Vorschlag B — Magnetfeld und Leiterschaukel
Eine Leiterschaukel besteht aus zwei gleich langen, parallel zueinander verlaufenden, sehr flexiblen Kupferleitungen der Länge An den unteren Enden der Kupferleitungen sind die Stirnflächen eines Aluminiumzylinders der Masse
und der Länge
befestigt (Material 1a).
An den oberen Enden der Leiterschaukel ist eine regelbare Gleichspannungsquelle angeschlossen. Die Masse und der Durchmesser der Kupferleitungen und der Durchmesser des Zylinders sind zu vernachlässigen. Verwende für die Permeabilitätszahl von Luft
In einem Experiment wird der Aluminiumzylinder der Leiterschaukel senkrecht zum homogenen Magnetfeld eines Hufeisenmagneten platziert (Material 1b). Der Zylinder befindet sich vollständig im homogenen Magnetfeld.
Fließt Strom durch den Aluminiumzylinder, wird die Leiterschaukel um den Winkel aus ihrer Ruhelage ausgelenkt (Material 2).
Zeichne in Material 2 die drei auf den ausgelenkten Aluminiumzylinder wirkenden Kräfte als Pfeile ein und benenne die Kräfte.
Zeichne den Auslenkwinkel in das so entstehende Kräftediagramm ein.
Für kleine Auslenkwinkel gilt die Kleinwinkelnäherung
Zeige, dass für kleine Auslenkwinkel die auslenkende Kraft näherungsweise durch die Gleichung
bestimmt werden kann. Hierbei ist die in Material 2 eingezeichnete horizontale Auslenkung aus der Ruhelage.
In einer Messreihe wurde die horizontale Auslenkung aus der Ruhelage in Abhängigkeit von der Stromstärke
durch den Zylinder ermittelt (Material 3).
Zeige, dass die Gleichung aus Aufgabe 1.2 für diese Messreihe zur Bestimmung von verwendet werden darf.
Berechne für alle horizontalen Auslenkungen der Messreihe die auslenkende Kraft
Stelle die auslenkende Kraft in Abhängigkeit von der Stromstärke
in einem geeigneten Koordinatensystem dar und deute das Ergebnis der grafischen Darstellung hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen der Kraft und der elektrischen Stromstärke.
In einem weiteren Experiment wird der Hufeisenmagnet entfernt. Es sollen die Kräfte zwischen den Kupferleitungen untersucht werden. Fließt ein elektrischer Strom durch einen geraden langen Leiter, so entsteht ein magnetisches Feld, dessen Flussdichte mit der Gleichung
berechnet werden kann. Dabei ist der Abstand vom Leiter.
Durch die Leiterschaukel fließt ein Strom der Stärke
In Material 4 sind zwei Feldlinienbilder des Magnetfelds um die linke Kupferleitung skizziert.
Gib allgemein die Bedeutung der Dichte von Magnetfeldlinien an.
Beschreibe den Unterschied zwischen dem linken und dem rechten Feldlinienbild.
Entscheide unter Angabe einer Begründung mithilfe der oben angegebenen Gleichung für die magnetische Flussdichte welches der beiden Feldlinienbilder das Magnetfeld um die Kupferleitung korrekt darstellt.
Die folgenden Aufgaben beziehen sich wieder auf die Leiterschaukel in Material 1a.
Der Stromfluss verursacht jeweils eine Kraft auf die beiden Kupferleitungen der Leiterschaukel.
Erkläre die Entstehung und die jeweiligen Richtungen dieser Kräfte.
Berechne den Betrag der Kräfte auf die Kupferleitungen.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1
a) Leiterschaukel

b) Leiterschaukel im Hufeisenmagneten

Material 2: Seitenansicht der ausgelenkten Leiterschaukel bei Stromfluss

Material 3: Horizontale Auslenkung 
in Abhängigkeit von der Stromstärke 

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Die dritte Zeile kann für zu berechnende Größen verwendet werden.
Material 4: Feldlinienbilder des Magnetfelds um die linke Kupferleitung
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Gewichtskraft, Lorentzkraft und Haltekraft der Leitungen.
Aus dem rechtwinkligen Kräftedreieck ergibt sich:
Außerdem gilt:
Für kleine Auslenkwinkel mit ist die Kleinwinkelnäherung
anwendbar.
Daraus folgt:
Zeigen der Anwendbarkeit
Die maximale horizontale Auslenkung in der Messreihe beträgt
Daraus folgt für den maximalen Auslenkwinkel:
Das liegt deutlich unter der Grenze von somit ist die Bedingung für die Kleinwinkelnäherung erfüllt und die Gleichung aus Teilaufgabe 1.2 darf für die gesamte Messreihe angewendet werden.
Berechnen der Kräfte
Für das erste Wertepaar mit der elektrischen Stromstärke und der Auslenkung
ergibt sich mit der Gleichung aus Teilaufgabe 1.2:
Analog ergibt sich für die verbleibenden Kraftwerte:
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Darstellen und Deuten

Im Diagramm lässt sich erkennen, dass alle Punkte in sehr guter Näherung auf einer Ursprungsgeraden liegen. Daraus folgt, dass die auf den Aluminiumzylinder wirkende Lorentzkraft direkt proportional zur elektrischen Stromstärke ist.
Angeben der Bedeutung der Feldliniendichte
Die Dichte der Magnetfeldlinien dient als Maß für die magnetische Flussdichte Umso dichter die Magnetfeldlinien, desto stärker ist die magnetische Flussdichte in diesem Bereich.
Unterschied zwischen den Abbildungen
Im linken Feldlinienbild nimmt die Dichte der Linien mit zunehmendem Abstand vom Leiter ab. Im rechten Feldlinienbild bleibt die Feldliniendichte hingegen konstant.
Begründete Entscheidung
Aus der gegebenen Gleichung geht hervor, dass die magnetische Flussdichte
mit zunehmendem Abstand
zum Leiter abnimmt. Aus diesem Grund muss im korrekten Feldlinienbild die Dichte der Feldlinien nach außen hin abnehmen. Folglich stellt das linke Feldlinienbild das Magnetfeld um die Kupferleitung korrekt dar.
Die elektrische Stromrichtung verläuft in den beiden parallelen Kupferleitungen entgegengesetzt zueinander. Nach der Linke-Hand-Regel orientiert sich das Magnetfeld im Bereich zwischen den beiden Leitungen dadurch in die exakt gleiche Richtung. Da sich jede der beiden Kupferleitungen im Magnetfeld der jeweils anderen Leitung befindet, erfährt jede Leitung eine Lorentzkraft.
Die Anwendung der Drei-Finger-Regel der linken Hand zeigt, dass diese wirkende Kraft bei beiden Leitungen nach außen gerichtet ist. Die Leiter stoßen sich demnach ab.
Die Lorentzkraft auf einen geraden Leiter im Magnetfeld berechnet sich mit der Formel:
Für die magnetische Flussdichte kann die gegebene Gleichung
eingesetzt werden:
Einsetzen der gegebenen Werte liefert:

