Thema: Sport als gesellschaftliches Phänomen
Welche gesellschaftliche Funktion aber leistet der Sport? Natürlich ist sportliches Training ein gesamtgesellschaftlicher Wert, um ein bestimmtes Niveau an körperlicher Bewegungsfähigkeit und/oder eine gute Gesundheit zu fördern. Ebenso offensichtlich ist allerdings der Nutzen des Sports für Politik, Wirtschaft und Medien. Unternehmer machen durch den Sport Millionengeschäfte. Medien begründen ihren Stellenwert sowie mittelbar ihre Einnahmen durch Sportberichte und deren Reichweite. Folgerichtig stellt sich die Frage, inwieweit Sport durch andere Gesellschaftsbereiche missbraucht wird.
Erläutere die Funktion und Dysfunktion des Sports aus sozialer und politischer Sicht.
Neben sportartspezifischen Leistungsfaktoren sind bei Sportgruppen auch die internen Vorgänge innerhalb der Gruppe leistungsrelevant.
Vergleiche gruppendynamische Prozesse zwischen einem Vierer im Kanurennsport und einer Fußballmannschaft.
Im Gegensatz zur Auffassung vom Sport als Gemeinschaftserlebnis wird eine gesellschaftliche Entwicklung beobachtet, in welcher die Durchsetzung individueller Interessen gegenüber sozialen Verhaltensweisen die Oberhand gewinnt. Diese Individualisierung ist auch im Spitzensport schon deutlich erkennbar.
Begründe die zunehmende Entwicklung der Individualisierung im Spitzensport. Nutze dazu auch M2.
Erläutere mögliche Folgen für den Sport.
Wenn schwitzende Sportler in ihren Disziplinen Höchstleistungen bringen, hat das vordergründig mit Politik wenig zu tun. Doch sie tragen auf ihren Trikots ein Staatswappen und werden von Millionen mitfiebernden Menschen beobachtet.
Sollten Sportler politisch in Erscheinung treten? Diskutiere die Fragestellung unter Einbeziehung von M3 und M4.
M2: Robert Lewandowski: Die kickende Ich-AG (2018)
Seit Anfang Oktober letzten Jahres ist Jupp Heynckes wieder Trainer des FC Bayern München. Und in all diesen Monaten entfuhr dem Coach kein schlechtes Wort über einen seiner Schützlinge. Sogar nach dem Aus in der Königsklasse beklagte Heynckes zwar die individuellen Fehler, vermied aber jede personalisierte Kritik.
Bis zum Samstag. Da fand der Bayern-Coach klare Worte, ausgerechnet für den besten Torschützen der laufenden Bundesliga-Saison. Robert Lewandowski war nämlich nach seiner Auswechslung im Spiel beim 1.FC Köln in der 77. Minute mit finsterer Miene an Trainer und Bank vorbeigestapft, nicht einmal den obligatorischen Handschlag wollte der Stürmer geben. Und er präsentierte so eine Eigenart, die Heynckes mehr als alles andere zuwider ist und die der Coach auch benannte. "Torjäger sind nun mal egoistisch und denken an ihre Torquote, aber Lewy hat es eingesehen."
Nun mag Lewandowski freundlich und verständnisvoll genickt haben, schon um seine Einsatzchancen für die kommenden zwei Spiele nicht zu schmälern. Man kann aber bezweifeln, dass die Heynckes-Ansprache den Stürmer dazu verleitet, künftig mehr an die Mannschaft und weniger an sich zu denken. Fans sind für den Stürmer Folklore, am Ende ist aus Lewandowskis Perspektive jeder Spieler eine kickende Ich-AG. "Fußball ist Kapitalismus pur, jeder will in dieser Branche Geld verdienen", konstatierte der Stürmer nassforsch im Herbst letzten Jahres in einem Spiegel-Interview.
Köster, P. (2018). Robert Lewandowski: Die kickende Ich-AG. Zugriff unter https://www.stern.de/sport/fussball/philipp-koester/robert-lewandowski---die-kickende-ich-ag-7974176.html am 15.11.2018
M3
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Ilkay Gündogan, Mesut Özil und Recep Tayyip Erdogan (14.05.2018)
Einen Tag vor der Nominierung des vorläufigen WM-Kaders tauchen Fotos auf, die die deutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan in London mit dem umstrittenen (Menschenrechte, Pressefreiheit) türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zeigen. Gündogan schreibt auf sein Trikot-Geschenk: „Für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll.“ Später am Tag erklärt er via Instagram: „Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben.“ Der Deutsche Fußballbund reagierte pikiert: „Das Duo habe sich für Erdogans ‚Wahlkampfmanöver‘ missbrauchen lassen.“ Reinhard Grindel ( ehem.DFB Präsident).
http://www.spiegel.de/sport/fussball/mesut-oezil-vom-foto-mit-recep-tayyip-erdogan-zum-ruecktritt-die-chronologie-a-1219642.html
M4
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Siegerehrung Olympische Spiele 1968
Ihr Protest machte sie weltberühmt. Am 16. Oktober 1968 standen Tommie Smith und John Carlos bei den Olympischen Spielen in Mexiko mit gesenktem Kopf auf dem Siegertreppchen. Die beiden US-Studenten hatten soeben beim 200-Meter-Finale Gold und Bronze geholt. Mit ihrer Geste bekannten sich die beiden Athleten offen zur afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung - ein Skandal. Carlos streckte den linken Arm in die Höhe, Smith den rechten. "Der rechte und der linke Handschuh repräsentieren die schwarze Einheit", interpretierte am nächsten Tag die "New York Times". Die anderen Gesten der Athleten waren genauer ausgeklügelt: Beide erschienen ohne Schuhe, nur mit schwarzen Strümpfen zur Siegerehrung. "Wir wollten der Welt zeigen, dass in Mississippi, Alabama, Tennessee, South Central Los Angeles und in Chicago Menschen in Armut leben. Dass da Kinder sind, die sich keine Schuhe leisten können", sagt John Carlos heute. Um ihren Hals trugen Smith und Carlos Perlenketten. "Diese Perlen standen für die Menschen, die gelyncht oder einfach so ermordet worden waren, für die keiner ein Gebet sprach."
http://www.spiegel.de/einestages/olympia-protest-a-947038.html
„Aggression“ definieren:
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normabweichende menschliche Verhaltensweise, die auf Schädigung eines anderen ausgelegt ist
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kann psychisch und physisch sein
Abb. 4 und 5 Art der Aggression zuordnen und begründen:
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instrumentell: bewusste, kontrollierte Aggression, die physisch oder psychisch zum eigenen Vorteil eingesetzt wird
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explizit: Verhalten außerhalb des Regelwerkes zumeist als Reaktion auf eine hoch emotionale Situation
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alternativ Frustrationsaggression: häufigste Form, Reaktion auf sportlichen Misserfolg
Zuordnung der Abbildungen je nach Ursachenbegründung:
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Klopp: instrumentell, indem durch eine Drohgebärde im Nahbereich des Schiedsrichters zukünftige Entscheidungen im Sinne von Dortmund erzwungen werden sollen oder Frustrationsaggression, aufgrund eines Rückstands in einem wichtigen Spiel oder Fehlentscheidungen
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Guerrero: explizit, bewusste Schädigung des Gegners oder Frustrationsaggression
Knockout beim Boxen oder Tackling im Fußball als Aggression diskutieren:
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Pro
– Boxschlag stellt gemäß Definition ein Verhalten dar, das auf Schädigung ausgerichtet ist, das ist das bewusste Ziel dieser Handlung
– Tackling nehmen zur Erreichung des eigenen Vorteils, schwere Verletzung des Gegners, durch Sturz/Zusammenprall, billigend in Kauf -
Kontra
– alle drei Aktionen stellen bei regelkonformer Ausführung kein normabweichendes Verhalten dar
– beruhen auf gegenseitigem Einvernehmen
– müssen nicht zwangsläufig zur Schädigung führen, Eishockey und Fußballbeispiele müssen keine Intention für eine Schädigung haben
drei Beispiele von Fair Play im Sport:
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respektvoller Umgang mit Gegner (angemessener Jubel)
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Anerkennung des Sieges (Teilnahme an Siegerehrung, abklatschen)
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Selbstanzeige bei unabsichtlich regelabweichendem Verhalten (Handspiel, Tor)
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Hilfe bei Verletzungen/Spielunterbrechung (z. B. Ball ins Aus spielen)
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Anerkennung von Schiedsrichterentscheidungen
drei Maßnahmen zur Entwicklung des Fair-Play-Gedankens erläutern:
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Reflexion von Beispielen mit unsportlichem Verhalten in Gruppen- und Einzelgesprächen
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Aufstellen eines Werte- und/oder Sanktionenkatalogs für den Umgang miteinander
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Rituale für den respektvollen Umgang mit dem Gegner nach Sieg/Niederlage einführen
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Abschlussspiele/Wettkampfspiele ohne Schiedsrichter durchführen
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Reflexion zur Stellung und Bedeutung des Sports in der Gesellschaft sowie den Motiven von Sporttreibenden in Gesprächen
Beispiele aus Spezialsportart erklären:
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Persönlichkeitsentwicklung:z. B. Entwicklung von Disziplin (Trainingsumfang Rudern), Anstrengungsbereitschaft (Mittelstreckenläufer) oder Mut (Kür am Hochreck)
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Identitätsfindung:z. B. Zugehörigkeitsgefühl (Vereinszugehörigkeit), Erleben von Einzigartigkeit (sportliches Können), für Werte einstehen (Fair Play im Fußball)
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Selbstbewusstsein:z. B. Vertrauen in sich selbst, überzeugt sein von den eigenen Fähigkeiten (u. a. sportliche Erfolge, sportliches Können)