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Vorschlag B1 — Kondensatoren und Defibrillatoren

1

Ein luftgefüllter Plattenkondensator besitzt quadratische Platten mit einer Kantenlänge von Formula: b = 20 \; \mathrm{cm},Formula: b = 20 \; \mathrm{cm}, die sich parallel im Abstand Formula: dFormula: d gegenüberstehen (Material 1a). An den Kondensator wird die Spannung Formula: UFormula: U angelegt. In das homogene elektrische Feld des Plattenkondensators werden an elektrisch isolierten Griffen zwei dünne quadratische Aluminiumplättchen mit der Kantenlänge Formula: a = 30 \; \mathrm{mm}Formula: a = 30 \; \mathrm{mm} eingebracht (Material 1b). Die Plättchen berühren sich zunächst und werden dann im Feld des Plattenkondensators getrennt (Material 1c). Im Folgenden soll für die Luft Formula: \varepsilon_r = 1Formula: \varepsilon_r = 1 verwendet werden.

1.1

Zeichne, unter Vernachlässigung von Randeffekten, in Material 1a bis 1c jeweils die elektrischen Feldlinien zwischen den Kondensatorplatten ein. Beschreibe und erkläre, wie die getrennten Aluminiumplättchen das elektrische Feld verändern.

7 BE

1.2

An den Kondensator wird die Spannung Formula: U = 6,0 \; \mathrm{kV}Formula: U = 6,0 \; \mathrm{kV} angelegt. Die Aluminiumplättchen werden im Feld des Kondensators getrennt und mit einem Messverstärker wird auf den Plättchen die Ladung Formula: Q_{\mathrm{Pl}} = 0,9 \; \mathrm{nC}Formula: Q_{\mathrm{Pl}} = 0,9 \; \mathrm{nC} nachgewiesen. Berechne den PlattenabstandFormula: dFormula: d der Kondensatorplatten. Gehe dabei davon aus, dass die Flächenladungsdichten, also die Ladungsmengen pro Fläche, auf den Plättchen und den Kondensatorplatten gleich groß sind.

5 BE

2

Es werden weiterhin Kondensatoren mit quadratischen Platten mit der Kantenlänge Formula: bFormula: b und dem Plattenabstand Formula: dFormula: d verwendet. Für Luft soll Formula: \varepsilon_r = 1Formula: \varepsilon_r = 1 verwendet werden.

2.1

Ein zunächst luftgefüllter Plattenkondensator mit der Kantenlänge Formula: b = 20 \; \mathrm{cm}Formula: b = 20 \; \mathrm{cm} und dem Plattenabstand Formula: d = 0,5 \; \mathrm{cm}Formula: d = 0,5 \; \mathrm{cm} wird an eine Spannungsquelle mit der Spannung Formula: U = 500 \; \mathrm{V}Formula: U = 500 \; \mathrm{V} angeschlossen und aufgeladen.

Anschließend wird der Kondensator von der Spannungsquelle getrennt und ein Dielektrikum mit Formula: \varepsilon_r=5Formula: \varepsilon_r=5 in den Kondensator geschoben, sodass der Zwischenraum zwischen den Platten vollständig gefüllt ist.

Ermittle, um welchen Faktor sich die zwischen den Platten anliegende Spannung und die elektrische Feldstärke im Kondensator durch das Einschieben des Dielektrikums jeweils ändern.

4 BE

2.2

Material 2 zeigt einen Plattenkondensator, bei dem das Dielektrikum den Zwischenraum gemäß der Abbildung nur auf der Länge Formula: xFormula: x ausfüllt.

Zeige, dass für die Kapazität des Kondensators

Formula: C = \varepsilon_0 \cdot \frac{b}{d} \cdot (b + x \cdot (\varepsilon_r - 1))Formula: C = \varepsilon_0 \cdot \frac{b}{d} \cdot (b + x \cdot (\varepsilon_r - 1))

gilt.

6 BE

3

In der Medizin werden Defibrillatoren zur Wiederherstellung eines korrekten Herzrhythmus verwendet. Dazu wird über Elektroden, die zB. auf den Oberkörper eines Patienten gepresst oder aufgeklebt werden, elektrischer Strom durch den menschlichen Körper geleitet. Die dazu benötigte elektrische Ladung wird in einem Kondensator gespeichert und dann auf Knopfdruck innerhalb eines kurzen Zeitraums an den Patienten abgegeben.

Betrachtet wird im Folgenden ein Kondensator mit der Kapazität Formula: C = 70 \; \mu\mathrm{F}.Formula: C = 70 \; \mu\mathrm{F}. Der Kondensator wird auf die Spannung Formula: U_0 = 3,0 \; \mathrm{kV}Formula: U_0 = 3,0 \; \mathrm{kV} aufgeladen und durch Umlegen eines Schalters Formula: SFormula: S zum Zeitpunkt Formula: t=0 \; \mathrm{s}Formula: t=0 \; \mathrm{s} über den Widerstand Formula: RFormula: R entladen (Material 3). Beim Entladen nimmt die Spannung gemäß dem in Material 4 dargestelltenFormula: \text { t-U}Formula: \text { t-U}-Diagramm ab.

3.1

Berechne die elektrische Ladung und die elektrische Energie, die bei der angelegten Spannung Formula: U_0Formula: U_0 im Kondensator gespeichert sind.

Bestimme mithilfe von Material 4 die im Zeitintervall Formula: 0 \; \mathrm{ms}Formula: 0 \; \mathrm{ms} bis Formula: 10 \; \mathrm{ms}Formula: 10 \; \mathrm{ms} abgegebene Energie und die durchschnittliche Stromstärke, die in dieser Zeit geflossen ist.

10 BE

3.2

Der Entladevorgang des Kondensators lässt sich mithilfe der folgenden Differenzialgleichung beschreiben:

Formula: \frac{1}{R \cdot C} \cdot Q(t) + \dot{Q}(t) = 0.Formula: \frac{1}{R \cdot C} \cdot Q(t) + \dot{Q}(t) = 0.

Leite ausgehend von einem Ansatz für die Spannung diese Differenzialgleichung her.

Zeige, dass die Funktion

Formula: Q(t) = C \cdot U_0 \cdot \mathrm{e}^{-\frac{1}{R \cdot C} \cdot t}Formula: Q(t) = C \cdot U_0 \cdot \mathrm{e}^{-\frac{1}{R \cdot C} \cdot t}

eine Lösung der Differenzialgleichung ist.

7 BE

3.3

Für die Zeit Formula: t_H,Formula: t_H, nach der die Spannung am Kondensator auf die Hälfte des Anfangswerts Formula: U_0Formula: U_0 abgesunken ist, gilt:

Formula: t_H = -R \cdot C \cdot \ln\left(\frac{1}{2}\right).Formula: t_H = -R \cdot C \cdot \ln\left(\frac{1}{2}\right).

Leite mithilfe der Funktion Formula: Q(t)Formula: Q(t) aus Aufgabe 3.2 diese Formel her. Ermittle für den in Material 4 dargestellten Entladevorgang den Betrag des verwendeten Widerstands.

8 BE

3.4

Bei einer gegebenen Kondensatorspannung Formula: U_0Formula: U_0 ist der KörperwiderstandFormula: RFormula: R einer Patientin bzw. eines Patienten zwischen den Elektroden für die durch das Herz fließende Stromstärke entscheidend. Diese muss einerseits ausreichen, um die Funktion des Herzens zu normalisieren, andererseits darf sie nicht zu groß sein, da dies Schäden am Reizleitungssystem und am Herzmuskel nach sich ziehen kann. Automatische Defibrillatoren, die auch von Laien bedient werden können, messen den Körperwiderstand und passen die Kondensatorspannung entsprechend an.

Untersuche, in welchem Verhältnis die Spannungen am Kondensator stehen müssen, wenn bei zwei Patienten mit verschiedenen Körperwiderständen Formula: R_1Formula: R_1 und Formula: R_2Formula: R_2 die gleiche maximale Stromstärke fließen soll.

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