Vorschlag B2 — Horizontaler Federschwinger und Glocke
Material 1 zeigt einen horizontalen Federschwinger mit der Masse und der Federkonstanten
Die Masse der Feder ist zu vernachlässigen. Zum Zeitpunkt
ist das Massestück um die Strecke
aus der Ruhelage ausgelenkt und wird losgelassen.
Die Bewegung des Massestücks kann bei Vernachlässigung von Reibung mithilfe der Differenzialgleichung beschrieben werden.
Erläutere beide Seiten dieser Gleichung unter Berücksichtigung des negativen Vorzeichens auf der rechten Seite der Gleichung.
Leite mithilfe eines geeigneten Lösungsansatzes für die Differenzialgleichung in Aufgabe 1.1 eine Formel zur Berechnung der Frequenz eines horizontalen Federschwingers her.
Berechne die Frequenz der Schwingung und die maximale Beschleunigung des Massestücks.
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Aufgrund von Reibung ist die Schwingung des Massestücks exponentiell gedämpft. Die gedämpfte Schwingung ist in Material 2 dargestellt.
Gib die allgemeine Form einer Schwingungsgleichung für die gedämpfte Schwingung an und bestimme die Dämpfungskonstante.
Mithilfe der Eigenschaften einer harmonischen Schwingung soll nun das Verhalten einer großen Glocke näher betrachtet werden. Durch das Anschlagen einer Glocke wird diese kurzzeitig deformiert. Stark vereinfacht kann angenommen werden, dass die Oberfläche an einigen Stellen mit der Frequenz harmonisch nach innen und nach außen schwingt, wie der Federschwinger nach links und rechts schwingt. Die Dämpfung soll vernachlässigt werden. Die Schallgeschwindigkeit beträgt
Erläutere, wie die Schwingung der Oberfläche auf die Luft übertragen wird und wie das menschliche Trommelfell zu Schwingungen angeregt wird.
Gib an, ob es sich bei Schallwellen in Luft um longitudinale oder transversale Wellen handelt, und berechne die Wellenlänge der Schallwelle der Glocke.
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Ein Beobachter, der sich mit der Geschwindigkeit auf die Glocke zubewegt, hört eine andere Frequenz als
Leite eine Formel zur Berechnung der vom Beobachter wahrgenommenen Frequenz her und berechne diese.
Eine genauere Betrachtung der Glocke zeigt, dass die Schwingungen an verschiedenen Stellen der Oberfläche phasenverschoben sind. In Material 3 ist eine Glocke dargestellt, auf deren unteren Rand ein Finger zeigt. Material 4 zeigt die Deformation dieses kreisförmigen Rands der Glocke von oben. Durch Anschlagen wird dieser kurzzeitig zur Ellipse verformt, dabei im Punkt nach außen und im Punkt
nach innen ausgelenkt. Danach schwingt der Rand der Glocke in beiden Punkten harmonisch weiter. Zur Vereinfachung nehmen wir an, dass der Rand der Glocke nur an den Punkten
und
schwingt und dass der Schall von dort gleichmäßig in alle Richtungen abgestrahlt wird. Die Abnahme der Schallintensität mit der Entfernung soll vernachlässigt werden.
Berechne die Schwingungsdauer einer Schwingung der Frequenz
Stelle – unter Berücksichtigung der Phasenverschiebung – den zeitlichen Verlauf der Schwingungen in den Punkten
und
für diese Frequenz gemeinsam in einem Diagramm grafisch dar. Dabei soll jeweils eine Periode zu sehen sein. Wähle als Amplitude für beide Schwingungen eine Längeneinheit.
Geht man entlang eines Kreisbogens mit dem Radius um das Zentrum der Glocke herum, registriert man Minima und Maxima der Schallintensität, die in Material 5 durch „min“ und „max“ gekennzeichnet sind. Kreisbogen und Rand der Glocke befinden sich in einer Ebene.
Erkläre, wodurch die Minima und Maxima der Schallintensität entlang des Kreisbogens entstehen.
Erläutere, dass unter dem in Material 5 angezeigten Winkel von ein Minimum in der Schallintensität registriert wird.
Berechne die Koordinaten des mit „max“ gekennzeichneten Punkts in Material 5. Bestätige, dass sich dort ein Maximum der Schallintensität befindet.
Gib einen anderen Winkel an, unter dem ein weiteres Maximum der Schallintensität zu finden ist.
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]
Von den Punkten und
werden Schallwellen mit unterschiedlichen Frequenzen ausgesandt, da die Oberfläche der Glocke leicht deformiert und nicht exakt gleichmäßig ausgebildet ist. An der Stelle
schwingt die Glocke mit der Frequenz
an der Stelle
mit der Frequenz
An verschiedenen Positionen ist eine Schwebung hörbar.
Erläutere das Zustandekommen der Schwebung.
Berechne die für den Beobachter wahrnehmbare Schwebungsfrequenz.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Horizontaler Schwinger

Material 2: Gedämpfte Schwingung

Material 3: Glocke mit Fingerzeig auf einen Teil des unteren Randes

Quelle abgerufen am 19.04.2026, verändert
Material 4: Deformation des unteren Glockenrands von oben betrachtet

Material 5: Schallemission von den Punkten 
und 
auf dem Glockenrand

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Der Term auf der linken Seite der Gleichung stammt aus dem zweiten Newton'schen Axiom Dabei entspricht die Beschleunigung
(bzw.
) der zweiten zeitlichen Ableitung des Weges. Der Term auf der rechten Seite der Gleichung entspricht dem Hooke'schen Gesetz
Das negative Vorzeichen drückt aus, dass die wirkende Federkraft der Auslenkung stets entgegengerichtet ist und somit als Rückstellkraft wirkt.
Herleiten einer Formel für die Frequenz
Für die Herleitung wird ein geeigneter Lösungsansatz für die Differenzialgleichung gewählt, beispielsweise eine Kosinus-Funktion:
Die erste und zweite zeitliche Ableitung dieses Ansatzes lauten:
Durch Einsetzen der zweiten Ableitung sowie des ursprünglichen Ansatzes in die Differenzialgleichung aus Aufgabe 1.1 ergibt sich:
Diese Gleichung ist für alle Zeiten erfüllt, wenn die Bedingung
gilt.
Mit der Beziehung für die Kreisfrequenz folgt durch Einsetzen und Umstellen nach der Frequenz
Berechnen der Frequenz
Durch Einsetzen der gegebenen Werte und der Masse
in die gerade hergeleitete Formel ergibt sich:
Berechnen der maximalen Beschleunigung
Gemäß der Funktion für die Beschleunigung ist der Betrag der Beschleunigung maximal, wenn
ist. Daraus folgt:
Das Einsetzen der Frequenz und der Auslenkung zu Beginn () liefert:
Die allgemeine Form der Schwingungsgleichung für eine gedämpfte Schwingung lautet:
Aus dem Diagramm in Material 2 lassen sich geeignete Werte ablesen. Nach einer Periodendauer von beträgt die Auslenkung (der erste Hochpunkt nach dem Start)
Da der Kosinus an den Hochpunkten den Wert annimmt, folgt:
Erläuterung zur Schallausbreitung und zum Hören
Die periodisch schwingende Oberfläche der Glocke stößt mit den direkt angrenzenden Luftmolekülen zusammen. Infolgedessen werden diese Luftmoleküle zu periodischen Bewegungen angeregt. Aufgrund der Wechselwirkung der Luftmoleküle untereinander entsteht eine sich räumlich ausbreitende Welle in Form von Druck- beziehungsweise Dichteschwankungen in der Luft. Treffen diese ankommenden Druckschwankungen auf das menschliche Ohr, regen sie dort das Trommelfell zu Schwingungen an.
Wellenart und Berechnung der Wellenlänge
Bei Schallwellen in der Luft handelt es sich um longitudinale Wellen.
Die Wellenlänge der abgestrahlten Schallwelle berechnet sich über den Zusammenhang
Durch Einsetzen der Werte ( und
) resultiert:
Herleiten der Formel
Da sich der Beobachter mit der Geschwindigkeit direkt auf die ruhende Schallquelle (Glocke) zubewegt, erreichen ihn die eintreffenden Schallwellenfronten mit der erhöhten Geschwindigkeit
Für die vom Beobachter registrierte Frequenz
gilt somit die angepasste Gleichung:
Berechnen der wahrgenommenen Frequenz
Unter Verwendung der Ausgangsfrequenz der Geschwindigkeit des Beobachters
und der Schallgeschwindigkeit
lässt sich der Wert bestimmen:
Die Schwingungsdauer berechnet sich aus dem Kehrwert der Frequenz
Damit kann der zeitlichen Verlauf der Schwingungen in einem Diagramm grafisch dargestellt werden:

Erklären der Minima und Maxima
Die von den Randpunkten und
ausgehenden Schallwellen breiten sich im Raum aus und überlagern sich in jedem Punkt des Raums. Wenn an einem Punkt auf dem vorgegebenen Kreisbogen zwei Wellenberge beider Wellen aufeinandertreffen, findet konstruktive Interferenz statt und es entsteht ein Intensitätsmaximum. Treffen hingegen ein Wellenberg und ein Wellental aufeinander, interferieren die Wellen destruktiv, was zu einem Intensitätsminimum führt.
Erläuterung des Minimums bei
Unter dem Winkel von ist die räumliche Entfernung von den Punkten
und
zu dem betrachteten Punkt auf dem Kreisbogen exakt gleich groß. Aufgrund der identischen Wegstrecken treffen die beiden Wellen an diesem Ort ohne Gangunterschied (
) aufeinander. Da die Schwingungen in
und
jedoch bereits mit einer Phasenverschiebung von
starten, weisen sie am Ort des Zusammentreffens weiterhin diese entgegengesetzte Phase auf. Infolgedessen interferieren sie destruktiv, wodurch dort ein Minimum registriert wird.
Berechnen der Koordinaten
Aus Material 5 lässt sich ablesen, dass das mit „max“ markierte Maximum bei einem Winkel von liegt. Mit dem Radius
ergeben sich die Koordinaten durch trigonometrische Beziehungen:
Bestätigen des Maximums
Um zu überprüfen, ob es sich um ein Maximum handelt, werden die jeweiligen Entfernungen von den Schwingungszentren und
zu dem berechneten Punkt bestimmt.
Die Entfernung zum Punkt beträgt:
Die Entfernung zum Punkt beträgt:
Daraus folgt für den Gangunterschied
Dieser errechnete Gangunterschied von entspricht ungefähr der Hälfte der Wellenlänge
Weil die beiden Wellen an den Punkten
und
zusätzlich mit einer Phasendifferenz von
emittiert werden, addieren sich diese Effekte auf. Insgesamt ergibt sich somit eine konstruktive Interferenz, wodurch an dieser Stelle korrekterweise ein Maximum der Schallintensität vorliegt.
Angabe eines weiteren Maximums
Aufgrund der geometrischen Symmetrie der Anordnung (Spiegelung an der -Achse) ist ein weiteres Maximum der Schallintensität unter dem Winkel von
zu finden.
Erläuterung der Schwebung
An verschiedenen Positionen im Raum überlagern sich die von den Punkten und
ausgehenden Schallwellen. Da die Oberfläche der Glocke leicht deformiert ist, weisen diese beiden Wellen leicht unterschiedliche Frequenzen auf, wodurch sich ihre Phasendifferenz an einem Punkt im Raum über die Zeit hinweg langsam verschiebt. Somit ändert sich die Amplitude der resultierenden Welle (resultierende Amplitude), die nach dem Superpositionsprinzip durch das Addieren der Amplituden der einzelnen Wellen entsteht, auch langsam. Diese wahrnehmbare periodische Intensitätsschwankung zwischen konstruktiver und destruktiver Interferenz wird als Schwebung bezeichnet.
Berechnung der Schwebungsfrequenz
Die Frequenz dieser Intensitätsschwankung – also die Schwebungsfrequenz – entspricht exakt der Differenz der beiden Ausgangsfrequenzen
Durch Einsetzen der gegebenen Frequenzen ( und
) ergibt sich für die wahrnehmbare Schwebungsfrequenz: