \mathrm{eV}Formula: E_{\mathrm{kin}}=7964,35 \; \mathrm{eV} besitzt.

Berechne mit einer nichtrelativistischen Rechnung die Geschwindigkeit des Elektrons.

Zeige, dass die so berechnete Geschwindigkeit mehr als Formula: 10 \%Formula: 10 \% der Lichtgeschwindigkeit beträgt.

8 BE

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