Aufgabe 3 — Wellenkanal
Für die Untersuchung verschiedener Eigenschaften und der Kraftverteilung einer Wasserwelle wurde im Forschungszentrum Küste in Hannover der Große Wellenkanal errichtet. Hier werden verschiedene Wellen mit einem tonnenschweren Wellenerreger am Rand eines Wellenbades erzeugt. Der Wellenerreger oszilliert in einem langen und
tiefen Wellenbad harmonisch in vertikaler Richtung (siehe Abbildung 7 in Material 8). Dieser Vorgang erzeugt eine nahezu harmonische longitudinale Tiefenwelle.
Der Wellenerreger wird um in
Richtung ausgelenkt und oszilliert harmonisch
mal pro Minute.
Bestimme die Frequenz der Schwingung in Hertz sowie die Periodendauer.
Gib für diese Schwingung die Funktionsgleichung an.
Die erste erzeugte Wellenfront trifft nach auf den hinteren Beckenrand.
Stelle die Welle in einem Diagramm für einen vollen Wellenzug dar und gib die spezifische Wellengleichung für die gesamte Welle an. Berechne die dafür notwendigen Größen.
Erläutere die Begriffe Longitudinalwelle und Transversalwelle.
Die Versuchsanlage erlaubt es, das Auftreffen der Wellen auf den Beckenrand als Reflexion am festen bzw. freien Ende zu simulieren.
Vergleiche die beiden Varianten bezüglich der Entstehung stehender Wellen.
Erläutere, wie im vorliegenden Experiment verhindert werden kann, dass stehende Wellen im Wellenkanal erzeugt werden. Gehe dabei insbesondere auf die mögliche Dämpfung der Welle ein.
Für eine realistische Modellierung von Meereswellen, die aus verschiedenen Richtungen kommen, wurde am Forschungszentrum eine neue Wellenmaschine entwickelt, die zweidimensionale Wellen aussendet und verschiedene Hindernisse simulieren kann. Dabei wurde das Wellenmuster wie in Abbildung 8 in Material 8 abgebildet beobachtet.
Beschreibe die Beobachtung und erkläre die Entstehung des Wellenmusters.
Bei einem derartigen Experiment trifft die Welle mit der Wellenlänge auf Brückenpfeiler, zwischen denen der Abstand
beträgt. Auf einer
entfernten Wand werden Bereiche maximaler Wellenverstärkung beobachtet.
Bestimme den Abstand zwischen den Maxima 0. und 1. Ordnung. Berücksichtige dabei die Anwendbarkeit der Kleinwinkelnäherung.
Zur Untersuchung der Höhe der Wellen an verschiedenen Stellen werden Ultraschallsensoren verwendet. Aufbau und Funktionsweise eines Ultraschallsensors sind in Material 9 dargestellt.
Entscheide begründet, ob Ultraschallsensoren geeignet sind, die Wellenhöhe zu vermessen.
Beurteile, ob der Unterschied in der Zeitverzögerung von vom microsonic-Sensor aufgelöst werden kann.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 8: Bilder des Wellenkanals
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Abbildung 7: Wellenkanal |
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Abbildung 8: Wellenmuster hinter einer simulierten Brücke |
Material 9: Funktionsprinzip eines Ultraschallsensors
|
Der Ultraschallsensor strahlt zyklisch einen kurzen, hochfrequenten Schallimpuls aus. Dieser pflanzt sich mit Schallgeschwindigkeit in der Luft fort. Trifft er auf ein Objekt, wird er dort reflektiert und gelangt als Echo zurück zum Ultraschallsensor. Aus der Zeitspanne zwischen dem Aussenden des Schallimpulses und dem Empfang des Echosignals berechnet der Ultraschallsensor intern die Entfernung zum Objekt. |
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Abbildung 9: Messprinzip Echolaufzeitmessung |
Da die Entfernung zum Objekt über eine Schall-Laufzeitmessung und nicht über eine Intensitätsmessung bestimmt wird, haben Ultraschallsensoren eine ausgezeichnete Hintergrundausblendung.
Nahezu alle Materialien, die den Schall reflektieren, werden detektiert - unabhängig von ihrer Farbe. Selbst glasklare Materialien oder dünne Folien stellen für Ultraschallsensoren kein Problem dar.
Sensoren der Firma microsonic erlauben Entfernungsmessungen von bis
und können dank der Laufzeitmessung den Messwert mit millimetergenauer Auflösung erfassen. Einige Sensoren lösen das Abstandssignal sogar mit
auf.
Die Ultraschallsensoren messen in staubiger Luft genauso wie durch Nebel hindurch. Auch dünne Ablagerungen auf der Sensormembran beeinträchtigen die Sensorfunktion nicht.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Der Wellenerreger führt in insgesamt
Schwingungen aus. Daraus folgt:
Die Periodendauer ist der Kehrwert der Frequenz:
Die Frequenz der Schwingung beträgt somit die Periodendauer beträgt
Für eine harmonische Schwingung gilt:
Mit der Amplitude ergibt sich:
Berechnen der notwendigen Größen
Die erste Wellenfront legt innerhalb von die Länge des
langen Wellenkanals zurück. Daraus folgt:
Die Welle breitet sich somit mit aus.
Für die Wellenlänge folgt daraus:
Darstellen eines vollständigen Wellenzugs

Aufstellen der Wellengleichung
Es gilt:
Einsetzen der bestimmten Größen liefert:
-
Bei einer Transversalwelle schwingen die einzelnen Teilchen (Oszillatoren) senkrecht zur Ausbreitungsrichtung der Welle. Eine Transversalwelle wird daher auch als Querwelle bezeichnet.
-
Bei einer Longitudinalwelle stimmen die Schwingungsrichtung der Teilchen und die Ausbreitungsrichtung der Welle überein. Dabei entstehen abwechselnd Verdichtungen und Verdünnungen. Eine Longitudinalwelle wird auch als Längswelle bezeichnet.
Vergleichen der beiden Reflexionsarten
Gemeinsamkeiten:
-
Bei der Reflexion am festen und am freien Ende können stehende Wellen entstehen. Voraussetzung ist die Überlagerung der hinlaufenden Welle mit einer reflektierten Welle gleicher Frequenz und Wellenlänge.
Unterschiede bei stehenden Wellen:
-
Bei der Reflexion am festen Ende erfolgt ein Phasensprung um
Direkt am festen Ende entsteht daher ein Schwingungsknoten. Die Auslenkung ist dort zu jedem Zeitpunkt null.
-
Bei der Reflexion am freien Ende erfolgt kein Phasensprung. Direkt am freien Ende entsteht daher ein Schwingungsbauch.
Beide Reflexionsarten ermöglichen somit die Entstehung stehender Wellen. Die Positionen der Knoten und Bäuche unterscheiden sich jedoch.
Verhindern stehender Wellen
Stehende Wellen lassen sich verhindern, indem die Reflexion am hinteren Ende des Wellenkanals möglichst stark abgeschwächt wird. Dazu kann am Ende des Kanals beispielsweise ein flach ansteigender, rauer oder mit absorbierenden Gegenständen versehener Bereich eingerichtet werden.
Durch die erhöhte Reibung wird mechanische Energie der Wasserwelle in thermische Energie umgewandelt. Dadurch nimmt die Amplitude der Welle ab. Die reflektierte Welle besitzt dann eine wesentlich kleinere Amplitude als die hinlaufende Welle.
Bei hinreichend starker Dämpfung kann dadurch eine ausgeprägte stehende Welle verhindert werden.
Entlang der roten Geraden in Abbildung 8 sind abwechselnd Bereiche mit deutlich erkennbaren Wellenbergen und Wellentälern zu beobachten. Diese Bereiche liegen symmetrisch zur Mitte des Wellenmusters. Dazwischen befinden sich Bereiche, in denen nahezu keine Wellenberge oder Wellentäler auftreten.
Nach dem Huygensschen Prinzip kann jeder Punkt einer Wellenfront als Ausgangspunkt einer kreisförmigen Elementarwelle angesehen werden. Die Zwischenräume zwischen den Brückenpfeilern wirken dabei ähnlich wie die Spalte eines Mehrfachspalts. Hinter den Brückenpfeilern breiten sich Elementarwellen aus und überlagern sich.
Treffen Wellenberge auf Wellenberge beziehungsweise Wellentäler auf Wellentäler, tritt konstruktive Interferenz auf. Die Amplitude wird vergrößert, sodass Bereiche mit deutlich ausgeprägten Wellenbergen und Wellentälern entstehen.
Treffen dagegen Wellenberge auf Wellentäler, tritt destruktive Interferenz auf. Die Wellen schwächen sich gegenseitig ab oder löschen sich nahezu aus. Dadurch entstehen die Bereiche ohne deutlich erkennbare Wellenberge und Wellentäler.
Die geradlinige und symmetrische Anordnung der Verstärkungs- und Auslöschungsbereiche entspricht damit einem Interferenzmuster, wie es auch hinter einem optischen Gitter auftritt.
Aus der Aufgabenstellung sind folgende Werte bekannt:
Für die Maxima beim Doppelspalt bzw. Gitter gilt bei Verwendung der Kleinwinkelnäherung:
Für das Maximum 1. Ordnung gilt Einsetzen der Werte liefert:
Der Abstand zwischen den Maxima 0. und 1. Ordnung beträgt damit näherungsweise
Der zugehörige Winkel ergibt sich aus der Geometrie des Versuchsaufbaus:
Der Winkel ist hinreichend klein. Die Kleinwinkelnäherung ist daher anwendbar.
Der Ultraschallsensor wird oberhalb der Wasseroberfläche angebracht. Er sendet einen kurzen Schallimpuls aus, der an der Wasseroberfläche reflektiert wird. Aus der Laufzeit des Echos bestimmt der Sensor den Abstand zur Wasseroberfläche.
Da die Position des Sensors unverändert bleibt, entspricht eine Änderung des gemessenen Abstands einer Änderung der Wasserhöhe. Bei einem Wellenberg verkürzt sich der Abstand, bei einem Wellental vergrößert er sich. Dadurch kann der zeitliche Verlauf der Wellenhöhe erfasst werden.
Der Messbereich der microsonic-Sensoren liegt zwischen und
Dieser Bereich ist für den Wellenkanal geeignet, da der Sensor in einem Abstand von mehr als
oberhalb der Wasseroberfläche angebracht werden kann und die Abstände deutlich unter
liegen.
Die Sensoren besitzen außerdem eine Auflösung im Millimeterbereich. Die Amplitude der untersuchten Wasserwellen liegt dagegen im Dezimeterbereich. Die auftretenden Höhenänderungen sind somit deutlich größer als die kleinsten erfassbaren Abstandsänderungen.
Zusätzlich können Ultraschallsensoren transparente Oberflächen wie Wasser erfassen. Nebel, Spritzwasser und dünne Ablagerungen auf der Sensormembran beeinträchtigen die Messung laut Material 9 kaum. Auch die gute Hintergrundausblendung verringert den Einfluss anderer Objekte.
Die Ultraschallsensoren sind daher zur Vermessung der Wellenhöhe geeignet.
Die Zeitverzögerung beträgt
Die Schallgeschwindigkeit in Luft beträgt näherungsweise
Der Unterschied des während dieser Zeit zurückgelegten Schallwegs berechnet sich mit
Einsetzen der Werte liefert:
Der Laufzeitunterschied von entspricht somit einem Unterschied des Schallwegs von
was einem Höhenunterschied von
entspricht. Da die microsonic-Sensoren Abstände mit einer Auflösung im Millimeterbereich erfassen und einige Modelle sogar eine Auflösung von
besitzen, kann dieser Unterschied bei geeigneter Wahl des Sensors aufgelöst werden.


