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Vorschlag B1 — Ladungen in elektrischen und magnetischen Feldern – Die Perrin-Röhre

1

In Material 1 ist der schematische Aufbau einer Perrin-Röhre dargestellt. Es handelt sich um eine Elektronenstrahlröhre, deren evakuierter Glaskolben an einer bestimmten Stelle eine Ausbuchtung hat, in der sich ein Metallbecher befindet, der elektrisch leitend an ein Elektroskop angeschlossen werden kann. Die aus der Glühkathode freigesetzten Elektronen werden aus der Ruhe durch die Beschleunigungsspannung Formula: U_\text{B}Formula: U_\text{B} zur Lochanode Formula: AFormula: A beschleunigt. Danach fliegen sie mit der konstanten Geschwindigkeit Formula: v=7 \cdot 10^6\;\tfrac{\text{m}}{\text{s}}Formula: v=7 \cdot 10^6\;\tfrac{\text{m}}{\text{s}} in ein homogenes Magnetfeld der magnetischen Flussdichte (teils auch magnetische Felstärke genannt) Formula: B,Formula: B, das den Glaskolben durchsetzt. Dabei werden die Elektronen auf eine Kreisbahn mit dem Radius Formula: r=16\;\text{cm}Formula: r=16\;\text{cm} gelenkt und treffen in den Metallbecher. Nun ist ein Ausschlag am Elektroskop zu beobachten.

1.1

Leite eine Formel zur Berechnung der Beschleunigungsspannung Formula: U_\text{B}Formula: U_\text{B} her und berechne ihren Wert.

5 BE

1.2

Die Elektronen treffen nach Durchlaufen der Bahnkurve den Metallbecher.

Gib die Richtung des verwendeten homogenen Magnetfelds an und begründe, dass die Bahnkurve kreisförmig ist.

3 BE

1.3

Damit die Elektronen mit der Geschwindigkeit Formula: vFormula: v den Becher treffen, ist ein bestimmter Betrag der magnetischen Flussdichte Formula: BFormula: B notwendig.

Zeige, dass dieser Betrag mit der Formel Formula: B=\tfrac{m_e \cdot v}{r \cdot e}Formula: B=\tfrac{m_e \cdot v}{r \cdot e} berechnet werden kann.

Berechne den Betrag der in diesem Experiment benötigten magnetischen Flussdichte Formula: B.Formula: B.

[zur Kontrolle: Formula: B=2,49\cdot 10^{-4}\;\text{T}Formula: B=2,49\cdot 10^{-4}\;\text{T}]

4 BE

1.4

Die Beschleunigungsspannung Formula: U_\text{B}Formula: U_\text{B} wird nun um Formula: 20\,\%Formula: 20\,\% reduziert, wobei die magnetische Flussdichte Formula: BFormula: B konstant bleibt.

1.4.1

Zeichne für diesen Fall den ungefähren Verlauf des Elektronenstrahls in Material 1 ein.

Erläutere deine Zeichnung anhand der Formel aus Aufgabe 1.3.

4 BE

1.4.2

Bestimme den Faktor, um den der Betrag der magnetischen Flussdichte Formula: BFormula: B verändert werden muss, um den Strahl bei der reduzierten Beschleunigungsspannung Formula: U_\text{B}Formula: U_\text{B} im Metallbecher auffangen zu können.

3 BE

1.5

Gib zwei Sachverhalte an, die den Rückschluss erlauben, dass aus der Kathode geladene Teilchen austreten.

Gib eine Möglichkeit an, das Vorzeichen der Ladung dieser Teilchen zu ermitteln.

6 BE

2

Das in Aufgabe 1.3 benötigte homogene Magnetfeld kann mit einem Helmholtz-Spulenpaar erzeugt werden, wie es in Material 2 abgebildet ist. Für den Betrag der magnetischen Flussdichte Formula: BFormula: B in einem solchen Spulenpaar mit gleichem Spulenradius und Spulenabstand Formula: RFormula: R und der Windungszahl Formula: NFormula: N pro Spule, das mit einer Stromstärke Formula: I_{\text{Hsp}}Formula: I_{\text{Hsp}} betrieben wird, gilt:

Formula: B=\left(\dfrac{4}{5}\right)^{\tfrac{3}{2}} \cdot \dfrac{\mu_0 \cdot N \cdot I_{\text{Hsp}}}{R}Formula: B=\left(\dfrac{4}{5}\right)^{\tfrac{3}{2}} \cdot \dfrac{\mu_0 \cdot N \cdot I_{\text{Hsp}}}{R}

Verwendet wird ein Helmholtz-Spulenpaar mit Formula: R=6,7\;\text{cm}Formula: R=6,7\;\text{cm} und Formula: N=320.Formula: N=320. Das Spulenpaar kann mit einer maximalen Stromstärke Formula: I_{\text{Hsp,max}}=5\;\text{A}Formula: I_{\text{Hsp,max}}=5\;\text{A} betrieben werden.

2.1

Bestimme die Stromstärke Formula: I_{\text{Hsp}}Formula: I_{\text{Hsp}} so, dass die Elektronen aus Aufgabe 1.3 im Metallbecher aufgefangen werden.

[zur Kontrolle: Formula: I_{\mathrm{Hsp}}=0,058 \mathrm{~A}Formula: I_{\mathrm{Hsp}}=0,058 \mathrm{~A} ]

3 BE

2.2

Es soll angenommen werden, dass statt Elektronen nun Protonen mit der in Aufgabe 1 angegebenen Geschwindigkeit in den Bereich des Glaskolbens der Perrin-Röhre eintreten. Die dazu benötigte Beschleunigungsspannung soll im Folgenden explizit nicht betrachtet werden. Damit die Protonen im Metallbecher aufgefangen werden können, müssen die Stromrichtung in dem Helmholtz-Spulenpaar und die Stromstärke Formula: I_{\text{Hsp}}Formula: I_{\text{Hsp}} geändert werden.

Begründe beide Maßnahmen und prüfe, ob sich das oben beschriebene Helmholtz-Spulenpaar dafür eignet.

5 BE

3

Die Perrin-Röhre wird in Kombination mit dem Helmholtz-Spulenpaar zur Bestimmung der spezifischen Ladung Formula: \tfrac{e}{m_e}Formula: \tfrac{e}{m_e} des Elektrons verwendet. Wird die Beschleunigungsspannung Formula: U_\text{B}=2,5\;\text{kV}Formula: U_\text{B}=2,5\;\text{kV} eingestellt, trifft der Elektronenstrahl den Metallbecher (Radius der Kreisbahn Formula: r=16\;\text{cm}Formula: r=16\;\text{cm} ) bei einem Spulenstrom von Formula: I_{\text{Hsp}}=0,29\;\text{A}.Formula: I_{\text{Hsp}}=0,29\;\text{A}.

3.1

Leite die Formel Formula: \tfrac{e}{m_{{e}}} = \tfrac{2 \cdot U_{\mathrm{B}}}{(r \cdot B)^2}Formula: \tfrac{e}{m_{{e}}} = \tfrac{2 \cdot U_{\mathrm{B}}}{(r \cdot B)^2} von Elektronen her und berechne den Wert der spezifischen Ladung von Elektronen aus den angegebenen Daten.

Berechne die prozentuale Abweichung vom Literaturwert.

9 BE

3.2

Zur Erklärung der möglichen Ursache der Abweichung in Aufgabe 3.1 wird das Magnetfeld genauer betrachtet. Material 3 zeigt die Perrin-Röhre und das Helmholtz-Spulenpaar mit dem festgelegten Koordinatensystem. Zur Messung des Betrags der von dem Helmholtz-Spulenpaar erzeugten magnetischen Flussdichte wird die Perrin-Röhre zunächst entfernt. Ein Magnetfeldsensor wird entlang der Formula: yFormula: y-Achse durch den Mittelpunkt Formula: MFormula: M der Versuchsanordnung geführt. Es ergibt sich den im unteren Teil von Material 4 dargestellten Verlauf der magnetischen Flussdichte Formula: B.Formula: B. Dieser Verlauf ist identisch für alle Messungen entlang von Geraden durch den Mittelpunkt Formula: MFormula: M in der Formula: yFormula: y-Formula: zFormula: z-Ebene.

Beschreibe anhand von Material 4 den Betrag der magnetischen Flussdichte im Innenraum des Helmholtz-Spulenpaars in der Formula: yFormula: y-Formula: zFormula: z-Ebene.

Beurteile, welche Auswirkungen die Inhomogenität des Magnetfelds in den Randbereichen auf die Flugbahn der Elektronen hat.

5 BE

3.3

Diskutiere, ob die in Aufgabe 3.2 betrachtete Inhomogenität des Magnetfelds geeignet ist, die Abweichung der berechneten spezifischen Elektronenladung vom Literaturwert zu erklären.

3 BE

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