Aufgabe 1 — Schwingender Hängesessel
Ein Hängesessel, der mit einer Schraubenfeder an einem festen Punkt angebracht ist, kann in vertikale Schwingungen versetzt werden (siehe Material 1).
Ein wichtiger Parameter eines Hängesessels ist die Periodendauer mit der er schwingt.
In einem Modellexperiment, bei dem ein schwingender Hängesessel vereinfachend als Federschwinger betrachtet wird, soll die Periodendauer auf zwei unterschiedlichen Wegen bestimmt werden.
Beachte die Hinweise zum Experiment in Material 1.
Experiment 1: Ermittle experimentell die Längenänderung einer vertikal aufgehängten Schraubenfeder, wenn an deren unteren Ende ein Massestück der Masse
angehängt wird.
Berechne mithilfe deiner Messdaten die Federhärte und daraus die Periodendauer
des Federschwingers.
Dokumentiere deine Messwerte und Berechnungen in einer aus dem Unterricht bekannten Weise.
Hinweis: Sollte dir das Erfassen der Messwerte nicht gelingen, so kannst du Ersatzmesswerte von der Lehrkraft anfordern. In diesem Fall werden 2 BE nicht erteilt.
Experiment 2: Ermittle die Periodendauer desselben Federschwingers in einem zweiten Experiment erneut, indem du die Zeit für Schwingungen misst.
Hinweis: Sollte dir die Messung nicht gelingen, so kannst du Ersatzmesswerte von der Lehrkraft anfordern. In diesem Fall werden 2 BE nicht erteilt.
„Wird die Periodendauer mithilfe der Zeit für Schwingungen ermittelt, so wie in Aufgabe 1.1.2, dann ist die Messunsicherheit der Periodendauer kleiner als in dem Fall, in dem die Periodendauer aus der Zeit für
Schwingung ermittelt wird.“
Beurteile die Gültigkeit dieser Aussage unter Verwendung von Material 2.
In einem Physikkurs wurden die Eigenschaften der Schraubenfeder eines Hängesessels untersucht, siehe Material 3.
Begründe unter Verwendung von Abbildung 2 in Material 3, dass für den Bereich die Federhärte der Schraubenfeder des Hängesessels näherungsweise
beträgt.
Die Schülergruppe hat in einer weiteren Messung für eine angehängte Masse von eine Länge der Schraubenfeder von
ermittelt.
Ergänze im Diagramm in Abbildung 2 in Material 3 den Punkt, der diese Messdaten repräsentiert.
Beschreibe qualitativ unter Bezug auf Abbildung 2 in Material 3 die Änderung der Federhärte der Schraubenfeder, wenn die Masse der angehängten Massestücke immer weiter verringert wird.
Begründe deine Aussage.
In der Bedienungsanleitung des Hängesessels wird darauf hingewiesen, dass der Hängesessel so anzubringen ist, dass seine Sitzfläche in einer Höhe von bis
über dem Erdboden aufzuhängen ist.
Beurteile anhand eines Aspekts, ob dieser Hinweis sicherheitsrelevant ist.
Die Periodendauer des schwingenden Hängesessels soll vergrößert werden. Dazu wird die ursprüngliche Schraubenfeder durch zwei Schraubenfedern ersetzt, welche die Bedingungen in Material 4 erfüllen.
Zeige, dass sich die veränderte Periodendauer mit der Gleichung berechnen lässt.
Dabei ist die Periodendauer bei zwei Schraubenfedern in Reihe und
die Periodendauer einer dieser beiden Schraubenfedern.
Für den Hängesessel soll ein in Material 5 beschriebenes Schraubenfedersystem eingesetzt werden.
Begründe, dass Abbildung 5 in Material 5 den Zusammenhang zwischen Kraft und Längenänderung dieses Schraubenfedersystems richtig wiedergibt.
Beziehe dabei die im Material gegebenen Federhärten der beiden Federn 1 und 2 ein.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Schwingender Hängesessel als vertikaler Federschwinger
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Ein vertikal schwingender Hängesessel besteht aus einer Schraubenfeder, an deren unterem Ende der Hängesessel befestigt ist (siehe Abbildung 1). Die schwingende Masse dieses schwingungsfähigen Systems (Oszillator) entspricht der Summe der Masse des Hängesessels und der Masse des Menschen, der sich darin befindet. Hinweise zu den Experimenten:
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Abbildung 1: Hängesessel mit Schraubenfeder, siehe vergrößerter Bildausschnitt |
Material 2: Messunsicherheiten beim Bestimmen der Periodendauer
Bei der Bestimmung der Periodendauer enthält die gemessene Zeit eine Messunsicherheit
Sie entsteht vor allem dadurch, dass bei der Durchführung des Experiments der Beginn und das Ende einer Periodendauer nicht exakt bestimmt werden können.
Wird angenommen, dass beim Starten und beim Stoppen der Stoppuhr die Messunsicherheit jeweils beträgt, dann ist die Messunsicherheit der Periodendauer im vorliegenden Fall insgesamt
Diese Abweichung wird in der Praxis häufig abgeschätzt, wobei von einer größtmöglichen Abweichung ausgegangen wird.
Material 3: Messdaten der Schraubenfeder des Hängesessels
Die Lernenden eines Physikkurses haben folgenden Versuch durchgeführt:
An die Schraubenfeder des Hängesessels wurden mit Unterstützung des Hausmeisters nacheinander Massestücke der Masse
und
angehängt und jeweils die dazugehörigen Längen
der Schraubenfeder gemessen.
In Abbildung 2 ist die an der Schraubenfeder angreifende Kraft die jeweils der Gewichtskraft des angehängten Massestücks entspricht, in Abhängigkeit von der jeweiligen Längenänderung
der Schraubenfeder dargestellt.

Abbildung 2: Zusammenhang von und
Die unbelastete Schraubenfeder besitzt eine Länge von
Hinweis: Ändert sich bei einer Schraubenfeder die Federhärte mit zunehmender Dehnung
so kann
für einen Bereich
näherungsweise mithilfe der folgenden Gleichung berechnet werden:
Material 4: Hängesessel mit zwei in Reihe angeordneten Schraubenfedern gleicher Federhärte
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Die Abbildung 3 zeigt zwei in Reihe angeordnete Schraubenfedern, für die folgende vereinfachende Annahmen gelten:
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Abbildung 3: zwei in Reihe angeordnete Schraubenfedern |
Material 5: Hängesessel mit zwei in Reihe angeordneten Schraubenfedern unterschiedlicher Federhärte
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Für einen Hängesessel soll ein Schraubenfedersystem gemäß Abbildung 4 eingesetzt werden, das folgende Eigenschaften hat:
Das Schraubenfedersystem ist so beschaffen, dass ab einer bestimmten Belastung die Metallplatte an den unteren Teil des starren Rahmens stößt. Hierbei erreicht die Länge von Feder 1 ihren Maximalwert |
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Abbildung 4: Zwei in Reihe angeordnete Federn unterschiedlicher Federhärte. Links: unbelasteter Fall. Rechts: belasteter Fall. |
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Die Darstellung in Abbildung 5 gibt die Abhängigkeit der Kraft von der Längenänderung für dieses Schraubenfedersystem korrekt wieder. Für die Darstellung gilt, dass die Längenänderung des Schraubenfedersystems der Summe der Längenänderungen der einzelnen Federn entspricht. |
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Abbildung 5: Kraft in Abhängigkeit von der Längenänderung |
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Ermitteln der Längenänderung
Zunächst wird die Länge der unbelasteten Feder bestimmt. Anschließend wird ein Massestück angehängt und die neue Federlänge gemessen. Daraus ergeben sich beispielsweise folgende Werte:
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Messgröße |
Messwert |
|---|---|
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Masse des Massestücks |
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Länge der unbelasteten Feder |
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|
Länge der belasteten Feder |
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Die Längenänderung der Schraubenfeder beträgt somit:
Berechnen der Federhärte und Periodendauer
In der Gleichgewichtslage ist der Betrag der Federkraft genauso groß wie der Betrag der Gewichtskraft:
Für die Gewichtskraft gilt Für die Federkraft gilt
Damit ergibt sich für die Federhärte:
Einsetzen ergibt:
Die Periodendauer eines Federschwingers berechnet sich mit:
Einsetzen der Werte liefert:
Die auf diesem Weg bestimmte Periodendauer beträgt somit
Das Massestück wird aus seiner Gleichgewichtslage vertikal ausgelenkt und anschließend losgelassen. Gemessen wird die Zeit für zehn vollständige Schwingungen.
Für zehn Schwingungen ergibt sich beispielsweise
Daraus folgt für die Periodendauer:
Damit beträgt die experimentell bestimmte Periodendauer
Beim Starten und Stoppen der Stoppuhr beträgt die Messunsicherheit jeweils Für eine vollständige Zeitmessung ergibt sich daher insgesamt
Wird nur eine Schwingung gemessen, entspricht diese Unsicherheit unmittelbar der Unsicherheit der Periodendauer
Bei der Messung von zehn Schwingungen besitzt die gesamte gemessene Zeit ebenfalls die Unsicherheit
Für die kleinste bzw. größte mögliche Periodendauer gilt:
Die Messunsicherheit der Periodendauer beträgt bei zehn Schwingungen somit:
Damit gilt
Die Aussage ist somit gültig. Durch die Messung der Zeit für zehn Schwingungen wird die Messunsicherheit der Periodendauer gegenüber der Messung einer einzelnen Schwingung verringert.
Im Bereich von liegen die Messpunkte in Abbildung 2 näherungsweise auf einer Geraden.
Die Steigung dieser Geraden entspricht der Federhärte der Schraubenfeder:
Aus dem Diagramm lassen sich ungefähr die Punkte und
ablesen.
Damit ergibt sich:
Die Federhärte der Schraubenfeder beträgt in diesem Bereich somit näherungsweise
Die Längenänderung der Schraubenfeder beträgt:
Die an der Schraubenfeder wirkende Kraft entspricht der Gewichtskraft des Massestücks:
Es muss also der Punkt im Diagramm eingetragen werden:

Aus dem Diagramm oben ergibt sich, dass für den gesamten dargestellten Bereich keine direkte Proportionalität zwischen der Kraft und der Längenänderung
besteht. Die Steigung des Graphen hat für kleine
größere Werte als für große
Da bei der Belastung der Schraubenfeder keine Längenänderung auftritt, verläuft der Graph für den Zusammenhang
durch den Koordinatenursprung. Aus der graphischen Darstellung (Abbildung 2 in Material 3) ist zudem ersichtlich, dass die Punkte nicht auf einer Ursprungsgeraden liegen. Das bedeutet, dass keine Proportionalität vorliegt und die Steigung des Zusammenhangs
nicht konstant ist.
Je kleiner die Masse des angehängten Massestücks ist, desto größer ist die Steigung der Kurve und damit die Federhärte der Schraubenfeder
Ja, der Hinweis zur Höhe der Sitzfläche ist sicherheitsrelevant.
Eine große Masse führt zu einer starken Vordehnung der Schraubenfeder. Während der Schwingung wird die Feder zusätzlich gedehnt, sodass sich die Sitzfläche weiter nach unten bewegt.
Bei einer zu niedrigen Aufhängung kann die Sitzfläche den Erdboden berühren. Ebenso können die Füße der sitzenden Person auf dem Boden aufschlagen. Dadurch besteht Verletzungsgefahr.
Die vorgegebene Höhe von bis
stellt daher einen ausreichenden Abstand zum Erdboden sicher.
Periodendauer bei zwei Schraubenfedern in Reihe
Beide Schraubenfedern besitzen die gleiche Federhärte Außerdem wirkt auf beide Federn jeweils eine gleich große Kraft
Nach dem Hooke’schen Gesetz gilt für die Längenänderungen der beiden Federn und
Da beide Federn die gleiche Federhärte besitzen und mit der gleichen Kraft belastet werden, gilt:
Die gesamte Längenänderung des Schraubenfedersystems entspricht der Summe der beiden einzelnen Längenänderungen
Damit folgt:
Für die Federhärte des gesamten Schraubenfedersystems gilt:
Die Federhärte des Schraubenfedersystems ist somit halb so groß wie die Federhärte einer einzelnen Schraubenfeder.
Für die Periodendauer einer einzelnen Schraubenfeder gilt
Die Periodendauer des Schraubenfedersystems berechnet sich mit:
Mit folgt schließlich:
Die Periodendauer wird durch die Reihenschaltung der beiden gleichen Schraubenfedern somit um den Faktor vergrößert.
Der Graph in Abbildung 5 besteht aus zwei geradlinigen Abschnitten. Die Steigung eines Abschnitts entspricht jeweils der Federhärte des belasteten Schraubenfedersystems:
Erster Abschnitt:
Im Bereich von verlängern sich beide in Reihe angeordneten Federn.
Aus Abbildung 5 ergibt sich für die Federhärte des gesamten Schraubenfedersystems:
Bei der Reihenschaltung wirkt auf beide Federn dieselbe Kraft Die gesamte Längenänderung ist die Summe der Längenänderungen beider Federn
Nach dem Hooke’schen Gesetz gilt:
und
Damit folgt:
Mit den in Material 5 angegebenen Federhärten ergibt sich:
Dieser Wert stimmt mit der Steigung des ersten Graphenabschnitts überein.
Zweiter Abschnitt:
Bei einer Kraft von erreicht Feder 1 ihre maximale Länge. Die Metallplatte stößt an den unteren Teil des starren Rahmens. Bei einer weiteren Erhöhung der Kraft kann sich Feder 1 daher nicht weiter verlängern.
Oberhalb von verlängert sich nur noch Feder 2. Deshalb muss die Steigung des zweiten Graphenabschnitts der Federhärte
entsprechen.
Aus Abbildung 5 ergibt sich:
Dieser Wert stimmt mit der in Material 5 angegebenen Federhärte überein.
Damit gibt Abbildung 5 den Zusammenhang zwischen der Kraft und der Längenänderung des Schraubenfedersystems in beiden Belastungsbereichen richtig wieder.



