HT 3 — Licht und Pflanzenwachstum
In der Regel wachsen Pflanzen sehr gut unter natürlichem Sonnenlicht. Dieses ist jedoch nicht immer in ausreichender Menge verfügbar. Eine künstliche Beleuchtung kann in einem solchen Fall aushelfen.
Für das Pflanzenwachstum müssen die Blätter einer Pflanze Licht absorbieren.
Ermittle anhand von Abbildung 1 (Material 1) die Wellenlänge des Lichts, das von den Pflanzenblättern am besten absorbiert wird.
Die Blätter einer Pflanze erscheinen bei Bestrahlung mit Sonnenlicht grün und nicht zum Beispiel blau.
Begründe, dass das Spektrum in Abbildung 1 (Material 1) zur Erklärung dieser Beobachtung beiträgt.
Künstliche Lichtquellen, die das Pflanzenwachstum anregen, werden als Pflanzenlampen bezeichnet. Als Pflanzenlampen kamen früher häufig Natriumdampflampen zum Einsatz.
Gemäß der vereinfachten Darstellung in Abbildung 2 (Material 2) emittiert Natrium Licht im sichtbaren Bereich, das nur eine einzige Wellenlänge enthält.
Ermittle diese Wellenlänge.
[Zur Kontrolle: ]
Erläutere unter Zuhilfenahme von Abbildung 1 (Material 1) einen wesentlichen Nachteil einer Natriumdampflampe als Pflanzenlampe.
Als Alternative zur Natriumdampflampe werden häufig LEDs genutzt.
Ermittle mithilfe der Informationen aus Material 3 die Anzahl der pro Sekunde von der LED-Pflanzenlampe emittierten Photonen und damit die Effizienzklasse.
Auf einer Internetseite findet sich bei den physikalischen Informationen zum Pflanzenwachstum die in Material 4 aufgeführten Informationen.
Das folgende Zitat aus Material 4 vermittelt eine falsche Modellvorstellung von Licht:
„Licht bewegt sich wellenförmig und transportiert dabei Lichtteilchen.“
Erläutere eine diesem Zitat zugrundeliegende Fehlvorstellung.
In dem Zitat werden die Welleneigenschaft und die Teilcheneigenschaft von Licht umschrieben.
Erläutere den Nachweis dieser beiden Eigenschaften am Doppelspaltexperiment.
Begründe die in Material 4 getroffene Aussage zu unterschiedlichen Leuchtdauern verschiedener Pflanzenlampen aus physikalischer Sicht.
Gehe dabei davon aus, dass die verschiedenen Pflanzenlampen monochromatisches Licht derselben Wellenlänge emittieren.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1
Abbildung 1 zeigt ein gemessenes Absorptionsspektrum von Pflanzenblättern. Je höher die Absorption für eine bestimmte Wellenlänge ist, desto mehr regt Strahlung dieser Wellenlänge das Wachstum der Pflanze an. Das Licht, welches von den Blättern nicht gut absorbiert wird, wird reflektiert.

Abbildung 1: Absorptionsspektrum von Pflanzenblättern
Material 2
|
Die Abbildung 2 zeigt ein vereinfachtes Energieniveauschema von Natrium. Bei einer Natriumdampflampe werden Natriumatome aus dem Grundzustand in die Zustände |
![]()
Abbildung 2: Vereinfachtes Energieniveauschema von Natrium |
Material 3
Eine bestimmte LED-Pflanzenlampe weist die folgenden Merkmale auf:
|
Wellenlänge des emittierten Lichts: |
|
|
Von der Lampe pro Sekunde aufgenommene elektrische Energie: |
|
|
Von der Lampe pro Sekunde emittierte Lichtenergie: |
|
In den Datenblättern von LED-Pflanzenlampen findet sich häufig die Angabe einer Effizienzklasse. Diese Effizienzklassen sind wie folgt ausgewiesen:
|
Effizienzklasse einer LED-Pflanzenlampe |
Anzahl emittierter Photonen pro elektrische Energie |
|---|---|
|
sehr hoch |
mehr als |
|
hoch |
mehr als |
|
moderat |
mehr als |
|
niedrig |
weniger als |
Die Effizienzklasse gibt das Verhältnis der Anzahl emittierter Photonen und der elektrischen Energie an, die für deren Erzeugung benötigt wird. Die Angabe steht dabei für eine Anzahl von
Photonen.
Material 4
Auf zwei Webseiten, die sich mit Pflanzenlampen befassen, finden sich die folgenden Informationen:
„Was ist Licht?
Licht bewegt sich wellenförmig und transportiert dabei Lichtteilchen, welche auch quantifizierbar sind. Dies ist gerade für die Einschätzung der Leistung einer Pflanzenlampe überaus wichtig, denn schließlich sind es die Lichtteilchen (Photonen), welche die Photosynthese der Pflanze auslösen.“
Quelle: Pflanzenlampen (Hg.) (2019). Wellen und Teilchen. (Zugriff am: 19.08.2026)
„Führt eine lange Beleuchtung zu mehr Ertrag?
Um den Ertrag einer Pflanze zu erhöhen, ist es jedoch nicht unbedingt entscheidend, wie lange ein Pflanzenlicht leuchtet. Eine schwache Pflanzenlampe muss länger leuchten als eine starke, um die erforderliche Menge an Photonen zu generieren.“
Quelle: Pflanzenfabrik (Hg.) (2023, 20. Dezember). Optimale Beleuchtungsdauer: Wie lange müssen Pflanzenlampen leuchten? (Zugriff am: 19.08.2026)
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Das Absorptionsspektrum in Abbildung 1 erreicht bei etwa sein absolutes Maximum. Licht dieser Wellenlänge wird von den Pflanzenblättern daher am besten absorbiert.
Sonnenlicht enthält alle Wellenlängen des sichtbaren Spektrums. Im Bereich von etwa bis
zeigt Abbildung 1 nur eine geringe Absorption. Das dort enthaltene grüne Licht wird deshalb zu einem großen Teil reflektiert und gelangt in das Auge. Die Blätter erscheinen grün.
Blaues Licht mit Wellenlängen um wird dagegen stark absorbiert und nur wenig reflektiert. Daher erscheinen die Blätter nicht blau.
Aus dem Energieniveauschema ergeben sich für die möglichen Übergänge die Energiedifferenzen
und
Nur liegt zwischen
und
Somit erzeugt nur der Übergang von
nach
sichtbares Licht.
Die zugehörige Wellenlänge berechnet sich aus dem Zusammenhang zwischen Photonenenergie und Wellenlänge (
). Durch Umstellen nach
ergibt sich:
Die einzige sichtbare Wellenlänge beträgt damit etwa
Eine geeignete Pflanzenlampe sollte Licht emittieren, das von den Pflanzenblättern stark absorbiert wird. Die Natriumdampflampe emittiert im sichtbaren Bereich jedoch nur Licht mit Nach Abbildung 1 ist die Absorption bei dieser Wellenlänge sehr gering. Ein großer Teil des emittierten Lichts wird daher nicht für das Pflanzenwachstum genutzt. Dies ist ein wesentlicher Nachteil der Natriumdampflampe als Pflanzenlampe.
Die Energie eines Photons der LED beträgt:
Da die Lampe pro Sekunde Lichtenergie emittiert, ist die Zahl der pro Sekunde emittierten Photonen:
Für die Effizienzklasse wird diese Photonenzahl auf die pro Sekunde aufgenommene elektrische Energie von bezogen. Dabei entsprechen
Photonen gemäß Material 3 einer Stoffmenge von
Der Wert liegt über
aber nicht über
Die LED gehört daher zur Effizienzklasse „hoch“.
Das Zitat aus Material 4 suggeriert fälschlicherweise, dass Lichtteilchen (Photonen) über eine Welle transportiert werden. Gemäß dem Welle-Teilchen-Dualismus besitzt Licht zwar sowohl Wellen- als auch Teilcheneigenschaften, diese treten jedoch niemals gleichzeitig in Erscheinung. Je nach experimenteller Untersuchung verhält sich Licht entweder wie eine Welle oder wie ein Teilchen. Eine Kombination, bei der eine Welle als Transportmittel für Lichtteilchen dient, widerspricht dem modernen physikalischen Verständnis.
Wird ein Doppelspalt mit Licht extrem geringer Intensität bestrahlt und ein ortsauflösender Detektor dahinter platziert, lassen sich einzelne, punktförmige Treffer registrieren. Diese diskreten Treffer sind ein eindeutiger Nachweis für den Teilchencharakter von Licht.
Wird dieser Versuch über einen ausreichend langen Zeitraum fortgesetzt, sammeln sich die vielen einzelnen Treffer auf dem Detektor an. Aus der statistischen Verteilung der Auftrefforte baut sich nach und nach ein Häufigkeitsmuster auf, das exakt dem klassisch bekannten Interferenzmuster von Wellen entspricht. Dieses Interferenzmuster belegt somit den Wellencharakter von Licht.
Eine schwache Pflanzenlampe besitzt eine geringere Strahlungsleistung und gibt folglich pro Sekunde eine geringere Energie in Form von Photonen ab als eine leistungsstarke Lampe. Der Zusammenhang zwischen der abgestrahlten Energie und der Anzahl der Photonen wird durch folgende Gleichung beschrieben:
Da beide Lampen monochromatisches Licht derselben Wellenlänge aussenden, ist die Energie eines einzelnen Photons in beiden Fällen identisch. Bei einer kleineren Gesamtenergie
pro Sekunde ist folglich die Anzahl
der pro Zeiteinheit emittierten Photonen bei der schwachen Lampe geringer.
Da der landwirtschaftliche Ertrag von der absoluten Menge der von der Pflanze absorbierten Photonen abhängt, muss die schwächere Lampe über eine längere Zeitspanne leuchten, um insgesamt dieselbe Anzahl an Photonen bereitzustellen.
