Lerninhalte in Physik
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Aufgabe 2 — Abschirmung gegen Meereswellen

Ins Meer ragende künstliche Aufschüttungen, sogenannte Molen, sollen dafür sorgen, dass dahinter liegende Hafenbecken möglichst gut vor Meereswellen geschützt werden.

1.

Bei der Planung von Hafenbecken können die dort auftretenden Wellenphänomene wie beispielsweise Interferenz im Modell in kleinen Wellenwannen wie in Material 1 untersucht werden.

a)

Nenne zwei weitere Wellenphänomene, die mithilfe eines solchen Versuchsaufbaus beobachtet werden könnten.

2 BE

b)

Erkläre, wie es in der Wellenwanne zu dem in Material 1 beobachteten rautenförmigen Muster kommt.

3 BE

2.

Nun wird in Material 2 eine vom Meer einlaufende ebene Wellenfront betrachtet, die annähernd parallel zur Mole verläuft.

Begründe mit einer geeigneten Modellierung, dass sich hinter der Mole Wellen ausbreiten.

3 BE

3.

Zur Erhebung von meteorologischen und ozeanographischen Daten werden sowohl in Häfen als auch im freien Meer an der Wasseroberfläche schwimmende Bojen eingesetzt (siehe Material 3). Eine solche Boje wird hier als vertikal harmonisch schwingendes System modelliert.

a)

Gib allgemein an, unter welcher Bedingung es zu einer harmonischen Schwingung kommt.

2 BE

b)

Zeige anhand der in Material 4 angegebenen Differenzialgleichung, dass sich mit dem Ansatz Formula: s(t)=\hat{s} \cdot \sin (\omega \cdot t)Formula: s(t)=\hat{s} \cdot \sin (\omega \cdot t) für die Periodendauer Formula: TFormula: T der Schwingung der Boje folgende Gleichung ergibt:

Formula: T = 2 \pi \cdot \sqrt{\frac{m}{A \cdot \rho \cdot g}}.Formula: T = 2 \pi \cdot \sqrt{\frac{m}{A \cdot \rho \cdot g}}.

8 BE

c)

Berechne die Frequenz der freien Schwingung der Boje aus Material 3. Gehe von einer Dichte des Wassers von Formula: \mathrm{\rho}=1,0 \; \frac{\mathrm{g}}{\mathrm{cm}^3}Formula: \mathrm{\rho}=1,0 \; \frac{\mathrm{g}}{\mathrm{cm}^3} aus.

6 BE

4.

Die Boje kann von Wasserwellen zu vertikalen erzwungenen Schwingungen angeregt werden.

a)

Beschreibe anhand von Material 5, welchen Einfluss die Erregerfrequenz Formula: f_eFormula: f_e auf die Amplitude einer erzwungenen Schwingung hat.

3 BE

b)

Begründe, dass die Wellen aus Material 6 in der Lage wären, die betrachtete Boje stark in Schwingung zu versetzen.

4 BE

5.

Um starke Schwingungen der Boje zu vermeiden, wird vorgeschlagen, ihre Masse und ihre Querschnittsfläche zu verändern.

Diskutiere diesen Vorschlag im Rahmen der Modellierung aus den Aufgaben 3 und 4.

5 BE

6.

In Material 7 werden verschiedene Informationen zur Bauweise von Molen gegeben und dargestellt, wie eine Schwimmmole im Vergleich zu einer geschlossenen Mole gebaut ist.

Bewerte die beiden Molentypen hinsichtlich ihrer Eignung in den folgenden Situationen:

Formula: \mathrm{I})Formula: \mathrm{I})

Ein Hafenbecken soll so stark wie möglich von Wellen beruhigt werden.

Formula: \mathrm{II})Formula: \mathrm{II})

Der Hafen soll in der Nähe eines Wasserschutzgebietes gebaut werden, wobei das Ökosystem unter Wasser möglichst wenig beeinträchtigt werden soll.

4 BE

Material 1: Wellenwanne

Wasseroberfläche mit regelmäßigen Wellenmustern und zwei länglichen Messbalken

Abb. 1: Modell eines Hafenbeckens in der Wellenwanne. Die Wellen laufen von links unten ein.

Quelle: Liebs, Wilhelm (1964): Die Abschirmung von Seehäfen gegen Seegang.

In: Mitteilungsblatt der Bundesanstalt für Wasserbau 21. Karlsruhe: Bundesanstalt für Wasserbau. S. 45-70. CC BY

Material 2: Mole

Rostock MoleRostock Mole

Abb. 2: Mole in Rostock

© Bundesanstalt für Wasserbau CC BY 4.0

Diagonale parallele Linien mit Pfeil nach unten und dickem, abgerundetem BalkenDiagonale parallele Linien mit Pfeil nach unten und dickem, abgerundetem Balken

Abb. 3: Vereinfachtes Modell der Mole und des Wellenverlaufs vor der Mole

Material 3: Boje

Durchmesser in Metern

Formula: 2,55Formula: 2,55

Form

zylindrisch

Masse in Kilogramm

Formula: 4900Formula: 4900

Grüne BojeGrüne Boje

Abb. 4: Boje

Material 4: Differenzialgleichung

Wird eine solche Boje bezüglich der Wasseroberfläche vertikal ausgelenkt, dann kann die Bewegung der Boje idealisiert mit der folgenden Differenzialgleichung beschrieben werden:

Formula: m \cdot \ddot{s}(t) + A \cdot \rho \cdot g \cdot s(t) = 0.Formula: m \cdot \ddot{s}(t) + A \cdot \rho \cdot g \cdot s(t) = 0.

Dabei ist Formula: sFormula: s die vertikale Auslenkung aus der Ruhelage, Formula: mFormula: m die Masse und Formula: AFormula: A die Querschnittsfläche der Boje auf der Wasseroberfläche, Formula: \rhoFormula: \rho die Dichte des Wassers und Formula: gFormula: g die Erdbeschleunigung.

Material 5: Resonanzkurve

Einfaches Diagramm: Amplitude gegen Erregerfrequenz mit Peak bei f0.Einfaches Diagramm: Amplitude gegen Erregerfrequenz mit Peak bei f0.

Abb. 5: Resonanzkurve mit Eigenfrequenz Formula: \mathrm{f}_0Formula: \mathrm{f}_0

Material 6: Wellengrößen

Mit dem Messsystem der Boje wurden folgende Werte für die Wasserwellen ermittelt:

Wellenlänge

Formula: 12 \; \mathrm{m}Formula: 12 \; \mathrm{m}

Ausbreitungsgeschwindigkeit

Formula: 22,0 \; \tfrac{\mathrm{km}}{\mathrm{h}}Formula: 22,0 \; \tfrac{\mathrm{km}}{\mathrm{h}}

Amplitude

Formula: 20 \; \mathrm{cm}Formula: 20 \; \mathrm{cm}

Material 7: Bauweise verschiedener Molen

Zwei Skizzen: links geschlossene Mole, massives Erdwerk bis zum Meeresboden; rechts Schwimmole mit Schwimmkörper, gekreuzten Ketten und Grundankern.Zwei Skizzen: links geschlossene Mole, massives Erdwerk bis zum Meeresboden; rechts Schwimmole mit Schwimmkörper, gekreuzten Ketten und Grundankern.

Abb. 6: Bauweise verschiedener Molen im Querschnitt

„Wellendämpfung bei Schwimmolen: Der schwere, im Wasser liegende Schwimmkörper lässt die ankommenden Wellen an sich aufprallen und zum Teil reflektieren. Dabei wird jedoch ein Teil der Energiefortpflanzung weiterhin unter der Schwimmole durch stattfinden. Deshalb entstehen auch bei größeren Schwimmhafenanlagen Wellen im Hafeninneren. Die Höhen dieser Wellen sind bei einer gelungenen Konstruktion wesentlich geringer als die seeseitig aufprallenden Wellen.“

Quelle: F. Schaad: Zur Konstruktion von schwimmenden Hafenmolen

In: Schweizer Ingenieur und Architekt 98 (1980), S. 85f.

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