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Vorschlag A2 — Röntgenstrahlung und die Drehkristallmethode

Vor über hundert Jahren hat Wilhelm C. Röntgen die nach ihm benannte Röntgenstrahlung entdeckt. Sie wird heute vielfältig in Wissenschaft, Technik und Medizin eingesetzt.

Röntgenröhren, in denen beschleunigte Elektronen auf eine Anode beispielsweise aus Kupfer oder Molybdän geschossen werden, dienen der Erzeugung von Röntgenstrahlung. Zur spektralen Untersuchung von Röntgenstrahlung wird im Folgenden die Drehkristallmethode verwendet, die unter anderem von den Physikern William L. Bragg und William H. Bragg entwickelt wurde.

1
1.1

Skizziere und beschrifte den Aufbau einer Röntgenröhre.

Beschreibe die Funktionen der angelegten Spannungen.

5 BE

1.2

Eine Röntgenröhre wird mit einer Beschleunigungsspannung von Formula: U_{a}=30\;\text{kV}Formula: U_{a}=30\;\text{kV} betrieben.

Berechne unter der Annahme, dass alle Elektronen vor der Beschleunigung eine zu vernachlässigende Geschwindigkeit besitzen, mit einem nichtrelativistischen Ansatz die Geschwindigkeit Formula: v,Formula: v, mit der die Elektronen auf die Anode treffen.

Berechne das Ergebnis auch als prozentualen Anteil der Lichtgeschwindigkeit.

4 BE

2

Material 1 zeigt ein idealisiertes Röntgenspektrum einer Kupferanode. Zur Beschreibung eines solchen Spektrums wird zwischen dem kontinuierlichen Anteil und dem charakteristischen Anteil der Röntgenstrahlung unterschieden.

2.1

Erläutere die Entstehung dieser beiden Strahlungsanteile und erkläre in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, die Anode zu kühlen.

Beschreibe den Einfluss des verwendeten Anodenmaterials und der Beschleunigungsspannung auf diese beiden Anteile der Strahlung.

8 BE

2.2

Erläutere, welche Auswirkungen auf das Spektrum in Material 1 zu erwarten sind, wenn bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen die Heizspannung erhöht wird.

2 BE

3

Das Röntgenspektrum einer Molybdänanode wird mit einem Formula: \text{NaCl-}Formula: \text{NaCl-}Kristall untersucht. Material 2 zeigt eine Skizze des dafür benötigten Versuchsaufbaus. Zum Nachweis der Röntgenstrahlung wird ein Zählrohr verwendet, das beim Drehen des Kristalls jeweils um den doppelten Glanzwinkel Formula: \varphiFormula: \varphi weitergedreht wird. Der Netzebenenabstand beträgt Formula: d=282\;\text{pm}.Formula: d=282\;\text{pm}.

3.1

Die Bragg-Bedingung Formula: n \cdot \lambda=2 \cdot d \cdot \sin \varphiFormula: n \cdot \lambda=2 \cdot d \cdot \sin \varphi mit Formula: n=1,2,3, \ldotsFormula: n=1,2,3, \ldots stellt einen Zusammenhang zwischen der Wellenlänge Formula: \lambdaFormula: \lambda der Röntgenstrahlung, dem Netzebenenabstand Formula: dFormula: d des verwendeten Kristalls und dem

Glanzwinkel Formula: \varphiFormula: \varphi her, Formula: nFormula: n gibt die Ordnung des Interferenzmaximums an.

Leite unter Verwendung von Material 3 die Bragg-Bedingung her.

4 BE

3.2

Material 4 zeigt das Röntgenspektrum einer Molybdänanode in zwei Darstellungen.

Ordne die sechs ausgeprägten Maxima (Peaks) in der unteren Darstellung jeweils der Formula: K_\alphaFormula: K_\alpha- oder Formula: K_\betaFormula: K_\beta-Linie sowie der jeweiligen Ordnung zu.

Berechne unter Verwendung aller Maxima die Wellenlängen der Formula: K_\alphaFormula: K_\alpha- und der Formula: K_\betaFormula: K_\beta-Linie von Molybdän.

Hinweis: Mit „Formula: K_\alphaFormula: K_\alpha- und Formula: K_\betaFormula: K_\beta-Linie“ werden die Übergänge vom Energieniveau Formula: E_2Formula: E_2 auf das Energieniveau Formula: E_1Formula: E_1 bzw. vom Energieniveau Formula: E_3Formula: E_3 auf das Energieniveau Formula: E_1Formula: E_1 bezeichnet.

8 BE

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4.1

Zwischen der Grenzwellenlänge Formula: \lambda_{\text{min}}Formula: \lambda_{\text{min}} des Röntgenspektrums und der Beschleunigungsspannung Formula: U_aFormula: U_a gilt der Zusammenhang Formula: \lambda_{\text{min}}=\tfrac{h \cdot c}{e} \cdot \tfrac{1}{U_0}.Formula: \lambda_{\text{min}}=\tfrac{h \cdot c}{e} \cdot \tfrac{1}{U_0}.

Leite diesen Zusammenhang her.

4 BE

4.2

Material 5 stellt für verschiedene Beschleunigungsspannungen einen Ausschnitt des jeweiligen Röntgenspektrums einer Molybdänanode dar.

Zeichne, wie in Material 5 an einem Beispiel gezeigt, durch den steil ansteigenden Teil jeder Kurve jeweils eine Gerade, die den Verlauf näherungsweise beschreibt.

Bestimme mithilfe dieser Geraden die Grenzwellenlängen Formula: \lambda_{\text{min}}.Formula: \lambda_{\text{min}}.

Stelle unter Verwendung der Tabelle in Material 5 die Grenzwellenlängen Formula: \lambda_{\text{min}}Formula: \lambda_{\text{min}} in Abhängigkeit vom Kehrwert der Spannung Formula: U_aFormula: U_a in einem Diagramm grafisch dar.

Ermittle aus diesem Diagramm mithilfe einer Ausgleichsgeraden durch den Ursprung einen Wert für das Planck'sche Wirkungsquantum und die prozentuale Abweichung dieses Werts vom Literaturwert.

12 BE

5

Henry Moseley fand den folgenden Zusammenhang zwischen der Frequenz der Formula: K_\alphaFormula: K_\alpha-Linie und der Ordnungszahl Formula: ZFormula: Z des zugehörigen Elements:

 Formula: f_{K_\alpha}=\dfrac{3}{4} f_{R}(Z-S)^2Formula: f_{K_\alpha}=\dfrac{3}{4} f_{R}(Z-S)^2 mit der Rydberg-Frequenz Formula: f_R=3,29 \cdot 10^{15}\;\text{Hz}Formula: f_R=3,29 \cdot 10^{15}\;\text{Hz}

Die dimensionslose Zahl Formula: SFormula: S wird Abschirmkonstante genannt. Die Formula: K_\alphaFormula: K_\alpha-Linie von Kupfer Formula: (Z=29)Formula: (Z=29) besitzt die Frequenz Formula: f_{K_\alpha}=1,94 \cdot 10^{18}\;\text{Hz}.Formula: f_{K_\alpha}=1,94 \cdot 10^{18}\;\text{Hz}.

Bestätige rechnerisch, dass die Abschirmkonstante Formula: SFormula: S für die Formula: K_\alphaFormula: K_\alpha-Linie von Kupfer ungefähr den Wert Formula: 1Formula: 1 besitzt.

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